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Bankroll Management für Poker Beginner - einfach erklärt!

Während Spaß beim Poker immer an erster Stelle stehen sollte, so steht das Thema „Poker Bankroll Management" ebenfalls ganz oben auf dem Lehrplan für Beginner. Denn wie wir im Artikel über Varianz bereits erklärt haben, so kommt es aufgrund der Glückskomponente zu Abweichungen im Erwartungswert. Wer also ohne Bankroll Management Poker spielt, der riskiert bei einer Pechsträhne sein ganzes Geld zu verlieren.


Solltest du Fragen rund um das Thema haben, dann sieh in unserem Bankroll Management Forum-Thread vorbei. Um dort mitdiskutieren, muss man Mitglied bei IntelliPoker sein. Die Anmeldung ist kostenlos und erfolgt über den PokerStars-Client.

Was ist eine Poker Bankroll?

Bankroll ist ein englischer Begriff und beschreibt die zusammengerollten Geldscheine. In der Zeit vor Online Poker lagerten die sogenannten Grinder auf diese Weise ihr Bargeld, welches sie zum Spielen benötigten.

Als Bankroll definieren wir das gesamte Geld, welches man für Poker zur Verfügung hat. Nicht nur als Beginner sollte man sich überlegen, wie viel Geld man für sein Hobby investieren möchte.

Dies muss nicht bedeuten, dass man direkt alles im Poker Room von PokerStars einzahlt oder das die Bankroll ein fixer Betrag ist. Mann kann sich auch vornehmen, einen monatlichen Betrag für Poker zu verwenden, einfach weil einem das Kartenspiel Spaß bereitet. Wichtig ist nur, dass man einen Überblick behält.

Poker Bankroll Management leicht erklärt

Richtlinien zum Bankroll Management findet ihr im Anschluss und was es mit der Mathematik hinter dem Bankroll Management zu tun hat, weiter untern. Hier gibt es einige Faustregeln und Denkansätze, für Pokeranfänger.

Teile dir das Geld ein - viele Anfänger machen den Fehler und zahlen einen kleinen Betrag ein, mit dem sie sich dann direkt an einen Tisch setzten. Natürlich ist in diesem Fall die Gefahr groß, alles auf einmal zu verlieren, was für Frustration sorgt.

Konservativ ist nicht feige – auch wenn es zahlreiche Beispiele gibt, bei denen Spieler mit aggressiven Bankroll Management, also mit sehr wenigen Buy-ins für ein bestimmtes Limit, erfolgreich sind. So gibt es mindestens genauso viele Beispiele, bei denen Spieler damit auf die Nase gefallen sind.

Steige frühzeitig ab – solltest du einen Downswing haben, dann ist es keine Schande ein Limit abzusteigen, um wieder genug Buy-ins zu haben. Gleiches gilt auch für das Aufsteigen. Sicherlich kann man ein neues Limit mit nur einigen Buy-ins testen (das sogenannte „shooten"), um zu sehen, wie die Spielstärke ist. Doch nur mit einem ordentlichen Polster für das nächste Limit sollte man auch wirklich aufsteigen.

Passe dich an – mit jedem höheren Limit werden die Spieler besser. Dies bedeutet, dass man neue Strategien benötigt. Was an einem Low Limit-Tisch funktioniert, kann an einem höheren Tisch ein Fehler sein.

Hab das richtige Mindset – auch wenn deine Bankroll groß genug ist, so kannst du dich auf einem höheren Limit unwohl fühlen. Dann spielst du nicht dein bestes Spiel (das sogenannte A-Game). Also spiele nur das Limit, welches dir liegt.

Die wichtigste Regel lautet jedoch: spiele niemals mit Geld, was du zum Leben benötigst!

Poker Bankroll Management Tabelle

Variante aggressiv normal konservativ
NLHE Full Ring 30 BI 65 BI 100 BI
NLHE Hold'em 6-Max 50 BI 100 BI 150 BI
FLHE Fullring 300 BB 650 BB 1.000 BB
FLHE 6-Max 500 BB 1.000 BB 1.500 BB
PLO Fullring 50 BI 100 BI 150 BI
PLO 6-Max 75 BI 140 BI 200 BI
Stud 400 BB 900 BB 1.400 BB
MTTs 60 BI 150 BI 250 BI
SnGs 30 BI 90 BI 150 BI
SnGs Turbo 50 BI 125 BI 200 BI

Erklärung:

NLHE = No-Limit Hold'em
FLHE = Fixed-Limit Hold'em
PLO = Pot-Limit Omaha
Stud = Seven Card Stud (High, High-Low sowie Razz)
MTTs = Pokerturniere
SnGs = Sit-and-Gos (6 oder 9 Spieler)
BI = Buy-In, bei Cash Game-Varianten entspricht ein BI 100 Big Blinds
BB = Big Bets

Bankroll Management, Poker und Mathematik

Wie in der Tabelle zu sehen ist, gibt es keine festen Regeln für Bankroll Management im Poker, sondern nur Empfehlungen. In diesem Abschnitt erklären wir die Mathematik dahinter.

