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Von: barer47
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/Nov/2008

This is me and why u shouldn’t slowplay!

Von: barer47 @ 15:18 (CET) / 9 / Kommentar ( 111 )

Hallo Intelli-Community,

wie bereits angekündigt wollen wir diesen Blog etwas ausweiten und zukünftig von Roy, Joram und mir zusammen gestalten.

Ich heisse Jonas, bin 24 Jahre alt, wohne im schönen München, spiele seit 4 Jahren Poker und betreibe dies nun seit fast 2½ Jahren professionell.

Entdeckt habe ich Texas Hold'em über einen Freund, kurz nachdem ich mein Abi 2004 absolviert hatte. Seither habe ich praktisch “Poker studiert“ (sämtliche auf dem Markt erhältliche Lektüre gewälzt, alle erdenklichen Coachingvideos verschlungen, die wichtigsten Online-Foren hoch und runter gelesen, intensivste Handanalysen durchgeführt, mir Tag und Nacht den Kopf über die unterschiedlichsten Konzepte und Strategien zerbrochen und viel viel viel Spielerfahrung gesammelt), was wohl letztendlich auch dazu geführt hatte, dass ich mein anderes Studium (Jura) nach 3 Semestern aufgegeben habe. Nicht, dass ich das irgendwem empfehlen möchte, aber ich persönlich habe einfach gemerkt, dass es Poker ist, und nicht Jura, was ich wirklich machen möchte.

Für meine stärkste Disziplin halte ich NL Hold’em Live-Cashgames. Ich beschäftigte mich in jüngster Vergangenheit allerdings auch immer mehr mit PL Omaha, real Fun! Zudem spiele ich gerne, wenn auch selten, sehr gut strukturierte NLH Live-Events, wie die EPT, WPT, WSOP und die Aussie Millions.
Online spiele ich derzeit verstärkt NLH 6-Max aber auch NLH FR sowie PLO und die ein oder anderen MTT’s wie z.B. immer Sonntag’s die Sunday Million auf Pokerstars, logisch :-).

Eine meiner weiteren Leidenschaften ist das Reisen. So kam es, dass mich das Poker Geschäft innerhalb des letzen Jahres auf vier Kontinente und dort in die unterschiedlichsten Länder und Städte geführt hat. Von November ’07 bis Mai ’08 habe ich fast ganz Australien bereist (APPT in Sydney, Aussie Millions Melbourne im Crown Casino – übrigens einer der schönsten und größten Pokerrooms der Welt – sowie kleinere Pokerrooms der städtischen Casinos in Perth und Adelaide). Anschließend ging es für 4 Wochen nach Indonesien und mit Bali auf eine der schönsten Inseln im Indischen Ozean (hier war natürlich Online-Poker angesagt). Danach stand selbstverständlich mit Las Vegas die WSOP auf dem Plan.

Zurück in Deutschland ging es von München aus immer wieder in unsere schönen Nachbarländer Österreich und Schweiz. Im letzten Monat standen unter anderem die CAPT sowie die Poker EM in Baden an.
Anfang September verschlug es mich zusammen mit Joram zur APPT nach Macau mit anschließendem Kurztrip nach Hongkong.

Meine grobe Planung hinsichtlich Poker für den Rest dieses Jahres sowie 2009 beinhaltet die APPT in Sydney Ende diesen Monats, die Aussie Millions in Melbourne Mitte Januar, einen Kurztrip nach Macau, das ein oder andere EPT Event und natürlich die WSOP in Vegas. Außerdem möchte ich mich verstärkt auf das Online-Spielen konzentrieren.

Wie ihr seht werde ich also reichlich Material haben, um meinten Beitrag zu diesem Blog zu erfüllen und freue mich darauf, hier von meinen Erlebnissen berichten zu können. Neben meinen Reise- und Turniererfahrungen habe ich insbesondere vor, Strategieartikel zu posten und möchte auch gleich mit einem beginnen.

