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Flix-Max: Der Preflop Guide #4

In Teil 4 und 5 kommen wir zu des Pudels Kern, der Brot-und-Butter Position, dem heiligen Gral des 6-Max NL Cashgames – dem Button.

Position ist eines der mächtigsten Werkzeuge, die in No Limit Hold Em zu unseren Gunsten arbeiten können, wenn man es richtig bedient. Position ist sogar teilweise so mächtig, dass sie die eigentliche Stärke einer Hand vollkommen überschatten kann. Aktionen im Poker telegrafieren immer automatisch Informationen über die Stärke einer Hand, und wer mehr Informationen einsammeln kann, bevor er agieren muss, kann auf dieser Grundlage viel bessere Entscheidungen treffen. 6-Max ist allein deshalb so interessant für Winraten-Fanatiker, weil man die Position am Tisch, an der man Vorteile wie diesen auskosten kann, viel öfter inne hat als an einem 9er Tisch.

Dennoch gibt es ein paar wichtige Gedanken, die man im Hinterkopf halten sollte, wenn man am Button agieren möchte. Diese Aspekte behandeln Teil 4 und 5 des Preflop Guides. In diesem vierten Teil lege ich das Hauptaugenmerk auf das Eröffnen von Pötten, dem "Blind Stealing"

"Blind Stealing"

Aus dem Button wird die Handrange, mit der man profitabel eröffnen kann an einem gegebenen Tisch, immer die weiteste sein. Die absolute Position und vor allem die Folge von "nur" noch zwei Gegnern in den Blinds ermöglicht es einem nicht nur, viele extremst marginale Hände mit Initiative profitabel zu spielen. Viele Spieler betrachten einen Raise aus dem Button als "Steal", weil sie damit deutlich machen wollen, dass die Handstärke des "Diebs" im Schnitt eher schwach sein wird. Daraus folgt oft ein übetriebener Drang, diesem Treiben Einhalt zu gebieten und krampfhaft mit einer ebenso weiten Range von Händen die Blinds zu "verteidigen", ob aktiv als 3-Bet oder passiv mit einem Call.

Werfen wir einen Blick auf das ungleiche Matchup: Marginale Hand mit Position gegen marginale Hand ohne Position. Der Button Spieler ist immer noch im Vorteil. Ärgert euch also nicht, wenn Leute gegen eure vermeintlichen "Steals" mit einer weiten Range von Händen verteidigen. Sie bringen sich meist unwissentlich in einen für sie nachteiligen Kampf bergaufwärts. Der "Steal", wenn man den Angriff aus dem Button denn so bezeichnen möchte, hört aber nicht auf, sobald der Gegner callt oder reraist. Ihr habt euch immernoch sehr oft in einen profitablen Spot gebracht, den ihr aber auch postflop souverän meistern müsst, um Profit zu machen. Die Voraussetzungen dafür sind ja bereits geebnet.

Auch wenn ich jetzt sagen könnte (und nicht einmal grob falsch damit liegen würde), dass man aus dem Button 100% seiner Hände eröffnen kann bzw. sollte, kann das nicht der profitabelste Ratschlag sein – soviel muss klar sein. Mit , oder selbst spielt es sich leider nicht immer besonders leicht postflop, und da liegt einer der Knackpunkte – Die Stärke des Postflop Skills. Der andere bezieht sich ganz klar auf die Gegner in den Blinds.

  • Ein kurzer mathematischer Exkurs: Du riskierst mit einem Raise am Button 3 Big Blinds, um den Small Blind (0.5BB) und den Big Blind (1BB) zu gewinnen. Das sind Odds von 3:1.5 oder 1.5:1. Die beiden Spieler in den Blinds müssen also "nur" in 66% der Fälle folden, damit ein Raise mit zwei beliebigen Karten profitabel ist. Viele tighte Spieler werden im Schnitt nicht einmal mehr als 10% ihrer Hände aus den Blinds gegen einen Raise spielen wollen, und selbst dann behälst du postflop sowohl Position als auch Initiative – zwei der profitablen No Limit Werkzeuge. Die günstigen Odds, die ein Stealversuch per se liefert, nutzen viele Spieler gerade auch in höheren Limits durch noch kleinere Open Raise Größen aus. Gegen einen 2.5BB oder 2BB Open müssen die Gegner noch seltener als 66% folden, damit er sich als reiner Steal profitabel erweist. Zudem spart man oftmals einen halben oder ganzen BB, falls man mit häufigen 3-Bets oder Calls rechnen muss.


