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/Okt/2008

Rückblick: WSOP 2008 Las Vegas (Teil 1)

Von: bandit-de @ 17:40 (CEST) / 6 / Kommentar ( 70 )


Me, Freddy & Gavin

Man sollte wirklich nicht zu lange warten bis man einen Rückblick verfasst, vor allem nicht, wenn man sich nicht die Hände seines letzten Turnieres notiert hat. Naja, ich hoffe, ich kann es dennoch zu einem unterhaltsamen Blogeintrag bringen.

Bei meinem letzten Event bei der WSOP entschied ich mich für das Limit-Shoot-out $1.500. Im Nachhinein betrachtet hätte ich lieber das NL-Shout-out spielen sollen, da wäre der Luckfaktor vielleicht nicht ganz so hoch gewesen.

Aber beginnen wir mit dem Spiel in unserer Pokervilla. Zunächst sah es nicht danach aus, als ob ich überhaupt noch teilnehmen könnte. Es gab keine Mitfahrgelegenheit ins Rio und für eine Taxi-Bestellung wäre es zu spät gewesen (Taxis benötigen durchschnittlich 45-90 Minuten falls und wenn sie dann mal eintreffen). Etwas bedrückt lungerte ich im Wohnzimmer herum, als Jan mich fragte, warum ich noch nicht im Rio bin. Ich erzählte ihm mein Leid und spontan fuhr er mich ins Rio (so einen Chef hat nicht Jeder :) ). Zur Info, ja ich habe einen Führerschein, war aber nicht als Fahrer für einen der Mietwagen eingetragen, deshalb wollte ich aus versicherungstechnischen Gründen nicht selbst fahren.

Im Rio angekommen, kaufe ich mich erst einmal ins Turnier ein und warte dann draußen bis das Theater anfängt. Als ich an meinen Tisch komme, der erste Schock. Wir sind shorthanded, lediglich vier Spieler fanden sich zu Beginn des Turniers am Tisch ein. Ein Schock, da ich bis dahin null Erfahrung shorthanded hatte (erst danach fing ich an, mich mit der Materie zu beschäftigen). Doch ich kann mich gut halten und etwas verspätet trifft dann Gavin Smith ein. Mit Gavin hatte ich bereits 2006 schon einmal just for fun gespielt, doch diesmal ging nicht so gesellig zu. Gavin machte einen ziemlich verkaterten Eindruck. Als ich ihn fragte was mit ihm los sei, meinte er: „Irgend so ein Witzbold hat mir gestern ne Pille in meinen Drink getan, ich steh total neben der Spur“. Seine knallroten Augen zeigten, dass es ihm wirklich nicht gut ging. Seine Kopfschmerzen sollten nicht besser werden, denn oft erwischte ich ihn mit einem Checkraise. Beim dritten Warten auf gute KartenMal biss er sich auf die Lippen und zischte nur "Damn", unter dem Motto: Warum mache ich immer den gleichen Fehler?  Doch dieses Mal soll er die Hand gewinnen als er mit einen Four-Card Flush auf dem River holte und mein geflopptes Two-Pair knackte, das sich lediglich in einen -high Flush verwandelte. Nice Hand Gavin. Dennoch konnte ich mich zwischenzeitlich zum Chipleader aufbauen. Da mittlerweile auch Robin im Rio eingetroffen war, bat ich ihn, ein aktuelles Foto von mir zu machen. Irgendwie gab es von mir nur Fotos mit wenig Chips :( . Übrigens war es so kalt im Amazon Room, dass ich zwischenzeitlich in den Merchandise-Shop rennen musste um mir eine Jacke zu kaufen. Dummerweise hatte ich meine im Haus vergessen.

Neben mir saß ein Afroamerikaner im Rollstuhl den ich bereits von der WSOP 2006 vom Sehen her kannte. Damals war ich verwundert, dass er Handschuhe trug, den Rollstuhl hatte ich seinerzeit übersehen. Erst ein paar Tage danach sah ich ihn erneut in einem Turnier und nahm den Rollstuhl wahr. Ich war neugierig und stellte mich ihm vor. Ich fragte ihn, seine wievielte WSOP es mittlerweile sei, und er sagte, seine fünfte. Ich war sichtlich erstaunt, denn Freddy sieht eigentlich eher wie ein Obdachloser aus, dennoch spielte er einige Events und kann es sich offenbar leisten. Der Schein trügt wie so oft im Leben, dafür handelt es sich bei Freddy um einen sehr angenehmen Zeitgenossen und es macht Spaß mit ihm zu schwatzen. Bei meinem ersten Bad Beat raunte er, „Wie kann der Typ das callen, du hast vielleicht drei Hände bisher gespielt, der muss doch wissen, dass du etwas hast“.

Ich antwortete nur „That‘s Poker“. Doch Freddy sollte eine Reihe Bad Beats einstecken. Am Tisch war ein weiterer Afroamerikaner, der sichtlich gut drauf war und keinen Plan von Limit Hold’em hatte (er erzählte nebenbei das er dachte es wäre ein NL-Shoot-out und das er von Limit keine Ahnung hat, aber auch ohne die Story hatte es jeder am Tich mitbekommen). Er sah aus wie ein NYC-Bronx Rapper mit lauter Kupfer-Accessoires, selbst seine Armbanduhr war total verkupfert. MC NYC liebte es zu spielen, er war in fast jeder Hand, und sobald er der Meinung war, etwas vermeintlich Gutes zu haben, raiste er bis der Arzt kam, UTG raise/reraise mit - kein Problem. Freddy war am Verzweifeln und erzählte mir, dass er den Burschen bereits zuvor in einem anderen Turnier am Tisch gehabt hatte und dieser unglaubliches Glück hatte. Seine Glückssträhne schien sich fortzusetzen, doch letzten Endes nahm ihn Freddy vom Tisch. Kurze Zeit später nahm ich dann Freddy vom Tisch, als er seine letzten Chips in die Mitte schubste mit . Mein sollte Hilfe auf dem Turn finden und Freddy war raus. Wir verabschiedeten uns freundlich und ich hoffe ihn 2009 wiederzusehen. Zwischenzeitlich kam Marcel Luske an unseren Tisch, brabbelte etwas von "wieso kein voller Startstack?" und verschwand wieder, Kurz vor Ende des zweiten Levels kam er dann wieder, rief den Floorman und verlangte einen vollen Stack, dieser wurde ihm verweigert, dafür erhielt er sein Buy-in zurück.

Freddy empfand dies als Skandal, „Jeder andere Spieler hätte sein Geld nicht zurückbekommen. Nur weil er ein Pro ist machen die das, das ist unfair“.  Marcel verschwand so schnell wie er kam, Gavin schaute nach wie vor wie sieben Tage Regenwetter und nachdem ich Freddy vom Tisch genommen hatte, waren wir zu viert. Auch wenn ich die Chips von Freddy bekam, war ich mittlerweile schon angeschlagen, ich konnte mich nicht lange halten und mein Push mit wurde von   gnadenlos mit Quads geschlagen. Aus die Maus, wieder kein Eintrag in der HendonMob Database :( .

Im nächsten Teil erzähle ich dann von der PokerStars Player Party mit Dita von Teese…

 

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