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The Daily Grind - Leid und Freud eines professionellen MTT-Grinders

/Jan/2012

Wrap it Up! - Mein Jahr 2011

Von: Pimola @ 18:21 (CET) / 19 / Kommentar ( 0 )

 

 

Moin Leute!

Da ich gerade aus dem Urlaub wiedergekommen bin und pokertechnisch erst jetzt gegen Ende Januar Anfang Februar in das Jahr 2012 starte, habe ich mir überlegt, dass es durchaus noch angebracht wäre einen etwas verspäteten Jahresrückblick zu schreiben.

2011 war für meine Pokerkarriere ein entscheidendes Jahr. 2010 betrieb ich Poker noch semiprofessioniell und entschied mich erst im Januar 2011 dazu als Vollprofi mein Glück zu versuchen. Im Laufe meiner Karriere wechselte ich immer mehr von SNGs zu MTTs und bin mittlerweile seit Ende 2010 zu 90% MTT only Spieler.
Da stellt sich natürlich die Frage, ob sich meine Entscheidung von vor einem Jahr, als Vollzeitprofi mit MTTs meinen Lebensunterhalt verdienen zu wollen, als sinnvoll herausgestellt hat? Aber erstmal von vorne...

Im August 2010 flog ich für 8 Monate nach Neuseeland um danach noch weitere 2 Monate durch Australien zu traveln. 2010 spielte ich noch vermehrt 6max cashgame, da ich an SNGs die Lust verloren hatte und streute hier und dort relativ erfolgreich auch ein paar MTTs mit ein.
Nach 60 stacks unter EV auf NL50 und NL100 entschloss ich mich dann dazu nach einem 5k cash in einem MTT mein Hauptaugenmerk auf MTTs zu legen, da ich gemerkt hatte, dass sich mein postflop Spiel durch die cashgame Erfahrung stark verbessert hatte und ich folglich deutlich souveräner in MTTs am Tisch agieren konnte. Hier viel mir ziemlich schnell auf, dass selbst solide regs auf den niedrigeren limits große leaks haben und erkannte für mich eine Chance in MTTs schnell und dauerhaft Fuß zu fassen.

Im Januar 2011 hatte ich dann durch einen mehr oder minder unglücklichen 7. Platz im Sunday Million meinen Durchbruch, der meine bankroll so weit ausbaute, dass ich nun ohne Probleme bis 300$ BIs regulär spielen konnte.

Durch den engen Kontakt mit einigen anderen guten Pokerspielern und viele Handdiskussionen konnte ich mit der Zeit meinen skill stark verbessern. Hier wage ich fast von einer exponentiellen Lernkurve für 2011 zu sprechen.
Durch den höheren skill wurde logischerweise meine edge größer und demnach wuchs auch mein ROI.
In Neuseeland lief es ziemlich blendend und ich konnte einiges an Profit ergrinden. Da ich natürlich mehr herumreiste und neben content pauken nur für ca. 2 MTT sessions pro Woche Zeit fand, war die Varianz für mich ein relativ großer Faktor. Jedem sollte klar sein, dass die swings in MTTs brutal sein können. Eine kleine sample macht das alles natürlich nicht risikoärmer.
In Neuseeland war mir das Glück hold und ich blieb von downswings größtenteils verschont, sodass ich meine Zeit in Neuseeland voll und ganz genießen und aus dem Vollen schöpfen konnte.

In Australien änderte sich dies jedoch. In nur knappen 2 Monaten droppte ich online und in meinen ersten größeren live Turnieren bei 3 ANZPT Events ca. 50% meiner bankroll und wurde auch psychisch auf die Probe gestellt.
Wenn man laufend kosten auf sich zukommen sieht, aber der eigene Kontostand immer weiter sinkt, stellt man sich selbst und eigentlich alles um Poker nicht nur einmal in Frage. Durch intensive Analyse meines Spiels in der Theorie und genügend Aktivitäten, im unter Pokerspielern so berüchtigten "reallife", gelang es mir aber die frustrierenden Zeiten ziemlich gut auszublenden und die monetären Blickweise gegen eine spieltheoretisch optimale auszutauschen.
Dadurch bin ich, meiner Meinung nach, auch heute noch ziemlich tiltfrei und psychisch gegenüber Poker sehr belastbar. Für einen Vollzeitprofi sind das zwei sehr wichtige Aspekte, die einem trotz noch so guter Pokerfähigkeiten eine Profikarriere teilweise verbauen können. Mir hat es gezeigt, dass es beim Pokern um mehr geht, als nur gut spielen zu können.

