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Die relative Position in Texas Holdem Poker spielen

Einer der wichtigsten Faktoren im No-Limit Hold'em ist die Position. Als letzter Spieler an der Reihe zu sein und die Aktionen der anderen Spieler abwarten zu können, um aus ihnen wertvolle Informationen zu entlocken, stellt einen gewaltigen Vorteil dar. Doch Position haben bedeutet nicht immer automatisch, dass man auf dem Button sitzen muss. Im Poker unterscheiden wir zwei Arten von Position, die „absolute Position" und die „relative Position".

Längst sind die Zeiten vorbei, in denen eine „Pokerhand" nur aus den zwei gedealten Karten bestand. Faktoren wie Stackgrößen, Informationen über den oder die Gegner sowie das eigene Image sind genauso relevant geworden wie die eigene Handstärke, wenn es darum geht, die richtigen Entscheidungen zu treffen und seinen Gewinn zu maximieren.

Definition „absolute Position" und „relative Position"

Die absolute Position ist die Position relativ zum Button. Die relative Position ist die Position relativ zu dem Spieler, der am ehesten setzen wird (nachfolgend der Einfachheit halber mit PFR gleichgesetzt).

Klingt kompliziert? Keine Angst, in diesem Artikel erfahrt ihr, was sich hinter der relativen Position verbirgt, wann sie in der Praxis relevant ist und wie sie in verschiedenen Spielsituationen eure Entscheidungen beeinflussen kann.

Relative Position in der Theorie

Wann habe ich eine gute bzw. schlechte absolute Position?

Die beste absolute Position ist auf dem Button selbst. Ihr habt in jeder Setzrunde den Vorteil, dass alle anderen Spieler vor euch an der Reihe sind, um ihre Entscheidungen zu treffen und könnt somit Informationen über deren Handstärke sammeln und damit eure eigene Entscheidung optimieren.

Die schlechteste absolute Position hat der Spieler im Small Blind. Er ist bei jeder Setzrunde zuerst gefragt und muss eine Entscheidung treffen, ohne Informationen von den anderen Spielern bekommen zu haben - fraglos keine sehr profitable Situation für ihn.

Wann habe ich eine gute bzw. schlechte relative Position?

Dazu folgendes vereinfachtes Beispiel: Ihr seid auf dem Button, vor euch limpen zwei Spieler, der CO raist, ihr callt, die Blinds folden und die Limper callen auch.

Was wird am Flop sehr wahrscheinlich passieren? Die Limper werden nach dem „Standardprotokoll" des Flops in einem geraisten Multiway-Pot zum Preflop-Raiser (PFR) checken und der wird wahrscheinlich seinen Continuation-Bet machen. Dann seid ihr schon mit eurer Entscheidung an der Reihe. Obwohl ihr auf dem Button sitzt und somit die beste absolute Position habt, seid ihr in dem gezeigten Szenario von vier Spielern als Zweiter an der Reihe, habt somit eine schlechte relative Position und müsst hier eine Entscheidung treffen, ohne die wirkliche Handstärke der beiden Limper zu kennen, denn:

Wichtig!
Nur weil Spieler zum PFR checken, bedeutet das nicht, dass sie eine schwache Hand haben!!


Die beste relative Position ist direkt rechts neben dem PFR, so könnt ihr bequem zum PFR checken, ihn seinen C-Bet machen lassen und die anderen Spieler im Pot müssen ihre Aktion vor euch treffen und somit die Stärke bzw. Schwäche ihrer Hand signalisieren, bevor ihr an der Reihe seid.

Die schlechteste relative Position ist direkt links neben dem PFR, hier befindet ihr euch in der unangenehmen Situation, direkt nach dem PFR an der Reihe zu sein und ohne die Kenntnisse über die etwaige Handstärke der anderen Spieler im Pot eine Entscheidung treffen zu müssen.


In welchen Situationen wird die relative Position wichtig?


Die relative Position wird immer dann wichtig, wenn es einen Spieler gibt, der in einer Setzrunde höchstwahrscheinlich eine aggressive Aktion (Bet oder Raise) durchführen wird, also preflop ein Maniac (sehr looser und aggressiver Spieler) und postflop der Preflop-Raiser.

