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Flix-Max: Der Preflop Guide #1

Der IntelliPoker 6-Max NL Cashgame Preflop Guide - Teil 1: UTG

In meinen Trainings auf IntelliPoker werde ich immer wieder gefragt nach einer 6-Max NL Cashgame Starthandtabelle. Das wiederkehrende Auftreten dieser Frage spiegelt nur das natürliche Bestreben eines Einsteigers im NL 6-Max Cashgame nach möglichst festen Regeln wider, an die er sich halten kann. Er möchte so vermeiden, gleich zum Start seiner Karriere viele Fehler zu begehen, die ihn teuer zu stehen kommen könnten. Das ist gerade am Anfang kein schlechtes Konzept, um profitables Poker zu spielen.

Langfristig kann es aber eher dazu führen, dass die wahre Profitabilität des 6-Max NL Cashgame Formats nicht zur Geltung kommt und der Spieler sein eigenes Cashgame Spiel nicht mehr eigenständig durchdenkt oder weiterentwickelt. Mangelnde Reflexion bedeutet Stagnation, und deshalb ist es wichtig als 6-Max NL Cashgame Spieler dynamisch und vor allem anpassungsfähig zu bleiben – ganz besonders bei der Auswahl seiner Starthände.

Dieser Preflop Guide soll euch helfen, sich verschiedenster Kriterien bewusst zu werden, nach denen man seine Starthände vor dem Flop selektieren sollte.

Open Raising

In der ersten der 4 Positionen im 6-Max neben den Blinds sollte man aus Prinzip sehr tight agieren, da man für die folgenden Setzrunden oft ohne Position gegen bis zu 3 Caller spielen muss. Der Nachteil in NLHE Cashgame ohne Position ist sehr groß: Man gibt dem Gegner unter Zugzwang stets Informationen über die eigene Handstärke durch Setzen oder Checken, während keinerlei Informationen über die wahre Handstärke herausgegeben werden muss, wenn der Gegner "nur" callt.

Zudem besteht aus kombinatorischer Sicht eine erhöhte Chance, dass von 5 Gegnern einer mit einer starken Hand aufwacht.

Um diesen Nachteilen vorzubeugen, wählt man als absolute Basis ein starkes Kontingent an möglichst "einfach" zu spielenden Händen:

Typische Basic UTG Range

Asse mit den beiden stärksten Kickern garantieren, dass man öfter den Gegner dominiert, wenn dieser mit schwächeren Assen gegen einen Raise callt. Mittlere bis starke Pocket Pairs floppen sehr häufig ein Overpair zum Board und machen damit oft genug von sich aus eine starke Hand. Kleine Pocket Pairs floppen entweder viele Overcards oder ein Set – in beiden Fällen hat man sehr leichte Entscheidungen zu treffen.

Dieses Spektrum reizt in einer 6-Max NL Cashgame Umgebung aber selten die mögliche Profitabilität anderer Hände aus. Durch die Präsenz von "nur" 5 weiteren Spielern erreicht man eine ständige Konfrontation mit denselben Kontrahenten. Wenn man gute Table- und Seat Selection betreibt (d.h. direkte Position auf die schwachen Spieler des Tisches bezieht), sollten in den Blinds oft schwächere Spieler sitzen, die zu viele Hände vor dem Flop auch gegen einen Raise spielen und postflop große Fehler begehen werden. Um Hände aus der Range dieser Gegner zu dominieren reicht beispielsweise unter Umständen auch eine Hand wie , oder sogar . Callen schwächere Spieler am Tisch Raises mit , dann entwickelt ja auch eine Hand wie Potential.

Mit einem Open Raise bewegt man die 3 Spieler hinter UTG häufig zum Folden und bietet den Blinds den Einstieg mit schwächeren Händen in den Pot ohne Position – gleich zwei Nachteile für diese Gegnertypen.

Sitzen auch schwache Spieler, die zu viele Hände preflop spielen und zu viele Fehler postflop machen, unmittelbar hinter einem, so lohnt sich das Eröffnen einer looseren Handrange immer noch. Wichtig ist nun ein sicherer Umgang mit dem potentiell dominierten Anteil dieser Range postflop. Diesen sichert ihr allein durch Erfahrung und durch ein gutes Einschätzungsvermögen eurer Gegner.

