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From Zero to Hero!?

Mein Weg zum Pokerolymp - oder wie ich scheiterte...
Von: Syn0815
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Nachdem ich die letzten Male recht unglücklich dank Meister Zufall vor den Geldrängen ausgeschieden war, ist es nun vollbracht: Ich habe mit einen "The Big Bang"-Blog-Stamp beim Turnier am 10. September 2016 die Geldränge gelangt und gegen 1.270 Mitstreiter Platz 14 erreicht. Woooooohoooooooo 

Die ersten Blindstufen waren eher mau. Aus den anfänglichen 1.500 Chips waren nach gut 30 Minuten nur rund 2.000 Chips geworden - nicht so gut. Gute Starthände wie AK kamen nicht dazu, ihr Potenzial abzurufen, da die Gegner nicht spielwillig waren. KK gegen A9s konnte ich nur gegen einen Shortstack mit 390 Chips spielen, so dass der Gewinn auch begrenzt war.

Um 19:38 Uhr kam dann mein erster Suckout: Mit KK gegen 33 verloren. Gott sei Dank gegen einen Short-Stack, so dass ich mit 38 BB nur knapp 8 BB verloren hatte. 3 Minuten später hatte ich die wieder drin. Durch beständige Steals und ein paar Bluffs schaffte ich es zur ersten Pause auf 3.000 Chips mit einem Wert von 30 BB.

Gegen 20:30 Uhr war ich das erste mal unter 10 BB Stackgröße - und musste nach einem misslungenen Steal-Versuch frühzeitig folden. Verbleibender Stack: 5 BB - oder als M-Wert nach Harrington ausgedrückt: M = 3,4. Die Zeit des "Push or Fold" war endgültig angekommen. Ich wartete nur noch auf eine passende Gelegenheit mit einer passenden Hand - doch die kam und kam nicht. So landete ich irgendwann mit  auf UTG. Da ich mit dem folgenden BB eh so gut wie All-In und mit dem SB zwangs-All-In gewesen wäre, schob ich mit der Hand alles in die Mitte. Ich hatte nur noch 386 Chips bei Blinds von 250/125/25, also etwas über 1 BB oder einem M-Wert von 0,64 - nach Harrington ist man damit klinisch tot.

Doch das Wunder geschah:

Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, was den BB dazu getrieben hat, auf dem Flop 15% des Pots anzuspielen - mit  . Und noch viel weniger verstehe ich, wie drei Mitspieler bei Odds von 7,4 zu 1 folden konnten  So hatte womöglich ein höheres Herz gefolded - und ich mit dem Backdoor-Flush wieder einen Stack von 2.155 Chips. Mein M-Wert war dadurch wieder auf 3,5 gewachsen (reanimiert, aber noch in kritischem Zustand).

Das nächste All-In musste her

Und das kam 3 Hände später mit  in Form eines Button-Squeezes:

Aus Middle Position geht es mit einem Limp los, der Cut-Off overlimpt und ich stelle meine knapp 7 Big Blinds rein. Klar, die Hand ist weit weg von Premium, aber ich bin auf dem Button und meine Bet vielleicht ausreichend hoch, um den Pot sofort zu gewinnen. Und so passiert es, ich streiche die 1.100 Chips aus dem Pot ein und habe wieder einen Stack von 11 Big Blinds. Back in business 

5 Hände später habe ich dann  als UTG+1. Nach kurzem Überlegen, ob ich normal setze oder All-In gehe, habe ich mich für den Push in Höhe von nicht ganz 9 BB entschieden. Mit einer normal bemessenen Bet hätte ich vielleicht einen Caller bekommen, aber meine Hoffnung war, dass nach den vorangegangenen Pushes ein Big-Stack argwöhnisch sein könnte und callt. Das passierte aber nicht, so dass der Gewinn dieser Hand überschaubar blieb.

 

Doch ab jetzt kam wieder gar nicht mehr auf meine Hand. Und ich war nicht gewillt, mit 42o All-In zu gehen. 21:54 Uhr, kurz vor der Pause, kam dann mit  und einem M-Wert von 0,7 endlich eine push-taugliche Hand. Der BB als Big-Stack zahlte meinen 1,6 BB-Push mit  - so ziemlich die bestmögliche Hand für mich. Villain traf nicht und ich hatte wieder ein klein wenig Luft.

