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Von: barer47
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/Jan/2010

Turnierhände

Von: barer47 @ 21:17 (CET) / 17 / Kommentar ( 11 )

Nachdem meine beiden Kumpels in die Regular-League aufgestiegen sind, muss ich hier alleine die Stellung halten.
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Und versprochen ist versprochen. Hier ein paar Hände aus meiner letzten Turniersession vor 2 Wochen.

Gespielt hatte ich $20+$2 NL TH, ein $20+$2 NL TH mit Big Antes, ein $50+$5 NL TH und noch ein viertes, ich glaube $11 NL TH.

Wie ja im letzten Beitrag schon angedeutet bin ich etwas tighter geworden. Das bedeutet aber nicht, untätig rumzusitzen und auf Asse zu warten.

Hand 1:
Wir sind im ersten Level in einem der $22 Turniere. Ich hatte wenig Hände gespielt, der Cutoff, der aktiver war als der Rest, raist auf 3BB. Mein Image ausnutzend setze ich zum Resteal an und gewinne direkt den Pot.

Nichts besonderes, aber eine gute Kombination aus Position und Image.

Hand 2, Steal OOP:
Dasselbe Turnier, nun aber schon in Level III. Ich bekomme keine Karten und halte mich auf mauem Level. Und da die Blinds häufiger verteidigen, muss ich aus EP stehlen. Auch hier hilft mein tightes Image.

A9s sicher keine gute Hand für eine Eröffnung aus EP. Aber der Tisch war relativ zurückhaltend mit aggressiven Moves. Wäre hinter mir ein Spieler mit einem Raise aktiv geworden, hätte ich die Hand ohne zu zögern aufgegeben. Mit A9 OOP verliert man mehr Geld als man gewinnt. Das Raise blieb aus, allerdings callt der SB. Der Flop bringt mir einen Flushdraw und mit einem Conti-Bet ist der Pott mein. Wieder ein paar Chips gesammelt.

Hand 3, Steal in Position:
Anderes Turnier, Level 5. In dieser Hand sitze ich im Cutoff. Ein recht aktiver Spieler limpt im Hijack Seat. Das hat er aus mittlerer und später Position schon öfter gemacht. Ich sitze hinter ihm und raise auf 4BB. Meine Hand spielt eigentlich keine Rolle, da ich den Pot vor dem Flop gewinnen möchte. Werde ich geraist, gebe ich die Hand auf, werde ich gecallt, kann ich einen Lucky-Punch landen. Mein Image war auch an diesem Tisch tight und ich befand mich vom Chipcount im oberen Mittelfeld.

Ich werde gecallt, was mir nicht wirklich gefällt. Den Flop verpasse ich zwar, als mein Gegner aber checkt kann ich wunderbar ein Ass repräsentieren, mache einen Contibet und gewinne den Pot. Easy.

Hand 4, All-in gegen Aggro:
Hier wieder eine Hand aus dem ersten Turnier, mittlerweile ebenfalls in Level 5. Ich finde Könige, nice. Babolat war recht aggressiv. Ich reraise und versuche meinen Gegner zu isolieren, was gelingt. Er ist aggressiv genug all-in zu gehen und ich calle ohne zu zögern.

Meinem Gegner wird das Glück eines Asses verwehrt und ich gewinne den Pot.

Hand 5, 2 Barrel Bluff:
Und wieder ein Wechsel, zurück zum zweiten Turnier, diesmal in Level 8. Ich halte mich im Mittelfeld und es ist mal wieder Zeit für einen Stealversuch aus dem Cutoff.

Der Flop war zunächst enttäuschend, da die falsche Farbe. Zwar habe ich einen kleinen Treffer, aber mein Gegner kann hier leicht den König oder das Ass in Kreuz halten und wird seine Hand dann kaum aufgeben. Der Turn bringt ein weiteres Kreuz, und nachdem mein Gegner erneut checkt, kann ich ja vielleicht ein hohes Kreuz repräsentieren. Ich setze also halben Pot und dummerweise callt mein Gegner.

Hätte er den River dann OOP gesetzt, hätte ich die Hand aufgegeben. Da mein Gegner aber zum dritten Mal checkt, bin ich davon überzeugt, dass er vielleicht ein kleines oder mittleres Kreuz hält (z.B. wegen einem Paar auf der Hand), aber nicht mit AK geraist hat und entsprechend kein hohes Kreuz hält. Natürlich könnte er trappen, aber in der Regel haben die meisten Spieler Angst, am River einen Value-Bet zu verpassen, sind sie richtig stark. Meine Linie lässt sich daher gut fortführen und ich setze nun 2/3 Pot. Das riecht nach Value-bet mit den Nuts oder 2nd Nuts und mein Gegner gibt auf.

