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/Jun/2009

Pferde an den Finaltable!

Von: backstage @ 10:19 (CEST) / 171 / Kommentar ( 50 )

<font size="3">Heute wird gesprungen, ich möchte gerne über mehrere Themen schreiben, daher verzeiht, wenn es vom "Hölzchen aufs Stöckchen" geht. Heute ist mein letzter Reha-Tag, ab morgen wird wieder gearbeitet, die Vertonungen der WSOP Europe 2008 für DMAX stehen an. Sendetermin für Folge 1 ist übrigens der 15.07. um 23.30h. </font>

<font size="3">Ich habe viel Poker gespielt, zwischenzeitlich dachte ich, dass es so massiv aufwärts geht und ich meine Reha durchaus noch verlängern könnte, aber dann kam der "Schwarze Freitag". Es war ein traumhafter Tisch ($0.50/$1.00 6-max), denn ein Spieler war tatsächlich bereit, jede Hand zu spielen, nach 4 Stunden ein VP$IP von 91% (!!!), Preflopraise 52% (!!!). Ihr könnt Euch nicht annähernd ausmalen was da abging, ich habe geweint und gelacht, schrie und verstummte innerhalb von Nanosekunden. Die Warteliste war teilweise zweistellig. Die Schwankungen waren massiv, aber es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis der Typ sein Geld abladen würde. Ich hatte 5 Gelegenheiten einen großen Pott gegen ihn zu spielen, ich hatte fünfmal die bessere Hand auf dem Flop (55%, 65%, 85%, 95% und 98% Vorteil). Einmal habe ich gewonnen (die 55%-Chance natürlich....). Die 1- und 2-Outer trafen mich so brutal, ich habe noch nie so lange gebraucht, um mich wieder zu beruhigen. Und dann verliere ich gegen einen anderen Spieler am Tisch gegen . </font>

<font size="3">Ein Wahnsinn. So eine Gelegenheit gibt es wirklich super selten, nach der letzten Hand bin ich raus, ich weiß demnach nicht, ob der Typ sein Geld noch verbrannt hat oder nicht. Einen Fehler habe ich auch gegen ihn gemacht, aber ansonsten kann ich mir nicht allzuviel vorwerfen. </font>

<font size="3">Ein anderes Thema ist das $50.000 H.O.R.S.E.-Event bei der WSOP 2009, ein Turnier, das gerade läuft. Ein supergeiles Turnier, viel Prestige, viel Können, hier spielen nur die Topleute. Für die weitere Diskussion ist es wichtig, auch den Blog von Daniel Negreanu dazu zu lesen, äh, ich kann leider nicht verlinken (hüstel), aber es ist sein letzter Blog hier im Forum. Kurz zusammengefasst, Daniel plädiert dafür, dass am Finaltable nur No-Limit Holdem gespielt wird, da ESPN ansonsten das Event nicht im Fernsehen zeigen kann, die Zuschauer haben letztes Jahr abgeschaltet, da am Finaltable im H.O.R.S.E-Rhythmus weiter gespielt wurde und die Mehrzahl die unterscheidlichen Varianten nicht kennt. Diese Jahr wird das auch passieren, daher hat ESPN das Turnier von der Produktionsliste gestrichen (läuft also auch nicht im DSF). Und das wiederum hat viele Spieler mit Sponsorenverträgen dazu bewogen, nicht mitzuspielen.</font>

