javascriptNotEnabled

Home \ Community \ Blogs \

amigos blog

amigos blog
Von: amigos
Send PM
/Jan/2009

PCA Bahamas - Mein Turnier

Von: amigos @ 17:47 (CET) / 168 / Kommentar ( 74 )

Hallo alle zusammen,

ich bin zwar schon seit dem 12. Januar wieder zurück von den Bahamas, aber den Bericht über meine PCA bin ich noch schuldig. Hier ist er also.

Tag 1A geht mit einem Treffen mit George und dem DSF-Team los. Wir werden verkabelt, wünschen uns (wie immer) alles Gute, klopfen uns gegenseitig auf die Schulter und gehen in den Poker Room.

Dort finde ich auf Anhieb meinen Tisch. Wir spielen am ersten Tag zu zehnt. Von meinen Gegnern kenne ich niemanden. Sieht gut aus. Für einige Zeit bleiben wir noch zu siebt. Die anderen Drei scheinen noch zu schlafen, oder sich auf dem langen Weg in den Poker Room verlaufen zu haben.

Wir starten mit 20.000 Chips, bei Blinds 25-50, also ziemlich deep. Die Levels sind 75 Minuten lang. Viel Zeit, um Poker zu spielen. So mag ich das.

Meine erste Hand gewinne ich ohne Gegenwehr. Dann raise ich wieder, diesmal mit 98s in Early Position. Die Big Blind ist noch nicht da, ich habe eine Hand mit vielen Möglichkeiten, Grund genug zu erhöhen. Der Button scheint aber was gerochen zu haben und reraised von 150 auf 450. Ich calle. Eigentlich mag ich die Situation nicht besonders, aber ich will nicht direkt am Anfang gegen ein Reraise aufgeben. Auf dem Flop calle ich eine Kontibet, muss aber den Turn aufgeben. Mist.

Die nächste spielbare Hand erreicht mich auf meinem Button. Der Spieler, der mich gereraised hatte, eröffnet für 150 in Early Position, ein Franzose bezahlt. Ich finde auf dem Button und werfe meine 150 dazu, die Blinds folden.

Der Flop:

Nicht gerade voll getroffen. Aber der Preflop-Raiser checkt. Der Franzose hingegen spielt an, 400. Hm. Da kann ich die Hand ja vielleicht doch noch gewinnen. Der Franzose kann hier gut eine Hand anspielen, die ich noch schlage, oder aber eine Hand, die keinen Druck aushalten kann. Ich erhöhe auf 1400. Er wirft einen 5000 Chip rein, sagt aber nichts. Der Dealer schaut in die Luft, wacht dann auf und fragt nach, ob das ein Raise sein sollte. Der Franzose sagt, er wollte raisen. Da er aber nichts gesagt hat und nur einen Chip geworfen hat, gilt es nur als Call.

Jetzt weiß ich zumindest, dass ich geschlagen bin. Bei einem Blank muss ich die Hand wohl aufgeben. Bei einer Scarecard kommt es darauf an, was er macht.

Der Turn bringt die .

Schön. Macht mir das zweite Paar. Legt aber auch einen Flush hin. Den gebe ich meinem Europäischen Nachbarn aber nicht. Die Frage ist nur, ob ich jetzt vorne bin. Ich schlage jetzt Ein-Paar-Hände, aber sonst nichts. Er spielt 2500 an. Ich bezahle.

Der River blankt, er spielt 5000 an. Oh Mann. Was für eine Misere. Ich kann eigentlich nur noch schlagen. Aber würde er hier todesmutig nocheinmal valuebetten? Wenig Infos über den Gegner macht die Sache nicht leichter. Also schaue ich ihn mir eine Weile an, bis ich sehe, dass er nicht allzu stark ist, und calle. Er dreht um und ich gewinne den großen Pot. Puuuh.

Der Tisch und vor allem der Franzose schauen ein bisschen verwirrt. Ich bin jetzt Chipleader am Tisch mit 27k.

