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The Daily Grind - Leid und Freud eines professionellen MTT-Grinders

/Jul/2012

Pimola im WSOP Main Event - key hands Analyse

Von: Pimola @ 02:34 (CEST) / 748 / Kommentar ( 0 )

Moin Leute!

Bin leider spät an Tag 1 busted. Ich versuche für euch jetzt mal zusammenzufassen, wie das Turnier für mich ablief. An sich hatte ich einen super soften Tisch mit maximal einem Spieler, der wirklich gut war.

Innerhalb des ersten Blindlevels (50/100) mit 30k Startstack hab ich den Tisch ziemlich hart dominiert und meinen stack ohne große showdowns auf 45k aufbauen können. In diesen Situationen hatte ich zwar auch nie wirklich gute Hände, jedoch gaben meine Gegner einfach meistens gegen meine cbet oder 2nd barrel schon auf.

Im zweiten Level (100/200) wehrten sich meine Gegner dann langsam gegen meine häufigen 3bets und auch gegen meine cbets. Ob sie langsam gegen meinen Spielstil adapteten oder einfach nur besser das board trafen, kann ich natürlich nicht mit Sicherheit sagen, jedoch verlor ich langsam den Großteil aller Pötte.

Hand 1.

In einer Hand raise ich KsTc aus MP auf 525 und der einzig junge augenscheinlich fähige Spieler am Tisch callt am BU. Er war mir bereits durch loose BU calls (96s) und eine geringe 3betting Frequenz aufgefallen. Der BB overcallt.

Flop (pot: 1675): As7s5s
BB checks, Hero bets 950, BU calls, BB folds

Turn (pot: 3575): Qh
Hero bets 2025, BU calls

River (pot: 7625): 6h
Hero checks, BU bets 3475, Hero folds


Den flop mit meiner Hand zu cbetten sollte relativ standard sein, am turn kommt für seine range eine weitere scarecard. Ich bette den turn auch extra größer um schwache draws wie JT oder 98 mit einem spade oder weake pairs zum folden zu bringen.
Der Gegner war bisher auch eher der Typ, der am turn seine 2nd pairs gegen meine 2nd barrels nach etwas nachdenken gefoldet hat. Nachdem er callt, kann ich mir ziemlich sicher sein, dass er hier entweder nen bluffcatcher wie Ax, teilweise mit redraw hat, oder er seine range underrepped und nen 2pair, set oder flopped flush nur called. Der Vorteil für ihn ist mit solchen Händen einfach, dass er mehr value von meiner kompletten range extrahieren kann, solange der turn und river blanken, da ein raise am flop oder turn halt schon extrem stark aussieht und weakere holdings (wie eben mein KT oder auch schwache TPs zum folden bringen würde).
Den river gebe ich dann auf, da ich mir fast 100% sicher bin, dass er am river eine weitere bet immer nochmals callen würde, da er sich sonst am turn den early exit genommen hätte.
Jetzt bettet er aber überraschend. Eigentlich hätte ich erwartet, dass er in dem spot mit SD-value behindcheckt und den pot sicher nach Hause shipped. Er hält jetzt also nurnoch value Hände oder bluffs in seiner range. Ich habe in dem spot bestimmt eine Minute getankt, ob ich am river den herocall mit King high gegen seine busted 1card flushdraws auspacke.
Jedoch hat fast seine komplette FD range einfach immernoch ein pair dazu und wird super häufig behindchecken. Da ich am river teilweise check/calle mit sowas wie AK, AJ und AT, kann er aber durchaus noch thin valuebetten mit weakeren 2pairs. Natürlich kann er auch noch sets und made flushes haben, die offensichtlich auch valuebetten werden.
Nach langem überlegen habe ich dann gefoldet, da er wie gesagt fast nie pure air in seiner range hat. Im nachhinein kam mir noch die Idee, dass es ein spot sein könnte in dem man am river den sicko check/shove auspackt um den Gegner zum herofold zu bringen. Wichtig ist hier, dass ich selber den Ks halte und somit villain niemals nuts halten kann. Die Frage ist jedoch, ob er hier wirklich nen 2pair am river noch bettet oder nurnoch made flushes bettet. Dazu kommt noch, dass er dazu auch noch fähig sein muss einen flush, ein set oder dergleichen am river nach einer bet zu folden.
Da ich, bei seinem Reststack, ca. 18k investieren müsste um 11k zu gewinnen und es einige unsichere Faktoren gibt, ist es aber selbst in der Retrospektive ein play, was man durchaus weglassen kann und lieber die varianzarme c/fold line wählt. Trotzdem wäre es nen bosslike play, wenn es so klappen würde. 8)

Hand 2.

Dann kam eine sehr entscheidende Hand:

Ich hatte 2 Hände zuvor den Bu gegen einen realtiv aktiven CO openraise ge3bettet und auf die 4bet aufgegeben.
Dann bekam ich AdAc am HJ und einer der besseren Spieler am Tisch, der aber immernoch schlecht war, openraised UTG auf 525. Ich 3bette mit meiner typischen size auf 1125, alle anderen folden und er callt relativ schnell, wie er es auf Grund meines sizings immer gemacht hat. Gegen mein sizing wird halt einfach, auf Grund der guten odds, sehr selten preflop gefoldet, solange die Gegner halbwegs schön anzusehende Karten halten. :tongue:

Flop (pot: 2550): Jh8d5h
UTG checks, Hero bets 1175, UTG calls

Turn (pot: 4900): 5s
UTG checks, Hero bets 3200, UTG calls

River (pot: 11300): Tc
UTG checks, Hero bets 7225, UTG moves AI for ~17000


Der flop war ziemlich okay für mich, es liegen zwar draws, aber an sich gibt es für AA deutlich schlimmere boards. Der turn kommt ziemlich optimal, da es eine ziemliche blank ist und außerdem die Wahrscheinlichkeit, dass er 55 hält, um 2 Kombinationen unwahrscheinlicher geworden ist.
Am river überlegt er kurz und schaut auf seinen stack, was oftmals ein Zeichen ist, dass villain überlegt zu betten. Ich sah es in dem spot als Zeichen, dass er ggbf. JT hält und es vllt gegen meine QJ-AJ Kombos for value donkbetten will, da er Angst hat, dass ich behindchecke.

