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Seven Card Stud Poker – Ante-Stealing

Das regelmäßige Stehlen der Ante gehört im Seven Card Stud zum unerlässlichen Repertoire eines mit Gewinnerwartung antretenden Spielers.

Häufigkeit eines Stealversuches

Die Potodds in einer vollen Standardpartie mit acht Spielern für einen Steal betragen etwa 4:3 (8 x $1 Ante + $5 Forced Bet = $13 gegenüber einem riskierten Einsatz von $10 Complete), was bedeutet, dass er in etwa 40 Prozent von Erfolg gekrönt sein muss, um einen unmittelbaren Profit aufweisen zu können. Aber auch bei einer geringeren unmittelbaren Erfolgswahrscheinlichkeit ist der Stealversuch lohnenswert, da - eine günstige Ausgangslage vorausgesetzt - der Pot häufig zu einem späteren Zeitpunkt, wie etwa auf Fourth oder Fifth Street, eingesammelt werden kann.

Wie häufig ein Stealversuch angesetzt werden kann und welche Qualitätsanforderungen an die eigene Hand gestellt werden müssen, hängt auch ganz entscheidend davon ab, in welchem Limit wir uns bewegen. Am Wichtigsten ist das Verhältnis zwischen Ante und Limit, die sogenannte Ante/Limit-Ratio. In einer 10/20-Partie beträgt die Ante in der Regel 1, wir haben also eine Ratio von 10. In einer 40/80-Partie ist die Ante 5, die Ratio entsprechend 8. Es gibt sogar Livepartien mit einer Ante von 20 bei einem Limit von 60/120. Hier haben wir eine Ratio von nur 3. Je höher die Ratio, desto tighter wird normalerweise gespielt. Dass eine Partie mit einer Ratio von 3 dagegen extrem loose sein muss, erklärt sich von selbst.

Je höher die Ratio, desto leichter lassen sich also die Antes stehlen, da sie nur selten verteidigt werden. Je kleiner die Ratio, desto mehr sind die übrigen Mitspieler gezwungen, ihre Qualitätsanforderungen an Starthände zurückzuschrauben und entsprechend schwieriger wird es, einen Steal direkt auf der Third Street durchzuführen.

Voraussetzungen für einen guten Stealversuch

Beim Seven Card Stud sind für den Stealversuch auf der 3rd-Street zwei Faktoren von ausschlaggebender Bedeutung:

  • die Position
  • die offenen Karten der Mitspieler

In später Position, unmittelbar rechts vom Forced Bet, lohnt sich fast immer ein Complete als Stealversuch, falls alle anderen Mitspieler vorher gefoldet haben. Die Qualität der eigenen Starthand ist in dem Beispiel fast bedeutungslos. Sollte man in dieser Situation jedoch mit einem Raise durch den Forced Bet konfrontiert werden, muss man die eigene Hand aufgeben, wenn sie nicht unsere minimalen Qualitätsanforderungen der Starthandselektion erfüllt. Viele Spieler verlieren auf Dauer eine Menge Bets, weil sie zunächst einen Stealversuch starten, von ihrem Gegner geraist werden und dann passiv bis zur Fifth oder Sixth Street die Bets des Gegners weiterhin callen. Ein konsequenter Fold spart hier oft viel Geld, das überflüssig in den Pot investiert würde. 

In mittlerer Position ist ein Stealversuch fast immer lohnenswert, wenn alle vorhergehenden Spieler nach dem Forced Bet gefoldet haben und man selbst die höchste offene Karte hält. Aber auch mit einer kleineren Karte kann ein Stealversuch ein sehr gutes Manöver darstellen, sofern die eigene offene Karte komplett lebendig war und die nachfolgenden offenen Karten sich blockieren.

  • Beispiel 1: An einem vollen Tisch sind wir als dritter Spieler an der Reihe, nachdem das Bring-in von einem Spieler mit der offenen vorgenommen wurde. Die offene und die folden, wir selbst halten mit einer offenen . Nach uns kommen drei Spieler, die eine offene zeigen. In dieser Situation ist ein Complete sinnvoll, obwohl unsere Starthand eigentlich unspielbar ist. Die drei Spieler mit der blockieren sich gegenseitig und wir repräsentieren ein Paar Neunen. In der Mehrzahl der Fälle werden wir den Pot direkt auf der Third Street einsammeln können. Aber auch in diesem Beispiel gilt: Sobald wir mit einem weiteren Raise konfrontiert werden, sollten wir die Hand sofort aufgeben.

Steals in früher Position sollten grundsätzlich nur dann versucht werden, wenn man als offene Karte ein zeigt und kein weiteres offenes As zu sehen ist. Ein offenes As wird fast immer von den Mitspielern respektiert und nur selten nochmal geraist. Erfolgt wider Erwarten trotzdem ein Raise durch einen nachfolgenden Spieler, ist dies fast immer ein Zeichen für eine qualitativ hochwertige Starthand. Ob man das Raise nachbezahlt, sollte man im Wesentlichen von der Qualität der verdeckten Beikarten und der Einschätzung des Aggressionspotentials des Gegners abhängig machen. Wenn wir beispielsweise bei unseren Holecards eine weitere Karte halten, die die offene Karte des Raisers schlägt, sollte man durchaus bereit sein, den Bet zu callen. Mit einer Wahrscheinlichkeit von insgesamt 12 % verbessert sich direkt auf der Fourth Street die eigene Hand, indem sich das As oder die entsprechende Beikarte paart. Sollte sich die Hand jedoch nicht verbessern und der Raiser zeigt weiterhin Aggression, erfolgt auf der Fourth Street der Fold.

Verteidigung gegen Stealversuche

Wie man leicht erkennen kann, ist das Stehlen der Antes ein wichtiger Bestandteil des Spiels und natürlich werden auch unsere Mitspieler häufig versuchen, diese Strategie anzuwenden. In der Literatur wird ein sofortiges Raise des vermuteten Stealers direkt auf der Third Street empfohlen. Dieser Ansatz ist in vielen Fällen jedoch nicht optimal. Gerade gegen Mitspieler, die in hoher Frequenz und regelmäßig das Einsammeln der Ante auf der Third Street versuchen, ist es ratsam, das Complete zunächst nur zu callen. Fällt beim Gegner dann auf der Fourth Street eine relative bedeutungslose Karte und man selbst kauft eine Karte, die die Doorcard des Gegners schlägt, sollte man an dieser Stelle selbst die Initiative ergreifen und anspielen. Mit dieser Strategie wird wesentlich mehr Nachdruck und Seriosität aufgebaut, was häufig dazu führt, dass man den Pot uncontested auf der Fourth Street selbst einsammeln kann.

Entscheidend bei der Verteidigung gegen Stealversuche sind

  • eine relativ klare Profilerfassung der Mitspieler und
  • eine möglichst präzise Kenntnis ihrer jeweiligen Verhaltensmuster.

Die meisten Spieler verfallen immer wieder in die gleichen, oft stereotyp wirkenden Aktionsmuster. Genau hier bietet sich ein wirksamer Ansatz: Man antizipiert die Aktion des Gegners, indem man exakt das Gegenteil von dem macht, was er erwartet.

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