Doch die Blinds stiegen erbarmungslos auf mittlerweile 1000/500/100 und mein Stack sank auf 1,7 BB. Ich kam einfach nicht raus aus der "Fast-Tot-Zone" 

Aber dieser Artikel heißt nicht umsonst: "Niemals aufgeben, niemals kapitulieren"!

Ich stellte mit  für nicht einmal einen Min-Raise alles rein und gewann. Ich stellte  rein und gewann. Es ist mittlerweile 22:27 Uhr gegen  - ich auf dem BB, der Button macht einen Min-Raise und ich calle. Auf dem Flop Push und Call - die Asse halten. Endlich hatte ich wieder 13 BB, mein M-Wert war über 5 - Todeszone verlassen 

Eine ganze Weile später (mittlerweile In The Money), zockte ich mit :

Der Check-Raise-Push auf dem Flop war etwas überraschend für mich, aber ich hatte gehofft, dass Villain einen Semi-Bluff macht. Insgesamt war diese Hand aber von mir post-flop wohl nicht gut gespielt. Einerseits wollte ich den Flush-Draw teuer machen, andererseits hatte ich nichts getroffen und nicht überlegt, was ich bei einem Gegner-Push mache. Schlussendlich konnte ich hier sehr froh sein, dass das Pendel wieder einmal in meine Richtung ausschlug. Der Wendepunkt! Neuer Stack: 23 BB 

Ab jetzt konnte ich wieder Poker spielen. Ich verlor einige kleine Pots und gewann einige etwas größere, so dass ich meinen Stack recht kontinuierlich weiter aufbaute.

Um mittlerweile 23:32 Uhr eskalierte dann ein Blind-Battle dermaßen, dass ich pre-flop mit  gegen  All-In ging und gecallt wurde 

Man kann auch von dieser Hand halten, was man will, aber im Anschluss hatte ich sagenhafte 105.904 Chips oder einen Stack von 33 BB 

Hier die vorletzte Hand dieses Artikels von 23:36 Uhr, mit der ich auf Platz 2 des Turniers aufstieg:

Main-Pot nicht gewonnen, aber der Side-Pot war größer als mein Einsatz, so dass ich trotzdem reichlich Gewinn gemacht hatte. 

Dann ... kam ... die ... Müdigkeit 

Der Tag war schon sehr lang, die Nacht davor zu kurz, auch diese Nacht würde zu kurz werden, morgens standen Sport-Ligaspiele an. Ich wollte und konnte nicht mehr richtig spielen und fing an zu bluffen. Ein paar Bluffs klappten sogar, aber mein Ziel war nicht mehr der Final Table, sondern möglichst elegant aus dem Turnier zu fliegen.

Und das war die Hand, mit der ich mich auf mittlerweile Platz 14 abgerutscht um 0:32 Uhr aus dem Turnier verabschiedete:

Es kam die Glückwunsch-E-Mail mit der Info, dass $30 Preisgeld gutgeschrieben wurden. Und das war's.

Bereue ich mein leichtfertiges Turnierende? Nicht wirklich. Ich bin mir sicher, ich hätte es durch Aussitzen und tightes Play an den Final Table geschafft. Aber eine kurze Hochrechnung, wie lange ich dafür noch hätte wach bleiben müssen, machte mir die Entscheidung einfach. Und es ist nicht so, dass ich auf das Geld angewiesen wäre. Meine Poker-Bankroll ist allein fürs Pokern da. Und da ich eh noch nicht soweit bin, auf höheren Cashgame-Limits zu spielen, passt das schon so, wie es gelaufen ist 

Es war ein tolles Turnier, bei dem ich echt lange einen deprimierend kleinen Stack hatte - und immer wieder Hochgefühle bei den erfolgreichen Pushes erlebte. Und auch wenn ich lange lange Zeit so gut wie raus war, habe ich mich zwischenzeitlich (mit teilweise bedenklichen Händen) bis auf Platz 2 hochgespielt.

Fazit dieses Abends: Wirklich raus ist man erst, wenn wirklich alle Chips weg sind 

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