Einen Orbit später, nach einigen eingesammelten Blinds, erhöhe ich mit vom Cutoff. Die SB reraised auf 525, ich bezahle. Der Flop trifft mich voll: 

Die SB spielt 1000 an, ich erhöhe auf 2500, er bezahlt.

Turn:

Er checkt. Ich schlage AK, KQ, QJ und AA, checke aber dahinter, um den Pot nicht zu groß zu machen, sollte ich gegen KK und KJ hinten sein. Vor seinen wenigen Outs habe ich keine Angst.

Der River bringt noch ein Blank und ich valuebette nach seinem Check 3800, die er bezahlt. Damit bin ich nach dem ersten Level schon auf über 35k. Start nach Maß.

Mein Image ist ein wenig wackelig, aber grundsätzlich liegt mir das. Der Tisch hat zwar nicht unbedingt Respekt, aber doch ein bisschen Angst.

Leider kommen jetzt die anderen Spieler und direkt zwei Plätze links von mir setzt sich Antonio Esfandiari hin. Mist. Ich bin dafür, dass eine "One-Magician-Per-Table" Regel eingeführt werden sollte. ;-)

Jetzt muss ich mich ein bisschen benehmen, denn Out of Position gegen Antonio möchte ich nicht allzu viele Hände spielen. Das zweite Level über spiele ich recht verhalten und konserviere meinen Stack bei 34k.

Dann wird der Tisch aufgebrochen und ich werde an einen der härtesten Tische des Tages versetzt. Direkt hinter mir sitzt Jimmy Fricke, der Runner Up der Aussie Millions 2007, dann Ryan Young, ein starker Internetspieler, dann ein Spieler, den ich nur vom Gesicht her als starken Turnierspieler kenne. Und zum Abschluss Shaun Deeb, Internet-Turnierlegende.

Alle haben schon einen recht großen Stapel vor sich stehen. An diesem Tisch geht überhaupt gar nichts, ich kann keine Hand gewinnen und das Stehlen der Blinds ist so gut wie unmöglich. Der Aussage eines Floormans nach wird dieser Tisch heute nicht mehr aufgelöst. Na toll.

Nach dreieinhalb Stunden am Höllentisch ist mein Stapel auf 18k geschrumpft. Keine großen Pots, aber viele kleine verloren. Ryan Young hat einen Riesenlauf und baut seine 180k vor sich auf. Der Großteil der Pots werden am anderen Tischende ausgespielt, unter den vier oben genannten.

Zum Glück stellt sich heraus, dass der Floorman sich vertan hat und unser Tisch wird dann doch noch aufgelöst. Mit 18k werde ich wieder versetzt. Der neue Tisch sieht wesentlich besser aus. Nach ein paar Ups and Downs und ohne große Pots erhöhe ich mit 16k vom Button auf 1100 mit , im Blind Level 200-400. Die BB bezahlt. Der Flop kommt ganz gut.

Meine Kontibet von 1500 wird bezahlt. Der Turn bringt die und meine Bet von 2200 wird wieder bezahlt. Der River bringt eine 7. Mein Gegner checkt. Ich kann jetzt checken oder valuebetten, bzw. valuepushen. Allerdings gibt es wenige Hände, die mich noch callen und die ich schlage. 98s, 88, As hoch.

Ich studiere meinen Gegner und setze ihn ziemlich genau auf 88. Er ist aber auch der Typ, der hier mit As hoch manchmal bezahlt, um meinen Bluff zu erwischen. Also pushe ich meine letzten 9k rein. Er callt. Ich will meine beiden Karten umdrehen, erwische aber nur die 9, die ich bildoffen auf den Tisch lege. Mein Gegner muckt nicht. Oh jeh! Aber als ich die 10 umdrehe, klopft er auf den Tisch und wirft seine Karten weg. Puhh. Jetzt habe ich wieder 33k, also ungefähr Average zu dem Zeitpunkt. Damit arbeite ich mich auf 55k hoch.

