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The Daily Grind - Leid und Freud eines professionellen MTT-Grinders

/Jul/2012

A Visit to Vegas - Part III.

Von: Pimola @ 19:56 (CEST) / 978 / Kommentar ( 2 )

Moin Leute!


Wie bereits im letzten Eintrag erwähnt, schaffte ich es in Day2 des 1.500$ Event #43 der WSOP.
Mein Weg dorthin verlief jedoch alles andere als smooth, sondern war eine regelrechte Achterbahnfahrt.
Das Turnier startet mit 4.500 chips (immer das BI des jeweiligen WSOP Events mit 3 multipliziert ergibt den Startstack) und hat 60min blindlevels mit einer relativ schlechten Struktur. Die blinds starten mit 25/25, aber überspringen später dann einige Zwischenlevel, sodass man nach 5 oder 6 Stunden erstmal an einen Punkt kommt, an dem der average ca. 25 bb beträgt. Zum Ende hin wird das Turnier dann, afaik, aber wieder deeper. Da könnte man ja mal Dominik Nitsche fragen. :tongue:

Zu Anfang lief das Turnier relativ gut und ich konnte am ersten Tisch meinen stack ohne große showdowns auf 7k chips aufbauen. Dann kostete mich eine simple 2nd barrel, im vierten Level (100/200), mit vom BU gegen den BB auf einem rainbow board jedoch ungefähr die Hälte meines stacks. Da mich der Fisch in der Hand am turn check/shovte, gehe ich mal davon aus, dass er meistens nen 2pair oder besser hielt. Da sieht man halt, dass die Struktur nicht so Bombe ist, wenn man nach einem simplen play wie einer 2nd barrel nurnoch halben stack left hat.
Zu dem Zeitpunkt war ich bereits an meinem zweiten Tisch und wurde nachdem ich 2 orbits nur gefoldet hatte direkt nochmal gemoved.
Am nächsten Tisch shippte ich dann vom BB für meine restlichen 14bb gegen einen BU openraise auf 2.5-3bb und der BU tankte mit maximal 35bb stack ca. eine halbe Minute, bevor er mich mit callte. Solid nitrollamentz! :)
Dafür kam dann auch der K am river und ich hatte wieder etwas stack. Weitere 2-3 orbits extremen Kartentodes folgten, sodass ich, als der Tisch erneut aufgelöst wurde und ich an einem Neuen Platz nahm, wieder auf ca. 20bb runter war. Dort foldete ich dann auch fleißig mein 73o und dergeichen bis ich im BB bekam. Es war eine der letzten Hände vor der dinnerbreak und die blinds waren glaube ich bei 150/300/25. Eine jüngere, augenscheinlich relativ solide, asiatische Spielerin, die in den ersten 2 orbits am Tisch aktiv agiert hatte, eröffnete aus UTG3 und hatte selber ca. 30bb. Ich glaube 4 Spieler callten, sodass ein extrem hoher Betrag an deadmoney im pot lag. Da die blinds nach der Pause auf 200/400/50 ansteigen würden und ich dann mit meinen 6k chips nurnoch 15bb halten würde, entschied ich mich für einen squeezeshove, der erstens gegen UTG für alle coldcaller super stark aussehen würde und die initial raiserin einfach selbst UTG eine weite range hielt, sodass ich mir mit blockern genug FEQ gab. Mit meiner stacksize muss man halt jeden knappen spot nutzen. Sie hielt leider mit den besten Teil ihrer range und ich war in schlechter Verfassung. Turn und river erledigten aber dann den Job auf besonders eklige Weise und ich hatte wieder stack.
Ich konnte also mit guten Neuigkeiten in die dinner break gehen und etwas mit meinem suckout Glück braggen. 8)


Hier sieht man den Essbereich der Poker Kitchen, in der sich die meisten Pokerspieler der WSOP während des grinds verköstigen. Der Eingang ist ganz hinten links an der schwarzen Trennwand. Dahinter gibt es dann mehrere Stände mit verschiedenen Essensangeboten.
Von Japanischen Bento Boxen, über Chinesisch, Mexikanisch, amerikanisches fastfood, eine Salatbar bis hin zu einer Smoothiebar, gibt es dort so ziemlich alles was man sich wünschen kann. Preislich gesehen geht es auch noch klar. Ein Gericht kostet meistens 14-16$ und ein smoothie stolze 8$. Aber besser als Verhungern und außerdem kann man sein rakeback, was man im Rio ergrindet, für die Poker Kitchen nutzen, was dann schon akzeptabel ist.

Nach der dinner break, um ca. 19-20 Uhr ging, es dann noch bis 2 Uhr Nachts weiter und es kam nurnoch zu drei wirklich großen Händen bis zum Ende des Day1.

Auf die Hände möchte ich nochmal im Detail eingehen, da sie durchaus etwas komplexere Gedankengänge haben könnten.

Hand 1

Ich halte in MP1 und minraise bei 200/400/50 auf 800. Mein stack ist so ca. 11-12k.
Der BU (15k), ein etwas looserer schlechter Spieler, der ne Menge table talk macht, callt und Ismael Bojang (14k), ein guter deutscher Reg, callt im BB mit den Worten "Okay, I'll JUST call." Keine Ahnung ob man daraus ableiten kann, dass seine Hand durchaus auch squeezefähig wäre, oder ob es ne zufällige Aussage war.

Flop (pot: 3050):
BB checks, Hero bets 1350, BU folds, BB shoves AI for ~11-12k, Hero calls

In dieser Situation ist sein overshove schon ziemlich weird. Er hält in seiner range halt imo kein AK, da er mich zumindest vom Sehen her aus Österreich kennen sollte und wahrscheinlich weiß, dass ich keine nit bin. KK könnte er slowplayen, TT und 88 liegen in seiner range, aber da war ich mir ziemlich sicher, dass er nicht overshoven würde, da es einfach ne komische valueline wäre.
Selbst wenn er solche Hände shoved, habe ich meistens noch 9-12 direkte outs + zwei backdoor gutshots. Also habe ich selbst im worst case noch gute 25% equity.
Dazu kommt jedoch, dass ich viele der Möglichen draws dominiere, oder zumindest pot equity technisch noch gegen sie vorne liege. Dazu gehören offensichtlich die ganzen schlechteren flushdraws, aber auch die möglichen OESDs mit QJ und J9.
Nach einer Minute des Nachdenkens über seine range entschloss ich mich zu einem call. Er zeigte mir und war weit vorne. Der shove ist auf jedenfall relativ sexy, da er mich quasi in einen sehr lighten herocall reinleveln kann, da ich auf diesem board quasi nie mit complete air, sondern häufig mit TP + oder starken (Kombo-)draws cbette und demnach einfach eine range halte, die häufig die Möglichkeit für herocalls hat.
Am turn kam jedoch direkt die und nachdem der river nicht das board pairte, war ich auf ca. 25k up. Mit meinem Kommentar "Nice shove!" und seiner Antwort "Thanks, I knew I'd get all of your chips.", war dann wohl auch klar, dass wir beide wohl den selben Gedanken, zumindest nach der Hand hatten.^^
Das war eine sehr wichtige Hand, in der ich gut chips dazugewinnen konnte, die ich jedoch, um mal direkt zu spoilern, nicht lange bei mir behalten konnte.

Fortsetzung folgt...


Zum Abschluss noch ein Foto des Rios von unserem Hotelzimmer aus.


Keep on readin'!

Euer Pimola

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