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The Daily Grind - Leid und Freud eines professionellen MTT-Grinders

/Dez/2011

Der Stellenwert von Handanalysen und Handdiskussionen

Von: Pimola @ 17:16 (CET) / 543 / Kommentar ( 1 )

Moin Leute!

Für meinen ersten blogeintrag habe ich, anlässlich der "Hands of the Month"-Promotion, die ich in Zukunft immer am Ende des Monat zusammen mit Niko aka "die linken" in einem Double Feature Coaching moderieren werde, das Thema Handanalysen und Handdiskussionen gewählt.

Viele unerfahrene Spieler wollen oftmals spielen, spielen, spielen und immer mehr Erfahrung an den Tischen sammeln. Dabei vergessen viele, sich mit ihrem eigen Spiel auseinanderzusetzen und am eigenen Spiel auch theoretisch zu arbeiten.
Besonders am Anfang einer Pokerkarriere macht man noch sehr viele Fehler im Spiel und die Zeit die man ins Pokern investiert, ist, da meistens die gespielten Limits auf Grund niedriger BR auch eher klein ausfallen, eher schlecht entlohnt.
Hier gilt es also sich schnell weiterzuentwickeln und möglichst schnell in den limits aufzusteigen um dann mit einer höheren winrate auf höheren limits Volumen zu erzeugen. Das bedeutet im Optimalfall, dass man am Anfang seine Zeit zu 80% in Theorie und 20% in Praxis investiert. Je erfahrener man wird, desto stärker verschieben sich die % zugunsten der Praxis.

Die vielleicht wertvollste Maßnahme sich theoretisch weiterzubilden sind, imho, Handanaylsen bzw. Diskussionen mit anderen Spielern über gespielte Hände oder auch erfundene Handszenarien.
Hier ist es hilfreich wenn die anderen Spieler zumindest auf einem gleichen Niveau spielen, bzw. sogar besser sind, da man sonst keine/wenig fortgeschrittenere Gedankengänge mitgeteilt bekommen würde.
Mit der Zeit sind diese Handanalysen immer populärer geworden, jedoch fällt mir immer wieder auf, dass insbesondere unerfahrene Spieler nicht wissen wie genau man am besten Handanalysen postet, oder teilweise auch selber an die Analyse einer fremden Hand falsch oder suboptimal herangehen.
Mit diesem Blogeintrag möchte ich euch ein paar Richtlinien geben, die das Analysieren nicht nur einfacher sondern auch produktiver für alle machen.


Das Posten von Händen:

1. übersichtliche und strukturierte Darstellung
2. kein Ergebnis posten
3. eigene, möglichst detailreiche, Gedankengänge posten

1.
Jeder der einen Handanalysethread öffnet wird auf den ersten Blick entscheiden ob er Lust hat diese Hand zu bewerten oder nicht. Je übersichtlicher und angenehmer zu lesen eine Hand wirkt, desto attraktiver wird sie für potenzielle Leser, sich intensiver mit ihr auseinanderzusetzten.
Eine HH (Handhistory) die nur mit copy&paste eingefügt und ohne Gedanken mit einer Frage wie "Wie spielt ihr das hier?" in einen thread geklatscht wurde, wird verständlicherweise selten motivierend auf die anderen user wirken.
Eine mit Hilfe eines hand converters übersichtlich und ggbf. farbig dargestellte Hand, die durch einen ausführlichen Text mit reads und Gedankengängen komplettiert wird, entlockt schon häufiger mal den einen oder anderen Kommentar. 4 farbige Decks und genügend Absätze sorgen dabei für zusätzliche Übersichtlichkeit.

