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Was ist Poker-Tilt?

Poker-Tilt von Jared Tendler, MS

Poker-Tilt ist allgemein einer der am verwirrendsten Begriffe im Poker und einer der wichtigsten Gründe dafür ist, dass der Begriff von Pokerspielern schon immer zu allgemein erklärt wurde. Wenn jemand schlecht spielt, wirst du ihn oft sagen hören, er habe einen Tilt. Er sagt dir jedoch nicht, warum.

Jeder Spieler reagiert anders, wenn er tilt spielt. Einige Spieler tilten nach einem Bad Beat, bei anderen reicht ein Fehler, wieder andere sind einfach gelangweilt. Einige spielen zu aggressiv und zu viel, andere spielen zu passiv oder tight.

Jede Art von Tilt erfordert einen besonderen Ansatz, um sein Spiel wieder in den Griff zu bekommen. Zu sagen: "Ich bin auf Tilt" ist ungefähr so, als wenn man einen Arzt aufsucht und ihm mitteilt: "Ich fühle mich nicht wohl". 
Um mit einem Tilt umgehen zu können, solltest du zunächst verstehen, weshalb es dazu kommt, und dafür musst du ein bisschen mehr ins Detail gehen. Nach mehreren tausend Arbeitsstunden mit professionellen Spielern, um eine Lösung für ihr Tilt zu finden, kam ich zu folgendem Schluss:

Tilt = Ärger + schlechtes Spiel

Wenn sich deine Emotionen zu sehr hochschaukeln, weigert sich dein Gehirn, genauer nachzudenken. Du kannst nicht mehr denken, weil das Gehirn dir das Denken verweigert. Diesen Zustand nennt man auch einen Kampf- oder Fluchtmechanismus. Würde dein Gehirn anders reagieren, wärst du einfach nur verärgert, würdest aber immer noch vernünftig spielen. Zu einem Poker-Tilt käme es nicht.

Du kannst diese Seite deines Gehirns zwar nicht kontrollieren, du kannst aber versuchen, dein persönliches Tilt besser zu verstehen. Das wird dir nicht nur dabei helfen, die Anzeichen eines Tilt frühzeitig zu erkennen, sodass du dich darauf einstellen kannst, sondern auch dabei, erste Schritte zur Lösung des Problems einzuleiten.

Als ersten Schritt rate ich all meinen Gesprächspartnern, ein "Tilt-Profil" zu erstellen.

Tilt-Profil

Beantworte die Fragen auf einem Blatt Papier oder in einem Word-Dokument. Wenn dir darüber hinaus etwas zu Tilt einfällt, schreib es zu deinen Antworten. Alle Fragen sollen dir dabei helfen, deine Sinne für dein Poker-Tilt zu sensibilisieren.
Ich schlage vor, dass du diese Übung vielleicht dreimal innerhalb von zwei Wochen durchführst. Du wirst feststellen, dass dir im Laufe der Zeit immer mehr Details einfallen:

1.    Was veranlasst dich zu einem Tilt?
2.    Woher weißt du, dass du dich in einer Tilt-Phase befindest? Was sind die körperlichen Anzeichen oder Handlungen (Hitze im Kopf, Tanzen auf dem Tisch), was sagst du laut oder in Gedanken sagst und welche spezifischen Spielfehler machst du?
3.    Was sind die ersten Anzeichen für ein Tilt? Was passiert, bevor du eine Tilt-Phase erreichst.
4.    Versuche deine Grenzen zu erkennen. Wie hoch ist der Grad der Frustration, bei dem du noch die Kontrolle behältst? In welchem Moment gerätst du außer Kontrolle?

Dein fertiges Tilt-Profil kannst du auf zwei Arten nutzen. Am Wichtigsten ist, dass es dir dabei hilft, deine eigenen Tilts am Tisch besser zu verstehen. Das erfordert eine Menge harte Arbeit, so viel, dass ich ein ganzes Buch über das Auflösen von Tilts geschrieben habe (The Mental Game of Poker 1). Darin findest du sehr viel weitergehende Analysen.

Zweitens kannst du dein Tilt-Profil während deines Spiels einsetzen. Wenn du dich vor und nach deinem Spiel damit auseinandersetzt und immer weiter in die Materie vordringst, was Tilt für dich im Besonderen bedeutet, hast du bessere Chancen, im entscheidenden Moment damit umgehen zu können.

Ein Beispiel: Wenn du anhand deines Tilt-Profils erkannt hast, dass du zu Beginn einer Tilt-Phase mehr loose von den Blinds spielst, kannst du in einem entsprechenden Moment besser darauf reagieren. Wenn du das nächste Mal bemerkst, dass du loose von den Blinds spielst, hast du eine Chance, dich selbst neu auszurichten und anzupassen. Zunächst einmal kannst du dich zwingen, mehr tight von den Blinds zu spielen, um die negativen Auswirkungen dieser Schwäche zu verringern. Zweitens kannst du den Tisch für einen Moment verlassen, ein paar Mal tief durchatmen und dich entspannen. Dies schafft etwas Abstand zwischen dir und einer bevorstehenden Tilt-Phase. Falls du das Gefühl hast, es könne möglicherweise zu viel werden, kannst du deine Kraft bündeln und aussteigen, bevor es zu spät ist.

Und wenn es trotzdem vorkommt, dass du in eine Tilt-Phase driftest, ist das in Ordnung. Dies ist ein ganz wichtiger Moment, in dem du dein Tilt-Profil aktualisieren und mehr Informationen sammeln kannst. Auch wenn es sich anfühlt, als ob du dich ein besonders harter Monster-Tilt überkommt, wirst du bei einem Blick auf dein Tilt-Profil feststellen, dass du, seit du dein Profil aufgestellt hast, nicht mehr in eine so extreme Situation geraten bist. Glaub es oder nicht, dies ist ein Zeichen, dass es voran geht, auch wenn es sich nicht so anfühlt.

Aber auch ein Tilt-Profil kann nicht verhindern, dass dich eine neue Tilt-Phase überrascht. Es ist einfach eine verdammt harte und langwierige Arbeit. Trotzdem wird es dir helfen, erste Warnzeichen früher zu erkennen und dich besser mit dem Problem zu arrangieren.

Jared Tendler, MS, ist Mental-Trainer und betreut Hunderte professionelle Pokerspieler. Er ist Autor des Buches "The Mental Game of Poker" 1 & 2. Mehr Informationen über Poker-Tilt findest du unter  http://www.mentalgamefish.com/poker-tilt/
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