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Die Pokerblätter im Detail

Die Hände im Detail

Insgesamt gibt es also zehn verschiedene Pokerhände, die im Folgenden genauer erläutert werden.

Höchste Karte (Highcard)

Sollte einem Spieler keine Kombination gelingen, die ein Paar oder etwas Besseres enthält, so ist beim Showdown die höchste Karte entscheidend.

  • Beispiel:

Wir halten und in der Mitte des Tisches liegen . Somit haben wir nichts weiter als das als höchste Karte. Nehmen wir nun an, unser Showdown-Gegner hält in der Hand, dann hat er den König als höchste Karte. Da unser As aber eine höhere Wertigkeit hat als sein König, gewinnen wir die Hand.

Ist die höchste Karte gleich, zählt die zweithöchste Karte, ist diese ebenfalls gleich, die dritthöchste usw. Diese Karten, die am Ende den Ausschlag geben, werden als Kicker bzw. Beikarten (siehe unten) bezeichnet.

  • Noch ein Beispiel:

Spieler 1 hält .
Spieler 2 hält .

Das Board zeigt .

Beide Spieler haben Highcard Ace (ein As als Highcard). Spieler 1 gewinnt aber, da er als zweitbeste Karte (Kicker) einen König hat, sein Gegner nur eine Dame.

Ein Paar (One Pair)

 

Können wir eine Hand bilden, die zwei Karten vom selben Wert enthält, haben wir ein Paar.

Hat uns der Dealer also z. B. zugeteilt und es werden aufgedeckt, können wir mit unserem König ein Paar bilden. Sollte unser Gegner ebenfalls einen König halten, so entscheidet der höchste Kicker, sofern unser Gegner nicht ein zweites Paar bilden kann. Eine weitere Möglichkeit ist, dass sich bereits auf dem Board ein Paar befindet (z. B. ). Dieses besitzen dann alle Spieler und nun geht es darum, entweder ein zweites Paar oder etwas Besseres zu bilden - oder es entscheiden wieder die besten Kicker.

  • Beispiel:

Spieler 1 hält .
Spieler 2 hält .

Das Board zeigt .

Spieler 1 hat also die sieben Karten zur Verfügung und bildet daraus das beste Blatt , das ein Paar Asse enthält. Spieler 2 dagegen hat die Karten verfügbar, um sein Blatt zusammenzustellen. Das Resultat ist mit ein Paar Damen. Demnach gewinnt Spieler 1.

Zwei Paare (Two Pair)

 

Ein Spieler hat zwei Paare, wenn er eine Hand bilden kann, die jeweils zwei gleiche Kartenwerte enthält.

  • Beispiel: 

Wir halten erneut . Das Board bringt . Damit können wir zwei Paare bilden, Asse und Könige.

Liegt bereits ein Paar auf dem Board, z. B. mit , dann können wir dieses selbstverständlich verwenden und müssen mit unseren Holecards noch ein zusätzliches Paar treffen, um zwei Paare bilden zu können (hier wäre unsere beste Hand dann ).

Befindet sich ein Paar in den Communitycards und ein Paar in unseren Holecards, können wir daraus ebenfalls zwei Paare bilden.

  • Weiteres Beispiel:

Spieler 1 hält .
Spieler 2 hält .

Das Board zeigt .

Spieler 1 hat zwei Paare Könige und Damen und gewinnt gegen Spieler 2, der zwei Paare Damen und Siebenen hält.  

Drilling (Set oder Three of a Kind)

 

Um einen Drilling zu halten, brauchen wir drei Karten desselben Wertes.

Drillinge werden nochmals nach ihrer Entstehung unterschieden: in Sets und Trips.
 
Ein Set hält derjenige, der ein Paar in seinen verdeckten Holecards hat und eine der Communitycards denselben Wert besitzt. Haben wir also und das Board zeigt , haben wir mit ein Set getroffen.

Von Trips spricht man, sobald die Communitycards ein Paar enthalten und wir die entsprechende dritte Karte in unseren Holecards haben, also z. B. bei einem -Board (unsere Hand ergibt dann: ).

Ein Set ist erheblich stärker als Trips, da bei Trips die Gefahr besteht, dass ein Gegner denselben Drilling hat, aber vielleicht mit einem besseren Kicker oder sogar als Full House.

  • Beispiel:

Spieler 1 hält .
Spieler 2 hält .

Das Board zeigt .

Spieler 1 hat einen Drilling Neunen, ein As und die Zehn als Kicker. Er verliert gegen Spieler 2, der in seiner Hand einen Drilling Neunen, ein As und den König als Kicker hat.  

Straße (Straight)

 

Eine Straße (Straight) besteht aus fünf direkt aufeinanderfolgenden Karten.

  • Beispiel:

Wir halten   und es werden   als Gemeinschaftskarten aufgedeckt. Damit können wir eine Straße bis zur Dame bilden ().

Sobald zwei oder mehr Spieler eine Straight halten, gewinnt die, die das höhere Ende hat. Eine Straße von bis ist also besser als eine Straße von bis .

