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Multi-Table Tournaments (MTTs) – Beginner's Guide

Einleitung


NL-Hold'em-Multi-Table-Wettbewerbe repräsentieren die wohl populärste und definitiv im Fernsehen am häufigsten ausgestrahlte Pokervariante. Große Turnierserien wie die European Poker Tour, die World Poker Tour oder gar die World Series of Poker sind klangvolle Namen, die jährlich tausende Spieler anziehen und natürlich noch mehr begeisterte Zuschauer. Die meisten Stars der Pokerwelt sind durch hohe Turniergewinne in das Bewusstsein der Massen vorgedrungen. Chris Moneymaker, Gewinner des WSOP-Main-Events 2003, ist beispielsweise die Ikone einer ganzen Pokergeneration, und auch die deutsche Pokerelite um Katja Thater, Sebastian Ruthenberg und Co. machte bei großen Turnieren vor allem durch Platzierungen in den vorderen Geldrängen auf sich aufmerksam.


tourlobEin Grund für dieses Phänomen ist vielleicht der sportliche Gedanke des Spiels, der bei MTTs deutlicher zum Ausdruck kommt als bei einem Cashgame. Platzierungen können direkt miteinander verglichen werden, alle haben dieselbe Grundlage in Form von Spielchips und es gibt, wie beim Sport, neben dem Preisgeld Pokale und andere Trophäen zu gewinnen.


Auch online gibt es zu jeder Tageszeit ein umfangreiches Angebot an kleinen und großen Turnieren. Vor allem sonntags werden Turniere großgeschrieben. Neben dem Sunday Million, Warm-up und Hundred Grand finden noch eine ganze Reihe weiterer MTTs bei PokerStars statt. Mittlerweile existieren sogar derart viele Turniere, dass es Profispieler gibt, die durch diese allein ihren Lebensunterhalt mehr als ausreichend bestreiten können.


Vom Prinzip her sind dabei alle MTTs gleich aufgebaut: Man zahlt einen bestimmten Betrag, Buy-in genannt, und bekommt dafür einen zuvor bestimmten Gegenwert an Spielchips. Nachdem das Turnier begonnen hat, spielen alle so lange gegeneinander, bis einer nach dem anderen eliminiert ist und letztendlich ein Sieger übrig bleibt. Da sich die Chipstapel (Stacks) im Durchschnitt im Laufe des Turniers vergrößern, wenn Spieler ausscheiden, werden in bestimmten Zeitintervallen die Blinds erhöht.


Durch dieses Prinzip unterscheidet sich profitables Turnierspiel deutlich vom profitablen Cashgame, da sich in einem Turnier das Verhältnis zwischen Blinds und Stacks ständig ändert. Auf den ersten Blick schlechte Hände sind in den höheren Blindlevels auf einmal gut zu spielen, im Cashgame oftmals gut zu spielende Hände sind es hingegen nicht mehr. Sich also allein auf Erfahrungen aus Cashgames zu berufen, reicht für Turniere nicht. Nicht zuletzt wegen dieses Aspekts eines Turniers gibt es zahlreiche Spieler, die den Umstieg vom Cashgame zum Turnier bzw. vom Turnier zum Cashgame nicht schaffen, und somit zwangsläufig in der jeweils anderen Disziplin scheitern.


Insgesamt gibt es in einem Multi-Table-Turnier vier verschiedene Abschnitte: die frühe und mittlere Phase, das Spiel vor der Bubble sowie den Finaltisch. Jede einzelne Phase eines MTTs muss separat analysiert und bewältigt werden.

 

Die Phasen eines Turniers

 

Frühe Phase

In der ersten Phase eines Turniers befinden sich oftmals noch sehr viele schwächere Spieler. Diese verschenken ihre Chips häufig durch unbedachtes Spiel und dementsprechend ist es das Ziel, einen Teil dieser Chips abzubekommen.