Als ich wieder zuhause in Deutschland war, zog ich Anfang Juni nach Wien um hier von den häufigen und lukrativen live Turnieren, sowie einem staatlich besser geregelten Markt profitieren zu können. Hier konnte ich meine Stunden die ich wöchentlich in Poker investiere, um einiges steigern, da ich eine feste Wohnung habe und nicht mehr, wie in Down Under, für maximal 6 Wochen an einem Ort verweilte.

Seitdem spiele ich nicht nur mehr sondern konnte auch meine Arbeit als Pokercoach, die im Februar bei www.bluffcatcher.de begonnen hatte, intensivieren.
Meine Entscheidung meine Fähigkeiten an wissbegierige unerfahrenere Spieler weiterzugeben hatte zwei Hauptgründe. Der erste ist offensichtlich der, dass es mir Spaß macht anderen Leuten etwas beizubringen und regelmäßig im Austausch mit anderen Pokerspielern zu sein. Ohne Spaß an der Sache ist ein Coaching sowieso unmöglich, da sonst die Frustration des Coaches schnell auf den Schüler übergehen und darunter die Qualität des Coachings extrem sinken würde. Mit der Zeit hätte man als Coach dadurch keine Interessenten mehr. :wink: Man sieht also ohne Spaß macht Coachen garkeinen Sinn. Ein weiterer Vorteil vom Coaching ist der monetäre Aspekt. Durch das Coaching ermögliche ich es mir im Monat fix meine Miete zahlen zu können. Dies wäre wohl auch so garantiert, aber die psychischen Auswirkungen die diese Sicherheit auf mich und daraus folgend auch auf mein Pokerspiel hat, sind schon deutlich zu spüren und ermöglichen mir einen vom Geld losgelösteren Umgang mit der Materie in kritischen Momenten, wie z.B. major FTs oder dergleichen.

2012 hat nun begonnen und jetzt beginnt auch für mich nach meinem 3 wöchigen Urlaub wieder der Ernst des Lebens. Für diese Jahr habe ich mir vorgenommen mehr Volumen zu erzeugen und außerdem mehr live Events zu spielen, da es nur dort wirklich große Summen zu gewinnen gibt. Wahrscheinlich werde ich dafür nicht  nur einmal ein etwas weiter entferntes Ziel bereisen. Macau oder Vegas sind mir hier z.B. bereits durch den Kopf gegangen. Vllt kommt dabei ja auch nen guter Blogeintrag heraus. We'll see!

Abschließend noch ein paar meiner größten Erfolge von 2011, damit ihr ein ungefähers Bild von dem bekommt, was ich 2011 für mich erreichen konnte.

Overall online Graph MTTs only:



Die größten Erfolge waren 3 major FTs:

1. im ipoker major im November
7. im Sunday Million im Januar
8. im Sunday Warm-Up im Oktober

Auch live hab ich einige Events, auch im 1k€-2k€ Bereich, gespielt und konnte dann immerhin nach unzähligen Tourney fails noch zum Ende des Jahres die Austrian Shorthanded Championships 2011 dominieren und zum Glück auch nach Hause shippen.
Besonders in Erinnerung blieb mir hier das HU gegen nen französischen Regfisch der gegen mich im HU am hitten war wie sau und auch den kompletten FT lang quasi jeden 3te Hand AQ+ TT+ gedealt bekam. Nach 3.5h HU wo ich in 100% der Fälle am BU openminraised  hatte, konnte ich ihn endlich mit KK  

Damit hatte ich das Jahr 2011 nach gutem Start, einem 6-7 monatigen downswing und einem sehr guten Abschluss, für mich dann doch sehr profitabel beendet. Für 2012 gilt es jetzt das Volumen und den Profit ca. zu verdoppeln. Mal schaun ob ich Anfang 2013 ein ähnlich positives Fazit ziehen kann. Wish me gl!

Für Februar und die folgenden Monate werde ich nochmal meinen Down Under Grind überarbeiten und als recap hier auf Intelli veröffentlichen. Vllt schaffe ich es ja dadurch den ein oder anderen in dieses super geile Land zu locken! Das wars erstmal von mir. Den ersten Down Under Grind Eintrag gibt es dann wohl Anfang Februar, da ich die nächste Zeit in Seefeld die CAPT grinden werde und noch einige Dinge hier in Wien um die Ohren habe.
 

Stay true and keep on grindin'!

Euer Béla aka Pimola aka GrafM

 

 

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