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Seven Card Stud Poker – Spiel auf der 5th und 6th Street

Die Spielentscheidung auf der Fifth Street und Sixth Street in Seven Card Stud Poker ist fast genauso wichtig wie die sorgfältige Starthandselektion zu Beginn des Spiels. Ausschlaggebend dafür sind zwei Gründe:

  • Einerseits bedeutet das Weiterspielen einer Hand häufig, dass man sich damit bis zur letzten Karte und zum Showdown „committet".
  • Andererseits wird im Limit Seven Card Stud ab der Fifth Street das höhere Limit gespielt, was exakt das Doppelte der vorhergehenden Betsize beträgt.

Speziell in grundsätzlich aggressiven Partien wird der Pot in den nun insgesamt drei folgenden Setzrunden bis zum Showdown wesentlich stärker aufgebaut als zu Beginn.

Ein erfolgreicher Seven-Card-Stud-Spieler hat auf der Fifth Street eine relativ klare Vorstellung davon, welche Art von Hand seine noch aktiven Mitspieler bis zu diesem Zeitpunkt verfolgt haben könnten, ob sie beispielsweise auf einem Flush- oder Straightdraw waren, beziehungsweise sind, oder ob sie Paare spielen. Dementsprechend kommt den offenen Karten des Gegners ab der Fifth Street eine noch stärkere Bedeutung zu. Neben der unverändert wichtigen Frage, inwieweit sich die eigenen Outs durch die offenen Karten der Anderen verringern, rückt der Aspekt, welche Karten die Hand des Kontrahenten verbessert haben könnten, in den Mittelpunkt der Beurteilung.

Auch auf der Fifth Street unterscheidet man zwischen „gemachten" Händen und Draws. Im Gegensatz zu den vorhergehenden Setzrunden kann man jetzt jedoch wesentlich klarer das Potential der eigenen Hand in Relation zur relativen Stärke des Gegners setzen. Die Berechnung der eigenen Outs und der daraus resultierenden Wahrscheinlichkeiten zum Gewinn des Showdowns bewegen sich innerhalb abschätzbarer Bandbreiten.

Zur generellen Orientierung hier ein paar Gewinnwahrscheinlichkeiten verschiedener Hände in einer Heads-up-Konfrontation:

Odds auf der Fifth Street 

(Angaben in Klammern sind die Gewinnwahrscheinlichkeiten in Prozent)

Drilling                             vs.        4 Karten Straight- und Flushdraw
  (63)                 (37)

Drilling                             vs.        2 höhere Paare
  (81)                   (19)

Drilling                             vs.        Flush
  (32)                   (68)

2 Paar                              vs.        höheres Paar mit Flushdraw
(41)                     (59)

2 Paar                              vs.        höheres Paar mit 3 höheren Karten
(58)                    (42)

Straight                            vs.        Flushdraw
(64)                    (36)

Paar Asse                         vs.        1 Paar mit offenem Straightdraw
(50)                   (50)

Kleines Full House             vs.        höheren Drilling
(65)                    (35)

Gemachte Hände auf Fifth Street

Auf der Fifth Street kann ein Gegner bereits ein fertiges Full House oder sogar Four of a Kind halten. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass bei seinen offenen Karten mindestens ein Paar liegt.

Grundsätzlich sollte man auf der Fifth Street eine gemachte Hand niemals slow spielen. Selbst wenn man mit einem Drilling gestartet ist und die Hand bisher slow gespielt hat, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, in die Offensive zu gehen. Mitspieler, die die Setzrunde auf der Fifth Street vollständig bezahlen, werden nur in den seltensten Fällen im weiteren Verlauf folden, da die Potodds danach fast jeden Call rechtfertigen.

In diesem Zusammenhang ist es ein großer Fehler, Draws durch passive Spielweise zum weiteren Mitspielen quasi einzuladen. Wenn man der Meinung ist, die beste Hand zu halten, sollte man stets anspielen, beziehungsweise raisen.

Ein Checkraise mit einer gemachten Hand auf Fifth Street eignet sich nur dann, wenn man sich aufgrund des Spielerprofils weitgehend sicher ist, dass ein nachfolgender Spieler wirklich setzen wird.

Die meisten Fehler im gesamten Spiel Seven Card Stud werden auf der Fifth Street mit marginalen Händen wie zwei kleinen Paaren oder einem hohen Paar und kleinen, nicht mehr lebendigen Kickern gemacht. Wie bereits in einem vorhergehenden Artikel erwähnt, spielen sich rund zwei Drittel der Showdowns im Bereich ein bis zwei Paare ab. Wenn absehbar ist, dass man an dieser Stelle gegen zwei höhere Paare antritt, sollte man sich ohne großen Widerstand von der Hand verabschieden und folden. Es ist zwar oft richtig, dass die unmittelbaren Potodds das Bezahlen eines Einsatzes rechtfertigen würden. In vielen Fällen folgen dann aber gerade bei Multiway-Action noch ein Raise sowie die beiden weiteren Setzrunden auf der Sixth und Seventh Street, sodass aus einem Bet im hohen Limit schnell vier werden. Da der bisherige Pot aber allein durch die Einsätze im niedrigen Limit aufgebaut wurde, stehen die folgenden Bets zusammengenommen dann nicht mehr in einer +EV-Relation.

Draws auf der Fifth Street

Angenommen, Sie spielen auf der Fifth Street einen Draw, wie zum Beispiel einen Flushdraw mit vier Karten einer Farbe. Auch bei solch einer Hand hat eine etwas aggressivere Spielweise auf lange Sicht Vorteile. Wenn man mit diesen Karten ohnehin einen Bet bezahlen würde, ist es meistens geschickter, direkt selbst anzuspielen. 