Viele unerfahrene Spieler denken, dass man, da die Blinds noch sehr gering sind, auch marginale Hände spielen kann, was man in den späteren Levels nicht tun würde. Diese Denkweise ist falsch! Das Gegenteil ist korrekt. Da die Blinds in Relation zu den Stacks noch sehr klein sind, gibt es überhaupt keinen Grund, schlechte Hände zu spielen. Würden die Blinds gar nicht existieren, dann gäbe es doch beispielsweise auch keinen sinnvollen Grund andere Hände als nur die absoluten Nuts zu spielen. Man spielt also in dieser Phase selbst extrem tight (also nur wenige, zudem gute Blätter) und macht sich somit die loose Spielweise Anderer zunutze.


Extrem tight zu spielen bedeutet nicht, sich ausschließlich auf Asse und Könige zu beschränken, obwohl diese Spielweise kein allzu großer Fehler wäre. Die tighte Spielweise hat allgemein zwei Ziele: Zum einen natürlich den reinen Profit in Form von Chips und zum anderen, sich ein passendes Image für die späteren Blindlevels des Turniers zu verschaffen – das des tighten, nur gewinnbringende Hände spielenden "Rocks".


Will man grobe Fehler am oder nach dem Flop vermeiden, kann man sich auf folgende Hände beschränken: , , , und . Konzentriert man sich auf diese Hände, wird man oftmals den ein oder anderen schlechten Spieler aus dem Turnier nehmen, da man schlichtweg die bessere Hand hat. Leider kann einen auch diese Handauswahl nicht davor schützen, dass ein anderer Spieler mit glücklich auf einem Flop wie seine Straße trifft, was zum Spiel dazugehört, aber in der Regel ist dieses Szenario eher seltener anzutreffen.


Ein Problem hat diese Spielweise allerdings: Man bekommt auf gute Hände oftmals nur wenig Action seitens der Gegner. Wenn man ständig nur passt und dann alle zwanzig Hände oder weniger einen Raise ansetzt, dann werden selbst die unaufmerksamsten Spieler aufmerksam und folden dementsprechend ihre schlechten Hände, mit denen sie normalerweise anderen Spielern Widerstand leisten würden.


Wie bereits erwähnt ist diese extrem tighte Art des Spiels in den Anfangslevels nicht falsch, aber sie ist auch nicht optimal, denn gute Spieler verspielen so unnötig Geld, das sie mit Händen wie kleinen Paaren, z. B. , oder mit hohen Broadway-Karten wie verdienen könnten.

 

Eine optimale Spielweise beinhaltet also noch weitere, weniger starke Hände, die man profitabel spielen kann. Dies gilt vor allem für das Spiel in den späteren Positionen am Tisch.

 

  • Kleine Paare

    Kleine Paare, d. h. alle Starthände von bis können, sobald man ein Set getroffen hat, einen beachtlichen Wert an Chips einbringen. Trifft man allerdings kein Set, sind diese Hände wertlos. Man versucht daher, mit diesen Karten günstig den Flop zu sehen und hofft auf ein Set. Günstig bedeutet, dass man jeden Raise bis zu maximal einem Zehntel des eigenen Stacks in später Position mitgeht bzw. in mittlerer und späterer Position sowie in den Blinds callt (oder im Big Blind checkt), sollte zuvor nicht geraist werden. In früher Position wird immer gepasst, da nach einem noch erhöht werden könnte.

 

  • Große Paare

    Die Paare von bis sollten immer vor dem Flop erhöht werden, da sie einem viel Geld bringen können, aber auch durch einen Raise geschützt werden müssen, sodass Gegner nicht billig eine bessere Hand treffen können. Wird vor oder nach einem mehrfach geraist, können die Hände , und gepasst werden, und auch bei einem einfachen Raise nach unserer Erhöhung sollte man sich überlegen, diese Hände wegzulegen und auf eine bessere und eindeutigere Situation zu warten. Dies ist dann oft auch gegnerabhängig.

  • Große Bildkarten

    und und Co. sind, ähnlich den großen Paaren, ebenfalls starke Hände und sollten dementsprechend gleich gespielt werden – wie Asse und Könige und wie beispielsweise ein Paar Zehnen.

