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/Okt/2009

WCOOP Main Event - Achtung: lang und ausführlich!!

Von: amigos @ 00:25 (CEST) / 184 / Kommentar ( 14 )

Hallo alle zusammen.

Poker kann sehr enttäuschend sein. Vor allem Turnierpoker.

Alles in allem war ich mit meinem Spiel beim WCOOP Main Event sehr zufrieden. Besonders in der heissen Phase am ersten Tag habe ich fein gespielt.

Aber der Reihe nach.

Anfangs geht das Turnier recht langsam los. Wir starten mit 20.000 Chips, haben also genug Zeit. An meinem Tisch sitzt Isaac Baron, einer der Top Internet Turnierspieler, aber ich habe Position auf ihn, direkt links von ihm. Alle anderen kenne ich nicht.

Die ersten 172 Hände passiert nicht viel. Ab und zu gewinne ich einen kleinen Pot oder sammel die Blinds ein. Dadurch schwebe ich immer so um 20.000 Chips herum durch die fast drei Stunden Main Event.

Dann endlich mal ein feiner Pot:

[replayer hand=136246]

Der Check Behind bringt den gewünschten Turn und rein gehts.

Nach diesem Schub arbeite ich mich fleissig auf über 40.000 Chips hoch. Ohne Gefahr, ohne größere Pots, fast ohne Showdown. Ich fühl mich gut, spiele gut und habe Spaß. Der vergeht mir dann, in folgender Hand (Nr. 303), genau wie einige hart erarbeitete Chips:

[replayer hand=136247]

3bet gegen einen aggressiven Late Position Raiser, den Flop getroffen, aber gefährlich. Dann holt er auf dem Turn die Peitsche raus. Ich habe keine Suit und gebe nach einiger Überlegung auf. Den Gegner merke ich mir aber vor...

Kurze Zeit später, in Hand 317, kommen wir uns wieder näher. Auf dem River kann ich leider nicht viel representen und gebe auch hier auf. Gegen die Hand, die er zeigt, hätte der Bluff vielleicht geklappt, aber vielleicht auch nicht. Ich spiele meine Hand ja ziemlich genau wie AJ oder AK, es gibt wenige Hände, die ich auf dem Flop checke und auf dem River noch valuebetten könnte und er hätte einen toughen aber guten Call machen können:

[replayer hand=136248]

Dann kommt eine Hand, die sich von alleine spielt, aber glücklich für mich ausgeht. Freeroll heißt das Zauberwort:

[replayer hand=136249]

Von da an ging es wieder bergauf. Jetzt haben wir schon fast 6 Std gespielt und ich bin gut im Rennen. Also zurück ans Chipsammeln...

Ein paar Hände später wird es spannend. Erst treffe ich einen guten Turn und einen perfekten River:

[replayer hand=136250]

Und dann kommt eine der Schlüsselhände des Turniers, natürlich gegen meinen Lieblingsgegner:

[replayer hand=136251]

Klar, dass ich ein gutes Paar vor dem Flop 3bette. Der Flop ist auch günstig. Der Turn ein bisschen gefährlich, aber ich dachte mir, dass er den Flushdraw (meist ja mit zwei Overcards oder zumindest einem Gutshot bei dem Flop) auf dem Flop aggressiver spielt. Der Plan: Check-Push. Ein Karo habe ich auch noch.

Aber Villain riecht den Braten und checkt behind. Der River ist dann spannend. Ich valuebette, damit er mit einem kleineren Paar noch callt. Dann pusht er überraschend!!

Die Analyse hat mich fast 3 Minuten gekostet. Die Frage: ist der Gegner gut genug, hier einen König für Value zu pushen? Schließlich setze ich ihn auf ein Monster oder Luft, aber viel öfter Luft (da er den Flushdraw aggressiver auf dem Flop spielt!) und calle.

Ich muss sagen, beim Showdown war ich schon ein bisschen erleichtert...

Jetzt habe ich nicht nur Chips, sondern auch viel Respekt am Tisch. Und der bisher gefährlichste Gegner hat ein paar Chips weniger. Geht doch.

Etwa 20 Minuten später, wir haben inzwischen fast 6 Uhr morgens und sind bei Hand 366, treffen Brian und ich wieder aufeinander. Auch diese Konfrontation gefällt mir:

[replayer hand=136252]

Mit den Chips mache ich jetzt ordentlich Druck. Steals, 3bets, so machen Pokerturniere richtig Spaß! ;-)

In der folgenden Hand will ich eigentlich restealen, treffe dann Top Paar und halte den Pot bewusst klein. Er wird dann doch noch etwas größer, aber ich gewinne souverän ein paar weitere Chips dazu.

