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/Jun/2007

Poker im Kühlschrank

Von: bandit-de @ 19:51 (CEST) / 6384 / Kommentar ( 24 )

Gestern ging es für mich zum zweiten Mal an den Start bei der WSOP. Das $2.000-Limit-Event #43 hatte ich mir ausgesucht um erneut einen Versuch auf ein Bracelet zu unternehmen. Ich stehe relativ früh auf und treffe zu meiner Verwunderung Tillmann im Haus. Tillmann wollte ebenfalls in dem Event mitspielen, was ich bisher nicht wusste. Wir teilen uns also ein Taxi zum Rio und schwatzen noch ein wenig, bevor das Turnier anfängt. Während ich verzweifelt meinen Tisch suchte (wurde umbenannt) hatte Tillmann Glück und landete gleich an Tisch 2 obwohl er sich erst kurz vor Beginn des Events registrierte, was ihm einige Tischwechsel ersparte. Mein Tisch befindet sich am Eingang des Amazonrooms und der Raum wirkt regelrecht verlassen. Im Moment sind halt eher exotische Events, die eher eine kleine Fangemeinde haben. Leider wurde vergessen die Klimaanlage entsprechend umzuprogrammieren, denn die war immer noch auf voller Leistung. Entsprechend Kalt war es im Turnierraum. Die meiste Zeit war ich froh, das ich mein Sacko dabei hatte, obwohl es teilweise nicht ausreichte. Zwischenzeitlich überlegte ich sogar, schnell noch in den WSOP-Merchandising Shop zu laufen um mir einen Pulli zu kaufen.

Naja, das Turnier selbst verlief zunächst sehr gut für mich, als uns Tillmann und ich nach dem ersten oder zweiten Break treffen, lag Tillmann noch immer beim Start-Stack während ich mich schon auf 10.000 Chips ausbauen konnte. Was aber auch daran lag, das ich genug Fisch am ersten Tisch fand. Der Tisch war so fischig, das ich bei zwei Spielern sogar einen Tell erhaschen konnte. Spieler Nr. 1 war Marke Jack Daniels Mitarbeiter, so wie man sie aus der Werbung kennt, etwas älter, leichter Country-Style mit Basecap. Sobald er ein gutes Blatt hielt, zitterten seine Hände wie Espenlaub. Spieler Nr. 2 ein sehr alter Hase, megatight (spielte glaube ich nur 3 Hände an dem Tisch in den ersten 3-4 Leveln) und strahlte wie ein Honigkuchenpferdchen als er mit seinen ein Set getroffen hatte (wohl gemerkt vor dem Showdown ;)). Dann war noch ein Spieler am Typ der aussah als wenn er indische Wurzeln hätte, ich überlegte die ganze Zeit welchen Nickname ich ihm geben würde und tendierte zwischen zwei Namen "I like to see any flop" oder "I call you down with crap", beides passte hervorragend auf diessen Spieler, so wäre er kurz vor der ersten Tischauflösung schon gebustet gewesen, wenn er nicht seinen Gutshot noch gerivert hätte.

Für mich selbst lief es nach dem ersten Tisch dann eher bescheiden. Zwar gab es auch noch am zweiten Tisch ein wenig Fisch, aber dieser zahlte mich nicht aus, sondern kostete mich eher Chips. So dümpel ich bis zum Dinnerbreak immer weit unter dem Durchschnitt, und zum Dinnerbreak blieben mir grad noch 2,5 Big Blinds (auf neuem Level) die ich bis dahin aber nicht puschen konnte weil ich nur Crap bekam.

Zum Dinnerbreak wollen Tillmann und ich ins Steakhouse im Rio, auf dem Weg dorthin treffen wir Nico, Alex Jung und Chris Niesert der grad aus Platz 3 das Mixed-Limit-Event verließ und 80.000$ mit sich in der Tasche durch die Gegend trug. Innerlich ärgere ich mich schon ein wenig, das ich jetzt die Pause noch machen muss obwohl mir klar ist, dass ich kurz nach dem Break busten werde. Ich mache das beste aus der Situation und schlemme ein wenig, beim letzten Mal war ich mit Jan und Katja im Steakhouse kurz bevor sie ihr Bracelet holte. Hier hatte sich Jan einen Grillteller mit Filetsteak und Hummer bestellt. Das Beste daran, der Hummer wurde bereits aus seine Hülle gepellt, das sah mega lecker aus hat aber auch seinen Preis, für 45$ ist man bei dem Spaß dabei. Unter dem Motto man gönnt sich ja sonst nichts, ordern Niko und ich uns also die Nobelschlachtplatte und glaubt mir sie war jeden Dollar wert. Selten habe ich ein so gutes Filet in Kombination mit Hummer gegessen. Zumal ich es obernervig finde den Hummer aus seiner Schale zu pulen.Gut gesträkt laufen wir wieder zurück zum Turnier-Raum und treffen George Danzer von den Amigo Boys, der sichtlich fertig aussah. Ich frage ihn ob er Krank ist, doch er bekam wohl nur sehr wenig Schlaf wegen der kaputten Klimaanlage in dem Haus in dem er wohnt.