  • Kleine Bildkarten

    Kleine Broadway-Karten wie , , , usw. müssen in diesem Teil eines Turniers mit äußerster Vorsicht gespielt werden. Erst einmal gilt: Sind die kleinen Broadway-Karten nicht von derselben Farbe, also suited, oder wurde zuvor von einem Spieler erhöht, werden sie gepasst! Eine Ausnahme wären Situationen, in denen man in Late Position sechs Leute vor sich hat, die alle nur den Big Blind gebracht oder ein Minimum-Raise gecallt haben, dann kann man natürlich mitspielen. Das große Problem bei diesen Händen ist aber, dass sie oftmals von besseren Händen dominiert sind. oder gewinnen z. B. nur selten gegen Hände wie oder . Mit kleinen Broadway-Händen will man also hauptsächlich Monsterhände wie Straights oder Flushes treffen, weshalb es bei diesen Händen wichtig ist, günstig den Flop zu sehen. Trifft man nichts oder nur ein schwaches Paar, kann man sich schnell von den Karten trennen.

 

  • Verbundene Karten einer Farbe

    Hände wie oder können wie kleine Paare gespielt werden. Man spekuliert dabei natürlich auch auf einen Flush oder einen Straight.

 

  • Andere Starthände

    Alle zuvor nicht aufgeführten Starthände werden ausnahmslos gepasst.

 

Mittlere Phase

Dies sind die Level, ab denen Blindsteals anfangen, effektiv zu werden. Insbesondere mit der großen Ante bei PokerStars, die etwa 1/10 des Big Blinds beträgt, ist es sehr wichtig, mit Blindsteals Chips zu sammeln, da sonst der Chipstack aufgrund der Blinds und Ante sehr schnell sinkt. Eine komplette Runde bei 100/200 Blinds mit einer Ante von 25 kostet bereits 525 Chips, gut ein Drittel des normalen Startstacks!


Die Strategie in diesen Levels ist maßgeblich abhängig von eurer Stacksize:

 

  • 20 Big Blinds+
    Hier sollte man, ähnlich wie in der frühen Phase, weiterhin tight spielen, und nur in sehr guten Situationen die Blinds angreifen.
     
  • 15–20 Big Blinds
    Auch hier sollte man weiterhin eher tight sein und die Blinds nur in guten Situationen angreifen.
     
  • 10–15 BB
    Abwartend spielen und nur in passenden Situationen die Blinds angreifen.
     
  • 3–10 BB
    "Push or Fold"
     
  • 1–3 BB
    All-in mit jedem Paar, As, König und verbundenen Karten einer Farbe.

 

Der "Push or Fold"-Modus bedeutet, dass man sich entweder entscheidet, mit einer Hand direkt All-in zu gehen, oder sie zu passen. Es ist sehr schwer zu erlernen, mit welchen Händen man genau All-in geht. Dies ist abhängig von vielen Faktoren, dazu gehören:

  1. die eigene Hand und Position,
  2. das Verhältnis vom Stack zu Blinds und Ante,
  3. die Stacks der Spieler, die nach einem agieren
  4. sowie die Aktionen vor einem.

 

Generell sollte man mit sehr viel weniger Händen All-in gehen, wenn vor einem schon ein Spieler in den Pot eingestiegen ist. Wenn allerdings alle Spieler zu einem gepasst haben, kann man mit sehr viel mehr Händen alle Chips in die Tischmitte schieben. Vor allem im Cut-off und auf dem Button sollte man dann mit vielen Händen All-in gehen. Dazu zählen alle Paare, , verbundene Karten einer Farbe und gute -Hände.


