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From Zero to Hero!?

Mein Weg zum Pokerolymp - oder wie ich scheiterte...
Von: Syn0815
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/Aug/2016

Downswings - Gründe für und gegen den Limit-Abstieg

Von: Syn0815 @ 12:48 (CEST) / 286 / Kommentar ( 0 )

Immer wieder lese ich darüber, wie andere Spieler versuchen Downswings überstehen. Ein immer wieder auftauchender Tipp: Das Absteigen in ein kleineres Limit, bis der Downswing ausgestanden ist. Aber warum soll man das eigentlich tun? Dazu im Folgenden einige Begründungen, welche mir immer wieder über den Weg laufen, sowie meine Gedanken dazu.

Zuvor meine Definition eines Downswings: Ein Downschwing ist für mich, wenn ich als Spieler, der immer auf 100 bb auffüllt, 7-10 Stacks verloren habe. Damit bewege ich mich außerhalb der Standardabweichung beim Pokern, was sowohl aufgrund schlechter Spielweise als auch durch Pech passieren kann.

Hier nun gängige Begründungen für einen Limit-Abstieg:

1. "Meine Bankroll gibt das Limit nicht mehr her"
Dieses ist für mich das beste, wenn auch am seltensten angeführte Argument, im Limit abzusteigen. Bankroll-Management soll Spielern, welche grundsätzlich +EV spielen, erlauben, langfristig profitabel Poker spielen zu können, ohne aufgrund der ins Spiel eingebauten Varianz bankrott zu gehen. Wenn die Bankroll aufgrund eines Downswings einen gewissen Wert unterschreitet und ich nicht in ein kleineres Limit absteige, riskiere ich aufgrund der weiterhin vorhandenen Varianz meine gesamte verbleibende Bankroll. Das ist übel, wenn die Bankroll fix ist.

Falls man jedoch einen monatlichen Fix-Betrag auf sein Pokerkonto überweist, ist dieser Aspekt relativ egal, da man ja nicht wirklich broke gehen kann.

2. "Ich vermeide Tilt und tanke Selbstbewusstsein, indem ich eine Weile gegen schwächere Spieler spiele"
Hier geht es um einen sehr menschlichen Aspekt, nämlich die eigene Gefühlslage. Wir alle spielen normalerweise unser bestes Poker, wenn wir eine positive Grundeinstellung zum Spiel haben und uns gut fühlen. Nach einem Downswing ist man hingegen meistens schlecht gelaunt, hat womöglich Selbstzweifel und spielt dadurch anders, nämlich schlechter, als man spielen sollte. In diesem Fall kann sich ein Limit-Abstieg und daraus resultierende Erfolgserlebnisse positiv auf die eigene Psyche auswirken - und damit auch auf das eigene Spiel. Idealerweise sollte man dann aber auch mehr als nur ein Limit absteigen, damit man viele schlechtere Spieler vorfindet.

Trotz des positiven psychologischen Effekts sollte man aber aufpassen, sich hier keinen schlechteren Pokerstil anzueignen. Sonst kann es nach dem Wiederaufstieg ein böses Erwachen geben.

3. "Ich sitze den Downswing unten aus, verliere dort weniger und wechsle wieder zurück, sobald der Downswing vorbei ist"
Dieses Argument lese ich am häufigsten. Je nachdem, wie der Satz gemeint ist, kann ich mich damit anfreunden oder auch nicht.

Wenn der zugrundeliegende Grund Punkt 1 oder Punkt 2 ist, stehe ich voll hinter der Begründung.

Leider kenne ich aber auch viele Mitspieler (selbst in Pokervereinen!), die das ganze aus folgender Sicht betrachten: "Pokern ist eine Berg- und Talfahrt. Ich habe gerade eine Pechphase. Das ist eine Talfahrt, die aber irgendwann endet. Danach geht es wieder bergauf. Ich muss also nur die Talfahrt überbrücken, bis es wieder bergauf geht. Dann wechsle zurück ins höhere Limit".

So menschlich diese Betrachtungsweise sein mag, so wenig kann ich mich aus spieltheoretischer Sicht damit anfreunden, denn: Pokern ist keine definierte Berg- und Talfahrt, welche sich wie eine Art Sinuskurve darstellen ließe. Mit jeder neuen Hand "vergisst" das Pokerspiel alles, was zuvor passiert ist, weshalb ein "Downswing-Ende" weder erzwungen noch erkannt werden kann. Dieses auf kleineren Limits aussitzen zu wollen wäre ungefähr dasselbe, als wenn man bei einem Würfelspiel bei "zu wenig gewürfelten Sechsen" den Würfel nimmt und dann außerhalb des Spiels so lange würfelt, bis man mindestens 2x eine 6 innerhalb weniger als 6 Würfen gewürfelt hat, ganz nach dem Motto "Der 6er-Downswing scheint vorbei zu sein. Jetzt spiele ich wieder mit". Das klappt nicht zuverlässig, weil der Würfel ebenso wenig über ein Gedächtnis der vorherigen Werte verfügt wie Poker sich an die vorherigen Karten "erinnert".

Wie gehe ich persönlich nun mit "Downswings" um?

Was ich mache ist eine gründliche Handanalyse:
- Waren meine verlorenen Hände gegen die Range des Gegners gut gespielt?
- War die Range für den Gegner zutreffend?
- Habe ich Value bei meinen gewonnenen Händen verschenkt?

Man kann das auch eine "Spielpause" nennen, weil es tatsächlich einige Zeit in Anspruch nimmt, alle gespielten Hände auf korrekte Spielweise zu untersuchen. Ich selbst nenne es Selbstüberprüfung meines Spiels, um zukünftig gute Entscheidungen treffen zu können und mich zu versichern, dass ich nicht auf einen schlechten Pfad abgekommen bin.

tl;dr
Ein Limit-Abstieg, um eine Pechsträhne zu überwinden, kann fürs Wiederherstellen des Selbstbewusstsein sowie bei Einsatz von Bankroll-Management sinnvoll sein. Rein spieltheoretisch ergibt der Wechsel aber keinen Sinn, da jede neue Hand eine neue Chance beinhaltet. Sofern man also keinen Motivationsschub gegen schlechtere Spieler braucht und die eigene Bankroll noch intakt ist, gibt es keinen Grund, im Limit abzusteigen.

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