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bandit-de blog

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/Jun/2007

Es hätte so schön sein können...

Von: bandit-de @ 01:28 (CEST) / 1 / Kommentar ( 7 )

Um 7:00 Uhr morgens werde ich wach, so langsam macht sich die Aufregung bemerkbar. Heute ist es endlich soweit und ich gehe für IntelliPoker an den Start beim Event #6 1.500$ Limit Hold'em. Da das Turnier aber erst um 12 Uhr anfängt frage ich mich, was ich mit der Zeit tun soll. Ich mache mich auf um die Pokerräume der umgebenden Hotels zu fotografieren. Auf meiner Route sind, das MGM Grand, Tropicana, Luxor, Hooters, Mandalay Bay und das New York, New York. Alle kann ich vom Excalibur gut zu Fuß erreichen. Zwei Stunden später habe ich dann die Bilder im Kasten. Danach gehe ich noch kurz frühstücken im Sherwood Forrest Cafe und lege mich dann noch für ein halbes Stündchen hin um dann relaxed ins Rio zu fahren. Das Turnier beginnt pünktlich und so langsam steigt der Adrenalinpegel. Werde ich Deadmoney sein, oder habe ich tatsächlich eine Chance mit meinen Micro/Low-Limit Kenntnissen gegen die Pros zu bestehen? Wie gewohnt beobachte ich meine Mitspieler um ggf. einen Tell zu erhaschen. Auch wenn dies in den Startlimits wohl eher unwahrscheinlich ist. Dennoch soll ich recht früh einen Bluff enttarnen und meinen Chipstack nach und nach aufbauen. Irgendwann im zweiten Level entdecke ich dann auf der Chipstack-Anzeige den Namen von Jan 50outs, er hat zu diesem Zeitpunkt 5.600 Chips, ein kurzer Blick auf meinen Stack lässt mich schmunzeln, ich habe bereits 6.500 :) Kurze Zeit später wird er dann an meinen Tisch gesetzt und wir sollen uns recht bald in einer Konfrontation wiederfinden. Der Tisch war bisher knackig tight und ich hatte das Gefühl mich auf 25/50 Cent bei Party zu befinden wo ebenfalls sehr tight und passiv gespielt wird. Deshalb entscheide ich mich auch mit Pocket aus EP zu limpen, zum einen sind die Blinds noch recht klein, zum anderen sind die Hände eh meist max. three-handed und ohne Pre-Flop-Raise. Zwei Plätze Links von mir sitzt Jan und raised. alle anderen steigen aus und ich frage mich was der raise soll, will er mir jetzt zeigen wer der Boss ist oder hat er tatsächlich eine Hand. Ich calle und floppe mein Set, eine Flush- und Straightgefahr besteht nicht, also check/calle ich Jans Bet. Der Turn kommt und bringt mir Quads. Ich überlege lange und denke mir einen Bet glaubt er Dir eh nicht, also spiele ich an, er raist, ich three bette und er capped. Nice1, ich frage mich hat er sein Full House nun oder wird das hier ein Schwanzvergleich? Egal ich kassiere eh den Pott ;) Der Turn bringt und damit nun einen möglichen Flush, ich überlege mit einem Check Angst vor dem Flush zu repräsentieren, denke mir aber er wird sicherlich hinter mir checken, also entscheide ich mich dazu lieber noch den Bet einzusammeln, denn callen wird er mit Sicherheit. So geschehen zeigt er seine Pocket , hui er hatte tatsächlich eine Hand. Mit meinen Quads hatte ich ihn fast aus dem Turnier katapultiert. Doch er soll sich noch ein paar Stündchen halten (siehe Blog 50outs). Kurz darauf wird der Tisch aufgelöst und ich komme an einen neuen Tisch, sollten hier nun endlich Spieler sein, die mich das Fürchten lehren? Negativ, auch hier wird eher tight-passiv gespielt und so baue ich meine Chips nach und nach zur Chipleader Position aus, und bin lange Zeit immer unter den Top3 zu finden. Es ist schon ein unglaubliches Gefühl seinen Namen auf den Anzeigetafeln der WSOP und online bei den internationalen Newssites zu sehen. Allerdings sollte man den Journalisten mal sagen, das nicht jeder Deutscher Hans oder Fritz heißt, denn auf den Monitoren prangt "Hans Hausmann"  selbst als ich die Jungs von Pokernews darüber informiere, es bleibt bei Hans