Als ich dann wieder am Tisch bin schalte ich zum ersten Mal Musik auf die Kopfhörer, die bis dahin nur als teuerster Gehörschutz dienten, dies allerdings wirklich gut. Die nervigen Nebengeräusche werden weggefiltert und man kann sich sogar noch mit seinen Tischnachbarn unterhalten und bekommt alles mit. Da ich nun Shortstacked bin, schalte ich eh auf push oder fold und brauche hierfür keine großartigen Informationen erhaschen. Also schotte ich mich mit Franky goes to Hollywood, Leila K., Paul van Dyke von meiner Umwelt ab. Ich warte jetzt nur noch auf eine Hand mit der ich gehen kann und ziehe sie dann bis zum Ende durch. Ich bekomme in MP , suited wäre es meine Lieblingshand, egal auf solche Kleinigkeiten kann ich keine Rücksicht nehmen, ich 3Bette also Preflop und treffe sogar Top Pair, mein Gegner geht Heads-up bis zum River mit und foldet dann, ich frage mich was er wohl hatte und setze ihn auf eine Hand wie oder denn Draws gab es keine die er verfolgen konnte. Nun habe ich wieder etwas mehr Chips, also Musik aus und weiter gespielt.Noch zwei weitere Male soll ich kurz vorm Bustout stehen, da ich einfach keine Hände bekommen sollte und bei einem Steal gegen den Big Blind bekomme ich richtig auf die Mütze, ich setze mit einen raise vom SB an, und Big Blind geht rüber, was für mich nach Verteidigung aussieht. Der Flop .Jx bringt mir Top Pair, ich setze er callt, der Turn bringt ich checke er bettet ich calle da eine Hand wie durchaus möglich sein könnte, selbst als mir der River 2 Pair bringt gehe ich auf Nr. Sicher und calle nur, er zeigt - Autsch. Kuz darauf wird Noah Boeken neben mich gesetzt, ich überlege ob ich ihm erzählen sollte, das ich den PokerStarsBlog schreibe, verzichte aber zunächst darauf. Noah spielt sehr tight und aggressiv, läßt mich aber im Big Blind in Ruhe, also denke ich mir schnack doch ruhig ein wenig mit ihm, ich erzähle ihm wer ich bin und wir haben eine nette Unterhaltung. Er erzählt mir unter anderem das er jemanden sucht, der seinen Blog ins Deutsche übersetzen kann. Ich sage ihm das ich dies ja gerne tun würde, aber wirklich null Zeit dafür habe. Falls also jemand Lust hat den Job zu übernehmen, kurze Bewerbungsemail auf Englisch an mich via Email schicken.

