javascriptNotEnabled

Home \ Community \ Blogs \

Scratch me if you can!

Hochmut kommt vor dem Fold - Anekdoten aus dem Pokerwahnsinn
Send PM
/Feb/2015

Never underestimate... ME!

Von: Shinu100 @ 02:10 (CET) / 426 / Kommentar ( 2 )

... oder anders ausgedrückt: Die pure Macht des Willens!

Der Monat Januar lief in vielerlei Hinsicht ziemlich gut für mich. Zunächst wollte ich die Open Skill League wieder in Angriff nehmen, um möglichst bald wieder in der Premier Skill vertreten zu sein. Nachdem ich aber in den ersten Turnieren schon derbe ausgesuckt wurde, ist mir die Lust vergangen und ich habe das Ziel PSL erstmal von meiner Liste gestrichen - auch weil ich bis Mitte des Monats soweiso nicht die Zeit hatte bzw. gehabt hätte um mich punktetechnisch hochzudonken. Die Varianz in der OSL kann man erfahrungsgemäß nunmal nur ausgleichen, wenn man wenigstens 2, besser 3 der Tunis am Tag spielen kann. Lange Rede, kurzer Sinn: OSL (bzw. PSL) habe ich erstmal gedroppt und mich auf andere MTTs konzentriert.

Mit Ca$hgame kann ich kaum noch was anfangen, selbst Fixed Limit und Stud Hi/Lo habe ich in letzter Zeit de facto gar nicht gespielt. Ehrlich gesagt habe ich auf das Gedonke auf NL2 und Co. auch einfach keine Lust mehr. Das ist eben der große Vorteil von MTTs und Multi-SnGs: Sobald die Brasilianer mit Q6o in den ersten 10 Händen rausgeflogen sind, können die mir das Leben nicht mehr schwer machen. Insofern bin ich auch in jedem SnG fleißig mit der Markier-Funktion.

Vor drei Jahren war das noch ganz anders, MTT haben mich kaum gereizt und Ca$hgame war sowieso "In" auf PS - und auch noch "spielbar". Aber so ist das, auch Vorlieben und Gewohnheiten können sich ändern und auch wenn man mit Turnieren natürlich nicht so viel Rakeback erspielen kann wie mit Ca$h-Ringgames, habe ich mich entschlossen nun auch Fixed Limit und Stud komplett hinten anzustellen.

Da die V-Liga eingestellt wurde und ich noch nie etwas bei PS eingecasht habe (und dies auch nicht vorhabe), war es auch ratsam sich mehr auf ein Format zu spezialisieren, welches die Micro-Bankroll am Leben erhält. So habe im Januar insbesondere auf den Nanostakes gemultitabled (wobei die 45er SnG für 0.25 $ besonders prädestiniert und bei Multitablern auch beliebt sind). Klar, gibt es dort auch extrem viele Mega-Donks, aber auch die haben halt nur ein Turnierleben, wie ich es oben ja schon angedeutet hatte. Allerdings haben die 45er SnG eine gute ITM-Struktur und das 10 Minuten-Level liegt mir auch. Wenngleich ich nun bei diesen Tunis positiv laufe, ist ein Wachsen der BR nur extrem langsam erkennbar und wird varianztechnisch auch immer wieder getrübt, da es natürlich auf den Nanostakes öfter zu kuriosen All-In Situationen kommt, als auf den höheren Leveln (subjektive Wahrnehmung!). Da ich meine (Non-)Skills aber deutlich besser einschätze, als im Verhältnis zu dem was ich mit diesen als Profit auf den varianzreichen Nanostakes erreiche, habe ich heute einen Strategiewechsel vorgenommen. Die 0.50$er SnG wollte ich nicht spielen, da mir Turbo im SnG Bereich nicht liegt (anders als bei den Nanostakes-MTT mit tausenden Teilnehmern), also habe ich mich für höheres Risiko mit höheren Gewinnaussichten entschieden, mit dem Grundsatz sofort wieder drastisch im Level abzusteigen, falls ich nicht erfolgreich sein sollte. Sozusagen also BRM mit erhöhtem Risikoansatz. Geöffnet habe ich ein 1$ 45er Multi-SnG und ein 1,50$ 90er KO-SnG, eben ohne die eigentlich erforderlichen 100 Buy-Ins behind zu haben. Im Prinzip entspricht dies nicht meinen sonst konservativen Ansätzen, aber falls ich die Tunis verdaddeln würde, hätte ich mir die Buy-Ins eben mit den 0.25ern (die ich nun wahrlich nach sehr konservativem BRM spiele) wieder erarbeitet. Statt Multitablen, nun also Kopfarbeit.

