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/Nov/2008

Fill Hellmjüss

Von: backstage @ 10:49 (CET) / 8032 / Kommentar ( 177 )

Ich habe neulich eine Zuschauer-Email bekommen. Von Prof. Dr. XY. Ich hätte neulich in einer Pokersendung den Spieler „Phil Hellmuth“ amerikanisch ausgesprochen also in etwa „Fill Hellmjüss“. Beim nächsten Mal soll ich das bitte unterlassen, Hellmuth sei ein deutscher Name und zum Schutze der deutschen Sprache soll ich schlicht „Helmut“ sagen, also deutsche Aussprache.

Ich habe dem Herrn Professor geantwortet, dass ich Phil Hellmuth so ausspreche wie Phil Hellmuth es tut, also „Fill Hellmjüss“, wobei selbstverständlich das Wortende im stimmlosen „ti-eytsch“ ausklingt. Meines Erachtens hat sich Professor Sprachretter an der falschen Stelle aufgeregt. Es ist zugegebenermaßen nicht einfach, über Poker zu berichten und dabei keine englischen Wörter zu benutzen. Beispiele, wo eine entsprechende deutsche Übersetzung fehlt oder einfach unangebracht erscheint, gibt es zur Genüge. Und wenn Pokerspieler untereinander Hände oder Situationen analysieren, ist es durchaus möglich, dass mehr englische Wörter verwendet werden als deutsche. Beim Kommentieren versuche ich schon darauf zu achten, dass nicht alles im „Denglisch-Kauderwelsch“ ertrinkt. Aber es fällt einem immer wieder schwer vom „Erhöher“ statt vom Raiser zu sprechen. Laut Duden gibt es den „Erhöher“ gar nicht!

Und hat jemand eine elegante Übersetzung für „Continuation Bet“? Oder „tight?“ Da tendiere ich immer zu „zurückhaltend“, auch wenn es nicht 100% dem entspricht was wir beim Poker unter „tight“ verstehen. Synonyme? Okay, also bei dict.leo.org nachgeschaut: tight kann bedeuten: angespannt, dicht, eng, enganliegend, fest, festsitzend, gespannt, knapp, prall, scharf, schwergängig, schwierig, straff, stramm, streng, undurchdringlich, verkeilt, wasserundurchlässig, knickerig. Mmmhhh. Schwierig, oder? Dann lieber „tight“.

Bei einigen Begriffen habe ich längst aufgegeben, eine deutsche Entsprechung zu finden, z.B. „suck-out“. Allerdings denke ich häufig an den einen oder anderen TV-Zuschauer, der eventuell genervt wegzappt, weil er nur die Hälfte versteht oder bei „ausgesackt“ darauf wartet, dass jemand seine Brotzeit aus dem Jutebeutel holt. Übertrieben wird es allerdings dann, wenn Spieler davon sprechen, dass sie „an einen anderen Table gemoved wurden“. Ich denke, es spricht nichts dagegen, den guten alten deutschen Satz „Ich wurde an einen anderen Tisch gesetzt“ zu verwenden. Doch scheinbar ist das Einflechten von englischen Begriffen auch außerhalb der Pokerwelt populär. Gestern erzählte meine Stieftochter, dass zwei ihrer Freundinnen gebettelt hätten. Um Himmels Willen, die Jugend schreckt heute vor nichts zurück um an Kohle zu kommen, war mein erster Gedanke. Aber aus den nachfolgenden Schilderungen war zu entnehmen, dass sich die Mädels eine „Battle“ geliefert hatten. Sie hatten sich in der Wolle. So hieß das bei uns, damals.

Gutes Blatt - Euer Michael vom DSF

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