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Seven Card Stud Poker – Start Hand Selektion

Genauso wie beim Texas Hold'em ist es auch beim Seven Card Stud unbedingt notwendig, eine vernünftige Selektion der Starthände durchzuführen, wenn man gewinnorientiert spielen möchte. Es ist nicht nur wichtig, welche Hände man spielt, sondern auch, wie sie im weiteren Verlauf gespielt werden. Eine gute Starthandselektion ist die wichtigste Säule im strategischen Ansatz von Seven Card Stud und selbst ein noch relativ unerfahrener Neuling in dieser Pokervariante kann schon frühzeitig eine durchschnittliche Partie schlagen, wenn er die Auswahl seiner Starthände mit entsprechender Disziplin verfolgt. Schauen wir uns zunächst einmal eine Tabelle an, die die Wahrscheinlichkeit widerspiegelt, mit welcher "gemachten" Pokerhand man das Spiel beenden wird, wenn man mit drei beliebigen "Randomcards" startet:
  • Tabelle 1: Wahrscheinlichkeit für eine Pokerhand auf der Seventh Street 
 Royal Flush  1:30.939  ~0,003 %
 Straight Flush  1:3.590  ~0,028 %
 Vierling  1:594  ~0,168 %
 Full House  1:37,5  ~2,60 %
 Flush  1:32,1  ~3,03 %
 Straight  1:20,6  ~4,62 %
 Drilling  1:19,7  ~4,83 %
 Zwei Paare  1:3,26  ~23,5 %
 Ein Paar  1:1,28  ~43,8 %
 High Card  1:4,74  ~17,4 %

                                         
Bemerkenswert ist, dass ein Spieler, der mit drei völlig willkürlichen Karten startet, in etwa 82,6 % aller Spiele, also gut vier von fünf Spielen, am Ende mindestens ein Paar hält und sich bei rund zwei von drei Spielen der Showdown am Ende im Bereich von einem bis zwei Paaren bewegt. Nicht umsonst sagt man, dass Seven Card Stud ein "Kaufspiel" sei.

Die Wahrscheinlichkeiten für eine gemachte Pokerhand verbessern sich natürlich drastisch, wenn man mit einer bereits vorselektierten Starthand ins Rennen geht. Wie sich jeder leicht vorstellen kann, ist die beste Starthand beim Seven Card Stud ein Drilling, auch "rolled-up" genannt. Wenn man mit einem Drilling startet, wird man in rund 41 % der Spiele seine Hand bis zur Seventh Street verbessern, also einen Vierling oder ein Full House machen. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass in diesen 41 % auch die "untypischen" Verbesserungen hin zum Flush oder zur Straight mit einberechnet sind.
Wenn man mit einem Paar startet, wird man seine Hand in immerhin 62 % aller Spiele verbessern, also mindestens zwei Paare auf der Seventh Street halten.
Wenn man mit drei Karten der gleichen Farbe startet, wird man in gut 22 % aller Fälle am Ende einen Flush präsentieren können.

Allerdings benötigen sehr gute Starthände auch unendlich viel Geduld und wenn man nur darauf aus ist, sich "rolled-up" am Spiel zu beteiligen, wird die laufende Ante sehr schnell den Tablestack aufgefressen haben.

  • Tabelle 2: Wahrscheinlichkeit für eine ausgewählte Starthand 
 Drilling Asse 1:5.524 0,018 %
 Irgendein Drilling 1:424  0,238 %
 Drei Karten zum Straight Flush 1:85 1,176 %
 Paar Asse 1:76  1,315 %
 J-J oder Q-Q oder K-K 1:25 4,0 %
 Irgendein Paar  1:4,9 20,4 %
 Drei Karten gleicher Farbe 1:24 4,17 %
 Drei Karten einer Straight 1:4,8 20,83 %


Aufgrund der Tatsache, dass beim Seven Card Stud vor der ersten Setzrunde bereits drei Karten ausgeteilt werden, gibt es logischerweise viel mehr "gute" Starthände als beim Texas Hold'em, was sich natürlich auch auf die Action am Tisch auswirkt. In der Regel sehen wir eine deutlich höhere Spielbeteiligung am Start einer Hand. In diesem Kapitel soll zunächst nicht auf die Draws eingegangen werden, sondern das Spielen von Drillingen, Paaren und High Cards beschrieben werden. Flush- oder Straightdraws sind beim Seven Card Stud wesentlich komplizierter zu spielen als in irgendeiner anderen Pokervariante und werden deshalb in einem späteren, eigenständigen Artikel gesondert vorgestellt.

