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Die Pokervarianten im Überblick

Poker ist ein Spiel, das in vielen Varianten gespielt wird. Die am häufigsten gespielten Pokerarten werden in diesem Artikel vorgestellt.

Poker wird mit einem normalen 52-Karten-Deck gespielt, ohne Joker. Es gibt je 13 Karten von zwei bis As in vier verschiedenen Farben (Pik: , Herz: , Karo: , Kreuz: ).

1) Texas Hold'em

 Texas Hold'em (oder auch einfach Hold'em) ist die derzeit populärste Art des Pokerns in den Casinos und Pokerräumen Europas und Nordamerikas. Jeder Spieler erhält zwei verdeckte Karten, die Holecards, die nur er verwenden darf und die er auch niemand anderem zeigen sollte. Im Verlauf des Spiels werden dann fünf gemeinsame Karten, die jeder verwenden darf, in der Mitte des Pokertisches ausgeteilt. Diese sogenannten Communitycards bilden das Board. Jeder Spieler stellt nun mit keiner, einer oder beiden Holecards sowie einer beliebigen Kombination aus den offen auf dem Tisch ausliegenden Karten die bestmögliche Fünfkartenkombination (Hand) zusammen. Dafür ist es unerlässlich, die Reihenfolge und Wertigkeiten der Pokerhände (z. B. Royal Flush, Two Pair, Straight) zu kennen, die hier nachgelesen werden können.

 Texas Hold'em und viele andere Spiele werden mithilfe eines Buttons gespielt. Im Casino ist dies eine an einen Knopf („button") erinnernde Plastikscheibe, online ein rundes Symbol mit einem „D". Der Button zeigt an, welcher Mitspieler für das laufende Spiel rein formal der Kartengeber, also der Dealer ist. Der Spieler mit dem Button gibt nämlich nicht die Karten, diese werden im Casino von einem Angestellten (Dealer bzw. Croupier) ausgegeben bzw. online automatisch verteilt.

Bevor die Karten ausgegeben werden, müssen die Spieler unmittelbar zur Linken des Dealers bestimmte Geldsummen für ihre Pflichteinsätze, Blinds genannt, zahlen. Der erste dieser beiden Spieler muss den Small Blind erbringen, den kleinen Pflichteinsatz. Ein weiterer Spieler muss den Big Blind, also den großen Pflichteinsatz leisten. Die Höhe dieser Einsätze wird vor dem ersten Spiel festgelegt und ändert sich nicht. Der Small Blind ist meist halb so groß wie der Big Blind.

Sind die Pflichteinsätze erbracht worden, gibt der Dealer die Holecards aus, beginnend beim Spieler links von sich und dann im Uhrzeigersinn, erst eine verdeckte Karte für jeden Spieler, dann die zweite.

Nachdem alle Spieler ihre verdeckten Karten bekommen und angesehen haben, beginnt die erste Setzrunde. Einsatz gebracht oder gepasst, ist diese Wettrunde abgeschlossen. Hat ein Spieler den Einsatz erhöht, so endet die Wettrunde bei dem Spieler vor ihm. Vor dem Flop kann (unter der Bedingung, dass keiner der anderen Spieler erhöht hat) nur der Big Blind checken, da sein Einsatz bereits im Spiel ist. Nach Beendigung der ersten Setzrunde wird der Flop ausgegeben. Der Flop besteht aus den ersten drei der insgesamt fünf gemeinsamen Karten, die offen in die Tischmitte gegeben werden.

Eine neue Setzrunde beginnt mit dem aktiven (noch nicht ausgestiegenen) Spieler, der links vom Button sitzt. Der Begriff Button wird synonym auch für Spieler verwendet. Derjenige, vor dem der Button liegt, wird auch selbst Button genannt. Entsprechendes gilt für den Small Blind und den Big Blind. Man sagt dann beispielsweise: „Der Big Blind hat den Pot gewonnen". Nach jeder gespielten Hand wird der Button an den nächsten Spieler weitergegeben. Entsprechend ändert sich auch die Person, die als Button bezeichnet wird.

Ist auch diese Setzrunde beendet, wird eine vierte Communitycard offen auf dem Board ausgelegt, der Turn oder die Turncard. Die nächste Setzrunde beginnt wiederum mit dem ersten Spieler links vom Button.

Wenn die Setzrunde für den Turn beendet ist, wird die letzte der fünf offenen Karten ausgegeben, der River oder die Rivercard. Die letzte Setzrunde beginnt, wie gehabt, mit dem ersten Spieler links vom Button.

Ist diese letzte Spielrunde beendet und sind noch mindestens zwei Spieler in der Hand, kommt es zum Showdown, d. h. die Spieler decken ihre Karten auf und der Sieger wird ermittelt. Der Spieler mit der besten Pokerhand, gebildet aus fünf der jedem Spieler insgesamt zur Verfügung stehenden sieben Karten, gewinnt den Pot. Haben zwei oder mehr Spieler die gleiche Pokerhand, wird der Pot gleichmäßig aufgeteilt (Splitpot). Nachdem der Pot zugeteilt wurde, ist dieses Spiel vorüber und neue Karten für ein weiteres Spiel können ausgegeben werden. Hierzu wandert der Button jetzt einen Spieler weiter nach links. Wenn also zehn Spieler am Tisch sitzen, war nach zehn Spielen jeder einmal der Button, jeder einmal im Small Blind und jeder einmal im Big Blind.

