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/Dez/2008

WPT Finale Hohensyburg - Mein Tag 1

Von: amigos @ 21:17 (CET) / 4103 / Kommentar ( 57 )

Hallo alle zusammen,

Pokercontent gefällig? ;-)

Am Wochenende habe ich das WPT-Finale gespielt. Obwohl ich mich leider nicht qualifizieren konnte, habe ich doch noch ein Ticket ergattern können. Einige Spieler, darunter auch mein geschätzter Freund und Kollege George Danzer, hatten mehrere Tickets gewonnen, die sie natürlich verkauft haben. Einige Tickets wurden übrigens auch hier im Intellipoker Forum angeboten. Pfiffige, aufmerksame Leser konnten also doch noch beim größten Sachpreisturnier in Deutschland teilnehmen, auch wenn sie sich nicht qualifiziert hatten. Das Einkaufen vor Ort war allerdings nicht mehr möglich und das Turnier auch ausgebucht.

Das Turnier war hervorragend organisiert, mit einem engagierten Unterhaltungsprogramm, gutem Essen und tollen Dealern.
Die Struktur war sehr gut, man hatte viel Zeit, gut Poker zu spielen. Der Samstag, Tag 1B, ging erst spät zu Ende und ich war trotz des sehr gut verlaufenden Pokertages wahnsinnig müde.

Am Sonntag hatte ich leider nur wenige Minuten Zeit vor der Abfahrt zum Casino, um einen Blog zu verfassen. Daher nur der kurze Blog.

Jetzt dann eine ausführlichere Beschreibung einiger Schlüsselhände von Tag 1B:


Ich komme mit George und seiner (äußerst charmanten und gutaussehenden) Freundin pünktlich im Casino an und finde auch gleich meinen Tisch. Vom Tisch aus schauen wir uns die Eröffnungs-Show inklusive Tanz- und Gesangseinlage an, dann heißt es: Shuffle up and Deal.

Die anderen Spieler kenne ich nicht, aber die meisten scheinen mich zu kennen. Ich hatte mir vorgenommen, von Anfang an „Small Ball Poker“ zu spielen, d.h. viele Flops anzuschauen, besonders, wenn ich Position habe und das Image stimmt. Das klappt auch sehr gut. Ich spiele voll konzentriert und gewinne viele kleine Pots.

Ein Beispiel:

Im ersten Level limpt ein Spieler in mittlerer Position. Ich limpe auch, mit , vom Button. Die beiden Blinds bezahlen und wir schauen zu viert den Flop an. . Alle checken zu mir, ich setze den halben Pot. Die beiden Blinds bezahlen. Ich habe nur As hoch und einen backdoor flush draw, der aber auf dem Turn schon verfliegt. Beide Blinds checken zu mir, ich checke auch. Der River blankt, beide Spieler checken wieder. Ich denke, ein Bube hätte hier angespielt, eine Zehn sicherlich. Verschiedene Draws waren ja möglich, also setze ich noch einmal halben Pot und nehme den Pot mit.

Einige Zeit später habe ich ca. 15.000 und ein Spieler in früher Position erhöht von 100 auf 400, ein Spieler vor mir bezahlt. Ich finde und bezahle. Ich möchte hier nicht reraisen gegen einen EP raiser, da der ja eine Premiumhand halten könnte und mich mit einer weiteren Erhöhung aus dem Pot drängen könnte. Also bezahle ich, in der Hoffnung, ein Set zu floppen.

Der Flop kommt , der erste Spieler checkt, der zweite spielt 500 an. Natürlich kann ich die Hand hier getrost aufgeben, aber ich denke, dass der zweite Spieler hier oft ein mittleres oder kleines As hält, dass er nur schwer weiterspielen kann. Also erhöhe ich auf 1500. Der andere foldet, er macht 3000 und zeigt mir nach meinem Fold den gefloppten Second Nut Flush. Ouch.

Ich baue meinen Stack kontinuierlich auf, mit wenigen starken Händen, aber einigen gut getimeten Bluffs. Im dritten Level habe ich etwa 16.000. Dann kommt folgende Hand, gegen den gleichen Spieler, der inzwischen mit über 25.000 Chipleader am Tisch ist.

Blinds 75-150, zwei Limper, der Cutoff limpt hinterher, ich fülle die Kleine Blind mit auf, die Big Blind checkt. Der Flop kommt perfekt. . Ich spiele als Erster 625 an. Das habe ich schon ein paar Mal gemacht, als ich nichts hatte, konnte aber den Pot oft mitnehmen. Drei Spieler folden, der Cutoff bezahlt. Ich habe eigentlich nur Angst vor , aber die verfliegt als der Turn den bringt. Ich checke, der Cutoff spielt 1000, ich checkraise auf 2500, um einen großen Pot zu generieren. Er bezahlt. Der River bringt die . Ich überlege, wie viel ich hier noch rausschlagen kann. Eine 4 bezahlt mich ja immer, aber der Call auf dem Turn deutet eher auf einen König hin, vielleicht ein kleineres Pocket Paar, das mir nicht geglaubt hat. Ich spiele 4200. Zu meiner Überraschung erhöht der Cutoff auf 10.000, fast meinen ganzen Stack. Ich habe noch etwa 12500. Geschlagen werde ich nur von KK oder 99, überlege, ob ich mir etwas ängstlich noch 2500 übrig lassen soll, aber entscheide mich für ein All-in. Der Spieler bezahlt ein wenig ungern und meine Hand ist gut. Er erzählt mir später, dass er Asse hatte. 