Das Spielen einer Starthand ist auch beim Seven Card Stud entscheidend von der Position abhängig. Moment, werden einige Leser jetzt einwenden, beim Stud gibt es doch keinen Button und dementsprechend keine Position. Stimmt nicht!
Denn die Position wird durch die niedrigste offene Karte bestimmt. Der Spieler mit dieser Karte ist sozusagen der "Small Blind" in dieser Wettrunde. Damit ist der Spieler rechts von diesem quasi der Button. Allerdings kann die Position an Fourth Street durch die Ausgabe der nächsten offenen Karte schon wieder wechseln, da jetzt die höchste Kartenkombination zuerst am Zug ist und man vorher nicht weiß, wer diese halten wird. Positionen sind also zunächst auf einzelne Setzrunden festgelegt.

Trips als Starthand

Die beste Starthand im Seven Card Stud ist ohne Zweifel der Drilling, also wenn man "rolled-up" ist. Natürlich wird man eine solche Starthand in der ersten Wettrunde niemals folden, unabhängig von der Position und der Anzahl der Erhöhungen. Aber trotz der ausgezeichneten inneren Stärke empfiehlt es sich nicht immer, einen Drilling "slow" zu spielen, also einen Wetteinsatz von anderen Spielern nur zu callen. Zum einen sollte man natürlich versuchen, mit einer guten Starthand auch möglichst viel Geld in den Pot zu bringen. Zum anderen sollten gerade bei einem kleinen Drilling nicht zu viele Mitspieler eine preiswerte Fourth Street sehen. In 59 % aller Spiele verbessert sich der Drilling nicht im Verlauf der Hand und verliert dann manchmal gegen Straights oder Flushes, die sich die Gegner zusammengebastelt haben. Kleine Trips bis 8-8-8 sollten positionsunabhängig immer geraist werden. Höhere Drillinge open-raist man in früher Position, wenn bei nachfolgenden Spielern mindestens zwei Karten offen liegen, die einen höheren Wert aufweisen.

  • Beispiel 1
In früher Position finde ich . Der Spieler rechts von mir bringt den Forced Bet in Höhe von $2 mit einer offenen . Nach mir sehe ich an höheren offenen Karten eine , eine und einen . Ich mache ein Complete auf $10. Sollte jetzt einer der nachfolgenden Spieler raisen, calle ich an dieser Stelle nur. In diesem Fall möchte ich noch nicht die wahre innere Stärke meiner Hand preisgeben und werde erst in den nachfolgenden Wettrunden aggressiver.
  • Beispiel 2
In später Position finde ich . Der Forced Bet muss von einer gebracht werden und der Spieler mit der höchsten offenen Karte, einem , macht das Complete. Ich raise ihn, um nicht zu viele Spieler einzuladen, das Complete mit einem schlechten Draw zu bezahlen. Man kann in Stud-Partien sehr häufig beobachten, dass der Spieler mit der höchsten offenen Karte ein Complete macht, unabhängig von der wahren Qualität der Hand. Mit dem direkten Raise repräsentiere ich viel eher ein Paar und es sieht so aus, als ob ich damit an die nachfolgenden Spieler die "Frage" stelle, ob sie ein Paar Fünfen schlagen können. Kommt jetzt von einem weiteren Spieler ein Reraise, calle ich nur, ebenfalls mit dem Ziel, die wahre Stärke meiner Hand noch zu verbergen.

Ein großes Paar als Starthand

Beim Seven Card Stud gibt es zwei Möglichkeiten, ein Paar als Starthand zu halten. Eine Möglichkeit ist, dass die offene Karte mit einer der beiden geschlossenen Karten gepaart ist. Das kommt durchschnittlich in etwa jeder neunten Hand vor, die Wahrscheinlichkeit beträgt ungefähr 11,2 %. Daneben kann man alternativ ein verstecktes Paar in den beiden geschlossenen Karten finden. Dafür beträgt die Wahrscheinlichkeit circa 5,9 %, es kommt also nur halb so häufig vor. Ein geschlossenes hohes Paar ist eine relativ starke Hand, da der Gegner keine Informationen über den Wert dieser Hand hat und es relativ unverdächtig erscheint, wenn eine offene Karte im weiteren Spielverlauf das geschlossene Paar zu einem Drilling verbessert. Schon allein an diesen Ausführungen kann man erkennen, dass man das gleiche Paar unterschiedlich in Abhängigkeit davon spielt, ob es ein offenes oder geschlossenes Paar ist.

Wie auch beim Texas Hold'em ist ein Paar Asse eine sehr starke Starthand. Man sollte sie positionsunabhängig immer spielen, auch wenn man die beiden anderen Asse bereits bei Mitspielern offen liegen sieht, man also keinen Drilling mehr machen kann. Allerdings sollte man mit größtmöglicher Aggressivität versuchen, möglichst mit nur einem Gegner heads-up zu kommen. In der Heads-up-Situation sind beim Seven Card Stud etwa im Verhältnis 2:1 Favorit gegen jedes kleinere Paar. Je mehr Mitspieler ich habe, desto mehr relativiert sich der Vorteil.
Wenn man mit bis startet, sollte man schon etwas vorsichtiger agieren. Hier kommt es hauptsächlich darauf an, ob schon weitere Karten des Paares offen liegen, wie gut und lebendig die Beikarte ist und wie viel Action im Vorfeld von höheren Karten kommt.