Hand 6, Party time:
Dasselbe Turnier, Level 9. Ich habe Pocket-2er und werde hier förmlich in den Pott gesaugt. Vier Limper vor mir und ich habe absolute Position. Keine Frage, da wird gecallt. Dummerweise raist der Bigblind auf 480. Nachdem aber zwei meiner Mitstreiter callen, bin ich dabei. Der Flop ist vielversprechend.

Zwar liegen hier zwei Diamonds und ich habe auch nur das Bottom Set, aber ich denke, ich liege vorne. Der BB macht einen Conti-bet, und nun pusht einer der Spieler all-in. Er hat mich gut gecovert und ich überlege, ob er diesen Push auch mit einem höheren Set gemacht hätte. Der Pott ist zu juicy um hier aufzugeben und ich calle, genauso wie der BB. Ich gehe davon aus, gegen einen Flushdraw und evtl. ein Overpair zu stehen. Aber es sieht deutlich besser aus, da ein Spieler ein Overpair und der andere gerade mal Top-Pair hat. Wow. Selbst das dritte Diamond am Turn bringt keine Gefahr, da keiner meiner Gegner ein Diamond auf der Hand hat. Jetzt war ich plötzlich Chipleader. Nice.

Hand 7, KK vs. AK:
Die Hand wäre nichts wirklich besonderes, wenn nicht die meiste Aktion erst am Flop stattgefunden hätte. Ich weiß immer noch nicht, was mein Gegner hier vorgehabt hatte. Ein Set repräsentieren? Asse? Ich kann mir nicht vorstellen, dass mein Gegner ernsthaft meinte, genug Euqity zu haben. Er hat maximal 6 Outs (+ runner runner straight draw), wenn ich nicht einen kompletten Bluff durchziehe.

Mir wars recht :-).

Hand 8, Draw gegen Ace-High:
Selbes Turnier, 11. Level. Ich konnte meinen Stack weiter ausbauen und liege immer noch unter den Top 3 im Chipcount. Meine Chips nutze ich, um hin und wieder aus Middle-Position anzugreifen, wenn ich zulange keine Hand mehr gespielt habe.

98s natürlich nicht berauschend, aber für einen Steal-Versuch gut genug. Ein schwacher Min-Raise macht mich stutzig. Ich habe gute Odds und calle. Als der Flop kommt entscheide ich mich spontan, einen Check-Raise zu probieren, entweder um einen Jack oder ein Overpair zu repräsentieren. Sollte ich trouble bekommen, habe ich immer noch einen Flushdraw mit Inside Straight draw. Tatsächlich callt mein Gegner. Der Turn bringt mir weitere 3 Outs und ich entscheide mich, meinen Gegner all-in zu setzen. Selbst wenn er einen Jack hat komme ich hier eh nicht mehr raus. Der Gegner callt und dreht zu meinem erstaunen AKo um und liegt damit sogar noch vorne. Nice call. Der River bringt eins meiner 15 outs und ich kann erneut einen netten Pott einstreichen.

Hand 9, aggressive Blindverteidigung bringt Split-Pot:
Wir springen wieder zum ersten Turnier, hier der 9. Level. Der Cutoff war ein notorischer Stehler, und als erneut zu ihm gefoldet wird, macht er einen Minraise. Button und SB folden und ich denke nicht lange nach und gehe all-in.

Ich bin im unteren Chip-Bereich und muss aggressiver werden, möchte ich noch im Spiel bleiben. Erstaunlicherweise callt mein Gegner mit einer gering besseren Hand, KJs. Mutig. Mit KJ zu pushen macht meiner Meinung nach deutlich mehr Sinn als mit KJ zu callen. Naja, der Pott wird geteilt und nichts passiert.

Hand 10, Aggression ist angesagt:
Immer noch derselbe Level im ersten Turnier (Level 9). Meine Chipposition ist immer noch deutlich unter Average. Daher muss ich meine Blinds verteidigen.

Natürlich kann Late-Position auch eine gute Hand haben, aber ich kann ATs in meiner Chip-Position nicht einfach wegwerfen. Also Attacke. Funktioniert und ich kann ein paar Chips dazugewinnen. Gerade mit den Antes wächst mein Stack um fast 50%.