Nach 11 Stunden ließ dann allerdings meine Konzentration nach, das Fatale daran ich merkte es nicht, wie beim Sekundenschlaf auf der Autobahn rasste ich voll in die Leitplanke und wachte erst auf als es zu spät war. Ich bekomme im SB und setze einen Raise an, da bis zu mir gefolded wurde, BB callt, der Flop kommt , ich check/raise BB callt, Turn kommt , ich bette BB raist ich reraise BB callt, auf dem River kommt eine weitere das nun ein Flush möglich ist sehe ich nicht und verliebt in mein 2Pair setze ich erneut an, werde vom BB geraist und frage mich nun was kann er haben, soviel Action zuvor, dann wieder doch nur Call und nun setzt er erneut an, ich calle und er zeigt , schelmisch grinsend freue ich mich auf den Pott und schaue wohl ziemlich blöd als der Dealer diesen an mir vorbei zum BB schiebt, ich schaue noch mal auf seine Karten schaue aufs Board und erst als der Dealer "Flush" annonciert realisiere ich was gerade geschehen ist. Ich könnte mir selbst in den Arsch treten, sicherlich es war nur ein Extra Bet den es mich kostete, aber das ich es nicht gesehen hatte ärgerte mich maßlos, und bei 3.200er Blinds tut auch dieser Extra-Bet weh. Somit ist mein Chipstack ungefähr auf die Hälfte reduziert. Ich merke wie ich mich nicht von der Hand verabschieden kann und denke immer wieder an die Worte von Howard Lederer, "vergiss eine schlechte Hand und konzentriere dich auf dein Spiel", gut Wach bin ich jetzt wieder, aber verärgert über mich selbst. Kurz darauf bekomme ich mit erneut eins auf die Mütze, ich floppe Trips und mein Gegner kauft sich den Flush. Nun bin ich shortstacked und warte eigentlich nur noch auf ein vernünftiges Blatt in das ich meine verbleibenden Chips investieren kann, es kommt wie es kommen muss, ich bekomme nur noch Grütze auf die Hand, selbst BB und SB muss ich aufgeben und eine Hand bevor mich der Big Blind treffen und ausblinden wird gehe ich mit in den Pott, hinter mit ein Raiser danach noch ein Caller, ich harre der Dinge die auf mich zukommen, auf dem Flop kein Treffer aber ein hinter mir setzt an LP steigt aus und der Raiser zeigt OHNE TREFFER! Wir sind 7 Plätze vom Geld entfernt und er schmeißt jemanden aus dem Rennen mit Nichts, ich mein ich freue mich natürlich, aber es zeigt die Qualität der Spieler. Der Turn bringt ein weiteres doch keins meiner 15 Outs soll kommen und ich bin auf Platz 98 von 910 raus, ab 91 wäre ich im Geld gewesen. Das Geld tut mir nicht leid, aber das ich nun nicht in der HendonMob Database auftauchen werde und weiterhin ein Nobody bleibe .

Es ist mittlerweile 1:50 Uhr und ich packe meine Sachen um ins Hotel zu fahren und noch ein wenig Schlaf zu bekommen. Schließlich besteht mir am folgenden Tag der Umzug ins Haus bevor, d.H. ich muss rechtzeitig auschecken und noch Koffer packen. Aus ausschlafen wird leider nichts, denn ich ärgere mich maßlos über die Hand und grübele und grübele. Sichtlich enttäuscht kann ich einfach nicht schlafen, es hätte so schön sein können :( Ich bin einfach nur enttäuscht von mir selbst und ziemlich down. Am Nachmittag ziehe ich dann in das Haus das gemietet wurde und diskutiere die Hand auch mit den anderen Spielern, und auch Frank Debus kann von einer ähnlichen Situation berichten die ihm mal im Omaha-Cashgame passierte, hier dachte er er hätte zwei Karten und den Flush, irrte sich aber denn er hielt . Also nicht nur mir passiert so ein Mist, ein kleiner Trost. Mit den Jungs haben wir dann auch schnell Spaß im Haus und ich kann die Hand endlich vergessen. Aber dazu in den kommenden Tagen mehr.

Eigentlich wollte ich noch ein NL Turnier am Ende des Monats spielen, nach dem Limit Turnier überlege ich nun aber das auf ein weiteres Limit Turnier zu wechseln - Schuster bleib bei deinen Leisten ;)

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