javascriptNotEnabled

Home / Archiv /

Grundlagen: Odds

Wahrscheinlichkeiten und Odds

Um die Wahrscheinlichkeit zu berechnen, seine Hand in Abhängigkeit von seinen Outs zu verbessern, gibt es zwei sehr einfache Faustregeln.
  • Die Faustregel für die Wahrscheinlichkeit des Eintreffens eines Draws mit der nächsten Karte lautet:
  • [Anzahl Outs] x 2

Diese Regel gilt sowohl am Turn als auch am Flop, wenn man wissen möchte, mit welcher Wahrscheinlichkeit man seinen Draw schon am Turn trifft.

  • Die Faustregel für die Wahrscheinlichkeit des Eintreffens eines Draws am Turn und/oder River lautet:
  • [Anzahl Outs] x 4

  • Beispiel I:

Wir halten am Turn einen Flushdraw (neun Outs). Unsere Chance, die Hand zu vervollständigen, beträgt nun [Anzahl Outs] x 2 = [Gewinnchance in Prozent]. Also:
9 x 2 = 18 %

  • Beispiel II:

Wir haben am Flop einen Gutshot-Straightdraw (vier Outs) und wollen wissen, mit welcher Wahrscheinlichkeit wir bis zum River unsere Straße komplettieren. Die Faustregel lautet nun: [Anzahl Outs] x 4 = [Gewinnchance in Prozent]. Also:
4 x 4 = 16 %

Berechnung von Odds

Wahrscheinlichkeiten lassen sich auch als sogenannte Odds darstellen, die beim Pokern oft sehr nützlich sind.
  • Als Odds bezeichnet man das Verhältnis zwischen der Wahrscheinlichkeit, nicht zu gewinnen, und der Gewinnwahrscheinlichkeit.

Die Gewinnwahrscheinlichkeit berechnet man wie im vorangegangenen Absatz beschrieben. Die Wahrscheinlichkeit, nicht zu gewinnen, beträgt dann:
[Wahrscheinlichkeit nicht zu gewinnen] = 100 % – [Gewinnwahrscheinlichkeit]
Im nächsten Abschnitt wird anhand von Beispielen erklärt, wie man Odds berechnet. Im Anschluss daran ist eine Oddstabelle abgebildet. Es ist praktischer, sich die wichtigsten Odds einfach zu merken, statt diese jedes Mal neu auszurechnen.

Beispiele für die Berechnung von Odds

  • Beispiel I:

Wir halten auf einem -Board für Middle Pair und wir vermuten, dass unser Gegner Top Pair hält (). Wir haben also fünf Outs – drei Asse und zwei Achten. Unsere Chance, die Hand zu verbessern, liegt also bei 10 % (5 Outs x 2). Die Wahrscheinlichkeit, unsere Hand nicht zu verbessern, berechnet sich demnach so: 100 % – 10 % = 90 %.
Die Odds sind nun [Wahrscheinlichkeit nicht zu gewinnen] / [Gewinnwahrscheinlichkeit]
In Zahlen: 90 % / 10 %. Dies lässt sich noch kürzen (beide Seiten durch 10 teilen), dann ergeben sich Odds von 9:1.

  • Beispiel II:

Wir haben auf einem -Board. Wir vermuten, dass unser Gegner Top Pair hält (). Wir haben in diesem Fall zehn Outs (drei Könige und drei Damen, jeweils für ein höheres Paar als das, das der Gegner hält, und vier Buben für eine Straße). Damit haben wir eine Gewinnchance von 20 % (10 Outs x 2). Die Wahrscheinlichkeit, unsere Hand nicht zu verbessern, berechnet sich nun so: 100 % – 20 % = 80 %.
Die Odds sind nun [Wahrscheinlichkeit nicht zu gewinnen] / [Gewinnwahrscheinlichkeit]
In Zahlen: 80 % / 20 %. Dies lässt sich noch kürzen (beide Seiten durch 20 teilen), dann ergeben sich Odds von 4:1.