Mit einem großen Stack kann man dagegen versuchen, die Blinds unter Druck zu setzen. Hier einige Tipps zum Blindstealen: 

  • Die Stärke der eigenen Hand ist wichtig, aber nicht entscheidend. Man sollte zumindest eine passable Hand haben.
  • Die Position ist sehr viel entscheidender. Vor allem Cut-off, Button und Small Blind sind für einen Blindsteal geeignet. Je weniger Spieler hinter einem sitzen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand eine gute Hand hat.
  • Wichtig sind auch die Stack-Größen der Blinds. Im besten Fall haben die Blinds noch um die zehn Big Blinds. Wenn die Blinds weniger Chips haben, so gehen sie häufig einfach All-in und größere Stacks verteidigen häufig ihre Blinds. Diese Konfrontation, verbunden mit einer mittelmäßigen Hand, sollte man natürlich vermeiden.

 

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Das Spiel vor der Bubble

Die sogenannte Bubble, die Phase bevor die Spieler ins Geld kommen, ist ein entscheidender Moment in einem MTT. Abhängig vom eigenen Chipstack ist hier die Strategie sehr unterschiedlich.

Mit einem (deutlich) überdurchschnittlichen Stack sollte man versuchen, Druck auf die Spieler mit mittelgroßen und kleinen Stacks zu machen, und somit wichtige Chips für die Phase im Geld ("in the money" oder itm) zu gewinnen. Hier können die Blinds deutlich aggressiver angegriffen werden. Das Ziel sollte sein, den Final Table zu erreichen.

Als Shortstack dagegen sollte es das erste Ziel sein, Geld zu gewinnen. Aus diesem Grund sollte man sehr tight spielen und nur in perfekten Situationen und mit guten Händen All-in gehen.

 

Der Finaltisch

Mit etwas Glück und gutem Spiel hat man es mit einem ordentlichen Chipstack bis zum Final Table geschafft.

Generell ist der Chipstack ein sehr entscheidender Faktor. Man sollte Druck auf die Spieler mit einem kleinen Stack ausüben und gleichzeitig Konfrontationen mit Spielern, die einen großen Stack haben, aus dem Weg gehen. Jeder Spieler, der ausscheidet, bedeutet mehr Geld für die verbleibenden.

Als Shortstack hat man zwei verschiedene Möglichkeiten:

 

  • Entweder, man spielt sehr tight und wartet darauf, dass andere Spieler ausscheiden oder man sich mit einer Premiumhand aufdoppelt.
  • Die andere Möglichkeit ist, aggressiv zu spielen und die Blinds regelmäßig anzugreifen. Damit riskiert man zwar, früh am Final Table auszuscheiden, allerdings hat man aber auch eine Chance, das gesamte Turnier zu gewinnen.



Wenn dann einige Spieler ausgeschieden sind, ändert sich das Spiel deutlich. Dadurch, dass man öfter in den Blinds ist, werden diese öfter angegriffen und das Spiel wird allgemein aggressiver. Konfrontationen mit anderen Spielern kann man nicht mehr aus dem Weg gehen. Es ist wichtig, hier aktiv zu bleiben, denn wenn man zu tight bleibt und auf Premiumhände wartet, verliert man zu viele Chips.

Auch das Heads-up-Spiel ist sehr komplex, insbesondere wenn beide Spieler einen noch großen Stack haben. Generell sollte man folgende Punkte beachten:

 

  • Der Small Blind wird nie gefoldet!
  • Wenn man im Small Blind callt und der Big Blind checkt, sollte man den Flop immer setzen.
  • Wenn der Gegner im Small Blind viel callt, sollte man im Big Blind viel erhöhen.
  • Allgemein ist Aggressivität im Heads-up sehr wichtig.

 

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Fazit

Turniere bieten eine gute Möglichkeit, mit wenig Einsatz großes Geld zu gewinnen. Mit der richtigen Strategie, der nötigen Konzentration sowie einer Portion Glück kann dies auch regelmäßig erreicht werden. Zu Turnieren gibt es übrigens auch ausgezeichnete Literatur, die jeder einmal gelesen haben sollte, wenn er ernsthaft an seinem Spiel arbeiten möchte. Sehr zu empfehlen ist dabei die Trilogie "Harrington on Hold'em", Teil eins bis drei.
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