Hold'em kann als Fixed-Limit-, Pot-Limit- oder No-Limit-Variante gespielt werden. Diese unterscheiden sich dadurch, wie viel jeweils gesetzt werden darf. Beim Fixed-Limit sind die Beträge genau festgelegt. Beim Pot-Limit ist der kleinstmögliche Einsatz ein Big Blind und der höchstmögliche entspricht dem Betrag, der sich zum jeweiligen Zeitpunkt im Pot befindet. Beim No-Limit ist ebenfalls ein Big Blind der kleinstmögliche Einsatz. Eine obere Begrenzung existiert nicht. In keiner Variante kann allerdings mehr gesetzt werden, als das Geld bzw. die Chips, die vor einem auf dem Tisch liegen. In unserem Artikel „Die Limit-Varianten beim Texas Hold'em" finden sich Hinweise über die Eigenschaften und Eigenheiten der verschiedenen Limits wie Fixed-, Pot- und No-Limit.

No-Limit Texas Hold'em ist die populärste Pokervariante überhaupt.

2) Omaha

Omaha ist eine spannende, vom Texas Hold'em abgeleitete Pokervariante. Jeder Spieler erhält allerdings statt zwei vier verdeckte Karten. Fünf gemeinsame Karten werden wie beim Texas Hold'em offen in der Mitte des Pokertisches ausgelegt und bilden das Board. Alle Mitspieler benutzen genau drei dieser Communitycards zusammen mit genau zwei ihrer Holecards, um die beste Pokerhand aus insgesamt fünf Karten zu bilden. Im Gegensatz zu Texas Hold'em, wo es dem Spieler erlaubt ist, keine, eine oder beide seiner Holecards für das Bilden seiner finalen Hand zu verwenden, ist ein Omaha-Spieler also darauf festgelegt, zwei eigene Karten und drei Gemeinschaftskarten zusammenzustellen.

Omaha wird typischerweise in der Pot-Limit-Variante gespielt.

Der Ablauf und die Bezeichnungen beim Omaha entsprechen vollständig denen beim Texas Hold'em. Wie oben beschrieben gibt es nur einen einzigen Unterschied: Jeder Spieler bekommt vier statt zwei Holecards und muss genau zwei dieser Karten benutzen, um seine Fünfkarten-Pokerhand zusammenzustellen.

 3) Seven Card Stud

 Seven Card Stud war vor allem in der Vergangenheit eine sehr beliebte Pokervariante. Im Verlauf dieses Spiels erhält jeder Teilnehmer insgesamt sieben Karten, drei verdeckte und vier offene. Jeder Spieler darf seine finale Fünfkartenhand nur aus diesen eigenen sieben Karten bilden. Es gibt also keine Gemeinschaftskarten wie beim Hold'em oder Omaha. Seven Card Stud ist ein eher kompliziertes Spiel, da sehr viele Karten offen liegen und man sich nach einem Fold eines Gegners entsprechend viele Karten merken können muss. Seven Card Stud wird ohne Button gespielt.

Seven Card Stud wird fast immer als Fixed-Limit-Variante gespielt. Dabei ist die Höhe der Einsätze vorgegeben. Unterschieden wird zwischen einem kleinen und einem großen Einsatz (Small und Big Bet). Ein Big Bet ist doppelt so hoch wie ein Small Bet.

Bevor der Dealer beim Seven Card Stud die Karten verteilt, zahlen alle Spieler einen vorher festgelegten Betrag, die Ante. Anschließend gibt der Dealer jedem Spieler zwei verdeckte Karten, die Holecards. Außerdem erhält jeder Spieler eine dritte, jedoch offene Karte, die man zu seinen zwei verdeckten Karten legt. Der Spieler mit der niedrigsten Karte muss in der ersten Setzrunde ein Bring-in zahlen. Dieser Einsatz ist verpflichtend, allerdings kann der Spieler wählen, ob er entweder einen halben kleinen Einsatz oder einen ganzen kleinen Einsatz leisten möchte. Die weiteren Spieler handeln nun im Uhrzeigersinn, beginnend links von dem Spieler, der den Bring-in-Betrag eingezahlt hat. Die Spieler haben auch im Seven Card Stud die Möglichkeiten zu passen (Fold), zu bezahlen (Call) oder zu erhöhen (Raise). Haben alle Teilnehmer ihre Entscheidung getroffen, ist die erste Setzrunde beendet.

