javascriptNotEnabled

Home \ Community \ Blogs \

barer47 blog

barer47 blog
Von: barer47
Send PM
/Nov/2008

Keine Arme, keine Kekse

Von: barer47 @ 17:51 (CET) / 19 / Kommentar ( 57 )

Dem ein oder anderen dürfte dieser makabere Spruch noch geläufig sein. Ähnlich habe ich mich gestern auf der "Deutschen Pokermeisterschaft" gefühlt, da mir über weite Strecken das richtige Werkzeug - in diesem Fall spielbare Karten - fehlte.

Als ich im Casino Esplanade ankam, musste ich mich erstmal mit einem Red Bull dopen, da ich ziemlich groggy war und dringenst munter werden musste. Normalerweise mache ich einen Bogen um das Zeug, da ich spästens nach dem zweiten Herzrasen bekomme. In diesem Fall war mir das egal. Dann noch schnell das IntelliPoker Branding wieder entfernt (Vorschrift des Casinos) und voll konzentriert an den Start. Ich kannte viele Gesichter aus der Hamburger Poker-Szene, vor allen Dingen auch von der Bracelette-Party von Seb vor ein paar Wochen. Die Creme de la creme der young guns war genauso vertreten wie die alte Garde der Hamburger Casino Szene.

Mein Tisch war zunächst recht angenehm. Rechts von mir der Mann von Frau Neumann. Genau. Herr Neumann. Die Neumanns wurden zur WSOP mal von PokerToday portraitiert. Herr Neumann hat recht "ungewöhnlich" gespielt und ist dadurch auch schnell auf 6.000 Chips abgerutscht. Ein Sitz weiter rechts ein Spieler Mitte 40, der in Spendierlaune war und seine Chips geradezu verschenkt hat. 70% seiner Hände (sehr passiv) gespielt (Stöhn, Kopf schüttel, "ich call"), nur ein einziges Mal geraist (mit 66 in EP) und damit alle Chips gegen QQ verloren. Leider war ich nur in einer Hand mit ihm involviert...

Rechts von mir saß ein semi-loose aggressiver Herr Mitte 50. Iraner vermutlich, von denen es ja eine richtige Kolonie im Casino Hamburg gibt. Daneben zwei Spieler, die mittelstark waren. Dann ein recht starker farbiger Spieler, Anfang mitte 20, den ich von der ein oder anderen Omaha-Partie kannte, und der zu den Regulars in Schenefeld gehörte. Mir gegenüber Michelle Lam. Daneben ein ca. 27 jähriger Bekannter/Verwandter von Soraya Homam, gerade in der ersten Phase sehr aggressiv und in vielen Händen involviert. Vermutlich ebenfalls ein Iraner. Neben ihm ein sehr schwacher Spieler, der viel gelimpt und nachfolgende Raises meist bezahlt hat, um dann auf dem Flop immer(!) check/fold zu spielen.

Ich zwang mich dazu, recht tight zu spielen. Ok, "zwang" ist vielleicht nicht wirklich der richtige Ausdruck, da ich in den ersten drei Leveln einmal AK, AQ, TT und 22 bekam. Der Rest war mittelmäßig bis schlecht. Hier mal drei Hände von den gefühlten 5, die ich in den ersten 1 1/2 Stunden gespielt habe.

Ich bin in UTG+1 mit . Meine beste Hand bis zu diesem Zeitpunkt, immerhin Mitte zweiter Level. Die Blinds sind bei 50/100. Ich habe ca. 9.500 Chips (average war 10.500) und raise auf 350. Alle folden zum Button, dem jungen Iraner, der (mal wieder) raist, hier recht forsch auf 1.200 Chips. Die Blinds folden und ich zahle. Flop kommt . Ich sehe, dass mein Gegner leicht den Kopf schüttelt und setze sofort 2.000 Chips. Er schüttelt erneut den Kopf, überlegt kurz und wirft dann offen weg.

Zwei Runden später bekomme ich (wieder UTG+1) . Ich erhöhe, werde gecallt vom Iraner auf dem Button. Flop kommt . Ich feuere einen Contibet, werde wieder gecallt. Turn ist die . Ich spiele an, mein Gegner callt. River kommt die . Ich mache einen erneuten Contibet und hoffe, dass mein Gegner nur den König hat und nicht das Ass, Gegner callt und zeigt aber für Splitpot. Schade.

Im nächsten Level (blinds bei 100/200) bekomme ich im High-Jack-Seat. Ich habe ca. 11.500 Chips. Mein linker Nachbar hat ca. 21.000 Chips. Nachdem zu mir gefoldet wird, setze ich 600. Mein Nachbar callt. Flop kommt klein mit . Ich checke, mein Nachbar setzt 1.500, ich instacalle, was ihm nicht zu gefallen scheint. Turn bringt den . Ich entscheide mich dazu, den König zu repräsentieren, übernehme die Initiative und feuere direkt 2.500 ab. Mein Nachbar schaut noch mal überrascht und intensiv auf das Board, schaut dann extrem missmutig und fegt sehr unwillig seine Karten in den Muck. Ship ship ship. Vermutlich AJ oder einen getroffenen 9er. Mit Paaren hätte er vermutlich vor dem Flop erhöht, da er wie gesagt recht aggressiv war, dasselbe gilt für AK und AQ. Seine bisherigen Showdowns zeigten Karten wie Q9o, KTo, QJ, also alles mittelmäßig, und das oft aus EP.

