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Die sieben Formen von Poker-Tilt

Die sieben Formen von Poker-Tilt - von Jared Tendler, MS.

Beim letzten Mal habe ich erklärt, warum es wichtig ist, über eine gute Definition von Poker-Tilt zu verfügen und sich außerdem der Nuancen des eigenen Tilt-Profils bewusst zu sein. 

Da ich dir helfen möchte, die Charakteristika deines Tilts besser zu verstehen und vor allem dein Tilt-Profil zu vervollständigen, habe ich sieben Tilt-Hauptformen herausgearbeitet. Obwohl jeder Spieler auf andere Weise und aus anderen Gründen tilted, habe ich bisher noch keine Art von Poker-Tilt gefunden, die sich nicht einer (oder mehreren) der sieben Formen zuordnen ließe. Sich der eigenen Tilt-Form bewusst zu sein ist wichtig, da du so bessere Chancen hast, dein Tilt-Problem dauerhaft zu loszuwerden.

Aber Vorsicht, beim Lesen der Beschreibungen könntest du das Gefühl bekommen, von allen Tilt-Formen betroffen zu sein. Das passiert oft, da sie so häufig auftreten. Um einzugrenzen, von welchem Poker-Tilt du betroffen bist, solltest du versuchen, dich wirklich nur auf die Formen zu konzentrieren, die dir am bekanntesten vorkommen oder dir beim Spielen die größten Probleme bereiten.

Ungerechtigkeits-Tilt: Hast du schon öfter gedacht, dass du mehr Pech hast als andere? Kommt dir Poker schrecklich ungerecht vor und du hast das Gefühl, mehr Bad Runs zu haben als deine Mitspieler? Ist es schon vorgekommen, dass du willigen Zuhörern eine Bad Beat-Geschichte nach der anderen erzählst? Bist du manchmal neidisch auf andere Spieler und findest, dass sie übermäßig viel Glück haben?

Ein Ungerechtigkeits-Tilt entsteht dann, wenn du glaubst, beim Spielen so schlecht abzuschneiden, dass es nicht mehr normal und deshalb ungerecht ist. Du bist überzeugt, mehr Pech zu haben als es rein statistisch möglich ist. Da es so häufig vorkommt, dass Spieler nach einer längeren schlechten Phase solche negativen Gefühle entwickeln, wurde diese Tilt-Form als normaler Teil des Spiels betrachtet. Doch obwohl das Problem sehr verbreitet ist, tilten nicht alle Spieler nach einem Bad Run oder gehen davon aus, dass das Spiel nicht gerecht ist. Wenn du dich dabei ertappst, dass du etwas zu häufig über dein Spielpech jammerst - sogar, wenn du insgesamt am Gewinnen bist - und deine Freunde sich schon über deine unzähligen Bad Beat-Erzählungen lustig machen, leidest du wahrscheinlich am Ungerechtigkeits-Tilt.

Niederlagen-hassen-Tilt Dabei handelt es sich um eine Form von Poker-Tilt, die oft sehr wettkampforientierte Menschen betrifft, die es nicht ertragen können, zu verlieren. Gewinnen zu wollen ist dabei nicht das Problem - so lange man mit Niederlagen umgehen kann. Natürlich sollst du nicht gerne verlieren - ich möchte den Spieler sehen, der sich gut fühlt, nachdem er große Verluste gemacht hat. Aber wenn du aber schon auf die kleinste Niederlage negativ reagierst und infolgedessen vielleicht sogar wesentlich schlechter spielst, bist du wahrscheinlich von dieser Tilt-Form betroffen. Wenn dir bereits der Verlust eines kleinen Pots in einer ansonsten guten Session, oder ein schlechter Lauf in einem ansonsten profitablen Monat den Rest gibt, leidest du am Niederlagen-hassen-Tilt. Diese Tilt-Form ist deshalb besonders destruktiv, da eine so starke Reaktion auf eine Niederlage unweigerlich weitere Niederlagen zur Folge haben wird - was den Tilt weiter verschlimmert.

Fehler-Tilt: Schimpfst du dich selbst aus, wenn du einen Fehler gemacht hast - auch wenn es nur ein kleiner war? Macht dich ein Bad Call auf dem River oder eine verpasste Value Bet wütend? Hast du das Gefühl, "offensichtliche" Fehler zu machen, oder weißt sofort danach, wie du eine Hand auf die richtige Weise hättest spielen müssen? Ein Fehler-Tilt lässt sich normalerweise recht leicht identifizieren, sobald man sich damit beschäftigt. Allerdings sind Spieler sich oft nicht bewusst, dass der Fehler-Tilt einfach her daherkommt, dass sie unrealistische Erwartungen an den Lernprozess haben und annehmen, es sei möglich, keine Fehler zu machen. Ebenso kann es sein, dass du dich, nachdem du einen sehr offensichtlichen Fehler gemacht hast, nur auf den Fehler an sich konzentrierst und nicht darauf, warum du ihn gemacht hast.