Hier eine Auflistung von Situationen, die in der Spielpraxis vorkommen können:

[Preflop und] PFR auf der rechten Seite:
Wenn der PFR direkt rechts von euch sitzt, befindet ihr euch in einer ungünstigen Ausgangslage, ihr lauft bei einem Call Gefahr, von einem Spieler hinter euch gereraist zu werden und postflop durch die schlechte relative Position einen großen Nachteil zu haben. Das bedeutet für euch, dass ihr nur mit starken Händen weiterspielen könnt, um dieses Handicap auszugleichen.

[Preflop und] PFR auf der linken Seite:

Wenn der PFR direkt zu eurer Linken sitzt und schon mehrere Spieler im Pot sind, schließt ihr preflop die Betting-Sequenz und habt am Flop die beste relative Position. Das gestattet euch, auch mit marginalen Händen wie kleinen PPs, Axs, SCs oder Paints zu callen, da ihr am Flop im geraisten Multiway-Pot einen Positionsvorteil habt.

Spezialfall: [Preflop und] „Maniac" auf der linken Seite:
Wenn ihr zu eurer Linken einen „Maniac" sitzen habt, der sehr häufig raist, könnt ihr ab und zu mit sehr starken Händen einen Trap-Versuch mit einem Limp-Reraise starten. Ihr limpt oder overlimpt z. B. mit KK, der Maniac raist und alle anderen Spieler sind preflop vor euch an der Reihe, ihre Entscheidungen zu treffen. Dann könnt ihr ein Reraise spielen und wenn alle Spieler folden, einen mittelgroßen Pot preflop mitnehmen oder, wenn ein oder mehrere Spieler callen, einen sehr großen Pot mit der wahrscheinlich besten Hand aufbauen.

[Postflop] mit starker Hand und guter relativer Position:
Das ist ein absolutes Traumszenario für euch: Ihr floppt eine starke Made Hand oder einen Monsterdraw im geraisten Multiway-Pot, der PFR sitzt direkt links neben euch, ihr checkt zu ihm und auf seinen C-Bet sind erst mal alle anderen Spieler an der Reihe, die noch nicht ahnen, dass eurer Check zum PFR Teil eines Manövers ist, mit dem die schlechtere relative Position dieser anderen Spieler ausgenutzt werden soll.

[Postflop] mit starker Hand und schlechter relativer Position:
Hier habt ihr zwar eine starke Hand gefloppt, die schlechte relative Position erlaubt euch aber, gerade auf drawlastigen Boards, keinen Check zum PFR.

Warum? Ganz einfach: Wenn ihr checkt, lauft ihr Gefahr, dass alle anderen Spieler in dem geraisten Multiway-Pot auch checken, der PFR macht seinen C-Bet und ihr seid direkt an der Reihe und steht vor der Entscheidung, entweder mit einem Raise eure Stärke zu früh offenbaren zu müssen oder nur zu callen und so ein Slowplay zu betreiben, gerade mit vielen Spielern und möglichen Draws eine sehr gefährliche und eher unprofitable Spielweise.
Die Lösung ist das Spielen eines sogenannten „Donkbets" am Flop in die anderen Spieler hinein. Ihr haltet euch bewusst nicht an das Standardprotokoll „Check-zum-PFR" und bringt die anderen Spieler in eine unangenehme Lage, denn euer Donkbet kann z. B. auf ein Set, eine schwaches Top Pair oder ein Draw hindeuten und der Spieler, der preflop die meiste Stärke gezeigt hat (PFR), war noch nicht an der Reihe.

Relative Position in der Praxis

 
[Hand 1]: Preflop mit schlechter relativer Position


In Hand 1 ist unser Hero in UTG + 2 mit [8c8d] an einem Tisch mit vielen guten Spielern, UTG + 1 raist auf 4x, Hero?
Ein Fold ist hier die richtige Aktion, denn Hero hat hier mit dem PFR direkt rechts von ihm die schlechteste relative Position und läuft Preflop noch Gefahr, dass einer der sechs verbleibenden Spieler preflop ein Reraise spielt, zwei Faktoren, die einem Call auf Set-Value mit einer anscheinend vernünftigen Hand wie einem mittleren Pocket-Paar einen negativen Erwartungswert geben. Eine Faustformel besagt, dass man das 12-fache seines Preflop-Einsatzes postflop im Schnitt jedes Mal machen muss, wenn man sein Set trifft, das wären hier $480 und nur in einem sehr unwahrscheinlichen Best-Case-Szenario zu erreichen.
[Hand 2]: Preflop mit guter relativer Position