Nach seinem river c/shove bekomme ich odds von 3.5-4:1 und muss ergo in ca. 20-23% vorne liegen um callen zu können.
Bessere Kombinationen die er for value am river c/shoven würde sind eine Kombo 55, drei Kombos JJ, drei Kombos 88, drei Kombos TT, und ggbf. noch zwei Kombos flushdraws die am river den gutshot treffen (9h7h und Qh9h).
Ob er mit TT zum river kommt oder 9h7h bzw. Qh9h wirklich gegen die 3bet defended, könnte fraglich sein, aber an sich ist es immer besser eine pessimistischere Herangehensweise zu wählen.

Live am Tisch redete ich mir ein, dass er QQ und KK und vllt sogar JT am river teilweise valueshoved. Selbst wenn wir nur QQ und KK in seine valueshovingrange nehmen, sind das schon
12 Kombinationen.
Seine besseren valueshoving Kombos sind insgesamt auch nur 12. Ergo habe ich hier quasi 50% equity.

Leider wird im Main Event super selten am river ohne nuts gecheck/shoved, selbst gegen einen vom Image her super aggressiven Spieler wie mich. Im Nachhinein muss man wohl sagen, dass es ein snapfold am river ist, da der Gegner hier nie nen knappen valueshove gegen meine große polarisierende riverbet auspackt.

Hand 3.

Danach hatte ich dann noch so 15-20k stack und es war mir nicht möglich irgendetwas auf die Reihe zu bekommen. Ich traf quasi ne einen flop und blindete langsam down.
Kurzzeitig hatte ich nochmal ein paar cardruns wo ich mit so Händen wie ATs und AJo ein paar tausend chips gewinnen konnte. Jedoch kam es nie zu einem setup, indem ich einen größeren Pot hätte gewinnen können.

In der letzten Hand, eine Stunde nach der dinner break, im vierten Blindlevel (150/300/25) hatte ich dann noch ziemlich genau 9.5k stack und fand Qs5s im BB.
Ein aktiver HJ openraiste auf 650, ein schlechter BU callte und ich overcallte im BB, mit dem Plan auf guten boards oftmals zu c/shoven.

Flop (pot: 2325): 7s6s6c
Hero checks, HJ checks, BU bets 1100, Hero raises to 3450, HJ folds, BU goes AI, Hero calls,
Villain shows 9s8s


Auf dem board kann der BU durchaus mal stabben. Mein c/raise committed mich eh, außerdem lasse ich noch schlechtere draws in seiner range, die er dann meistens reinshoven wird. Er kann aber durchaus noch K high und A high Hände sowie pockets zwischen 22-55 folden, da ein c/raise immer stärker als nen c/overshove auf nem drawlastigen board aussieht. Von daher find ich hier nen c/raise gegen seine range besser, als direkt zu shoven. Es macht für einen selber eh keinen Unterschied, da man eh nicht mehr foldet und any turn pusht, falls er nur callen sollte.

Turn (pot: 20025): 4h

River (pot: 20025): 9h


Hatte fast 61% equity als es am flop reinging, aber leider konnte es nicht halten. Mit 20k stack hätte ich dann durchaus nochmal in den übrigen 1.5 Leveln angreifen und vllt sogar noch einen stack aufbauen können. Zusammengefasst lief einfach alles nicht und der bustout war iwie dann auch passend zum ganzen Verlauf des Turniers. Leider muss ich auch zugeben, dass ich nicht optimal gespielt habe, wie man an der AA Hand z.B. gut erkennen kann. Naja war ja nur das Main Event. :tongue:

Random gewhine!

Lustig war auf jedenfall die Chipverteilung bei mir am Tisch. Nach meinem bustout waren noch 8 der ursprünglichen 10 Spieler am Tisch, von denen 6 Spieler weniger als Startstack hatten.
Das lag primär daran, dass zwei eher schlechtere Spieler einfach den sicko cardrun hatten.
Die beiden bekamen ständig mit nuts gegen close to nuts Hände riesen Pötte reingedrückt.

Spieler 1:
TT>65o auf T6565 board
QQ>flush auf QdJd8d8h3s
6d6h>bluffcatcher wo er c/C flop, donkbet turn und bet river auf einem 9s7s2c4s6c board spielt. Solid luck sag ich nur! :-D

Spieler 2:
Er bekam halt JJ>AA gegen mich.
88>AA gegen nen Fisch (wo ich 85o gefoldet hatte).
Und AA>TT auf AA76T board wo er am river viel zu wenig value rausholt, als er 2k bettet der Gegner ihn auf 4.5k check/raised und er auf 10k reraised anstatt einfach für drölfzig k reinzushippen!

Es gehört halt auch einfach nen run dazu, wie man leider immer wieder feststellen muss. :wink: Das wars mit der Zusammenfassung meines WSOP Main Events und meinen Gedankengängen zu den drei key hands.
Ich hoffe ihr konntet was mitnehmen und freut euch schon auf meinen trip report aus Vegas, den ich dann innerhalb der nächsten Tage noch veröffentlichen werde.


Keep on readin'!

Euer Pimola

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