Die Formel mag zunächst kompliziert aussehen, doch dies soll uns nicht weiter stören. Du kannst diesen Abschnitt auch getrost überspringen!

B = -ln(r)* (SD^2/2*w)

Zerlegen wir diese Formel und erklären, was sich hinter den Buchstaben verbirgt.

B = Bankroll*
r = Risk of Ruin (RoR), also die Wahrscheinlichkeit, mit der man pleitegeht
SD = Standard Deviation, die Standardabweichung**
w = Winrate, die Gewinnrate**
ln(x) = „logarithmus naturalis", der natürliche Logarithmus ist zur Basis e (Eulersche Zahl)

* wird in unserem Beispiel in Dollar angegeben
** wird in unserem Beispiel in BB/100 (Big Bets pro 100 Hände) angegeben. Wichtig ist nur, dass man sowohl für Standardabweichung als auch die Winrate die gleiche Einheit nutzt


Anmerkung: Eine alternative Formel ist B = -ln(r)(Var/2w), allerdings ist die Varianz das Quadrat der Standardabweichung.

Damit es nicht zu trocken wird, nehmen wir ein Beispiel zur Veranschaulichung:

Wir spielen erfolgreich NL25 und kommen auf eine Winrate von 5BB/100. Wir haben eine Standardabweichung von 75BB/100 (Programme wie bspw. PokerTracker oder Hold'em Manager werten dies für einen aus). Wir wollen einen Risk of Ruin von 1%, als in 'nur' einem von 100 Fällen unsere Bankroll verlieren.

B = -ln(0,01)* ((75)^2/2*5)
= 4,605*5.625/10
= 2.590,31

Man benötigt also rund 2.590 Big Bets. Da wir NL25 spielen, sind dies $1.295 ($0,25*2*2.590) oder 52 Buy-Ins.

Allerdings läuft man Gefahr, in 1% der Fälle aufgrund der Varianz Bankrott zu gehen. Ändern wir den Risk of Ruin-Wert auf 0,1% ergibt sich folgende Rechnung:

B = -ln(0,001)* ((75)^2/2*5)
= 6,9*5.625/10
= 3.881,25

Man benötigt damit rund 3.880 Big Bets. Da wir NL25 spielen, sind dies $1.940 ($0,25*2*3.880) oder 77 Buy-Ins.

Natürlich würden wir im Falle eines Downswings vorzeitig auf NL10 absteigen. Nehmen wir also an, dass wir auf NL10 eine Winrate von 7BB/100 und eine Standardabweichung von 65BB haben.

B = -ln(0,001)* ((65)^2/2*7)
= 6,9*4.225/14
= 2.082

Damit würden wir für NL10 eine Bankroll von $416,5 (2.082*$0,10*2) oder rund 42 Buy-ins benötigen. Wenn also unsere „NL25 Bankroll" auf $420 fällt, sollten wir einfach ein Limit absteigen.

Hat man seine Standardabweichung, seine Gewinnrate und die Bankroll, kann man natürlich auch den Risk of Ruin ausrechnen. Die Formel hierfür lautet: r = e^(-2wB/SD^2)

Fazit – wie verwalte ich meine Poker Bankroll

Bankroll Management ist entscheidend, um langfristig Spaß am Spiel zu haben. Solltest du Poker als reines Hobby ansehen, dann lege dir einfach einen monatlichen Betrag fest und wähle anhand davon, dein Limit aus.

Wenn du ernsthaft Spielen und dir eine Poker Bankroll aufbauen möchtest, dann musst du wesentlich vorsichtiger vorgehen.

Diese Faktoren beeinflussen dein Bankroll Management

Risikobereitschaft – der Risk of Ruin gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit, du trotz korrekten Spiels deine Bankroll verlierst. Wichtig ist anzumerken, dass es keine absolute Sicherheit gibt, denn ln(1) - der natürliche Logarithmus für den Wert von 100% - ist Null und die Rechnung damit unbrauchbar.

Spielweise – die Standardabweichung hängt von deinem eigenen Stil sowie dem gespielten Pokerformat ab.

Gewinne – wenn du ein Limit mit viel Erfolg schlägst, ist die Wahrscheinlichkeit die Bankroll zu verspielen, natürlich geringer, ass wenn du auf einem Limit, auf dem du nur einen kleinen Vorteil gegenüber den Gegner hast, spielst.
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