<h2>Don’t slowplay big hands!</h2>

Ich habe dieses Thema für meinen ersten Blogeintrag gewählt, da es absolutes Basic-Wissen eines jeden Pokerspielers sein sollte und gerade Anfänger viel zu oft mit diesem Move Geld verlieren.
Wie ja in unserer Ausbildungssektion schon erläutert, bedeutet “Slow playing“, dass man eine starke Hand gar nicht oder nur sehr gering selbst ansetzt, in der Hoffnung, der Gegner wird schon setzen. For Value oder als Bluff ist dabei egal.

Beispiele für ein Slowplay sind:

  • mit AA preflop nur zu callen,
  • eine gefloppte Straight checken
  • oder mit den geturnten Nuts gegen einen Frontbet nicht zu erhöhen

Viele Anfänger versuchen somit, ihre Gegner zu “trapen“, oder planen ein Check-Raise Manöver in Situationen, in welchen aus den unterschiedlichsten Gründen definitiv von diesem Spielzug abzuraten ist.

Wenn schwächere oder unerfahrene Spieler ein Monster halten, dann denken Sie oft “Was muss ich anstellen, damit möglichst nicht alle folden und meine ach so schöne Hand nicht einfach so verschwendet wird?“. Sinnvoller ist aber die Frage:

<address>Was muss ich anstellen, um das meiste Geld in diesen Pot zu bekommen?</address>

Da es oft hunderte von Händen dauern kann, bis man eine sehr starke Hand bekommt, verleitet der Faktor “Angst“, alle könnten jetzt so einfach folden, oft zum Slowplay. Grundsätzlich ist aber gerade davon abzuraten... aus mehreren Gründen:

  1. viele, gerade stärkere Spieler, durchschauen diese Taktik sehr schnell
  2. weil man mehr Geld in den Pot bekommt und somit auf lange Sicht mehr gewinnt, wenn man “big hands“ NICHT slowplayed
  3. aus Meta-Game Gründen

1. Tatsache ist, starke Hände oder “Monster“ zu slowplayen, wird die meisten Gegner - und gerade stärkere Spieler - nicht verwirren sondern ermöglicht ihnen im Gegenteil, einen Read auf spätere Situationen zu entwickeln. Das wirkt sich in der Regel so aus, dass sie ihre schwächerren Hände in solchen Augenblicken folden oder, sollten sie einen sehr starken Draw haben, diesen nur passiv weiterspielen.
Man aktiviert also das Alarmsystem der aufmerksamen Spieler, und damit wird es für den Slowplayer noch schwerer oder unmöglich, einen großen Pot zu gewinnen.

2. Mit starken Händen sollte man setzten! Denn wenn man wirklich darüber nachdenkt, wie man am besten und am meisten Geld in den Pot bekommt, dann ist die Antwort ganz einfach: indem man setzt! Nicht indem man slowplayed...
Seine starken bis sehr starken Händen also aktiv anstatt passiv zu spielen wird einem auf lange Sicht größere Pötte und somit mehr Geld einbringen.
Dazu noch ein paar Anmerkungen:

  • Normalerweise hat einer der Gegner immer irgendetwas, sei es eine vernünftige Starhand preflop, die er für spielenswert hält, sei es bottom oder middle pair oder ein Draw (straight oder flush) auf dem Flop etc.. Dies führt dazu, dass man meistens von einem oder mehreren Gegnern gecallt wird, was wiederum den Effekt hat, dass der Pot, den man mit hoher Wahrscheinlichkeit gewinnen wird, größer wird. Im Falle ein Gegner hält eine starke Hand, die dennoch unserem “Monster“ unterlegen ist, geben wir ihm die Möglichkeit zu einem Raise und erhalten damit die Gelegenheit, alle Chips in die Mitte zu befördern.
  • Slowplaying erhöht die Wahrscheinlichkeit von BAD BEATS. Jede Freecard eröffnet dem oder den Gegnern die Möglichkeit, ihren “lucky draw“ oder ihre eine “miracle card“ zu catchen. Indem man seine starken Hände setzt, verringert man also die Wahrscheinlichkeit, einen bad beat zu kassieren...
  • Eine weitere Notwendigkeit, starke Made-Hands nicht slow zu spielen, wurzelt in der Gefahr von Scarecards, welche die Action “killen“ können. Nehmen wir einmal beispielsweise an, wir floppen Top-Set, während unser Gegner Middle-Set floppt und gleichzeitig liegen zwei Herz. Unser Gegner checkt zu uns, und wir entscheiden uns fälschlicherweise dazu, slow zu spielen und checken ebenfalls. Der Turn bringt nun ein weiteres Herz! Unser Gegner spielt an und wir callen, oder unser Gegner spielt an, wir raisen und er callt nur, da in einem Fall wir, im anderen Fall unser Gegner Angst vor der Herz-Scarecard und einem Flush hat. River: Herz! Nun liegen vier Herzen auf dem Tisch und wir beide checken...
    Was ein garantierter Double-Up am Flop oder spätestens am Turn hätte sein können, ist zu einem kleinen Pöttchen zusammengeschrumpft, da wir unser Monster slow gespielt haben. Ein weiteres klassisches Beispiel ist dieses: Man hält AXs und flopped den Nut-Flush. Wenn man nun slow spielt und am Turn kommt ein vierte Karte dieser Farbe, wird man in der Regel keinen einzigen Chip mehr in den Pott bekommen.
  • Aktives Spiel kann Gegner auf den Gedanken bringen, man würde bluffen, und das wiederum lässt aggressive Spieler re-bluffen und mit einem Raise “over the top“ kommen. Dies stellt einen weiteren Weg dar, Geld in den Pot zu bekommen, welcher einem mit einem Slowplay verschlossen wäre.

3. Als letzter aller Gründe ist anzuführen, dass aufgrund von Meta-Game Konzepten davon abzuraten ist, große Hände langsam zu spielen. In erster Linie möchte ich meinen Gegner hinsichtlich meiner Hand im Dunkeln tappen und ein Guessing-Game spielen lassen, wenn ich setzte oder erhöhe. Dies kann ich allerdings nur dadurch erreichen, wenn ich meine starken Made-Hands genauso aktiv und aggressiv (also fast) spiele, wie meine Draws oder Bluffs. Ich muss für meine Gegner unberechenbar und uneinschätzbar bleiben. Einen Bet oder ein Raise muss also glaubhaft die Nuts, einen Draw und einen Bluff darstellen können. Das kann ich nur wenn ich meine starken Hände nicht slowspiele! Andersrum wäre es mir auch unmöglich zu bluffen, da ich ja nicht glaubhaft eine starke Hand repräsentieren kann (denn die würde ich ja slow spielen...). Ich werde also “predictable“!

Seine großen Hände immer “schnell“ zu spielen, ist allerdings nicht der Weisheits ultimativer Schluss, denn wo eine Regel, da auch eine Ausnahme...

Es gibt sehr seltene Situationen, in denen man nicht nur seine Hand slowspielen sollte, sondern sogar muss! Dies ist dann der Fall, wenn man ein so riesiges und unverletzliches Monster hält, dass man seine Gegner erst treffen lassen muss, um überhaupt noch Action zu bekommen, da sie entweder sehr schwach aussehen oder schlichtweg nicht stark sein können.
Als Beispiel hierfür möchte ich den Klassiker anwenden: FOUR OF A KIND! Angenommen wir halten in einem gelimpten Pot, der Flop ist und unsere Gegner checken zu uns. In diesem Fall sind wir nahezu gezwungen zu checken, um unsere Gegner “upcatchen“ zu lassen, sei es auf dem Turn oder dem River.
Turn , River ... Good news 4 you! ;-)

Good luck at the tables!

Jonas

P.S. Über Anregungen und Kommentare freue ich mich!

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