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/Mär/2010

Knochenbrecherpoker in Hinterglemm

Von: backstage @ 14:28 (CET) / 5599 / Kommentar ( 8 )

Ein Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht.  Ich habe diesen Blog mehrfach angefangen, musste immer wieder korrigieren, weil die Dinge einfach nicht mehr aktuell waren. 

Bevor ich auf die EPT Saalbach eingehe noch eine kurze Anmerkung zur 3. Staffel German Highroller. 

Zuletzt wurden hier im Forum einige negative Kritiken an den German Highroller laut, die ich teilweise nicht mehr nachvollziehen kann. Mit Kritik an meiner Person kann ich prima umgehen, da bin ich entspannt. Es ist wie bei jedem Kommentator in allen Sportarten, 100% Zustimmung gibt es für keinen, da es immer wieder zu Meinungverschiedenheiten und auch tatsächlichen inhaltlichen Ungereimtheiten kommt. Ich nehme mir jede Kritik zu Herzen, überprüfe sie, arbeite an den Aussagen, mehr kann ich da nicht tun. Was ich nicht nachvollziehen kann, ist die totale Glorifizierung von „High Stakes Poker“ und die daraus entstehende Verunglimpfung von „German Highroller“.

Wer sich die aktuelle Staffel von „High Stakes Poker“ genau angesehen hat, der wird mir zustimmen müssen, dass unterhaltsame Situationen am Tisch oder ähnliche lustige Elemente so gut wie gar nicht vorhanden waren. Es gab keinerlei Frotzeleien, Sticheleien, Anekdoten etc. Es gab Spieler, die so gut wie kein Wort gesagt haben (Eastgate, Sahamies) oder ihre ewig gleichen Phrasen dreschen (Elezra). Es gab sogar eine Sidebet, ob Antonious mehr als 78 Wörter insgesamt sagt! Die 5. Staffel lebte einzig und alleine vom „kreativen“ Stil des Tom Dwan. Ohne nun „German Highroller“ in den Himmel zu heben, aber meines Erachtens gab es spannende Hände zu sehen, mehr und mehr kristallisieren sich Typen heraus, die gerne polarisieren dürfen, es war sicherlich die beste Staffel.

Nun zum Snowfest. Als der Termin feststand war es für mich keine Frage, das Ding muss ich spielen. Durch die TV-Produktionen im Alpine Palace und auch private Ausflüge ist Hinterglemm mir sehr ans Herz gewachsen. Mein Ehrgeiz war absurd angestachelt, vor allem, da ich zuletzt sehr ordentlich gespielt habe, auch deep stack. Ich möchte Euch hier nicht mit den kleinsten Details langweilen, ein kurzer Abriss meines Auftritts: Ich hatte einen Tisch erwischt, an dem ich mich nach gut 30 Minuten schon gut zurecht fand. Drei Russen, davon 1 Highroller von dem ich die Info hatte „Achtung, stark!“. Ein Rumäne, der zur looseren Fraktion gehörte. Ein sehr junger Österreicher, grundsolide, neben mir ein Deutscher, auch sehr ordentlich, dazu Thomas Brdaric, der Ex-Fußballprofi. Ich war klar auf smallball ausgerichtet, funktionierte wunderbar. Ich gewann einige Pötte, meine Reads stimmten halbwegs, so dass ich von 30.000 auf 50.000 hochkam. Nach zwei Stunden die erste Pause, der Tisch wurde aufgelöst. Mein neuer Tisch gefiel mir überhaupt nicht. Ein Amerikaner, spielte sauarrogant, hielt sich für den Allergrößten. Dann ein Italiener, der noch viel arroganter spielte. Ein belgischer Pro, sehr short, sehr tight. Ein Skandi-Milchgesicht, dem gings irgendwie nicht gut, vermutlich am Abend zuvor zuviel Mon Cherie genascht. Der Italiener meinte zwischendurch immer wieder Sheriff spielen zu müssen, callte mit dünnen Händen, textete rum, er war mir unglaublich unsympathisch. Nun habe ich in mittlerer Position, ich raise, er reraise aus dem big blind. Ich bezahle. Man kann hier nochmal nachlegegen, ich weiß, aber ich wollte keinen Riesenpott gegen ihn spielen. Flop rainbow. Er setzt fast Potsize, ich mache hier einen Fehler. Ich schaue wohl etwas zu überrascht, verziehe kurz das Gesicht, mit meiner Körpersprache bin ich im Nachhinein nicht glücklich. Auf dem Turn eine . Check. Check. River . Nun kommt eine stabile Valuebet von ihm. Hier mache ich den zweiten Fehler. Gemäss meinem soliden Tischimage muss er mir eine starke Hand geben. Er spielt eine große gegen mich ohne Position, da sollten meine Alarmglocken klingen. Tun sie auch. Aber meine Hände greifen in den Stapel und bezahlen. Ich verliere insgesamt 28.000 in dieser Hand (er hat natürlich ), was eigentlich nicht sein darf. Aber ich habe mich zu sehr von seinem loosen Image blenden lassen, denn eigentlich schlage ich nur oder einen Bluff. Und den spielt er gegen mich ohne Position hier sehr wahrscheinlich nicht. Okay, weiter gings. Ich habe noch 20.000 als ich einen Push von 6.000 des oberloosen Italieners mit bezahle (Blinds 200/400).  Muss man auch nicht unbedingt bezahlen, aber er hatte die gleiche Aktion bereits viermal durchgezogen. Gegen jeden anderen am Tisch hätte ich gepasst. Leider hat er . Danach muss ich einige Hände aufgeben und habe noch 11.000 als ich den Raise eines Shortstacks mit einem Push und beantworte, er bezahlt mit . Flop .

Der Rest sind 2 Stunden Shortstackspiel, völlig standardmäßig. Am Ende verliere ich mit Coinflip gegen den Italiener (aaaarrrrgghhhh!!). Fazit: Ein teurer Fehler, der Rest solide. Um hier und da mal einen Move einzustreuen fehlten mir die Spots und es war an den Tischen auch nicht unbedingt Teil meiner Strategie. Ich bin megamäßig enttäuscht, da ich mir schon einiges ausgerechnet hat, aber Poker ist und bleibt an manchen Stellen unberechenbar. Nun genieße ich noch Hinterglemm, leider wird der Schnee zunehmend sulziger, vernünftig fahren ist nicht möglich, „Knochenbrecherschnee“ nennen es die Einheimischen. Dafür ist das Wetter gut und die Stimmung auch.

Allen anderen in jedem Fall ein gutes Blatt

Euer Michael Körner

P.S. Da ich das Event weiter verfolgen werde, gebe ich Euch im Laufe der Woche noch ein Update zum Verlauf, Organisation, Wer mit Wem etc.

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