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Flix-Max: Der Preflop Guide #3

Der IntelliPoker 6-Max NL Cashgame Preflop Guide - Teil 3: CO

Der dritte Teil des Cashgame Guides soll Anregungen zur sinnvollen Gestaltung von Preflop Opening, Calling und 3-Betting Ranges im Cutoff geben.

Der Cutoff ermöglicht es einem oft aufgrund der Nähe zu den Blinds mit etwas weiteren Ranges zu arbeiten. Das Dead Money der Blinds alleine sollte Anreiz genug sein, möglichst häufig aus später Position zu attackieren. Zudem wird man sich für den Fall eines Coldcalls der Blinds postflop in Position und damit in einem weiteren profitablen Spot wiederfinden. Wie weit die verschiedenen Cutoff Ranges allerdings genau sein können, sollten man anhand von zwei eher simplen, konkrete Faktoren bestimmen:

  1. Welcher Spieler sitzt am Button?

  2. Welche Spieler sitzen in den Blinds?

Frage 1 soll sicher stellen, dass man durch eine Eröffnung des Pots nicht einfach nur totes Geld in die Mitte feuert und auch postflop oft genug Position haben wird. Frage 2 orientiert sich wie auch schon zuvor an der Einschätzung der Profitabilität bestimmter Handtypen gegen die Spieler aus den Blinds. Unter Beachtung dieser beiden Fragestellungen gehe ich nun Schritt für Schritt die verschiedenen, möglichen Anpassungen der Cutoff Ranges durch:

Preflop Opening Ranges

Um auch aus dem Cutoff eine weite Range profitabel eröffnen zu können, sollten folgende Bedingungen für die nachfolgenden Spieler erfüllt sein:

  1. Der Button ist tight und passiv, pre- wie postflop. In diesen Fällen wird der Open mit einer marginalen Hand oft die absolute Position erkaufen, weil der Buttonspieler häufig genug folden wird. Der eigene Open Raise wird nicht häufig mit einer 3-Bet konfrontiert. Sollte der Button dennoch callen, kann er durch Initiative immer noch ausreichend unter Druck gesetzt werden.

  2. Entweder sind die Blinds tight und passiv - in diesem Fall gilt das gleiche wie im vorherigen Punkt, mit dem Bonus der absoluten Position. Oder: die Blinds sind schwache Spieler, die postflop viele Fehler machen werden. Mit Position spielen sich fast alle marginalen Hände auch hier profitabel.

Szenarien, die man im Cutoff immer vermeiden möchte, sind:

  • OOP Spiel mit marginalen Hände, die den Flop häufig verfehlen oder sich ohne Position nicht gut spielen (Offsuited Highcards mit kleinem Kicker, Suited Connectors, Suited One Gappers etc.)

  • OOP Spiel gegen aggressive und/oder kompetente Gegner, die einem das Leben in Position durch Raises, Floats und allen Formen von (Semi-)Bluffs schwer machen können

  • OOP Spiel mit marginalen Hände gegen loose/passive Gegner, die mit einer ebenso weiten Range bis tief in die Hand hineinspielen und nicht folden werden gegen (Semi-)Bluffs.

    Beispiel:

Calling Ranges

Am Cutoff gegen einen Early Position Raise zu callen kann im Grunde auch nur unter Betrachtung der beiden Fragen 1.) und 2.) in Erwägung gezogen werden. Natürlich callt man bei 50bb+ effektiver Stacksize gern viele kleine Pocket Pairs auf Setvalue, da diese besonders gegen die oft starken Ranges eines EP Open profitabel sein werden. Mit diesen Händen und mit Suited Connectors bei über 100bb effektiver Stacksize wird es aber häufig auch knapp mit der Profitabilität und besonders stark abhängig von Frage 1 und 2:

Je aggressiver der Button und/oder die Blinds, desto seltener wird man einerseits aufgrund von möglichen Squeeze Plays einen Flop sehen können für sein investiertes Geld. Andererseits könnte man sich postflop in ungünstigen Sandwhich Positionen mit dem EP Raiser und dem Button wiederfinden, in denen sich Sets und Draws um ein Vielfaches weniger profitabel spielen lassen.

Umgekehrt kann man am CO hin und wieder auch mit Premium Händen (TT+, AQ+) einen Open nur callen, wenn man aktive Squeezer aus dem Button oder den Blinds vermutet. Gegen diese Spieler kann man mit einem Backraise ggfs. einen zusätzlichen Profit erarbeiten.

3-Betting Ranges

Early Position Raises sind für gewöhnlich eher stärker zu gewichten als ein CO, Button oder SB Raise, der oft viele Steals mit marginalen Händen beinhaltet. Die EP Open Raises unterliegen daher einem gewissen Schutz vor 3-Bets. In der Evolution von Preflop Strategien wurde es irgendwann dann aber auch zum Trend, EP Open Raises mit einer Bluff 3-Bet zu attackieren, weil der EP Raiser dem 3-Bettor aus genau diesem Grund mehr Kredit gewähren musste. Mit dem Wissen, dass Ep Opens eher tighter Natur sind, würde man als EP Opener eher selten einen Bluff vermuten, wenn jemand aus late Position reraised vor dem Flop. Damit stieg die Foldequity der Bluffs, und irgendwann konnte man Spieler aus EP dann durch eine weitere 3-Betting Range in late Position auch dazu bewegen, mit schwächeren Händen Action zu geben, falls man tatsächlich mit einer Premium Hand reraiste. Der aktuelle Stand der Spiele sieht im 6-Max Bereich eher weniger late Position 3-Bets gegen EP Opens. Das kann sich aber jederzeit wieder ändern. Ich möchte nicht behaupten, dass man überhaupt keine Bluffing Range als Cutoff Spieler gegen einen EP Open Raise benötigt, aber die Gewichtung von Bluffs zu purem Value, der aus einer so starken Range wie AK, KK+ (ggfs. QQ+) bestehen sollte sehr klein ausfallen – z.B. für jede zwei Value 3-Bet braucht man nur 1 Bluff einzustreuen.

Gegen loose/aggressive Spieler, die auch mit ihren EP Open Raises gegen 3-Bets liberal callen, sollte man natürlich besonders aus dem Cutoff eine weitere Range für Value reraisen (z.B. , , , usw.), da man mit diesen Händen isoliert gegen den Spieler in Position agieren möchte ohne den Button oder die Blinds zu einem Multiway Pot oder sogar zu einem Squeeze einzuladen.

Die Konstruktion von sinnvollen Cutoff Ranges hängt maßgeblich von den Spielern im Button und in den Blinds ab (bzw. von den Spielern, die den Pot aus EP eröffnet haben). An loosen/aggressiven Tischen macht es Sinn, seine Range etwas einzuschränken auf starke und gut spielbare Hände, während tighte Tische oder Tische mit schwachen Spielern in den Blinds die perfekte Umgebung für möglichst weite Cutoff Ranges sind.

In den nächsten beiden Teilen beschäftige ich mich mit der Brot und Butter Position des NLHE Cashgames – dem Button.

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