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Five Card Draw: Eine Einführung

Anfänger denken, wenn sie den Begriff Poker hören, oft an die Variante Five Card Draw. Das liegt daran, dass Five Card Draw zu den ältesten Pokervarianten gehört und häufig in den alten Westernfilmen gespielt wurde. In den Achtzigerjahren breiteten sich dann jedoch Varianten wie Seven Card Stud und Texas Hold'em schnell aus und Five Card Draw rückte immer mehr in den Hintergrund. Dennoch hat dieses Spiel bis heute seine Anziehungskraft nicht verloren.

Auch PokerStars hat Five Card Draw seit einiger Zeit im Programm. Das Spiel erfordert ein hohes Maß an Konzentration und Disziplin, ist aber trotzdem für Anfänger sehr gut geeignet.

Im folgenden Artikel geben wir euch eine Einführung in die Welt des Five Card Draw und erklären die strategischen Grundlagen.

Wie wird Five Card Draw gespielt?

Die Regeln sind relativ einfach. Five Card Draw wird von zwei bis maximal sechs Personen und mit 52 Karten gespielt. Das Spiel kann in der Variante Fixed-Limit, Pot-Limit oder No-Limit gespielt werden. Es gibt einen Dealerbutton, einen Small Blind und einen Big Blind. Das Handranking ist dasselbe wie beim Texas Hold'em.

Zu Beginn teilt ein beliebiger Spieler solange reihum die Karten einzeln und offen aus, bis ein Bube fällt. Wer diesen erhält, ist Geber in der ersten Runde. Nach jedem Spiel wandert der Button und damit das Recht zum Geben der Karten im Uhrzeigersinn weiter. Online übernimmt das Ganze natürlich die Software.

Bevor die Karten ausgeteilt werden, setzt der Spieler zur Linken des Dealers den Small Blind und der Spieler zu seiner Linken den Big Blind. Nun bekommt jeder Spieler fünf Karten einzeln und verdeckt. Die verbleibenden Karten werden verdeckt als Kartenstapel in die Mitte des Tisches gelegt. Es gibt keine Gemeinschaftskarten.

Erste Wettrunde

Dann beginnt die erste Setzrunde. Der Spieler zur Linken des Gebers muss als Erster sprechen. Er kann entweder checken oder setzen. Sobald ein Spieler gesetzt hat, können die folgenden Spieler nur noch mitgehen, erhöhen oder passen. Falls einer oder mehrere Spieler gesetzt haben, wird die Wettrunde solange fortgesetzt, bis alle Spieler entweder den Einsatz mitgegangen oder ausgestiegen sind. In einer Setzrunde darf maximal dreimal erhöht werden. Nachdem ein Spieler gesetzt hat, kann zweimal erhöht werden. Bei der dritten Erhöhung ist ein sogenanntes Cap erreicht und die Wettrunde ist damit beendet.

Der Draw

Nach der ersten Wettrunde folgt der Kartentausch (Draw). Jeder Spieler kann nun die ihm unbrauchbar erscheinenden Karten verdeckt ablegen und erhält danach die gleiche Anzahl vom Kartenstapel.

Beim Draw ist es jedem Spieler selbst überlassen, wie viele Karten er tauscht. Man kann sogar alle fünf Karten tauschen, falls man eine sehr schlechte Starthand hat. Wenn man dagegen bereits vor dem Draw eine Made Hand hält (also eine bereits fertige Hand wie z. B. Straight, Flush oder Full House), die keiner Verbesserung mehr bedarf, ist es natürlich auch möglich stehenzubleiben und gar keine Karten zu tauschen. Dies nennt man "stand pat".

Einmal abgelegte Karten verbleiben auf dem Tisch und werden dem Stapel nicht wieder hinzugefügt. Keinesfalls darf ein Spieler seine abgelegten Karten erneut aufnehmen.
Wenn die Anzahl der verbleibenden Karten nicht ausreicht, um alle Spieler mit neuen Karten zu versorgen, werden zunächst alle Karten des Stapels mit Ausnahme der letzten Karte ausgeteilt. Dann werden alle früher abgelegten Karten eingesammelt, gemischt und es wird wieder gegeben. Die letzte Karte des Stapels darf jedoch nie gegeben werden, sie wird immer zusammen mit den abgelegten Karten gemischt.
Der Grund dafür ist, dass die unterste Karte des Stapels infolge einer nachlässigen Handhaltung des Kartengebers von einem Spieler gesehen werden und dieser daraus einen Vorteil ziehen könnte.

Zweite Wettrunde

Nach dem ersten Draw folgt eine weitere Setzrunde. Der Spieler, der in der ersten Wettrunde zuletzt erhöht hat, muss als Erster sprechen. Falls keine Erhöhung stattgefunden hat, ist derjenige Spieler an der Reihe, der die erste Setzrunde eröffnet hat.
Wenn in einer Wettrunde alle bis auf einen Spieler aussteigen, so gewinnt der verbleibende Spieler den Pot, ohne sein Blatt vorzeigen zu müssen.

