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Advanced Continuation Betting - Protection

Viele Fragen, die in Trainings und Coachings immer wieder gestellt werden, beziehen sich auf die Continuation Bet (C-Bet): Wann soll ich eine C-Bet abfeuern und wann besser nicht? Nach welchen Kriterien sollte ich mich richten, worauf muss ich achten? Die grundlegenden Aspekte, die man berücksichtigen sollte, und eine Definition der Continuation Bet findet ihr in den Basic Artikeln über das 6-Max Flop Play (Teil 1, Teil 2). In der Artikelserie "Advanced Continuation Betting" möchte ich das Thema aus einem etwas fortgeschritteneren Standpunkt beleuchten.

Das Mysterium "Protection"

Das Wort "Protection" wird im Poker Jargon heiss gehandelt, aber auch mindestens genauso heiss umstritten. Es fällt immer wieder im Zusammenhang mit einem Grund für eine Bet oder einen Raise. Man möchte die eigene Hand davor "schützen", durch eine der noch kommenden Community Cards überholt zu werden. Ist das überhaupt möglich? Kann "Protection" ein Grund für eine Bet sein?

Viele Pokertheoretiker sind der Ansicht, dass es grundsätzlich nur zwei Gründe für eine Bet geben kann:
  • Value - Man bettet in Erwartung von genügend schlechteren Händen gecallt zu werden, um langfristig mit der Bet Profit zu machen
  • Bluff - Man bettet in Erwartung genügend bessere Hände zu einem Fold bewegen zu können, um langfristig Profit zu machen
Protection ist in den meisten Fällen dann einfach ein positiver Nebeneffekt, den eine Bet haben kann - nämlich, einer, bei dem der Gegner seinen eigenen Equity Anteil in einer Situation freiwillig aufgibt.

Wenn man den Effekt "Protection" unter diesem Gesichtspunkt herunter bricht, kommt man schnell darauf, dass man sich eigentlich nur davor schützt, den Pot zu verlieren oder die eigene Pot Equity aufgeben zu müssen. Verpasst man die Gelegenheiten, einen Protection Effekt zu erzielen, so läuft man Gefahr, den Pot zu einem späteren Zeitpunkt noch zu verlieren oder eine schwere Entscheidung treffen zu müssen, weil man von der besseren Hand geblufft werden könnte.
  • Ein einfaches Beispiel:

Die Continuation Bet am Flop zielt darauf ab, den Gegner dazu zu bringen, eine Hand mit Pot Equity Anteil wie , oder zu folden. In diesen Fällen würde Hero enorm davon profitieren, dass Villain bis zu 70% Pot Equity aufgibt und ihn nicht zu einem späteren Zeitpunkt aus der Hand bluffen kann. Die Bet stellt also einen Bluff dar.

Hero kann allerdings nicht davon ausgehen, dass Villain eine Hand wie oder folden wird. Diese Hände haben um die 45% Pot Equity und werden kaum gegen eine einfache Continuation Bet aufgegeben. Der Protection Effekt kommt daher gar nicht erst zum Tragen. Genau das gleiche gilt, wenn wir Hero's Hand durch ersetzen. Wir betten nun nicht mehr als Bluff, sondern für Value gegen Draws, die uns Action geben können - Der Protection Effekt fällt hier weg, denn die Bet schützt uns kaum davor, auf Turn oder River überholt zu werden oder schwere Entscheidungen auf späteren Straßen zu treffen.

Einen waschechten Protection Effekt kann man erst dann erzielen, wenn man den Gegner um unwissentliche Pot Equity bringt, die er gar nicht als solche wahr nimmt und durch Freecards realisieren könnte. In unserem Beispiel wäre das der Fall, wenn Villain eine der oben genannten Hände hält und gegen unser King high zum Showdown gelangt.

Protection Spot?

Aus dieser ziemlich theoretischen Überlegung folgt eine direkte Konsequenz für die Praxis: Es macht durchaus Sinn, seine schwachen Made Hands bereits am Flop durch C-Betting in einen Bluff zu verwandeln, wenn dieser Bluff...
  • ...oft genug Hände mit Pot Equity zum Fold bewegen kann
  • ...davor schützt, die Hand nicht profitabel zum Showdown führen zu können
Ein typisches Beispiel wäre ein geflopptes Bottom Pair auf einem eher drawlastigen Board. Eine Bet am Flop generiert zwar wenig bis keinen Value von schlechteren Händen mit gleichviel oder mehr Pot Equity, kann aber ein profitabler Bluff sein. Dieser schützt einen davor, das Bottom Pair gegen aggressivere Spieler oder schlechte Turn bzw. River Karten zum Showdown manövrieren zu müssen und kauft den Pot, solange er in greifbarer Reichweite ist.

Es macht zunächst natürlich immer Sinn, sich bereits vor einer Bet Gedanken um das Ziel dieser zu machen (Value oder Bluff). Im zweiten Schritt kann es aber auch sinnvoll sein, sich um der mit einer Aktion einhergehenden Konsequenzen bewusst zu werden - denn gerade diese können unter Umständen einen hilfreichen Effekt in verschiedenen Spots erzielen.


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