Dann bin ich viereinhalb Stunden Carddead und habe noch 22k übrig. Damit werde ich an einen weiteren Tisch versetzt. Zu meiner Rechten Malte Strothmann, allerdings short. Dann Barry Greenstein mit 45k, ein starker Spanier mit über 100k, ein Unbekannter mit ca. 70k, Evelyn Ng mit 50k, ein mir namentlich nicht bekannter Regular der Ami-Turnierszene mit 60k, Alan Smurfitt (tighter britischer Braceletgewinner der Alten Garde) mit 30k und ein Unbekannter mit 50k. Tougher Tisch. Ich habe im 300-600 Level gerade mal einen Stack zum Repushen und tue das auch zweimal erfolgreich. Meinen Button folde ich immer, auch wenn zu mir gefoldet wird, da ich nur Schrott bekomme und Malte genauso gut repushen wird.

Später habe ich ca. 25k und , Malte hat 19k. Ich eröffne im Highjack mit einem Raise auf 2000 im 400-800 Level, er pusht rein. Soweit so gut, easy call. Aber der Spanier in der SB wacht auf und überlegt lange und genervt, bevor er seinen inzwischen angeschlagenen Stapel von 60k overpusht. Mist. Jetzt bin ich zwar oft genug gegen Malte gut, und der Spanier sieht auch nicht besonders stark aus, aber callen kann ich trotzdem nicht. Malte's 5er halten gegen AQ. Arrrrgh!!

Wenigstens gelingt mir danach ein großer Bluff gegen Malte auf dem Turn, nachdem ich doch mal vom Button geraised hab und Malte in der SB bezahlt.

Somit beende ich einen extrem anstrengenden Turniertag mit 45k, bei Average um die 70k. Nicht gut, aber immer noch drin.

Am nächsten Tag spiele ich mit dem Team Germany (inkl. Malte Strothmann) das Finale des World Cup of Poker. Wir gewinnen! Die Feierei muss aber noch warten, denn am Folgetag geht das Main Event weiter. Der World Cup ging bis halb fünf, das Main Event geht um 12 Uhr weiter. Schnell noch eine Mütze Schlaf abholen.

Der Zweite Tag

Mein Tisch sieht ganz ok aus. Einige Mittlere Stacks, gegen die ich gut repushen kann, einige große Stacks. Neben Scott Freeman kein bekanntes Gesicht. Allerdings bekomme ich auch keine Karten. So schaue ich zu, wie einige Pots ausgespielt werden und halte mich zurück. Bei Blinds 800-1600 habe ich aber nicht mehr lange Zeit. Dann kommt endlich die Situation. UTG hat gerade einen großen Pot (>80k) gegen Scott verloren und erhöht auf 3500. Ein anderer Spieler callt. Ich finde und schiebe alles rein, ca. 38k. UTG geht sofort drüber all-in, der andere wirft weg. UTG hat AK, Flop und Turn sehen super aus, aber der K auf dem River beendet mein Main Event.

Alles in allem bin ich mit meiner Spielweise sehr zufrieden, aber abgesehen vom Traumstart ist es mir nicht gelungen, Chips aufzubauen. So ist das manchmal.

Nach meinem Ausscheiden schaue ich bei George vorbei. Der sammelt fleissig weiter Chips und ist gut im Rennen, aber leider erwischt es ihn dann auch noch.

LG, Jan.

In order to comment, you must login or register
Quiz
Neu hier? Nimm an unserem Einstufungstest teil und starte so deine Pokerausbildung.
Schon Mitglied? Melde dich hier an
javascriptNotEnabled
Lerne Von Einsteiger- bis zu Expertenstrategien
Trainiere Verbessere dein Können mit Hilfe unserer Trainer
Gewinne! Etabliere dich als Gewinner