Wahnsinn, eigentlich wollte ich gar nicht so viel Nonsens schreiben (sry dafür!), aber um (langsam) auf die Überschrift zurückzukommen:

Das 1$ 45er lief irgendwie gar nicht und ich bin schon bei Blinds von 25/50 raus, nachdem ich vorher Pocket-Kings mucken musste und dann mit noch wenig mehr als 500 Chips AJo reingestellt hab und natürlich gegen AQo per Kicker raus bin. Naja, nicht weiter tragisch, da nicht gesuckoutet in der konkreten Hand.

Das 1,50$ KO-SnG lief deutlich besser. Nach knapp 1h war ich schon doppelt über Average und konnte dadurch, dass ich nicht gemultitabled habe und in dem anderen Tuni auch schon raus war mich voll und ganz auf die Spielweise der Gegner konzentrieren (Tracker nutze ich nicht, aber dafür umso mehr die Notes-Funktion). Durch ein solides Play konnte ich diesmal auch Suckouts verkraften, weil ich vorher insbesondere in No-Showdown Situationen ein gutes Polster aufgebaut hatte. Letztendlich saß ich dann da - am Finaltable als Mega-Shortstack...

Ich war ITM und hätte eigentlich auch zufrieden sein können, aber ich WOLLTE unbedingt mehr! Was ist daran jetzt so besonders?! Ganz einfach: ich habe niemals resigniert, auch nicht, als ich mit 918 Chips bei Blinds von 400/800 (Ante 75 - glaube ich) UTG am FT saß und zwei Plätze hinter mir jemand mit 50k. Sicherlich gehört (viel) Glück dazu, aber auch in der Situation habe ich mir gesagt: Die mögen denken ich bin dead, aber (nur) 3x Mal aufdoppeln und ich bin stärker als je zuvor. Denn wer mich abschreibt, der ist selbst schon abgeschrieben! Und so ist es gekommen. Schon ein 8k-Shove auf dem Flop wollte nach ein paar Aufdopplern wenige Hände später schon niemand mehr mitgehen und ich konnte mehr und mehr Chips einsammeln. Der Wille und es kam, wie es kommen sollte: HU! - Eigentlich nicht unbedingt mein Steckenpferd, aber auch hier zahlte sich der Wille aus nicht auf Brechen und Biegen möglichst schnell gewinnen zu müssen. Als der Gegner dann schlussendlich auf eine 3bet von mir preflop A9s reinstellte und ich mit AJs gleich den Buben floppte, war der Spuk (also für ihn) vorbei.

Von 918 Chips am selben Tisch zu 26,84$ + 1,89$ und mal "kurz" der BR einen guten Schub gegeben. Auch wenn sicherlich viel Glück dazugehört so zurückzukommen, es hat mich darin bestärkt zu jedem Zeitpunkt an die Möglichkeit eines Sieges zu glauben. Und während ich noch in dieser Bestärkung schwelgte, konnte ich unter ähnlichen Umständen mir kurze Zeit später gleich noch das Let's Play Final-Ticket sichern (aka untern den ersten 27 von ca. 1,5k Teilnehmern), was bei diesen Rumgeballer-Freerolls ja auch keine Selbstverständlichkeit ist.

Mentales Pokertraining:

(1) Suckouts IGNORIEREN bzw. wie gleichgültig hinnehmen - Check √

(2) Glaube an den Sieg UNABHÄNGIG vom Chipstack - Check √

(3) STETIGE Konzentration über mehrere Stunden in jeder Pokersession - im Training

In order to comment, you must login or register
Quiz
Neu hier? Nimm an unserem Einstufungstest teil und starte so deine Pokerausbildung.
Schon Mitglied? Melde dich hier an
javascriptNotEnabled
Lerne Von Einsteiger- bis zu Expertenstrategien
Trainiere Verbessere dein Können mit Hilfe unserer Trainer
Gewinne! Etabliere dich als Gewinner
/beliebt/
Hand der Woche – Pocket Nines ... In der neusten Pokerhandanalyse der Woche geht es um Pocket Nines am B ...
Mehr