2. Besonders wichtig ist es dafür zu sorgen, dass die Kommentare der anderen user objektiv bleiben, sodass man am Ende eine möglichst spieltheoretisch optimale line für sich herausfiltern kann.
Das posten eines Ergebnisses ist in dieser Hinsicht extrem hinderlich, da es jeden user der die Hand ließt, wenn auch nur unterbewusst, in seiner Objektivität beeinflusst. Manch einer wird sagen, dass er auch das AI callen würde, weil er weiß dass der Gegner aus der Hand geblufft hatte. Manch anderer wird behaupten nen toughen fold zu finden, weil er gesehen hat, dass villain in der Hand die nuts hielt und hero beim bluffcatchen gebusted wurde.
Am besten ist es da einfach das Ergebnis zu löschen und die Hand möglichst offen zu lassen, sodass alle Kommentare sich auf ranges beziehen müssen und nicht auf die einzelnen Hände die hero und villain exakt in der zu analysierenden Hand hielten.

3. Für eine wirklich gut zu analysierende Hand ist es außerdem essenziell, dass die Gedankengänge von hero nachvollziehbar sind. Dies wird durch eine möglichst detailreiche Schilderung der eigenen Gedankengänge, am besten von street zu street, gewährleistet.
Da es das Ziel aller sein sollte, möglichst viel lehrreiches aus einer Handanalyse zu ziehen, d.h. bestenfalls leaks, also z.B. Fehler in den eigenen Gedankengängen oder der Spielweise, aufzudecken, sollte man wirklich darauf achten möglichst viel Informationen für die user zu Verfügung zu stellen.
Nur dadurch wird es den anderen möglich gemacht, hero's Spiel nachvollziehen zu können und ggbf. mit Rat zu besseren Spielweisen zur Seite zu stehen.

Als Beispiel könnte man z.B. folgende Hand nehmen, die ich im "Bluff of the Month" Thread gepostet habe.


Das Analysieren von Händen:

Auch bei einer Analyse fremder Hände passiert es schnell das man sich beeinflussen lässt. Der primäre Fehler, den viele user hier machen, ist das Durchlesen des kompletten threads bevor man sich wirklich Gedanken über die zu bewertende Hand gemacht hat. Bis man letztendlich anfängt eine eigene line in einer Antwort zu verfassen, hat man dann oftmals schon seine eigenen ursprünglichen Gedanken mit derer bereits geposteter Antworten anderer user vermischt.

Als Lösung bietet sich hier die folgende Methode an:
Man ließt als erstes die gepostete Hand und die Gedankengänge vom hero. Danach klickt man auf "Antworten" und schreibt erstmal die generellen eigenen Gedanken auf, die einem spontan zu der Hand einfallen. Daraufhin ließt man die Antworten der anderen user und vergleicht das gelesene mit den eigenen bereits niedergeschriebenen Gedanken.
Auf diese Weise fallen einem teilweise Fehler im eigenen Gedankengang auf, oder man erhält Bestätigung in der eigenen line durch Parallelen zwischen der eigenen Antwort und fremden Antworten.
Nachdem man alle posts gelesen hat, bleibt es einem natürlich selbst überlassen die ursprünglichen Gedanken nochmal umzuschreiben oder spezifisch auf vorherige Antworten einzugehen.

 

Ich spreche hier aus eigener Erfahrung und kann nur sagen, dass Handdiskussionen mit anderen Spielern, sei es über online Plattformen wie das Handanalyse Forum von IntelliPoker, private Diskussionsrunden, oder einfach direkt live zu meiner wichtigsten Ressource gehören, durch die ich mein Spiel bisher weiterentwickeln konnte. Die von mir oben beschriebenenen Richtlinien sind meine persönlichen Herangehensweisen an Handanalysen und haben sich mit der Zeit bewehrt. Hoffentlich konntet ihr selber etwas aus diesem Blogeintrag mitnehmen und werdet in Zukunft unter Umständen aktiv in unserem Handanalyseforum hier auf IntelliPoker teilnehmen. Ich kann es immer nur wiederholen: Es lohnt sich! :wink:

Dies war also mein erster Blogeintrag. In Zukunft werd ich in regelmäßigen Abständen sowohl über meine Pokerkarriere, als auch über mein reallife bloggen. Unter Umständen werde ich nochmals meinen "Down Under Grind"-Blog wiederbeleben, in dem ich damals über meine Reise durch Neuseeland und Australien berichtet hatte.

So far so good!


Keep on grindin', keep on postin'!

Euer Béla aka Pimola aka GrafM

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