Hand 11, Stealversuch aufgegeben:
Kehren wir zurück zum zweiten Turnier, 13. Level. Ich bin immer noch gut dabei. Ich finde auf dem Button KJs. Da alle zu mir folden hätte ich so oder so geraist.

Ich raise auf 900. Leider pusht der SB all-in für knapp 10.000. Klar kann das ein Resteal sein, genauso wie ich ihn im anderen Turnier schon praktiziert habe. Die Frage ist aber, mit welcher Range macht mein Gegner diesen Move? Bislang war mein Gegner nicht durch zu aggressives Spiel aufgefallen, ich gebe ihm also Credit und folde meine Hand. Zu oft liege ich hier hinten oder bin sogar dominiert. Dazu sind mir meine Chips zu schade und ich habe keine Notwendigkeit, hier unnötiges Risiko für 30% meiner Chips einzugehen.

Hand 12, Betting-Tell eröffnet Gelegenheit zum Bluff:
Wir bleiben im zweiten Turnier, ein Level weiter, Level 14.

Ich habe genug Chips um ein bisschen mitzuschwimmen, ohne zu großes Risiko einzugehen. Ein Spieler limpt, ich möchte mir billig den Flop ansehen und limpe hinterher. Der SB füllt auf und zu viert sehen wie einen nicht ungefährlichen Flop. Ich treffe zwar middle-pair, aber es liegen eine Menge Draws und eventuell schon eine fertige Straight. Da mein Gegner aber checked, versuche ich den Pott zu stehlen. Die Blinds folden und der Limper callt.

Nun kommt ein ungefährlicher Turn und mein Gegner macht einen Blocking Bet. Der verströmt aber so viel Schwäche, dass ich mich für einen Raise entscheide (in der Hoffnung, mein Gegner hat lediglich einen Flushdraw). Dabei muss der Raise groß genug sein, um meinen Gegner abzuschütteln. Der Chipstack meines Gegners spielt hier auch eine Rolle. Da er gut im Average liegt, sollte er nicht so verzweifelt sein, eine Dummheit zu machen. Die Taktik geht auf und ich kann meinen Stack weiter ausbauen.

Hand 13, AK fold preflop:
Wir wechseln wieder das Turnier und gehen zurück zum ersten Turnier. Hier liege ich mittlerweile über Average, wir sind im 10. Level. Ich bekomme AKo. Spieler 2 raist aus early Position. Direkt nach ihm pusht ein Spieler für knapp 15.000 Chips. Puh.

Ich überlege lange und werfe dann meine Hand weg. Leider wird die Hand nicht aufgeklärt. Ich habe in Pokerstove mal die Paare JJ+ und AKo und AKs als Range für meinen Gegner eingegeben. In diesem Fall liegen meine Chancen zu gewinnen bei 38%. Wenn es also tatsächlich ein Value-all-in war, war der Fold nicht falsch. Ich darf auch nicht vergessen, dass der initial Raiser auch ein Ass halten kann und damit meine Chancen gegen eine Top-Hand zu gewinnen rapide sinken. 

Hand 14, teurer Bluff:
Wir bleiben im selben Turnier, mittlerweile Level 11. Ich war nicht sehr aktiv aus early und middle Position und dachte daher, dass ich Credit für eine gute Hand bekommen, wenn ich raise.

Der Small-Blind callt. Als ein Ass im Flop erscheint und mein Gegner checkt, möchte ich eine Ax Hand repräsentieren. Dummerweise pusht mein Gegner all-in und ich muss die Hand aufgeben. Ein kleinerer Bet am Flop hätte mir Chips gespart. Hmmm.

Hand 15, battle mit PS-Pro.
Wir sind nach wie vor im selben Turnier. J. Thaddeus sitzt im Smallblind und ist mittlerweile im Push or Fold mode. In der Runde zuvor hatte er bereits aus dem Smallblind gepusht. Als er wieder alle seine Chips in die Mitte schiebt, calle ich.

Schade, preflop hoher Favorit haben wir am Ende doch nur gesplittet.

Hand 16, Push or Fold:
Selbes Turnier, ein Level später. Ich bin deutlich unter Average, und als alle zu mir im SB folden, ist das eine Auto-Shove. Keine Zeit, Chips zu verschenken. Wenn der BB eine gute Hand hat und callt, so be it.

Es geht gut und ich habe ein paar Chips mehr. Jeder Chip mehr zählt jetzt.

