Sunday-Million-Gewinner Daniel Drescher im Porträt
Die Nachricht schlug in der IntelliPoker-Community ein wie eine Bombe: Mit Daniel Allanon85 Drescher (Foto, bei der WSOP im Juli) aus dem bayerischen Saal hat unseres Wissens zum zweiten Mal ein eingetragenes Intelli-Mitglied das Sunday Million auf PokerStars gewonnen! Grund genug, den vor allem in letzter Zeit äußerst erfolgreichen Onlinespieler ein bisschen näher vorzustellen.
Für den 23-Jährigen, der an der FH Regensburg Wirtschaftsinformatik studiert geht eine traumhafte Pokerwoche zu Ende: Nachdem er bereits im September einige bemerkenswerte Cashes eingefahren hatte, belegte er am 1. Oktober in einem $55-Rebuy-Turnier den zweiten Platz und pimpte seine Bankroll zunächst mal mit hübschen $8.445. Bereits am Tag darauf wurde er in einem $55-Turnier Vierter und kassierte nochmals $5.736. Dann kam der Sonntag und das Sunday Million, das Daniel seit etwa einem Jahr "mehr oder weniger regelmäßig" spielt - und der ganz große Wurf: Exakt $177.450 konnte Daniel nach einem Three-Way-Deal seinem PokerStars-Account gutschreiben lassen. Abzüglich fünf Prozent: "Ein guter Kumpel hat einen Anteil von mir gekauft."
Dabei war das Unterfangen zwischenzeitlich durchaus in Gefahr: Daniel lebt noch bei seinen Eltern und seine Mutter war alles andere als begeistert, den übernächtigten Filius am frühen Montagmorgen noch immer am Rechner sitzen zu sehen: "Eigentlich hätte ich, als der Finaltisch lief, längst in Richtung Uni aufbrechen müssen. Meine Mutter war so sauer, dass sie mir sogar den Strom abdrehen wollte." Was wiederum kein großes Problem dargestellt hätte, denn Daniel hat einen Laptop mit einem recht vernünftigen Akku ...
An Schlaf war nach dem Turnier kaum zu denken: "Um 14 Uhr nachmittags habe ich mich ein bisschen hingelegt, weil ich todmüde war. Ich habe mich total gefreut, aber so richtig verarbeitet habe ich das Ganze noch nicht. Das kommt mit Sicherheit erst noch."
Angefangen hat die Pokerkarriere des jungen Mannes vor etwa zwei Jahren, als er im DSF einen Bericht über die WSOP sah. "Ich habe mir einen Mini-Account auf PokerStars zugelegt und mit Fixed-Limit 0,05/0,10 begonnen. Dass es No-Limit Hold'em überhaupt gibt, wusste ich damals noch gar nicht."
Daniel las seinerzeit zwei, drei Bücher und zog sich jede Menge Videos zum Thema rein, dann traute er sich auch an die No-Limit-Variante. Mittlerweile spielt er in Cashgames NL400 bis NL1.000, zunehmend findet er aber auch Gefallen an größeren Turnieren. Und die Erfolge der letzten Monate sind wirklich beeindruckend. "Allerdings muss ich schon auch zugeben, dass im am SM-Finaltisch schon auch jede Menge Glück gehabt habe. Als ich gleich zu Beginn zweimal in Folge aufdoppelte, wusste ich, dass ich da etwas reißen kann."
Die Anwesenheit von Sören Kongsgaard, immerhin einer der besten Onlinespieler der Welt, konnte Daniel nicht besonders schrecken. "Klar kannte ich seinen Namen und seine Superstatistik, aber bei diesen Stacks hatte ich keine großen Befürchtungen. Respekt ja, Angst nein." Und so kam es, dass der junge Student aus Niederbayern den abgezockten dänischen Weltstar mit ![]()
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aus dem Verkehr zog ...
Im Frühjahr hatte Daniel Drescher übrigens schon einmal einen ganz großen Coup gelandet, sonst hätten wir auch gar kein so schönes Livefoto von ihm: "Via Steps habe ich mich für den Main Event der WSOP qualifiziert. Las Vegas war ein Supererlebnis, leider bin ich mit Königen gegen Asse aus dem Turnier geflogen. Mein Ziel ist es aber, mich 2009 auf jeden Fall wieder zu qualifizieren."
Einen Teil seines fetten Gewinns will Daniel auscashen, um sich gemeinsam mit Kumpels in Regensburg eine WG einzurichten. "Ein paar nette Möbel, nichts besonders Extravagantes", will sich der Niederbayer anschaffen, bislang fährt er noch regelmäßig die rund 30 Kilometer zur Universität im benachbarten Bezirk Oberpfalz.
Auf seine Limits am Pokertisch hat der fette Gewinn im Übrigen wenig Einfluss: "Ich werde auch weiterhin versuchen, mich über Steps oder andere kleinere Turniere für große Events zu qualifizieren., ohne die Bankroll allzu sehr zu strapazieren. Mein nächstes Ziel ist es, bei einem EPT-Event dabei zu sein", so der 23-Jährige, dem zumindest wir von IntelliPoker spätestens seit Sonntag so ziemlich alles zutrauen ...