  • Beispiel 1: Ich startete mit drei Karos und habe auf der Fifth Street mein viertes Karo bekommen. Seit der Fourth Street bin ich Heads-up mit einem Gegner, den ich auf ein kleines Paar oder einen Straightdraw setze. Auf der Fourth und Fifth Street hat er zwei Karten gekauft, die offensichtlich seine Starthand nicht verbessert haben. Ich spiele jetzt direkt an, da erstens eine berechtigte Chance besteht, dass er an dieser Stelle seine Hand bereits aufgibt. Sollte er meinen Bet callen, kann ich damit schon einen möglichen Bluff für die beiden nachfolgenden Setzrunden vorbereiten, falls ich meinen Flush verpassen sollte.

Ein weiterer Fehler ist die Annahme, dass man mit einem Draw auf der Fifth Street so viele Spieler wie möglich in der Hand behalten möchte. Wenn der Draw beispielsweise Overcards zu dem vermuteten Paar des anspielenden Kontrahenten aufweist, sollte man immer raisen, auch um mögliche noch nachfolgende Spieler zum Fold zu bewegen. Wenn man mit einem Draw die Wahl hat, gegen einen oder zwei Gegner anzutreten, ist die Heads-up-Situation in den meisten Fällen die bessere Alternative. In der Heads-up-Situation ergeben sich aus dem Potential der Hand oft noch Nebenlösungen, die bei Multiway-Action nicht ausreichen würden, den Showdown zu gewinnen.

  • Beispiel 2: Ich startete mit drei Pik und das befindet sich unter meinen Holecards. Auf der Fifth Street kaufe ich den . Wir sind zu Dritt und Spieler A, der bisher in den vorhergehenden Setzrunden mit einer als Doorcard immer anspielte, kauft ein auf der Fifth Street. Er eröffnet die Setzrunde erneut mit einem Bet und jetzt raise ich ihn, obwohl ich in seiner Hand ein Paar Damen vermute. Der Zweifach-Bet wird häufig den Spieler B links von mir zum Folden seiner Hand bringen und Heads-up kann ich den Showdown möglicherweise auch als Nebenlösung mit einem hohen Paar gewinnen, sollte ich mit den beiden noch ausstehenden Karten ein As oder einen König kaufen.

Die Sixth Street

Weitere Gewinnwahrscheinlichkeiten verschiedener Heads-up-Situationen auf der Sixth Street:


Full House                            vs.       höheren Drilling
(76)                 (24)

Full House                            vs.       2 höhere Paare
(90)                 (10)

Straight                                vs.       Drilling
(75)                 (25)

Drilling                                 vs.       2 höhere Paare
  (90)                (10)

2 Paare                                vs.       höheres Paar (höhere Kicker)
(71)                 (29)

1 Paar                                  vs.       4 Karten Flushdraw mit höheren Karten
(58)                 (42)


Auf der Sixth Street findet man sich oft in einer Situation wieder, in der man nicht sicher ermitteln kann, ob man leichter Favorit oder großer Außenseiter zum Gewinn des Showdowns ist. Die vier offenen Karten des Gegners und das Setzverhalten in den Vorrunden lassen manchmal verschiedene Interpretationsmöglichkeiten seiner Hand zu.

Das ist beispielsweise der Fall, wenn man selbst ein hohes Paar hält und den Mitspieler am Anfang auf ein kleineres Paar einstufte. Auf der Sixth Street hat er schließlich drei offene Karten der gleichen Farbe vor sich liegen und man muss die Möglichkeit eines fertigen Flushes in die Überlegung mit einbeziehen. In diesem Fall ist ein Check, gefolgt vom Call eines möglichen Bets des Gegners die beste Alternative. Wenn Sie selbst anspielen, wird der Gegner in vielen Fällen, auch mit einem Paar und einem Flushdraw, Ihren Einsatz raisen und Sie verlieren oft einen zusätzlichen Bet.

Sie sollten auf der Sixth Street immer dann raisen, wenn Sie sich weitgehend sicher sind, die beste Hand zu halten. In einigen wenigen Fällen, insbesondere wenn Ihre offenen Karten eine sehr starke Hand widerspiegeln, wird es Ihnen mit dem Raise gelingen, einen Gegner mit guten Gewinnchancen aus dem Pot zu vertreiben, da er glaubt, „drawing dead" zu sein.

  • Beispiel 3: Ich startete mit einem Paar . Im weiteren Verlauf der Hand komme ich zu der Überzeugung, dass mein Gegner ein Paar Damen hat. Nach Ausgabe der Sixth Street halte ich die folgenden offenen Karten: . Obwohl ich aufgrund meiner Holecards lediglich ein Paar Neunen mit einem Open-Ended-Straightdraw habe, sollte ich die Hand gegen ein vermutetes Paar Damen auf jeden Fall raisen. In vielen Fällen wird mein Gegner seine Hand aufgeben. Wenn er dennoch bezahlt, kann ich mit dem Raise einen Bluff auf der Seventh Street bereits logisch vorbereiten, sollte ich meine Hand mit der letzten Karte nicht verbessern.

Generell gibt es nicht viele strategische Möglichkeiten, das Spiel auf der Sixth Street zu optimieren. Man kann grundsätzlich davon ausgehen, dass ein Bet auf der Sixth Street von allen noch in der Hand befindlichen Mitspielern bezahlt wird. Der Pot ist fast immer so groß, dass es aufgrund der Potodds kaum eine Situation gibt, die einen profitablen Fold erlaubt, es sein denn, man ist davon überzeugt, „drawing dead" zu sein.

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