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From Zero to Hero!?

Mein Weg zum Pokerolymp - oder wie ich scheiterte...
Von: Syn0815
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Seit einiger Zeit ist es nun so, dass ich mit genügend Disziplin und relativ langweiliger Spielweise NL2 langfristig schlagen konnte, indem ich nur wenige Hände gespielt habe, diese aber aggressiv. Handanalyse fiel mir allerdings immer schwer - zu beliebig waren oftmals die Hände der Gegner, welche den Showdown erreichten. Daher habe ich mich meistens auf mein Bauchgefühl verlassen und Hände wie AK bei getroffenem A oder K auch humorlos über alle drei Straßen gebettet, sofern keine Gegenwehr aufkam. Das war zwar weder spannend noch sonderlich balanced und vermehrte die eigenen $ auch nicht sonderlich schnell, aber es scheint grundsätzlich zu funktionieren. Das ganze befriedigte mich allerdings nicht, nachdem ich gefühlte 100.000 Seiten Pokertheorie in mich eingetrichtert hatte. Es sollte sich etwas ändern.

So kam mein Entschluss, mit rund 20 Buy-Ins auf NL10 einzusteigen. Stop-Loss-Limit: 10 Buy-Ins. Nicht, dass ich das zwingend zum Überleben bräuchte, aber ein klein wenig Bankroll-Management schadet sicher nicht.

Schnell merkte ich, dass die Uhren auf ZOOM-NL10 etwas anders tickten. Zu Beginn hielt ich unverhofft oft gute Hände (TPTK, mittleres Two Pair), mit denen ich auch einige Male bis zum Showdown kam. Aber wenn wirklich (fast) ein ganzer Stack in die Mitte ging, war ich mit diesen Händen fast immer der Verlierer! Umgekehrt konnte ich oft viele kleinere Pots vor dem Showdown abstauben, insbesondere durch Setzen auf Flop und Turn. Auf große Bluffs oder im Vergleich schwächere Hände bin ich auf NL10 am Showdown bisher allerdings fast nie gestoßen - für mich eine Erkenntnis, die mich gut und gerne 8 Buy-Ins gekostet hatte (nicht drüber nachdenken, wie lange ich dafür auf NL2 gegrindet hatte).

Zum Glück ist PokerStars-Geld für mich abgeschriebenes Geld, weshalb mir das erstmal nur begrenzt weh tut. Aber natürlich musste ich etwas ändern, nur was?

Ich begann damit zu tun, was alle anderen auch zu machen schienen: Ab und an kleine (Semi)-Bluffs machen, aber den Stack nur mit (fast) den Nuts in die Mitte schieben. Damit war der selbstverschuldete "Downswing" (wenn man ihn überhaupt so nennen darf) erstmal gestoppt. Doch für profitables Spiel reichte das irgendwie noch nicht.

Dann entdeckte ich sie: Die gefühlte Wunderwaffe auf NL10: Den 3-Bet-Squeeze 

Das Prinzip ist einfach: Die besten Hände meiner Folding-Range habe ich in 3-Bet-Bluffs verwandelt. Wenn ich also  gerade noch callen würde,  aber normalerweise folde, dann raise ich stattdessen mit  und schaue, was passiert. Wenn der Raiser noch einen oder mehrere Caller hatte, hat mir  oder  auch unabhängig von der Beikarte zum Squeeze gereicht. - Bisher hatte ich anscheinend ein gutes Timing mit meinen 3-Bet-Bluffs, denn auf 10 Versuche ist nur ein einziger schiefgegangen und wurde mit einem 4-Bet-Shove gekontert (auf den ich natürlich dank meiner klaren Bluff-Hand sofort wegwerfen konnte).

Meine Stats des heutigen kurzen Abends: VPIP 30 / PFR 24 / 3-Bet 16,7. Das hat mir allein am heutigen Tag zusammen mit einem -Postflop-Spiel gegen einen 40BB-Stack eine Win-Rate von 167bb/100 beschert - nice nice nice 

Nicht falsch verstehen: Das ganze hat zwar bisher super funktioniert, ist aber im Allgemeinen schlechtes Pokerspiel: Jeder, der durchschaut, was ich da treibe, kann mein hyper-aggressives Bet-Verhalten sehr einfach ausnutzen. Wo die meisten Leute anfangen, durch das Re-Raise "ehrlich" mit ihrer Hand zu spielen, könnte jemand bei meinen Stats einen 4-Bet-Bluff ansetzen und ich müsste sofort wegwerfen. Oder die Open-Raise-Range wird tighter mit mir am Tisch, so dass 3-Bets einfacher gecallt werden können. Genau deshalb spiele ich so aber auch nur an ZOOM-Tischen. Nach jeder Hand wird der Tisch gewechselt und damit auch meistens alle Spieler. Die Spieler, die meine 3-Bet-Squeezes mitbekommen haben könnten, wissen meistens nichts davon, weil sie bereits per Fast Fold an einem ganz anderen Tisch waren. Und mein HUD sagt mir ja auch, wer mich schon oft gesehen haben könnte und wer nicht. Mit dieser Strategie werde ich also wohl noch eine ganze Weile recht erfolgreich kassieren können.

Irgendwann werde ich damit aber aller Wahrscheinlichkeit nach auf mehr und mehr Widerstand stoßen, weil mich mehr und mehr Leute als Squeezer oder sonstwas markiert haben werden. Wenn es soweit ist, werde ich eine Weile komplett auf Bluffs verzichten und hoffen, dass die Regulars, auf deren Liste ich sein könnte, meine Anpassung erst sehr spät bemerken 

Ich bin gespannt, was die kommende Zeit bringen wird. Meine Pokerzeit ist für 2016 beendet. Im neuen Jahr werde ich dann wieder auf NL10 loslegen und Ende Januar berichten, wie der Monat so lief. Bis dahin wünsche ich allen Lesern frohe Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr 

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