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Marc "MrGork" Gork im Interview

Vor gut zwei Monaten war Marc Gork noch ein völlig unbeschriebenes Blatt in der deutschen Pokerszene, doch dann folgte sein furioser Auftritt bei der EPT Dortmund im Casino Hohensyburg und der am Pokertisch lesende Germanistikstudent aus Chemnitz war in aller Munde. Rang drei brachte ihm das hübsche Sümmchen von €307.000 (offiziell) ein und dass er kein One-Hit-Wonder ist, bewies der 21-Jährige am vergangenen Wochende beim Sunday Million auf PokerStars. Auch beim größten wöchentlichen Onlineturnier der Welt belegte Marc den dritten Platz und pimpte somit seine Bankroll um weitere $116.385,01.

PokerStarsblog: Hallo Marc. Ich habe mich natürlich ein wenig auf das Gespräch mit dir vorbereitet und wenn man bei Google deinen Namen eingibt, tauchen mittlerweile hunderte von Einträgen auf, die dich mit Poker in Verbindung bringen. Allerdings bin ich auch auf diverse Seiten gestoßen, bei denen es um Fingerboarding geht. Wie bist du auf dieses ungewöhnliche Hobby gekommen?

Marc: Das hat schon in der Schule angefangen, damals hat ein guter Kumpel ein paar einfache Tricks mit dem Mini-Skateboard gezeigt. Der komplette Freundeskreis war sofort begeistert, allerdings bin ich der Einzige, der wirklich dabei geblieben ist. Und seit 2005 ist mein Name in der internationalen Szene recht bekannt. Meine größten Erfolge waren Platz drei bei der Europameisterschaft 2006 und Platz acht bei der WM 2008.

PokerStarsblog: Das bedeutet, du bist immer noch aktiv im Fingerboarden?

Marc: Ja, im Mai werde ich wieder bei der Weltmeisterschaft am Start sein.

 

PokerStarsblog: Kommen wir zum Pokerspiel. Wann bist du das erste Mal damit in Berührung gekommen und wie hat sich das Ganze bei dir entwickelt?

Marc: Das liegt vier bis fünf Jahre zurück und, wie viele andere Spieler auch, bin ich durch die Pokersendungen im DSF und auf Eurosport darauf aufmerksam geworden. Im Internet habe ich dann um Playmoney gespielt, zunächst Limit, da ich gar nicht wusste, dass auch No-Limit angeboten wird. Mit 18 hab ich dann ziemlich schnell meine erste Einzahlung gemacht und das Geld auch schnell verloren. Das hat sich einige Male wiederholt, bis ich die ersten Artikel und Bücher entdeckt habe. In diversen Foren habe ich mich auch angemeldet, war allerdings nirgends wirklich aktiv. Größtenteils hab ich das Spiel selbst erlernt.

PokerStarsblog: Und dann ging es schnell in die richtige Richtung?

Marc: Nicht ganz, denn ich konnte mich nie so wirklich festlegen. Erst hab ich Cashgames gespielt, dann Turniere, dann wieder Cashgames und irgendwann auch Omaha. So hat das eine ganze Zeit gewechselt, bis ich im September 2008 dann wirklich bewusst auf Turnierpoker umgestiegen bin. Mein erstes Turnier mit einem höheren Buy-in war das Sunday Second Chance und ich habe gleich Platz 14 für ca. $2.400 belegt. Danach hab ich unter anderem auch beim Warm-up und Million mehrfach im kleinen vierstelligen Bereich gecasht.

PokerStarsblog: Diese Ergebnisse hast du dann am vergangenen Sonntag bei weitem übertroffen. Lass das Million bitte kurz Revue passieren. Lief es von Beginn an wie geschmiert?

Marc: Zunächst ja, denn ich konnte schnell verdoppeln. Die ersten Probleme gab es kurz vor dem Geld, da habe ich einen großen Fehler gemacht, der viele Chips gekostet hat und stand plötzlich schwer unter Druck. So schwer, dass ich sogar mit 2-3 suited reingestellt hab, natürlich in der Hoffnung, die Blinds einzusammeln. Das hat dann auch geklappt und als wir im Geld waren, hab ich immer wieder gute Spots gefunden und war immer im Average. Bei noch 80 Spielern habe ich für kurze Zeit den Chiplead übernommen, eine sehr komfortable Situation.

PokerStarsblog: Bei noch drei Tischen kam es dann zu einer für den weiteren Verlauf sehr entscheidenden Hand und du musstest ganz schön schwitzen.

Marc: Ja, es gibt Situation, da rollt es dir die Fußnägel hoch. Ich war Zweiter in Chips an meinem Tisch und es kam mit Pocketkings zum Preflop-All-in, natürlich gegen den Chipleader am Tisch. Der deckte Pocketqueens auf, was zwar sehr gut für mich war, aber am Flop hielt er dann gleich einen Flushdraw und ich musste ganz schön zittern. Wie es dann am Final Table gelaufen ist, sieht man ja im Turnierbericht.

 

PokerStarsblog: Vor dem Final Table in Dortmund hast du ja gesagt, dass du dich nicht einmal als Semi-Pro siehst. Hat sich an dieser Einstellung mittlerweile etwas geändert?

Marc: Also, ich werde auf jeden Fall mein Studium beenden, allerdings habe ich jetzt erst einmal ein Urlaubssemester beantragt und werde bis Oktober einige Pokerevents spielen, um in der Szene Fuß zu fassen. Vor Dortmund kannte ich kaum einen Spieler und hatte das Glück, völlig frei von Vorurteilen auf die Leute zuzugehen, weil es nichts Besonderes für mich war. Seitdem informiere ich mich aber schon und habe auch in San Remo direkt die nächste EPT und zwei Side-Events gespielt. Da war ich zwar jeweils an Tag 1 draußen, aber dafür lief es beim Cashgame umso besser.

PokerStarsblog: Dann wird man dich auch bei der World Series in Las Vegas an den Tischen finden?

Marc: Ja, ganz bestimmt. Genaues habe ich noch nicht geplant, aber ich denke, dass ich für zwei oder drei Wochen da sein werde, um ein paar Turniere zu spielen. Zuvor geht es aber noch zur CAPT nach Innsbruck und nächste Woche dann auch zu den PokerOlymp Open nach Schenefeld. Es läuft einfach gut zurzeit und das möchte ich noch ein wenig ausreizen.

PokerStarsblog: Ich wünsche dir natürlich alles Gute für die nächsten Monate, habe zum Abschluss aber noch eine etwas privatere Frage. Wie hat sich dein Privatleben in den letzten Wochen verändert, gibt es viele „neue Freunde“ und bist du immer noch Single?

Marc: Von den „neuen Freunden“, die du meinst, bin ich eigentlich verschont geblieben. Und ja, ich bin noch Single. Wer weiß, was später kommt, aber ich bin jetzt 21 und genieße meine Freiheit.

PokerStarsblog: Danke für das Gespräch Marc. Irgendwie werd ich das Gefühl nicht los, dass wir noch einiges Positives von dir hören werden.

Marc: Das hoffe ich doch sehr. Bis zum nächsten Mal.

 

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