Dann kommt ein junger Spieler neu an den Tisch, zwei Plätze rechts von mir. Hat ca. 11.000 Chips und kann gleich mal mit einem getroffenen Set einen Spieler vom Tisch nehmen und aufdoppeln. Netter Einstand. Der Spieler stellt sich als extrem aggressiv heraus, raist jede zweite Hand und ich finde nur einmal eine brauchbare (und in diesem Fall sogar Premium-Hand), um zu reraisen.

Leider wird unser Tisch aufgelöst und ich zähle knapp 19.300 Chips bei Average 15.000.

Der nächste Tisch hat es in sich. Neben Philipp Roch sitzen ein paar weitere starke Turnierspieler am Tisch und links von mir auch noch "Opa of Poka". 5 Spieler haben zum Teil massive Stacks vor sich (zwischen 29.000 und 60.000 Chips) und ein tighter short stack zwei Plätze rechts von mir wartet offenstlich auf seine all-in chance, die er dann auch mit AA gegen AK bekommt. Ich bin zwei weitere Level komplett Card-dead, und das an einem sehr aggressiven Tisch. Nicht nur, dass nahezu immer ein Raise und teilweise sogar reraise gespielt wurde, bis die Action zu mir kam, sondern in den wenigen Fällen, in denen ich die Gelegenheit zum Blindsteal am Schopf packen wollte, wurde das gleich mit einem comittenden Reraise beantwortet. Die Blinds waren mittlerweile bei 400/800, und so wurde ich runtergeblindet bzw. gefoldet auf 11.000 Chips. Keine Kekse! Mist. Dann wurde unser Tisch endlich aufgelöst, diesmal war mir das seeehr recht.

Ich landete bei Jan-Peter Jachtmann am Tisch, der knappe 60.000 Chips vor sich hatte und zwei Plätze links von mir saß. Rechts von mir Cord Kilber Melby mit ca. 10.000 Chips. Mir gegenüber Martin Bodenstein mit etwa 35.000 Chips. Opa of Poka ist mit mir gewandert und sitzt nun links von Jan-Peter. Die anderen Spieler eher unbekannt. Ich wechselte in den Push or Fold Modus und konnte mich mit gezielten Pushes ohne Showdown wieder auf 17.800 Chips hocharbeiten. Average lag bei 23.000. Ein Double-Up wäre natürlich fein.

Wir befinden uns nach wie vor im 8.Level, Blinds 400/800. Da ich nun ein M von knapp 14 hatte, wechselte ich wieder in den Normalmodus. Ich bekomme und raise auf 2.200 in MP. Jan-Peter callt mit . Der Bigblind callt ebenfalls. Der Flop kommt , und nachdem der schwach wirkende Bigblind checkt, pushe ich all-in. Der Flop war ziemlich gut für mich mit zwei Overcards und Flushdraw, und selbst gegen den Treffer von Jan lagen meine Chancen bei 55,5%. Zudem hoffte ich natürlich, dass ich Fold-Equity habe, die gegen Jan-Peter zugegebenermaßen eher gering ist :-). Jan callt (richtigerweise bei der aktuellen Kartenlage). Mir wäre ein Fold natürlich lieber gewesen, hätte ich dadurch wieder Average Chipstack gehabt. So brauch ich halt Unterstützung.

Am Turn kommt die , die mir weitere Outs bringt aber dafür auch wieder welche nimmt, da nun die und die keine Hilfe mehr für mich sind, ebenso ein Paar nicht mehr reicht, die Hand zu gewinnen. Dafür kommen als Outs 3 Achter und 3 Könige hinzu. Der River bringt die und ich verliere leider meinen Coinflip. That's Poker.

In dieser Turniersituation mit den hohen Blinds hatte ich wenig Spielraum, und wenn ich dann eine spielbare Hand bekomme und der Flop gute Chancen bringt, sind die Chips drin.

Ansonsten habe ich wieder mal gemerkt, wie wichtig Aggression am Tisch ist. Die Spieler mit den meisten Chips sind allesamt sehr aktiv und aggressiv und schaffen es daher, viel "totes Geld" einzusammeln. Das hilft später, in marginalen Situation in der Hand zu bleiben und etwas risikoreicher zu spielen, da man den Luxus hat, nicht auszuscheiden, sollte man eine Hand gegen ein all-in des Gegners verlieren, sofern es sich nicht um einen der anderen Big-Stacks handelt. Allerdings habe ich mir schwer getan, mit gar nichts in der Hand ausreichend Druck aufzubauen. Denn irgendeine Chance, die Hand beim Restealing auch im Falle eines Calls gewinnen zu können, sollte man schon haben. Dennoch werde ich in den nächsten Wochen versuchen, mit meiner Aggression zu experimentieren, damit ich bei EPT in Prag bessere Chancen habe.

Das war's erstmal für heute. Sorry, ich habe ein neues Telefon, dessen Kamera leider etwas bescheiden ist, daher gibt es noch keine Fotos. Hoffentlich das nächste mal.

Bis die Tage

Roy  

In order to comment, you must login or register
Quiz
Neu hier? Nimm an unserem Einstufungstest teil und starte so deine Pokerausbildung.
Schon Mitglied? Melde dich hier an
javascriptNotEnabled
Lerne Von Einsteiger- bis zu Expertenstrategien
Trainiere Verbessere dein Können mit Hilfe unserer Trainer
Gewinne! Etabliere dich als Gewinner
/beliebt/
Hand der Woche – Queen-Ten sui... In der neusten Pokerhandanalyse der Woche geht es um Dame-Zehn suited ...
Mehr