[replayer hand=136253]

Hand Nr. 420 ist sehr interessant. Ich floppe ein Monster, aber bekomme meinen Gegner dazu, alles an mich abzudrücken. Der Schlüssel heißt hier Yeti-Theorem, nach dem ein weiteres Raise auf einem trockenen Board selten ein Monster ist. Denn warum würde man sonst hier raisen und den Gegner womöglich verscheuchen? Die Analyse des Gegners ergab aber, dass er wahrscheinlich mit genau diesem Yeti-Theorem vertraut ist. Also benutze ich es gegen ihn und raise erst recht. Er fällt drauf rein und ich bin kurz vor 7 Uhr morgens unter den Chipleadern des Turniers:

[replayer hand=136254]

Die Chipleader Position verteidige ich, so gut ich kann. In ca. 1-2 Stunden kommen wir an die Bubble, da möchte ich natürlich meine Position weiter ausbauen.

Der einzige Spieler mit vielen Chips am Tisch ist leider auch einer der Top Internetspieler, Belabacsi. Alle anderen habe ich ganz gut im Griff, gewinne viele kleine und mittlere Pots von ängstlichen Gegnern, die die Bubble erreichen wollen. Gegen Bela sehe ich mich ein bisschen vor, obwohl ich Position auf ihn habe:

[replayer hand=136255]

Ein bisschen später werde ich an einen anderen Tisch versetzt. Hier sitzt Jon "Pearljammer" Turner, aber hat nicht viele Chips. Da ist er sicher versucht, einen Squeeze einzustreuen, den ich extra trapcalle und snappe. Der Move war richtig, der Turn nicht so schön, aber der River ein feiner. Wenn es läuft, dann läuft es...:

[replayer hand=136256]

Hand 531 ist ein Set-up. Natürlich geht hier das Geld rein, erst recht, nachdem ich an diesem Tisch wirklich aktiv war und viele Steals durchgebracht habe. Und dann läuft es auch noch günstig für mich:

[replayer hand=136257]

Dann, so gegen halb 10 Uhr morgens, lässt der Lauf nach. Auf der Bubble kann ich zwar noch ein paar Chips sammeln, aber dann entrinnen sie meinen Fingern. Wenig Karten, ein paar ärgerliche Situationen.

Hier eine weitere Schlüsselhand. Der Gegner war der aktivste am Tisch (ausser mir) und hat gerne mit mittelguten Händen große Pots gespielt. So auch hier. Der River wäre ein super Valuepush geworden, leider kommt der falsche. Grrr:

[replayer hand=136258]

In der folgenden halben Stunde komme ich zwar nochmal auf meinen Höchststand von ca. 450.000 Chips, aber dann geht's bergab. Ein verlorener Flip kostet 80.000, Top Paar gegen Overpaar kostet auch nochmal 120.000. Mir bleiben noch 280.000, als ich einen wichtigen Pot mit AK gegen AQ gewinne und wieder auf 380.000 aufbaue.

Dann läuft ein Set Up auch mal anders rum. Wieder ein Schlüsselmoment in der derzeitigen Turniersituation. Kostet mich gerade so viel Chips, dass ich wieder ein bisschen aufpassen muss. Mit dem Pot wäre ich wohl wieder unter die Chipleader aufgestiegen. Ohne ihn geht's aber auch weiter...:

[replayer hand=136259]

Dadurch falle ich wieder ins Mittelfeld zurück, bei 260.000 ungefähr. Am Ende von Tag 1 bin ich mit 321.000 Chips 47. von 178 verbleibenden Spielern. Um halb eins mittags falle ich völlig erschöpft ins Bett. Jetzt gut schlafen, um 23 Uhr geht es weiter mit Tag 2, auf dem Weg zum Final Table!

Für Tag zwei hätte ich gerne einen ähnlich ausführlichen, zweiten Teil für diesen Blog geschrieben. Leider war nach dem Restart um 23 Uhr der Pokergott nicht mehr gut gesinnt. Nur 27 Minuten später bin ich raus.

Eigentlich ging es ganz gut los. Ein paar gezielte 3bets, ein guter Bluff und ich bin hoch auf 355.000. Dann kommt die einzige wirkliche Schlüsselhand:

[replayer hand=136260] 

Nach diesem Pot kann ich mich nicht mehr so richtig erholen. Und nach einem missglückten Resteal:

[replayer hand=136261]

ist um 23:27 Uhr nach Hand 766 dann als 141.

Schluss.

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