Hinweis: Sollten zwei oder mehr Spieler eine Karte desselben Ranges offen ausliegen haben, wird die Farbe der Karte berücksichtigt, um festzustellen, wer das Bring-in leisten muss. Dabei gilt Kreuz als niedrigste Farbe, gefolgt von Karo und Herz. Pik hat den höchsten Wert.
Jeder Spieler erhält nun offen eine vierte Karte. Danach beginnt die zweite Setzrunde (Fourth Street) und der Spieler, dessen offene Karten den höchsten Wert haben, macht den Anfang, indem er entweder checkt oder einen kleinen Einsatz tätigt. Haben bei zwei Spielern alle offenen Karten denselben Rang, entscheidet die Farbe der höheren Karte darüber, wer die Setzrunde eröffnet. Hat einer der Spieler ein offenes Paar (zwei Karten des gleichen Wertes, z. B. ) vor sich liegen, kann er auch bereits einen großen Einsatz bringen.

Anschließend erhält jeder noch aktive Spieler offen eine fünfte Karte, wonach die dritte Setzrunde (Fifth Street) startet. Und wie zuvor muss der Spieler, dessen offene Karten den höchsten Wert haben, beginnen und eine der möglichen Aktionen durchführen.

Hinweis: Von nun an muss in jedem Fall ein großer Einsatz geleistet werden

Der Geber teilt nun den verbleibenden Spielern offen ihre sechste Karte aus . Daraufhin beginnt die vierte Setzrunde (Sixth Street), wiederum mit dem Spieler, dessen offene Karten den höchsten Wert haben.

Zum Schluss wird verdeckt die siebte und letzte Karte ausgegeben. Der Spieler, dessen offene Karten den höchsten Wert haben , beginnt die fünfte Setzrunde (Seventh Street). (Dies ist oft derselbe Spieler wie in der Sixth Street, da sich die offenen Karten ja nicht verändert haben. Nur, wenn dieser Spieler in der vorhergehenden Setzrunde gefoldet hat, wird der Spieler mit der nun besten Hand neu ermittelt.)

Ist nach Beendigung der letzten Setzrunde mehr als ein Teilnehmer im Spiel verblieben, zeigt derjenige Spieler seine verdeckten Karten zuerst, der den letzten Einsatz bzw. die letzte Erhöhung getätigt hat. Der Spieler mit der besten Pokerhand, bestehend aus fünf seiner insgesamt sieben Karten, gewinnt den Pot. Haben zwei oder mehr Spieler die gleiche Pokerhand, wird der Pot entsprechend aufgeteilt (Achtung: Die Farben, wie oben unter Bring-in beschrieben, spielen hierbei keine Rolle mehr!).

Nachdem der Pot zugeteilt wurde, beginnt ein neues Spiel Seven-Card-Stud-Poker.

4) High-Low-Varianten

High-Low ist kein eigenes Pokerspiel, sondern nur eine Regelergänzung zu Omaha bzw. Seven Card Stud.

Dabei wird der Pot in zwei Hälften geteilt. Die eine Hälfte gewinnt der Spieler mit der höchsten Hand (dem High), die andere Hälfte der Spieler mit der niedrigsten Hand (dem Low). Das Low muss allerdings ein Kriterium erfüllen, um als Low-Hand zugelassen zu werden. Um ein gültiges Low zu halten, braucht man fünf Karten mit unterschiedlichen Rängen kleiner oder gleich der Acht. Dabei zählt das Ass als kleinste Karte. Straights (sogenannte Straßen, die aus fünf aufeinanderfolgenden Karten unterschiedlicher Farben bestehen) und Flushes (Hände, die aus fünf Karten der gleichen Farbe gebildet werden) spielen beim Low keine Rolle. Hat man also einen kleinen Straight oder Flush, kann das eine sehr gute Low-Hand sein.

Die beste Low-Hand ist , die schlechteste . Wenn mehrere Spieler ein Low haben, so gewinnt der Spieler, der die niedrigeren Karten hat. Dabei wird zunächst die höchste der fünf Karten verglichen. Ist diese bei beiden Blättern gleich, entscheidet die zweithöchste Karte usw. ist also besser als . Haben mehrere Spieler dasselbe Low, wird die Hälfte des Pots entsprechend aufgeteilt. Wie die höchste High-Hand ermittelt wird, wird in dem Artikel „Die Reihenfolge der Pokerblätter" beschrieben.

Man kann für High und Low unterschiedliche Kombinationen aus fünf Karten bilden.

  •       Beispiel:


    Man hält beim Seven Card Stud die folgenden Karten:

    Dann ist die beste High-Hand.

    ist die beste Low-Hand.

Man kann beide Hände gleichzeitig einbringen. Falls beide für ihre Hälfte des Pots jeweils die beste sind, gewinnt man den ganzen Pot.

Hat kein Spieler am Showdown eine qualifizierende Low-Hand (fünf Karten kleiner oder gleich der Acht), gewinnt die beste High-Hand den ganzen Pot.

Omaha High-Low und Seven Card Stud High-Low sind sehr komplex und zu anspruchsvoll für Anfänger. Diese sollten sich erst einmal an die Standard-Spielvarianten halten, um ihre Skills zu erproben und zu verbessern.



 

 

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