Die Oddstabelle

Die Werte in der nachfolgenden Tabelle sind gerundet. Die Odds, die besonders wichtig sind bzw. häufig auftauchen, sind hervorgehoben. Es empfiehlt sich, die hervorgehobenen Zeilen auswendig zu lernen

 

Potodds und Anwendung in der Praxis

Um zu entscheiden, ob man passen oder weiterspielen sollte, berechnet man wie oben beschrieben die Odds („Odds Flop bis Turn") und vergleicht diese mit den Potodds. Die Potodds sind das Verhältnis zwischen der Gesamtgröße des Pots und dem Einsatz, den man callen muss. Die Gesamtgröße des Pots setzt sich aus den Chips, die bereits im Pot liegen, sowie allen Einsätzen, die in der aktuellen Setzrunde gemacht wurden, zusammen. Sind die Potodds höher als die Odds, sollte man callen (oder in Ausnahmefällen erhöhen). Sind die Potodds kleiner als die Odds, sollte man passen.
  • Beispiel I:

Wir halten einen Flushdraw (neun Outs) am Flop und im Pot sind $4. Unser Gegner setzt einen Dollar. Nun befinden sich also $5 im Pot ($4 + $1, die der Gegner gerade gesetzt hat) und wir müssen $1 callen. Das sind Potodds von 5:1. Unsere Odds betragen laut Tabelle hingegen 4:1. Also sollten wir callen.

  • Beispiel II:

Wir halten einen Gutshot-Straightdraw (vier Outs) am Flop und im Pot sind $25. Unser Gegner setzt $5. Nun sind $30 im Pot ($25 + der $5-Einsatz des Gegners) und wir müssen $5 callen. Unsere Potodds sind also 30:5. Gekürzt, also durch 5 geteilt, ergeben sich Potodds von 6:1. Die Odds, die Hand zu gewinnen, sind allerdings laut Tabelle 10:1. Also reichen die Potodds nicht aus und wir sollten folden.

Spielen gegen ein All-in

Sind wir am Flop mit einem All-in konfrontiert, können wir dieselben Berechnungen anstellen wie oben beschrieben, allerdings kann die Spalte „Odds Flop bis River" herangezogen werden. Ist der Gegner all-in, haben wir nämlich den Vorteil, dass auf keinen Fall am Turn noch einmal gesetzt werden kann. Wenn wir callen, sehen wir also nicht nur den Turn, sondern auch garantiert den River, ohne weitere Chips riskieren zu müssen.
  • Beispiel:

Wir halten einen Open-ended Straightdraw (acht Outs) am Flop. Im Pot sind $50 und unser Gegner geht für $25 all-in. Unsere Potodds betragen also 75:25 (im Pot sind $50 plus der $25-Einsatz des Gegners). Gekürzt ergeben sich Potodds von 3:1. Falls wir jetzt callen, sehen wir noch die Turn- und die River-Karte. Also betragen unsere Odds laut der Spalte „Odds Flop bis River" 2:1. Die Potodds sind demnach höher als die Odds und wir sollten callen.

Fazit

Das Berechnen von Odds, Outs und Wahrscheinlichkeiten ist zunächst etwas schwierig und mühsam. Es lohnt sich allerdings, sich damit zu beschäftigen. Wenn man häufig mit Draws weiterspielt, ohne ausreichend hohe Odds zu haben, ist das langfristig ein erheblicher Nachteil. Natürlich gibt es immer Gegner, die sich nicht für Odds interessieren und viel zu häufig mitgehen. Solche Spieler werden gelegentlich Glück haben und einen Pot gewinnen, meistens werden sie allerdings verlieren und dafür bezahlen. Es ist ebenfalls schlecht, Draws zu passen, obwohl man ausreichend gute Odds hat. Dieser Fehler ist weniger verbreitet, führt aber ebenfalls zu einem erheblichen Nachteil, wenn man ihn regelmäßig begeht. Wenn man die Strategien aus diesem Artikel konsequent anwendet, kann man beide Fehler vermeiden und sich einen erheblichen Vorteil gegenüber seinen Gegnern erspielen.

Sollten noch Fragen offen sein, dann besucht das Forum von IntelliPoker.
In order to comment, you must login or register
Quiz
Neu hier? Nimm an unserem Einstufungstest teil und starte so deine Pokerausbildung.
Schon Mitglied? Melde dich hier an
javascriptNotEnabled
Lerne Von Einsteiger- bis zu Expertenstrategien
Trainiere Verbessere dein Können mit Hilfe unserer Trainer
Gewinne! Etabliere dich als Gewinner
/JETZT SPIELEN/
The League Willkommen zu The League von IntelliPoker, der größten Online Poker-Li...
The League – sichere dir jeden Monat kostenlose Preise!
Mehr