Bei der Zusammensetzung einer Straight kann das As auf unterschiedliche Art und Weise genutzt werden. Es kann die höchste, aber auch die niedrigste Position einnehmen, also das Ende () oder den Anfang () bilden. Diese spezielle Straße mit dem As zu Beginn wird im Pokerjargon häufig auch als Wheel (Rad) bezeichnet, da es die höchste und die niedrigste Karte verbindet. Eine Straße über das As hinweg (z. B. ) ist hingegen nicht möglich.

  • Noch ein Beispiel:

Spieler 1 hält .
Spieler 2 hält .

Das Board zeigt .

Spieler 1 hat eine Straße von der Neun bis zum König () und gewinnt gegen Spieler 2, der nur eine Straße bis zur Dame () hält. 

Flush

 

Ein Flush wird aus fünf Karten derselben Farbe gebildet, die nicht aufeinanderfolgen (sonst handelt sich um einen Straight Flush, der höherwertig ist und weiter unten beschrieben wird.). Für einen Flush ist also zunächst nur entscheidend, dass die Farben oder Suits (also Pik, Herz, Karo, Kreuz) gleich sind. Um welche Farbe es sich handelt, spielt keine Rolle, und die Höhe der Karten ist nur ein untergeordnetes Kriterium.

  • Beispiel:

Unsere Holecards sind . Der Flop bringt . Wir haben einen Flush gefloppt. Und da wir den Flush bis zum As halten, ist das auch der bestmögliche (der Nutflush).

Haben zwei Spieler einen Flush, gewinnt der Spieler mit der höchsten Karte in seiner Hand. Ist diese gleich, gewinnt der mit der zweithöchsten Karte in seiner Hand usw.

  • Hierzu ein Beispiel: 

Spieler 1 hält .
Spieler 2 hält .

Das Board zeigt .

Spieler 1, der einen Flush mit der hat, verliert gegen Spieler 2, der einen Flush mit der bilden kann. 

Full House

Ein Full House wird aus einem Drilling und einem Paar gebildet.

  • Beispiel:

Wir halten abermals .  Das Board zeigt , wodurch wir ein Full House bilden können ().

Sollten in einem Spiel mehrere Spieler ein Full House halten, so entscheidet zunächst der Drilling darüber, wer gewinnt. Haben die Spieler denselben Drilling, so ist das Paar entscheidend.

Umgangssprachlich wird ein Full House auch als Boat (Boot) bezeichnet. 

  • Beispiel:

Spieler 1 hält .
Spieler 2 hält .

Das Board zeigt .

Spieler 1 hat ein Full House Aces full of Sevens (ein Full House bestehend aus einem Drilling Asse und einem Paar Siebenen) und gewinnt damit gegen Spieler 2, der ein Full House Sevens full of Fives (ein Full House bestehend aus einem Drilling Siebenen und einem Paar Fünfen) hat. 

Vierling (Quads oder Four of a Kind)

 

Ein Vierling, auch Quads genannt, besteht aus vier Karten desselben Wertes.

Haben zwei Spieler einen Vierling, was äußerst selten vorkommt, dann gewinnt der Vierling mit dem höheren Kartenwert. Ein Vierling   ist also weniger wert als ein Vierling   usw.

  • Ein Beispiel:

Spieler 1 hält .
Spieler 2 hält .

Das Board zeigt .

Spieler 1 hat einen Vierling Zehnen und verliert hier gegen den Vierling Asse von Spieler 2.

Haben zwei Spieler denselben Vierling (was nur dann sein kann, wenn der Vierling auf dem Board liegt), dann entscheidet die höchste fünfte Karte, also der Kicker.

Straight Flush

Ein Straight Flush ist eine Straße, bei der alle fünf aufeinanderfolgenden Karten dieselbe Farbe haben. 

  • Beispiel:

Sind unsere Holecards und es erscheinen auf dem Flop, halten wir einen Straight Flush mit der als höchster Karte.

Auch hier gilt: Haben zwei Spieler einen Straight Flush, so gewinnt der mit der höchsten Karte in seiner Hand.

  • Beispiel:

Spieler 1 hält .
Spieler 2 hält .

Das Board zeigt .

Spieler 2 hat einen Straight Flush von der   bis zur   und gewinnt gegen Spieler 1, der einen Straight Flush von der   bis zur   hat.

Royal Flush

 

Der Traum eines jeden Pokerspielers ist der Royal Flush – das absolut beste und das einzige unschlagbare Blatt im Poker.

Ein Royal Flush kann aus einer Straße in gleicher Farbe von der Zehn bis zum As gebildet werden. Er kommt äußerst selten vor, da es von den insgesamt etwa 2,6 Mio. möglichen Pokerhänden nur exakt vier gibt, die einen Royal Flush bilden, nämlich

  • in den Farben , ,   und .

Man wird also nicht sehr häufig Zeuge seines Erscheinens und viele Spieler warten zum Teil Jahre, bevor Sie endlich einen Royal Flush am eigenen Tisch erleben.

Sollten noch Fragen offen sein,  besucht das Forum von IntelliPoker.

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