Showdown

Sind nach der zweiten Wettrunde noch zwei oder mehr Personen im Spiel, kommt es zum Showdown. Der Spieler, der zuletzt erhöht hat (bzw., falls niemand erhöht hat, derjenige, der die letzte Wettrunde eröffnet hat), muss seine Hand als Erstes zeigen.

Anschließend können die anderen Spieler ebenfalls ihre Karten aufdecken, müssen dies aber nicht tun. Es ist daher empfehlenswert, seine Karten ohne sie den Gegnern zu zeigen zu passen, um möglichst wenig Informationen über die eigene Spielweise preiszugeben.

Der Spieler mit der höchsten Pokerhand gewinnt den Pot. Falls zwei Spieler gleichstarke Hände halten, wird der Pot zu gleichen Teilen unter den Gewinnern aufgeteilt.

Starthandauswahl

Wie in allen Pokervarianten ist auch beim Five Card Draw die Starthandauswahl von entscheidender Bedeutung. Grundsätzlich sollten alle Made Hands gespielt werden.

Folgende Hände sollten, abgesehen von den Made Hands, ebenfalls gespielt werden:

Gute Starthände

  • : alle hohen Paare. Dabei sollte man sich jedoch den Buben als Grenze setzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Paar zum Drilling wird, liegt bei 12 %.
  • : Diese Hand bietet einem die Chance auf eine Straight. Wir haben acht Outs (vier Asse und vier Neunen), um unsere Straße zu komplettieren. Die Wahrscheinlichkeit dafür beträgt 17 %.
  • : Des Weiteren sollten alle Two-Pair-Kombinationen gespielt werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass man sich mit diesen zu einem Full House verbessert, liegt bei immerhin 9 %.
  • : Ein Drilling ist eine sehr starke Starthand, zumal sie einem die Möglichkeit bietet, einen Vierling oder ein Full House zu bekommen. Die Wahrscheinlichkeit dafür beträgt zusammen 9 %.
  • : Ein Flushdraw materialisiert sich in 20 % der Fälle.

Schlechte Starthände

Diese Starthände sollten gefoldet werden:

  • : alle Paare kleiner als ein Paar Buben
  • : Alle Gutshot-Straightdraws sollten ebenfalls gefoldet werden, da man nur vier Outs (in diesem Beispiel vier Damen) hat und diese Hände somit auf lange Sicht nicht profitabel gespielt werden können.
  • : ein Flushdraw, bei dem uns noch zwei Karten fehlen. Die Wahrscheinlichkeit, den Flush zu komplettieren, liegt bei gerade einmal 4 %.

Five-Card-Draw-Strategien

Beim Five Card Draw gilt es gleich nach dem Erhalt der Karten zu entscheiden, welches Ziel man in der Hand verfolgen will. Dies ist in der Regel von zwei Faktoren abhängig: Zum einen von der Anzahl der Gegner, zum anderen von der Höhe der Antes.
Je mehr Gegner man hat, desto stärker muss die Hand sein, die man benötigt, um den Pot am Ende gewinnen zu können. Das heißt also: Wenn mehrere Spieler in einer Hand sind, sollte man die höheren Draws (Straight, Flush, Full House) spielen. Wenn man nur einen Gegner hat, sollte man sich dagegen immer für den wahrscheinlichsten Draw entscheiden.
Zudem gilt es, die Höhe der Ante zu berücksichtigen. Wenn die Ante im Verhältnis zum Limit hoch ist, sollte man mehr Hände spielen, da dadurch auch die Pots größer werden. Ist die Ante im Verhältnis zum Limit dagegen niedrig, sollte man deutlich tighter spielen und nur mit starken Händen ins Spiel einsteigen.

Hierzu ein Beispiel:
Unsere Starthand ist:

Nun haben wir zwei Möglichkeiten:
  • Wir können drei Karten tauschen, um dann auf den Drilling oder eine noch bessere Hand zu hoffen.
Dies sollte man machen, wenn man einen oder maximal zwei Gegner hat. Für den Fall, dass sich die eigene Hand nicht zu einem Drilling verbessert, haben wir immer noch die Chance, den Pot mit unserem Paar Asse zu gewinnen.
  • Wir können das Pik-As tauschen und versuchen, den Flush zu komplettieren
Dafür sollte man sich entscheiden, wenn sich drei oder mehr Spieler mit einem in der Hand befinden. Kommt der Flushdraw an, hat man die Möglichkeit, einen großen Pot zu gewinnen. Würde man bei vielen Gegnern auf den Drilling Asse gehen und verpasst ihn, so hat man bei mehreren Spielern mit einem Paar Asse am Showdown kaum eine Chance. Es ist sogar durchaus möglich, dass ein Drilling Asse in einem Multiway-Pot nicht ausreicht, um den Pot einzustreichen.

Was es beim Tauschen der Karten sonst noch zu beachten gilt

Während des Draws muss man immer ganz genau darauf achten, wie viele Karten der bzw. die Gegner tauscht bzw. tauschen. Denn dies gibt uns Aufschluss über die Stärke seiner/ihrer Hand.

