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/Jan/2006

Poker Schule

Von: bandit-de @ 13:54 (CET) / 204 / Kommentar ( 14 )

Wie ich bereits vor ein paar Tagen schrieb, hat ein Bekannter von mir mit Hold'em angefangen. In den vergangenen Tagen lief es anscheinend auch recht gut, bis ich gestern sehen mußte, das er bereits fast alles von seinen 100$ an NL Cash Game Tischen verzockt hatte (was zum einen daran lag das er Limits gespielt hatte, die seine BR bei weitem übersteigen und zweitens er ein Zocker ist Marke, "ich will sehen ob mein Gegner wirklich die Hand hat"). Wie ein typischer Anfänger spielt er momentan nach Gefühl, und ich sollte ihm ein wenig beibringen, wie das z.B. mit den Starting Hands oder Positions funktioniert, und warum man gewisse Hände mal spielt und mal nicht.

Wir einigen uns darauf, dass wir es wie in einer Fahrschule machen, sprich er sagt mir was er vor hat und ich greife nur ein wenns nötig ist. Da er NL Cashgame spielen möchte, setzen wir uns logischerweise an einen solchen Tisch, auch wenn ich selbst eigentlich so gut wie keine Erfahrung mit NL Cashgames habe, so war es teilweise auch für mich eine Lehrstunde.

Zunächst fällt mir auf, dass für ihn alles interessant ist, nur nicht der Poker Tisch, wenn er nicht in eine Hand involviert ist, kümmert er sich nicht mehr um den Tisch, dann wird im Inet gesurft, telefoniert, oder TV geschaut. Hände wie J9 oder Q5s üben auf ihn eine außerordentliche Anziehungskraft aus, und egal in welcher Position, er möchte sie spielen. Lustigerweise, hätte er mit jeder dieser Schrotthände tatsächlich 2 Pair gefloppt, allerdings nicht eine Hand gewonnen, denn jedesmal wurde seine Hand geschlagen. Wir spielen also tight und pendeln uns bei ca. 20% Saw Flop ein (im Gegensatz zu 42% vorher). Man merkt wie ungeduldig er langsam wird, und ich sage mir, ach soll er ab und an eine seiner Hände spielen um zu sehen das diese nur Schrott sind. Bis auf 1ne Hand die ich grad mal mit einem (Semi) Bluff noch rettete hat er alle Hände verloren. Bei Händen wie AA oder KK kann er nicht verstehen warum ich einen Preflop raise mache wenn doch die meisten aus dem Pot verschwinden, und man ja kaum noch oder keine Leute im Pot hat um Geld zu verdienen.

Nach und nach versteht er allerdings das Prinzip der Starting Hands und Positions, und sieht ein das sein bisheriges Spiel einfach nur auf Glück beruhte und eher unprofitabel ist. Nach 1 1/2 Stunden beende ich die Lehrstunde und wir haben seinen Stack verdreifacht (12,29$), dies war natürlich sehr beeindruckend für ihn, aber ich versuchte erstmal zu beschwichtigen, das diese eine Session absolut nicht repräsentativ war, und wir ebenso gut hätten alles verlieren können. Tatsächlich war dies auch fast der Fall zu beginn der Session, wir hatten einen Maniac am Tisch der fast mit jeder Hand All In gegangen war, wir hatten 2 Pair geflopt (KQ Flop KQT) und er ging mal wieder All In, ich entscheide für einen Call, doch diesmal hatte der Maniac tatsächlich eine Hand und zeigt Pocket T, er hatte sein Set, und wenn der Turn und River das Board nicht in einen Straight verwandelt hätten, wäre bereits nach 5min schon mit der Lehrstunde Schluss gewesen.

Für mich war diese Session sehr interessant, denn ich kannte NL Cashgame eigentlich noch gar nicht, ich muss sagen der Profit war schon sehr verlockend, allerdings ist es irgendwie nicht mein Spiel, dafür bin ich zu wenig Zocker, ich brauche den Nervenkitzel nicht, mir reicht Profit. Dennoch war es sehr interessant zu sehen, wie unterschiedlich zum Turnierspiel gespielt wurde, ich habe nur einen einzigesmal ein Preflop All In gesehen, was demjenigen nur die Blinds einbrachte. All Ins wurden nur selten gemacht, eher ging es in kleinen Raise Schritten nach oben. Raises von 4-5x des Blinds brachten nur Preflop Wirkung, im Spiel mußte man schon kräftig raisen (annähernd Potsized) um Flush Drawer aus dem Spiel zu schmeissen.

Alles in allem wars eine tolle Erfahrung und wir hatten einen netten Abend.

Allerdings mußte ich ihn erstmal beruhigen als er sofort seine Kreditkarte wieder zücken wollte um neu einzuzahlen, mein Tipp war er solle erstmal den verbleibenden Rest (knapp 15$) versuchen zu vermehren, alles andere wäre rausgeschmissenes Geld im Moment. Außerdem solle er erstmal nach Startinghand Chart von Mathew Hilger (Internet Texas Holdem, siehe Bücherliste) spielen, auch wenn diese fürs Limit Spiel gedacht ist, so ist sie schon wesentlich tighter als sein bisheriges Spiel ;)

Ich möchte noch anmerken, dass ich eigentlich kein guter Lehrer bin (zumal ich mich im Bereich Poker auch noch in einem Lernprozess befinde) und dazu neige auf tilt zu gehen wenn jemand nicht raffen will was ich ihm vermittele, doch Thorsten war sehr geduldig mit mir, und ich glaube meinen Job ganz gut gemacht zu haben.

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Nachtrag:

Heute hat er nach Starting Hand Chart gespielt und aus 20$ am NL Tisch 123$ gemacht, sicherlich ist auch dies noch nicht repräsentativ, aber dennoch eine beachtliche Leistung!


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