Eine mögliche, modifizierte UTG Opening Range kann unter Präsenz von schwachen Spielern am Tisch (besonders in den Blinds) daher wie folgt aussehen:

UTG Range, modifiziert gegen schwache Spieler

Auch spekulativere Hände wie , , und eignen sich für das Spiel gegen schwache Spieler, weil diese extrem viel Eigenpotential zur Verbindung mit dem Flop mit sich bringen.

Ist ein Tisch in der Hauptsache besetzt mit tighteren, aggressiveren oder auch besseren TAG Regulars so kann man die eigene UTG Range ebenfalls durch ein paar gezielte Modifikationen optimieren. Das Stichwort hier lautet Deception – Vortäuschung falscher Tatsachen, damit die Gegner einen seltener gut lesen können und man ein gewisses Maß an Unberechenbarkeit zurück behält. Generell werden einem TAG Gegner häufiger Kredit für eine starke Hand aus früher Position geben, d.h. man wird seltener eine 3-Bet (Reraise) erhalten und kann damit gegebenenfalls öfter eine Hand aus UTG eröffnen. Gleichzeitig setzen TAGs einen UTG Raiser prinzipiell nach dem Flop eher auf ein Spektrum von Overpairs, starken Top Pairs (Aces, Kings, Queens) und Sets. Aus diesem Grund bietet es sich an, seine Opening Range hier zu lockern und spekulative Hände in den Mix zu werfen. Es lohnt sich hier, im Gegensatz zum Spiel gegen schwächere Gegner, nicht, viele potentiell dominierte Top Pair Hände zu öffnen (AT, KJ, QJ usw.). Aus diesen kann man gerade gegen solide Gegner, die ihre schwächeren Hände zu folden wissen, wenig postflop Value holen. Umgekehrt wird man hier häufig vor schwere Entscheidungen gestellt, wenn Top Pair Hände von TAG Gegnern am Flop, Turn oder River geraist werden.

Eine modifizierte Range im Spiel gegen TAGs könnte in UTG wie folgt aussehen:

UTG Range, modifiziert gegen TAGs

Wichtig sind hier zwei Kriterien:

  • Spielbarkeit: Suited und möglichst connected sollten die Hände sein, denn man möchte in der Hauptsache brauchbare Draws floppen und seltener "nur" Top Pair. Die gefloppten Draws kann man gegen mitdenkende Gegner, die unter den richtigen Umständen auch bereit sind eine bessere Hand aufzugeben, aggressiv spielen. Man erhält also die Möglichkeit, trotz des Nachteils ggfs. ohne Position spielen zu müssen, Pötte durch erhöhte Foldequity oder aber mit hohen Implied Odds für seine starken Draws zu gewinnen.
  • Frequenz: Eine Modifikation der UTG Range soll in diesem Fall nicht bedeuten, dass man die gewählten spekulativen Hände jedes einzelne Mal eröffnet, wenn man sie in UTG ausgeteilt bekommt. Man sollte sie nur zur Auflockerung des sonst eher tight ausgelegten Spektrums nutzen und bei zu viel Gegenwehr der Opposition auch öfter wieder streichen.

Wie man sieht, hängen die Möglichkeiten eines erweiterten Spektrums von Händen aus UTG stark von der Konstellation des Tisches und der Gegnertypen ab. Vielleicht wird jetzt schon ein wenig deutlicher, weshalb es sogesehen keine Starthand Tabelle geben kann. Auf die Frage "Welche Hände kann ich profitabel UTG eröffnen?" gibt es vielmehr wie so oft im Poker die Antwort: It depends. Öffnet nur die Hände aus UTG, mit denen ihr euch zutraut, profitabel gegen die vorhandenen Gegner in verschiedenen Positionen zu spielen.

Im Teil 2 des Guides werde ich mich mit der Starthand Selektion für Open Raises, Calls und Reraises vor dem Flop aus Middle Position (MP) beschäftigen.

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