Aus dieser groben Rechnung folgt aber auch, dass man ständig und immer wieder ganz gezielte Anpassungen an seine Handranges aus dem Button vornehmen sollte, die sich nach einigen dynamischen Kriterien am Tisch richten. Besonders wichtig sind beispielsweise die Gegnertypen in den Blinds:

  1. Loose/Passive (Callingstation): Die tpyischen Callingstations möchte man postflop natürlich möglichst wenig bluffen. Daher sollte die entsprechende preflop Anpassung lauten: Ich brauche Hände, die potentiell besser floppen als die meines Gegners. Offsuited Trash zählt sicher nicht dazu, aber viele Highcard Hände mit Showdown Potential. Selbst lohnt sich aus dem Button gegen einen loose/passiven Gegner aus den Blinds, der mit callt.

  2. Tight/Passive (Nit): Das Leak der weak/tighten Spieler besteht in zu häufigen Folds. Dies kann man mit einer möglichst maximal weiten Eröffnungsrange exploiten. Der Offsuited Trash sieht jetzt wieder etwas versöhnlicher aus. Postflop Potential ist ein netter Bonus für dein weiteres Spiel in Position, falls du gecallt wirst.

  3. Tight/Aggressive (TAG): Manche TAGs verteidigen ihre Blinds aggressiv mit 3-Bets preflop, andere eher passiv mit einem aggressiven postflop Touch. Hier kommt es ganz stark auf die Tendenzen des Gegners und deine eigenen Stealing Frequenzen an. Du brauchst bei viel Gegenwehr eher potentiell stärkere Hände, die sich gegen die gegnerische 3-Betting und Bluffing Range gut spielen (Broadway Hände und stärkere Pairs), möglichst wenig Trash und nur den gelegentlichen Suited Connector. Achte auf dein eigenes "Stealing" Timing – nach multiplen 3-Bets des Gegners solltest du im nächsten Orbit den Trash oder sogar den Connector eher folden anstatt zu raisen. Sofern du einen individuell angepassten Plan für den weiteren Verlauf deiner Hände gegen die spezifischen TAGs hast, der sich nicht nur auf das Folden gegen die 3-Bet oder den Check/Raise beschränkt, ist die Handwauswahl aber immer noch offen.

  4. Loose/Aggressive (LAG): Man muss hier sicher zwischen den kompetenten LAGs und den eher schwachen Maniacs unterscheiden. Gegen erstere verhält sich die Situation wie gegen aggressive TAGs. Die wahren Maniacs unter den LAGs exploitet man am besten durch eine tighte Handauswahl und das Warten auf den richtigen Spot mit einer starken Hand, wenn der Gegner seine Chips mal wieder nicht an sich halten kann. Eine andere Anpassung ist, wie oben bereits erwähnt, eine Reduktion der Open Raise Grösse auf 2,5 oder 2 Big Blinds - einerseits um Chips zu sparen, falls man gegen einen Reraise folden möchte, andererseits um ggfs. noch gegen einen etwas kleineren Reraise (sofern der Gegner sich darauf einlässt) profitabler callen zu können.

    Beispiel:

Natürlich sollte man auch immer sein mögliches eigenes Image am Tisch berücksichtigen, und auch anhand dessen entscheiden, ob ein erneuter Steal mit Trash sinnvoll ist. Allerdings heisst das nicht, dass man zu große Abstriche machen und sein eigenes Image überbewerten sollte. Wie die anderen einen sehen weiss man selbst letztendlich nicht – man kann es nur vermuten. Manchmal höre ich private Schüler zu mir sagen: "Ich folde jetzt hier mal , weil ich eh schon die ganze Zeit geraist habe.". Das ist kein Grund für einen Fold. Vielleicht könnte man damit begründen, dass man nun nicht öffnet. Aber mit einer so schönen Hand wie verpasst man z.B. einen profitablen Spot gegen einen schwachen Spieler in den Blinds, der eigentlich die ganze Zeit nur seine Karten mit den Boardtexturen vergleicht, aber kaum etwas auf das Image des Gegners gibt.

In Teil 5 beschäftige ich mich mit den anderen Button Schwerpunkten wie dem 3-Betting und dem Callen von gegnerischen Open Raises.

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