Auch diesen Tisch soll ich noch überleben, und ich werde an Tisch 1 ausgelost - super somit sind weitere Tischwechsel fast ausgeschlossen, aber es sollte auch der härteste Tisch für mich werden. Denn Fisch gab es hier keinen mehr, zwar machte ein Spieler noch einen Fehler, der mir das Überleben und ein vervierfachen meines Stacks ermöglichte, aber deshalb würde ich ihn nicht als Fisch bezeichnen. Ich halte und entscheide mich in den Pott zu gehen mit meinen verbleibenden Krüppelstack. Ich 3bette Preflop und bin All-in und bekomme VIER!!! Caller, der Flop bringt mir keine Hilfe und ein Asiate aus EP setzt zum Bet an, woraufhin alle anderen folden. er zeigt für einen Open Ended Straight draw und sagt "ich hab Dir einen Gefallen getan", ich antworte etwas verdattert "Ja ich weiß, thank you sir!". Er soll nicht treffen und ich gewinne den Pott mit Highcard Ace! Aber auch diesen Stack soll ich nicht halten, ich laufe mit in von einem farbigen Spieler der solche Hände bevorzugt spielte und wirklich jedesmal seinen Flush traf. Der Spieler war mit mir schon am vorherigen Tisch und so kannten wir uns schon, ein sehr sympatisches Kerlchen mit dem ich auch den einen oder anderen kleinen Talk hatte. Als ich dann gegen halb 2 Uhr mit meinem kläglichen Rest in den Pott gehe, halte ich im SB und entscheide mich nun alles auf diese Karte zu setzen, da alle vor mir gefoldet haben, ich raise also preflop und der BB callt. Der Flop kommt mit ich setze an, BB callt, Turn ich All-in BB callt und zeigt , der River bringt mir keine Hilfe und ich sage "Nice hand, Sir", mehrere Spieler verabschieden sich von mir mit einem "Good Game" und der farbige Spieler reicht mir die Hand, auch der BB schließt sich an. Ich muss sagen auch wenn ich raus war, die Anerkennung tat gut, denn die Spieler am Tisch waren wirklich alle sehr gute Spieler. Tillmann war zu dem Zeitpunkt noch im Rennen und zwischenzeitlich sogar Chipleader, konnte aber leider auch nicht seinen Stack halten und beendete das Turnier auf Platz 60. Ich selbst erreichte Platz 81 hatte aber auch ne Menge Glück, dennoch machen mir diese Limit-Turniere Spaß und ich will sie auf alle Fälle Online weiter spielen.

Im Haus hole ich noch kurz Christoph Niesert ans Potcast-Telefon und falle dann auch ins Bett, bereits nach 6 Stunden wache ich mit höllischen Armschmerzen auf. Vom stundenlangen Armauflegen beim Turnier tat mir der rechte Unterarm weh. Ich frage kurz die Pros ob sie das kennen, und Jan bestätigt mir via Messenger das er dieses Problem nicht mehr habe, ihm täten nur ab und an die Finger weh vom vielen Chipshufflen. So bekommt man einen Blick auf den Beruf Pokerspieler, den man sonst so aus dem TV nicht kennt, auch gibt es in Deutschland nur wenige solcher Stundenlangen Marathon-Turniere die vergleichbar wären. Zwar kannte ich schon von den Turnieren bei Shortys lange Sessions von bis zu 7-8 Stunden, aber 12-14 Stunden sind ein anderer Schnack. Ein wenig ärgere ich mich über die Schmerzen, denn eigentlich sollte es heute mit Benjamin Kang und den Jungs an den Lake Mead zum Jetski fahren gehen, aber mit dem Arm wäre mir dies eh nicht möglich gewesen. Also war ich ganz froh, das es erneut nicht klappte. Stattdessen ging es mit Christoph Niesert, Alexander Jung und Helge in die Vegas Fashion Mall (um Kopfhörer zu kaufen :) und ich konnte es mir nicht verkneifen, den Jungs den Stacker Automaten zu zeigen. Chris ist auch sogleich feuer und flamme für den Automaten und wirft den ersten Dollar ein, er verliert knapp versteht nun aber das System, also noch ein Dollar rein und...ER HOLT DEN HAUPTPREIS!!! Allerdings gibt es nun einen weiteren Haken bei dem Spiel, die Preise hängen auf Spiralen die sich nur eine zeitlang drehen, und dann stoppen, so reichte die Drehung nicht für die PSP, aber für einen iPod Nano 2GB. Die Frustration bei Daniel war entsprechend groß als wir ihm die Story erzählten bei unserer Heimkehr.

Bevor wir heim fuhren, machten wir dann noch einen Abstecher bei "In and Out Burger", eine Burger-Kette ala McDonalds oder Burger King allerdings mit recht spartanischer Speisekarte, dafür waren die Burger und Fries einfach das beste was ich jemals in so einer Kette gegessen hatte, und das sogar zu einem vernünftigen Preis und das Beste, die Pommes werden aus frischen Kartoffleln gemacht ein entsprechend leckerer Duft schoss uns schon auf dem Parkplatz entgegen - also Tipp für den nächsten Vegas Besuch - In and Out Burger!




B@nd!t, Helge, Chris und Alex (v.l.)

Abschließend möchte ich noch auf Roys Post hinweisen, das die Poker-DVDs nun endlich erhältlich sind - was lange wärt, wird endlich gut :)

http://roysflush.intellipoker.de/index.php/2007/06/28/dvds-frisch-aus-der-presse/

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