Hand 17, double up:
Ein paar Hände später endlich mal wieder eine vernünftige Hand, KK. Ich pushe und ein Gegner pusht over the Top ohne zu zögern. Das ist der Vorteil, wenn man bereits mit schlechteren Händen gepusht hat.

Mein Gegner hat AK und das Board erspart mir ein Ass. Am Turn wirds noch mal ungemütlich, da nun auch ein Flushdraw liegt. Aber alles geht gut und ich bin endlich wieder in gesunderen Gefilden.

Hand 18, ReResteal:
Wir wechseln zurück zum zweiten Turnier, mittlerweile im 17. Level. Wir sind im Geld, aber meine Chip-Position hat sich verschlechtert. Ich muss ein bisschen aufpassen, nicht zu sehr abzurutschen.

Der BB glaubt mir nicht und raist mich. Ich glaube ihm aber auch nicht und push all-in. Die Holzhammer-Methode wirkt und ich kann 10.000 Chips gewinnen.

Hand 19, zu loose in Level 18:
Mit 74s versuche ich einen Steal und werde gecallt. Leider treffe ich am Flop einen Flushdraw...

Irgendwie kann ich mich nicht von der Hand lösen, . Dummerweise treffe ich eine 4 am Turn und erhalte dadurch in den meisten Fällen 5 zusätzliche Outs, so dass ich nicht mehr aus der Hand rauskomme. Mein Treffer bleibt aus und ich verliere wertvolle Chips.

Hand 20, raus mit KK:
Aus im ersten Turnier. Wir sind noch 300 Spieler von 2100, 216 Spieler sind im Geld. Ich bekomme KK und laufe ärgerlicherweise genau in AA. Happens...

Da gibts nicht viel zu sagen. Ich seh hier wenig Chance, die Könige wegzulegen. Noch dazu da die Erfahrung in diesem Turnier gezeigt hat, dass die Gegner auch mit JJ+ und AQ+ kein Halten kennen.

Hand 21, uiuiui:
Ich kann mich nun auf das zweite Turnier konzentrieren, in welchem wir bereits ordentlich im Geld sind. 21. Level, ich ziemlich short, keine Zeit für langes taktieren. Mit JTs wandern die Chips in die Mitte. Dummerweise bleiben zwei Spieler in der Hand und ich muss treffen. Das passiert auch und damit kann ich verdreifachen. Back in the game...

Hand 22, Contibet funktioniert:
Der Vorteil eines Steals aus früher oder mittlerer Position ist, dass man gute Chancen hat, hohe Karten zu repräsentieren. Sollte man allerdings mit seinen kleinen Karten treffen, hat man eine recht schön versteckte Hand.

Mein Raise aus EP wird gecallt, allerdings vom BB. Ich behalte also Position. Der Flop passt zu meiner repräsentierten Hand und nachdem der SB checkt, greife ich nach dem Pott und komme durch damit.

Hand 23, Resteal:
Wir sind noch 18 Spieler und der Final Table rückt in greifbare Nähe. Ich bin unter Druck, da mein M unter 10 ist (hohe Antes).

Die Blinds zu stehlen und zu verteidigen ist in diesem Turnier die Hauptaufgabe. Die Antes sind so hoch, dass man aktiv bleiben muss. 55 ist hier völlig ausreichend für eine aggressive Verteidigung. In den meisten Fällen hat man die bessere Seite eines Coinflips und warten bringt nichts...

Hand 24, aus als Nr. 13:
Wir sind im 24. Level. Ich bin carddead und konnte mich nur mit dem ein oder anderen Steal über Wasser halten. Nun bin ich short und bin seit mehreren Runden im Push or Fold Modus. Ein verzweifelter Push wird gecallt und ich scheide als 13. aus.

Na ja, mit ein bisschen Plus aus dem Abend rausgekommen, der Big Hit blieb aber leider aus.

Ganz ohne Karten wird es im Turnier schwierig. Man muss stark auf die Tisch-Dynamik achten und ein gutes Timing wählen für Steals und Resteals, möchte man nicht unter die Räder kommen. Ich hoffe, ein paar Beispiele dazu konnte ich euch zeigen. Mit dem eigenen Image spielen hilft dabei sehr. Auch die Position für meine Steals zu variieren hat mir geholfen, deutlich mehr Steals ohne Widerstand durchzubekommen.

Im Moment fühle ich mich mit meinem Spielstil wohl, mal sehen, an welcher Stelle ich noch tunen werde. Ich weiß noch nicht genau, wann ich wieder eine Session einlegen kann. Aber ich meld mich,

So long und GL an den Tischen,
Roy

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