  • Beispiel 3
In später Position finde ich , der liegt offen bei einem Mitspieler, der seine Hand foldet. Ein offener macht das Complete und ein callt die Wette. Ich folde meine Hand. Es ist hier zumindest wahrscheinlich, dass einer der beiden Mitspieler ein höheres Paar hat, eine meiner beiden Chancen auf den Drilling ist bereits tot und meine Beikarte ist so niedrig, dass sie auch kaum ein verstecktes Paar schlagen kann, falls eine weitere kommt.
Wenn man sich dazu entscheidet, eines der genannten Paare als Starthand zu spielen, sollte man das möglichst aggressiv tun. Gerade in der ersten Wettrunde möchte ich erstens möglichst viele Draws zum Folden "überreden" und zweitens von einem spieler mit einer höheren offenen Karte die Information bekommen, ob er tatsächlich ein Paar hat.
  • Beispiel 4
In mittlerer Position halte ich . Ich habe die zweithöchste offene Karte, aber Spieler mit dem macht ein Complete nach dem Forced Bet. Es liegen weder ein weiterer noch eine offen. Ich raise den Spieler mit dem offenen König, weil ich möglichst jetzt schon heads-up mit ihm kommen möchte und auch frühzeitig wissen will, ob er ein Paar Könige hält (in diesem Fall wird er mich in der Regel reraisen). Sollte tatsächlich ein Reraise kommen, calle ich jetzt nur und entscheide mein weiteres Vorgehen in den nachfolgenden Wettrunden in Abhängigkeit von den weiteren offenen Karten und der potentiellen Verbesserung meiner Hand.

Mittlere und kleine Paare als Starthand

Zunächst einmal sollte man sich darüber im Klaren sein, dass ein kleines oder mittleres Paar als Starthand beim Seven Card Stud generell eine schlechtere Ausgangslage im Vergleich zum Texas Hold'em darstellt. Wie man in Tabelle 1 sehen kann, beendet ein Spieler eine Hand in 82,6 % der Fälle mindestens mit einem Paar. Natürlich wird das kleine Paar sich ebenfalls in 62 % der Fälle bis zur Seventh Street in eine bessere Hand verwandeln, aber um möglichst günstige Voraussetzungen zu schaffen, sollte man sich mit einer Art Checkliste einen Überblick über die Ausgangssituation verschaffen.

  • Sind weitere offene Karten des Paares vorhanden?
  • Wie gut ist die Beikarte (Kicker) im Verhältnis zu den übrigen offenen Karten?
  • Wie viele offene Karten mit einem höheren Wert als das Paar sind zu sehen?
  • Kommt von Spielern mit einer oder mehreren höheren offenen Karte bereits Action?

Mittlere und kleine Paare stellen beim Seven Card Stud eine eher schlechte Ausgangssituation dar und man sollte sie folden,

  • wenn bereits die beiden anderen Karten des Paares offen waren oder eine Karte und zwei Karten des Kickers zu sehen waren oder
  • wenn man in früher Position ist und danach drei offene Karten zu sehen sind, die höher als das Paar und der Kicker sind, oder
  • wenn von mindestens zwei höheren offenen Karten die Action in Form eines Complete und eines Raise zu mir kommt.

Entscheidet man sich dazu, ein kleineres Paar zu spielen, ist es grundsätzlich besser, dies in der ersten Wettrunde aggressiv in Form einer eigenen Wette zu tun, als einfach nur zu callen. Gerade in der ersten Setzrunde ist es wichtig, das Feld der Mitspieler zu reduzieren. Passives Spiel mit einem kleinen oder mittleren Paar ist einer der häufigsten Fehler, die man im Stud beobachten kann. Schlechte Draws werden aufgrund der Potodds regelrecht zum Mitgehen eingeladen und damit sinken die eigenen Chancen zum Gewinn des Spiels beträchtlich. Es kann beim Seven Card Stud unter bestimmten Voraussetzungen sogar sinnvoll sein, ein mögliches höheres Paar in der ersten Wettrunde zu reraisen. Man sollte ein Reraise in Betracht ziehen, wenn

  • die höchste offene Karte, mit der ein Spieler ein Complete gemacht hat, kein As ist oder
  • wenn das Complete von einem loose-aggressiven Spieler kommt, der grundsätzlich immer die höchste offene Karte raist oder
  • wenn man selbst zum Paar einen sehr guten Kicker (vorzugsweise ein As) hält, der die offene Karte des Complete-Spielers schlägt.

Wie man sehen kann, ist Seven Card Stud schon bei der Starthandselektion ein relativ technisches und kompliziertes Spiel. Zusätzliche Würze erhält es durch die zahlreichen Draws, die bei drei Karten als Starthand möglich werden. Welche Draws man unter welchen Umständen spielen sollte, wird Gegenstand des nächsten Artikels sein.

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