Wenn der Gegner eine Karte tauscht …

… deutet dies in den meisten Fällen darauf hin, dass er entweder Two Pair, eine Straight oder einen Flushdraw hält und versucht, diesen zu vervollständigen.

Wenn der Gegner zwei Karten tauscht …

… hat er in den meisten Fällen entweder bereits einen Drilling und hofft, sich damit zu einem Full House oder Vierling zu verbessern, oder er hat ein hohes Paar und versucht seine Hand zu verschleiern. Die meisten Spieler neigen nämlich mit einem Paar dazu, drei Karten zu tauschen, was es für die Gegner relativ offensichtlich macht, welche Hand sie halten.

Wenn der Gegner drei Karten tauscht …

… hält er meistens entweder ein Paar oder zwei Highcards.

Wenn der Gegner vier oder fünf Karten tauscht …

… ist davon auszugehen, dass er eine sehr schwache Starthand hat.

Wenn man das alles nun aber weiß, kann man dies natürlich zum eigenen Vorteil verwenden. Dadurch eröffnet sich die Möglichkeit, den Gegner zu täuschen oder es ihm zumindest deutlich zu erschweren, uns auf eine Hand zu setzen. Deshalb sollte man, wenn man ein Paar hat, ab und zu nur zwei anstatt von drei Karten oder mit einem Drilling nur eine Karte tauschen. Falls man tatsächlich einen Vierling bekommt, sollte man immer eine Karte tauschen, um vorzugeben, auf einem Draw zu sein und zu vermeiden, dass der Eindruck entsteht, man habe bereits eine Made Hand. Außerdem würde ein Gegner mit einem Drilling dann vor uns setzen, was er wahrscheinlich nicht tun würde, wenn wir keine Karte ziehen würden.

Bluffen

Wie in allen anderen Pokervarianten sind auch beim Five Card Draw Bluffs ein wichtiger Bestandteil des Spiels. Allerdings muss die Geschichte, die man erzählen will, glaubhaft sein. Beim FiveCard Draw gibt es nämlich nur relativ wenige Spots, wo ein Bluff auch Sinn macht.
Eines der besten, jedoch auch am meisten verbreiteten Plays ist es, in der ersten Setzrunde eine große Erhöhung zu machen, beim Draw dann keine Karten zu tauschen und in der zweiten Wettrunde erneut zu setzen bzw. zu raisen. Damit repräsentiert man eine äußerst starke Hand. Jedoch sollte man dies nicht zu oft und nur in ausgewählten Situationen machen, wenn der Pot bereits vor dem ersten Draw relativ groß ist, da erfahrene Spieler diesen Move ebenfalls kennen.


Wann sollte man erhöhen?

In der ersten Setzrunde sollte man mit allen Made Hands nur mäßig erhöhen, um den Gegner in der Hand zu halten und ihn nicht gleich zu verschrecken. Mit allen hohen Two-Pair-Kombinationen sollte man ebenfalls raisen. Hält man dagegen ein niedriges Two Pair, ein Paar Asse oder einen Draw, so sollte man auf eine Erhöhung verzichten. Folglich sollten wir nur dann erhöhen, wenn unsere Starthand allein schon gut genug ist, um den Pot zu gewinnen.

Nach dem Draw sollte man mit seinen starken Händen betten bzw. einen Einsatz seines Gegners erhöhen. Dabei gilt es jedoch unbedingt zu berücksichtigen, wie viele Karten die Gegner zuvor getauscht haben. Hatte man beispielsweise vor dem Draw ein Paar Asse und hat nun einen Drilling und der Gegner hat drei Karten getauscht, dann wird man fast immer die beste Hand halten und sollte, falls er setzt, auf jeden Fall raisen. Wenn er aber nur eine Karte getauscht hat und unseren Einsatz erhöht, ist es gut möglich, dass er eine Straight, einen Flush oder eine noch bessere Hand hält. In diesem Fall kommt es auf die Höhe des Raises an. Ein kleines Raise sollte man noch bezahlen, gegen ein großes dagegen folden.

Fazit

Five Card Draw ist ein Spiel, das sehr viel Spaß machen kann. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, den Gegner gut einschätzen zu können.

Während einer Hand bekommt man drei wichtige Hinweise auf die mögliche Hand des Gegners, und zwar die Höhe seines Bets vor dem Draw, die Anzahl der Karten, die er tauscht, und die Höhe seines Bets nach dem Draw. Die wichtigste Entscheidung, die es beim Five Card Draw zu treffen gilt ist, welche und wie viele Karten man selbst tauschen soll. Dies sollte man von der Anzahl der Gegner abhängig machen. Wenn man nur einen oder zwei Gegner hat, sollte man sich für den wahrscheinlichsten Draw entscheiden, bei mehreren Gegner sollte man nur die höheren Draws spielen.

Wenn man nun diesen Artikel aufmerksam gelesen hat und sich an die darin aufgeführten Anweisungen hält, so ist man auf dem besten Weg, ein erfolgreicher Five-Card-Draw-Spieler zu werden.
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