Dank dieses Pots ist mein Stack nun bei fast 30.000 und ich bin eindeutiger Chipleader am Tisch. Heißt: ich spiele noch mehr Hände.

Im 150-300er Level erhöhe ich auf 800. Florian, ein guter, junger Spieler direkt hinter mir, bezahlt. Er hat bisher sehr wenige Hände gespielt und bezahlt hier sicherlich nicht mit Schund. Allerdings schätze ich ihn auch als kreativen Spieler ein. Die beiden Blinds bezahlen auch. 2400 im Pot. Der Flop kommt . Blinds checken zu mir, ich spiele natürlich an, obwohl ich nur offsuit halte. Der Flop eignet sich sehr gut für einen Bluff. Eine 7 hat selten einer, andererseits kann ich die gut haben, mit meinem aktiven Image. Also spiele ich 1200. Florian bezahlt, die anderen beiden folden. Wenn er nur bezahlt hat er meistens KJ oder KQ. Auf dem unscheinbaren Turn spiele ich deshalb noch einmal 3200 an, um ihm AK oder eine 7 zu suggerieren. Er bezahlt wieder. Jetzt bin ich mir ziemlich sicher, dass er den K hat.
Der River bringt wieder eine Blank. Ich stelle mir die Frage, ob er für 15.000 wegwirft. Ich könnte ihn auch all-in setzen, aber wenn er eine 7 hat, möchte ich nicht meinen sehr gesunden Stack verbluffen. Also gebe ich die Hand auf und checke. Florian checkt hinterher, ich zeige stolz mein 4 hoch und er gewinnt mit KQ. Mist.

Kurz darauf sind wir wieder in eine Hand verwickelt, diesmal erhöhe ich mit in früher Position und Florian bezahlt. Den eigentlich guten Flop checken wir beide. Der Turn bringt eine Blank, ich checkcalle halben Pot, da ich viele Outs vermute. Das As auf dem River ist zwar keins, aber ich nutze es, um zu bluffen. Schließlich kann ich auch AK oder AQ so gespielt haben. Dummerweise hat Florian AQ und gewinnt wieder einen Pot.

Jetzt kündige ich an, dass wir beide (die beiden Big Stacks am Tisch) sicherlich bald einen Riesenpot spielen werden. Er lacht.

Bald darauf kommt es zu einer Blind gegen Blind Konfrontation. Ich habe und erhöhe aus der SB auf 1100, er verteidigt seine 300er Big Blind und bezahlt. Mmh. Keinen Respekt. ;-)
Der Flop kommt gut, mit , ich spiele 1500, er erhöht auf 3500. Ich bezahle. Der Turn kommt , check-check. Die 3 auf dem River ändert nichts. Ich checke, er spielt 4000 an. Nanu? Das gibt mir die Möglichkeit, 13500 zu bluffen. Jetzt tut sich jede 7 schwer zu callen. Aber die gebe ich ihm gar nicht, denn da hätte er bestimmt den Turn angespielt. Er fragt, wie viel ich noch habe. Ich habe 18.000 übrig. Jetzt fragt er, ob ich einen Push calle (er covert). „Oh, da müsste ich überlegen, aber ich glaube schon.“ Er foldet. Ich zeige nicht.

Immerhin wieder ein paar Chips gesammelt. Jetzt bin ich wieder Chipleader am Tisch. Allerdings verliere ich wieder einen Pot gegen Florian und er holt auf. Ich kündige noch mal unseren „Riesenpot“ an.
Im 200-400 Level spielt ein relativ shorter Stack (knapp 9000) 1200 von vorne, ich bezahle in der SB mit und höre die wunderschönen Worte „Raise“ von Florian in der BB. Der macht 4200, der Andere pusht. Ich habe über 30.000, aber Florian covert. Ich denke, dass das Geld jetzt reingeht und pushe. Er foldet aber. Den Pot gewinne ich gegen AK und bin wieder Chipleader. Der Riesenpot steht aber immer noch aus.

Kurze Zeit später, im 300-600 Level kommt es dann auch so. Ich erhöhe mit auf 1500. Florian macht ein Minreraise auf 2550. Aha, Asse! Das ist bisher das einzige Reraise gegen mich. Bisher hatte ich den Tisch ziemlich unter Kontrolle. Er hat noch 40.000 dahinter, ich habe ungefähr 50.000. Alle folden, ich bezahle. Der Flop kommt perfekt. . Ich spiele 4000 an, will ein mittleres Paar repräsentieren. Er erhöht, wie erwartet, auf 12.000 und callt meinen Push. Die Asse verpassen und ich habe über 90.000.

In den letzten 45 Minuten des Abends kann ich meinen Chipstack noch auf knappe 120.000 ausbauen, mit guten Resteals und einem mittleren Pot. Ich beende den Tag als Chipleader.
Natürlich bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Aber vor allem auch mit meiner Spielweise. Es waren ein paar starke Hände in guten Situationen dabei. Und ich habe auch viele kleine und mittlere Pots erkämpft, mein Image ausgebaut und ausgenützt und fehlerfrei Poker gespielt.

Ab ins Bett, schlafen, um fit zu sein für Tag 2.

Davon später mehr.

LG, Jan.

 

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