Anrechts-Tilt: Findest du, dass du - mehr als andere - ein Anrecht darauf hast, zu gewinnen? Bist du der Meinung, dass du mehr für dein Spiel tust als andere regelmäßige Spieler auf diesem Limit ("Regs") und deshalb auch öfter gewinnen müsstest? Wirst du richtig sauer, wenn dem nicht so ist? Bringt es dich zur Weißglut, wenn du einen Pot an einen Fisch verlierst - weil du denkst, dass er das nicht verdient hat? Belehrst du andere im Chat-Fenster über Fehler, die sie deines Erachtens machen? Der Anrechts-Tilt ist nicht nur eine Tilt-Form, die sich Spieler nicht gerne eingestehen, sondern auch eine der häufigsten. Deshalb solltest du wirklich in dich gehen und herausfinden, ob auch du davon betroffen bist. Auch wenn du vielleicht - anders als z.B. Phil Hellmuth - nicht in übertriebener Weise von deinem Anrecht auf Erfolge überzeugt bist, kann dir diese Haltung im Spiel Probleme bereiten.

Rache-Tilt: Bei dieser Form von Poker-Tilt wird es persönlich. Bereitet dir das Spiel um kritische Pots gegen andere Regs Probleme? Reagierst du negativ auf sehr aggressive Spielsituationen? Missfällt dir die Vorstellung, ein Gegner könnte denken, er sei besser als du? Oder, schlimmer noch, greifst du Spieler an, wenn du findest, dass sie dir Unrecht getan haben? Konzentrierst du dich, wenn du einen großen Pot an einen Mitspieler verloren hast, vor allem darauf, ihn zurück zu gewinnen, anstatt auf das Geschehen am Tisch? Tust du nach einem Hit and Run im Heads-up alles, um den betreffenden Spieler zu finden, damit du ihm dein Geld wieder abzunehmen kannst? Rachegelüste kommen in allen Lebenslagen vor und damit natürlich auch beim Poker. Dennoch können diese Gefühle für viele Spieler überraschend sein, die im Alltag eher friedfertig und nicht auf Rache aus sind.

Bad-Run-Tilt: Dieser Tilt, den du nach mehreren schlechten Läufen über einen längeren Zeitraum erlebst, ist nicht ungewöhnlich. Du solltest ihn aber nicht mit dem Ungerechtigkeits-Tilt verwechseln - also der generellen Überzeugung, vom Pech verfolgt zu sein. Ein Bad-Run-Tilt entwickelt sich, wenn sämtliche Tilt-Auslöser - Ungerechtigkeit, Niederlagen, Fehler, Anrecht und Rache - in einem kurzen Zeitraum so oft auftreten, dass du nicht mehr damit klar kommst. Das heißt, gelegentliche Bad Beats bringen dich nicht aus der Ruhe, doch wenn es täglich mehr werden, erträgst du es nicht länger und tiltest. Und wenn du bereits in der vorherigen Session getilted hast, nimmst du einen Teil davon mit in den nächsten Tag, sodass für den nächsten Tilt sogar noch weniger Auslöser nötig sind. Diese Auswirkungen akkumulieren sich so lange, bis es zu viel wird und du eine Auszeit vom Spiel nimmst.

Letztlich wirst du den Bad-Run-Tilt los, indem du dich von den anderen damit verbundenen Tilt-Formen befreist. So lange du jedoch davon betroffen bist, musst du dir des Zusammenspiels der Tilts bewusst sein und noch stärker dagegen ankämpfen oder Auszeiten nehmen.

Verzweiflungs-Tilt: Hierbei handelt es sich um den destruktivsten Poker-Tilt und - wie beim Bad-Run-Tilt - die gesteigerte Variante eines anderen Tilts. Wie der Name schon verrät, willst du bei dieser Tilt-Form verzweifelt gewinnen und greifst dafür zu drastischen Maßnahmen. Der Tilt wird dann ausgelöst, wenn der Drang, dein Geld zurück zu bekommen, so übermächtig wird, dass du alles tust, um zu gewinnen - du wirst z.B. um höhere Einsätze spielen, wesentlich länger spielen, um zu viele Pots spielen, zocken oder sogar Casino-Spiele ausprobieren. Der Verzweiflungs-Tilt kann dazu führen, dass Betroffene ohne Rücksicht auf Verluste ihre Bankroll verspielen. Wenn du zu ihnen gehörst, musst du unbedingt eine Strategie entwickeln, mit der du dein Verhalten wieder unter Kontrolle bekommst. In einem schweren Fall kann das auch bedeuten, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

In einem der nächsten Artikel werde ich darauf eingehen, wie du das Gelernte umsetzen und wirkungsvoll gegen deine Tilt-Probleme vorgehen kannst. Jetzt kommt es aber erst einmal darauf an, die Poker-Tilts einzugrenzen, zu denen du tendierst, und sie zu verstehen. Denn so lange du dir darüber nicht wirklich im Klaren bist, wo das Problem liegt, kannst du auch nicht gezielt dagegen angehen. Das wäre keine sehr erfolgversprechende Strategie. Wenn du dich dagegen eingehend über die Tilt-Formen informierst, die dir im Spiel die größten Probleme bereiten, kannst du echte Lösungsansätze entwickeln.

Jared Tendler, MS, ist Mental-Trainer und betreut Hunderte professionelle Pokerspieler. Er ist Autor des Buches "The Mental Game of Poker" 1 & 2. Mehr Informationen zum Thema Poker-Tilt findest du unter  http://www.mentalgamefish.com/poker-tilt/.

Wenn du Jared eine Frage zu Poker-Tilts stellen möchtest, kannst du sein Diskussionsforum "
Ask Jared Tendler" besuchen.


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