<font size="3">Nun bin ich seit 16 Jahren beim Privatfernsehen und der letzte Mensch auf dem Planeten, der dem TV-Zuschauer nicht entgegenkommen möchte, aber es gibt Grenzen. Ich habe zuletzt etwas häufiger Fernsehen geschaut, auch Formate, die normalerweise nicht so mein Ding sind, weil meine Frau auch in der Branche tätig ist, etwas völlig anderes macht, aber es kann ja nicht schaden, mal über den Tellerrand hinauszuschauen. Eine Entwicklung ist dabei unübersehbar: Die Fernsehmacher nähern sich viel zu sehr dem Volk an, insbesondere den Menschen, die viel Fernsehen konsumieren. Und das sind nicht immer die Gebildetsten. Ich werde hier keine "Unterschichen-Fernsehen"-Debatte anzetteln, möchte nur die Meinung vertreten, dass es für gewisse Änderungen Grenzen gibt. Wenn die Mehrheit der TV-Zuschauer glaubt, sie wollen kein H.O.R.S.E. sehen, dann ist es ihr gutes Recht abzuschalten. Aber die Regeln eines Spiels über den Haufen zu werfen, nur um es unbedingt ins Fernsehen pressen zu wollen, das geht auch nicht. Wenn wir anfangen alle Dinge zu vereinfachen, nur weil es die Masse nicht versteht, dann gute Nacht!! Man muss sich die Menschen auch erziehen, muss sie auch herausfordern.  Und es muss auch Programm geben für Menschen, die das Spiel doch verstehen. Ansonsten wird alles nur noch ein Wischiwaschi-Einheitsbrei. Gestern z.B. habe ich erstmals "Sportfreunde Pocher" gesehen, so etwas finde ich grottenlangweilig, mehr Plätscherei geht nicht, auch wenn man sich bemüht hat, die Langeweile mit irgendwelchen Effekten zu übertünchen. </font>

<font size="3">Demnach bin ich anders als Negreanu der Meinung, dass beim $50.000 H.O.R.S.E auch am Finaltable H.O.R.S.E gespielt werden sollte. Dann muss es eben eine andere Vermarktung geben, eventuell über Internet etc. Wahrscheinlich ist das sowieso die Zukunft, alle möglichen Nischen und Interessen über andere günstige Vertriebswege bedienen zu können. </font>

<font size="3">Zusammengefasst: Vermarktung hat Grenzen, wenn es die Fundamente eines Spiels/Sports zerstört. Die Kultur eines Spiels/Sports beruht auch auf Traditionen und Verlässlichkeiten. Ein aktuelles Beispiel ist die Formel 1, die sich im Dschungel von Vorschriften, Anpassungen, Streitereien, Regeländerungen der Lächerlichkeit preisgegeben hat. Hier ist die Quote nur deswegen gut, weil die Deutschen wieder einen neuen Helden haben. Privatfernsehen soll zeigen was die Menschen interessiert, aber wenn sie immer weniger interessiert bzw. Dinge nicht kapieren wollen/können, dann ist irgendwann Schluss mit der Abwärtsspirale.</font>

<font size="3">Da ich einige Resonanz auf mein Steckenpferd Galopp- und Sportwetten bekommen habe, zum Abschluss noch ein kurzer Blick auf den Wettschein. Heute beginnt in Hamburg die Derbywoche, Höhepunkt heute ist der Hansa-Preis, ein Gruppe II-Rennen. Im Vorfeld wird "Getaway" sehr stark gewettet, allerdings ist der Gaul dieses Jahr noch nicht gelaufen und wenn ich nicht weiß wie ein Pferd drauf ist, mache ich normalerweise einen großen Bogen. Allerdings ist es normalerweise ein sehr starkes Pferd. Trotzdem bevorzuge ich den Derbysieger vom letzten Jahr "Kamsin", der bei seinem letzten Rennen behindert wurde, ansonsten weiter vorne gelandet wäre. Dazu noch "Flamingo Fantasy", hat eine Riesenform gezeigt, wenn auch in leicht schwächeren Rennen. Als Kombi-Gaul nehme ich "Ruten", ein leichter Außenseiter, dem sein Jockey hoffentlich sagt, dass bei 2400m das Rennen zu Ende ist und nicht erst anfängt.</font>

<font size="3">Wimbledon: Melanie Oudin, 17 Jahre jung, spielt in der nächsten Runde gegen die Polin Radwandska und bekommt trotz ihres Sieges gegen Nr. 1 Jankovic noch eine 3,75:1 Siegquote. Bisschen riskant, aber lukrativ. Seltsam finde ich die Siegquote für Hewitt vs. Stepanek (1,29), bei aller Liebe zu seinem Comeback, aber Stepanek hier als 4:1-Außenseiter zu stellen finde ich gewagt. Also Kombi Sieg Oudin mit Sieg Stepanek.</font>

<font size="3">Ein gutes Blatt</font>

<font size="3">Euer Michael Körner</font>

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