Im Gegensatz zu Hand 1 sind hier viele Faktoren zugunsten unseres Heros. Er ist im BB und hat somit eine schlechte absolute Position, der PFR sitzt aber genau links neben ihm, was ihm die beste relative Position einbringt. Somit kann Hero bei einem getroffenen Set zum PFR checken, der wird sehr häufig einen C-Bet spielen und die beiden anderen Spieler in der Hand sind in einer Art „Sandwich" zwischen dem PFR und unserem Hero gefangen.
Ein weiterer Vorteil ist, dass Hero die Betting-Sequenz preflop mit dem Call abschließt. Er läuft nicht mehr Gefahr, durch einen Reraise die Hand folden und als BB hier in dem Beispiel nur $8 bezahlen und nach der oben erwähnten Faustformel nur $96 im Schnitt machen zu müssen, wenn er sein Set trifft. Von diesen sind auch schon $42 im Pot, bleiben noch weitere $54 zu holen, in einem geraisten Multiway-Pot zu viert ist dies sehr wahrscheinlich.
[Hand 3]: Postflop mit guter relativer Position


In dieser Hand ist unser Hero im BB mit KQo. UTG minraist und bekommt zwei Caller, unser Hero hat mit KQo eine eher marginale Hand, bekommt allerdings gute Potodds, schließt die Betting-Sequenz und hat am Flop wiederum eine sehr gute relative Position, da er den PFR genau links neben sich sitzen hat.
Hero floppt die Nutstraight und kann hier mit einem Check zum PFR die beiden anderen Spieler in der Hand (BTN und SB) in eine schwierige Lage bringen. Der PFR macht seinen C-Bet, der SB callt und Hero kann seinen geplanten Check-Raise spielen und hat somit noch in dieser Hand $18 vom SB gemacht, die er z. B. nach einem Donkbet und einem Raise vom PFR nicht bekommen hätte.
Wichtig!
Dieser Check-Raise in guter relativer Position mit einer starken Hand richtet sich in erster Linie nicht gegen den PFR, sondern die anderen Spieler in der Hand!


[Hand 4]: Postflop mit schlechter relativer Position


Im letzten Beispiel ist unser Hero im SB mit 77 und callt einen Open-Raiser vom Button. Der BB callt ebenfalls und drei Spieler sehen den Flop, der mit 967r unserem Hero Middle Set gibt.
Da unser Hero in dieser Hand direkt links vom Preflop-Raiser sitzt und es sich um einen Multiway-Pot handelt, hat er hier eine schlechte relative Postition. Die richtige Aktion hier auf dem straightdrawlastigen Board ist ein Donkbet, mit dem Ziel, den Spieler im BB in eine schwierige Lage zu bringen, da er eine Entscheidung treffen muss, ohne Informationen über die Handstärke vom PFR bekommen zu haben. Hinzu kommt, dass sich unser Hero aktiv vor Draws schützt und die Stärke der Hand viel besser verschleiert, als wenn er z. B. zu einem Check-Raise ansetzen würde.
Wichtig!
Dieser Donkbet in schlechter relativer Position mit einer starken Hand richtet sich in erster Linie nicht gegen den PFR, sondern die anderen Spieler in der Hand!
 

Kurze Zusammenfassung

 
  • Position ist einer der wichtigsten Faktoren einer Pokerhand im NLHE.
  • Unterscheidung in absolute P. und relative P.
  • Absolute Position: Position relativ zum Button
  • Relative Position: Position relativ zu dem Spieler, der am ehesten setzen wird
  • Beste absolute Position ist auf dem Button
  • Schlechteste absolute Position hat der Spieler im SB
  • Beste relative Position ist direkt rechts neben dem PFR
  • Schlechteste relative Position ist direkt links neben dem PFR
  • Relative Position ist in geraisten Pots mit mehreren Spielern wichtig
  • [Preflop und] PFR auf der rechten Seite: nur mit starken Händen weiterspielen, da schlechte relative P. postflop
  • [Preflop und] PFR auf der linken Seite: auch mit mittelmäßigen Händen weiterspielen, da gute relative Position postflop
  • Spezialfall: [preflop und] „Maniac" auf der linken Seite: Limp-Reraise möglich
  • [Postflop] mit starker Hand und guter relativer Position: Check-Raise spielen
  • [Postflop] mit starker Hand und schlechter relativer Position: Donkbet spielen
 
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