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From Zero to Hero!?

Mein Weg zum Pokerolymp - oder wie ich scheiterte...
Von: Syn0815
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In den letzten Tagen habe ich neben den Micro-Ring-Games auch mal wieder ein paar Turniere mitgemacht, hauptsächlich Spielgeld- und Freeroll-MTTs. Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich verstehe nicht, wieso ich in irgendeiner Weise Turniere spielen sollte. Sie scheinen für mich im Vergleich zu Ring-Games völlig unprofitabel zu sein.

Aber der Reihe nach:

Das ganze letzte Jahr habe ich online fast ausschließlich NL2-Ring-Game bei PokerStars gespielt, um überhaupt Erfahrungen in Poker zu sammeln. Neben den Sessions habe ich versucht, mich mit Büchern, Videos und günstigen Kursen weiterzubilden. Das hat denke ich auch ganz gut funktioniert, denke ich zumindest. Ich habe mit Flopzilla verschiedene Flops zu verschiedenen Ranges durchgespielt und geschaut, wie sich konkrete Hände dazu verhalten. Ich habe mich mathematisch mit Aspekten wie Bet-Sizing, Value-Bet zu Bluff-Bet-Verhältnis, effektiven Stack-Sizes und anderen Dingen beschäftigt. Und ich habe versucht, diese Dinge in die Praxis einfließen zu lassen und je nach Gegnertyp ein wenig von der Theorie abzuweichen.

Das ganze klappt meiner Meinung nach in Ring Games schon ziemlich gut. Ich weiß, dass ich noch immer viele Leaks habe, aber NL2 Ring-Game schlage ich locker, sowohl die "normale" als auch die "Zoom"-Variante. Und mittlerweile sogar nicht mehr nur an fischigen Wochenend-Tagen, sondern sogar unter der Woche. Soweit alles erstmal schicki

Nun zum Thema Multi-Table-Tournaments. Ich spiele sie fast wöchentlich live im Pokerclub, was mir viel Spaß macht. Mit echten Menschen am Tisch um Ranglistenpunkte zu spielen hat eine andere Qualität als das ziemlich anonyme Online-Spielen. Aber wenn ich sehe, wie oftmals die Ergebnisse sind und welche Spielertypen in den MTTs am Quartalsende immer wieder weit oben stehen, wird mir fast schmerzhaft bewusst, welch großen Anteil die Varianz im Poker hat. Da verlieren meine  dann halt gegen den ziemlich loosen Call mit , und umgekehrt gewinne ich meinen -All-In-Push mit 5 BB gegen des Gegners , wo ich "eigentlich" kein Weiterkommen mehr verdient hätte (zumal ein im Muck gelandet war).

Genau da komme ich ins Grübeln. Um an einem MTT teilnehmen zu können muss ich mich in der Regel anmelden. Dann fahre ich x Kilometer, um daran teilnehmen zu können. Wenn ich dann Pech habe und mit 50 BB und Königen gegen Asse laufe oder eine sehr gute Hand gegen die Nuts läuft, bin ich direkt raus und kann nach Hause fahren, wenn ich nicht noch viel Bargeld mitgenommen habe und es beim Ring Game vor Ort einsetzen möchte. Umgekehrt bin ich nicht der Typ Mensch, der sich über einen glücklichen Suckout freut ("Puh, doch noch am River gewonnen, super!"), sondern sich viel mehr darüber ärgert, zuvor eine schlechte Entscheidung getroffen zu haben (sofern sie denn tatsächlich schlecht war). 

Warum also sollte ich MTTs spielen statt Ring-Game?

Im Ring-Game laufe ich manchmal mit Königen gegen Asse, und umgekehrt. Manchmal gewinnt man mit den Königen, manchmal verliert man mit den Assen. Diese Momente berühren mich aber nicht, weil mit der nächsten Hand wieder ein neues Spiel beginnt und ich langfristig schon meine Edge ausspielen kann (zumindest NL2 *hust*). Bei MTTs bedeutet ein Bad Beat unter Umständen das sofortige Aus. Ich muss fast immer auch mit sehr kleinen Stacks spielen - ein Spielstil, den ich aus Ring-Games nicht kenne (da fülle ich immer auf 100 BB auf). Mit den kleinen Stacks kann ich meine (angenommene) Post-Flop-Überlegenheit nicht mehr einsetzen. Spätestens auf dem Flop geht im Zweifel der restliche Stack rein.

Warum also sollte ich MTTs spielen statt Ring-Game???

Meine aktuelle Antwort: Weil ich es will 

Ernsthaft: Die 100 BB-Ring-Games habe ich theoretisch soweit durchleuchtet, wie es mein kleines Gehirn verstehen konnte. Ich weiß nun auch ziemlich genau, wo ich nach über einem Jahr noch teils massive Schwächen habe und wie ich diese beseitigen könnte - wenn ich dazu Lust hätte. Hab ich aber momentan nicht - ein Luxus, den ich mir als Casual Gamer erlauben kann 

Bei MTTs bin ich mir allerdings in noch viel mehr Punkten unsicher:

- Wie sehen durchschnittliche Push-Ranges als Short Stack aus? Unter welchen Umständen sollte ich davon abweichen?

- Bei welchen Stack-Sizes gute Hände nur raisen, wann pushen ("tricky play")?

- Brauche ich auch als Short-Stack eine Bluff-Push-Range? Wenn ja, welchen Anteil sollte sie stack-bezogen haben?

- Behandle ich passive Fische bei MTTs ähnlich wie bei Ring Games, oder sollte ich noch mehr mit guten Starthänden riskieren?

- Sollte man Coin-Flips suchen oder ihnen eher aus dem Weg gehen? Hat man mit AK eine Art Zwangs-Call? Oder sollte man z.B. mindestens 66 % Equity gegen die Gegnerrange haben, bevor man seinen Stack riskiert?

Und das sind nur einige der Fragen, welche mir immer wieder durch den Kopf gehen.

Ich denke, dass mein zurzeit größtes behebbares MTT-Leak meine Push-Ranges als Short-Stack sind. Dabei ist das ein Leak, welches man allein durch Fleißarbeit beheben kann: Im Internet gibt es fertige Tabellen für Stack-Sizes bis 10 BB, auf denen mathematisch korrekte Push-Ranges in Relation zur Spieleranzahl und der Stackgröße genannt sind.

Die Ranges werde ich mir jetzt versuchen grob zu merken. Mal schauen, wie schwer mir das fallen wird. Heute Abend werde ich sie jedenfalls direkt anwenden können. Vielleicht spicke ich da aber auch noch auf einen Ausdruck oder aufs Smartphone, mal sehen 

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