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Von: barer47
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/Jun/2009

Vegas: A-Game

Von: barer47 @ 21:10 (CEST) / 7156 / Kommentar ( 69 )

Es scheint so, als hätte ich endlich mein A-Game gefunden. Vor ein paar Tagen gings ins Venitian. Ein $550 Deepstack-Extravaganza-Turnier stand auf dem Programm.

589 Spieler starteten mit 15.000 Chips. Die Blinds begannen bei 50/100 und wurden alle 40 Minuten erhöht. An meinem Tisch saßen ein paar wirklich schlechte Spieler, zwei Aggros und ein paar solider Spieler.

Ich konnte zum erstenmal wirklich die in den letzten Wochen angelesene Small-ball-Strategie umsetzen und innerhalb der ersten beiden Leveln meinen Stack von 15k auf 28k aufbauen, ohne all-in und mit lediglich zwei showdowns. Ich achtete bei jeder Aktion auf meine Position, auf die Tischdynamik, auf die Stacksizes meiner Gegner, konnte die Hände meiner Gegner gut einschätzen und musste nur zweimal einen Pott aufgeben, nachdem mein Conti-Bet geraist wurde und ich völlig verpasst hatte.

Zwei Level später war ich bereits bei 38.000 Chips angelangt (Average lag bei 17.000), als sich unsere Tischdynamik dramatisch änderte. Mittlerweile wurden einige ausgeschiedene Spieler ersetzt und der Tisch sah wie folgt aus:

  • Seat 1: Ein tight aggressiver Spieler mit dem Hang dazu, seine Blinds aggressiv zu verteidigen.
  • Seat 2: Ein "Kapuzenmann", der etwas angeschossen war und auf eine Gelegenheit wartete, seinen Stack in die Mitte zu schieben.
  • Seat 3: Ein Bigstack, der loose calls machte.
  • Seat 4: Ein tighter Spieler. 
  • Seat 5: Ein sehr looser, aggressiver Spieler. Loose sowohl pre- als auch postflop.
  • Seat 6: Ein schwacher Spieler, short, wenn im Pot dann nur mit starken Händen.
  • Seat 7: Ein sehr aggressiver Spieler, versuchte mehrmals einen Initial Raiser mit einem Reraise schon preflop unter Druck zu setzen.
  • Seat 8: Ich
  • Seat 9: Ein älterer dicker Spieler (den ich vom sehen her kannte, und den ich mit Leeegggggyyy rumhängen habe sehen), der knappe 42.000 Chips hatte, erste zwei Runden an unserem Tisch saß, aber wusste, wie er seine Chips anwenden musste.

Die Blinds wurden recht steil angehoben und ich war froh, dass ich in den ersten Leveln genug Chips gesammelt hatte, um nun nicht zu stark unter Druck zu geraten. Dennoch musste ich zusehen, meine Chipposition und damit Utility zu bewahren.

Das gestaltete sich schwieriger als erwartet. Meist gab es, bevor ich an der Reihe war, bereits ein Raise oder sogar Reraise vor mir. Wenn ich allerdings selbst eröffnen konnte, dann kam ein Reraise entweder vom dicken Bigstack links neben mir oder von Seat 1, der seine Blinds verteidigen wollte. Sollte beide mal nicht in der Stimmung sein, sich mit mir anzulegen, schob der Small-Stack all-in. Würg!

Also musste ich mich auf meine Gegner rechts von mir konzentrieren.

Nachdem Seat 7 zum wiederholten Male preflop gereraist hatte, sah ich meine Chance gekommen.

  • Hand 1: Squeeze it baby
<blockquote>

Seat 5 macht einen Standardraise auf 1.050 (Blinds waren zu diesem Zeitpunkt 200/400) und hat noch 24k dahinter. Seat 7 raist auf 2.700 und hat noch etwa 15k dahinter.

Ich schaue meine Karten gar nicht an, habe noch 33k chips und erhöhte auf 9.200. Alle folden zum Initial Raiser, der sofort wegwirft, mein rechter Nachbar überlegt kurz und gibt dann ebenfalls auf, wenn auch etwas zähneknirschend.

</blockquote>

Ich bin dann für 2 Stunden total kartentod und kann mich nur mit dem ein oder anderen Steal bzw. Resteal über Wasser halten, aber nicht wirklich viele Chips sammeln, da nun Showdown value gefragt ist, denn immer mehr Spieler am Tisch werden short und pushen bei jeder Gelegenheit.

Mit raise ich in Lateposition, ein Spieler aus den Blinds pusht all-in, ich calle und er zeigt . Im Flop erscheinen gleich zwei Neuner und ich bin wieder über 40k.

Ein paar Hände später kommt es dann zur Auseinandersetzung mit dem Bigstack.

  • Hand 2: Netter 80k Pot.
<blockquote>

Wir befinden uns in Level 10. Blinds sind 800/1.600, Ante ist 100. Average liegt im Moment bei 31.000 Chips. Ich habe 41.000, mein linker Nachbar 48.000.

In Middleposition finde ich . Endlich mal eine Hand mit Value. Ich erhöhe auf 4.100. Der Bully links von mir reraist auf 9.900. Da er mich bereits mehrfach gedreibettet hat, gebe ich ihm hier nicht unbedingt eine Premium-Hand. Ich hatte ihn schon mal moves mit 88 und AJ machen sehen, sogar einmal einen kompletten Squeeze-Bluff gegen 4 Spieler. Für mich ist also klar, dass diese Hand zur großen Entscheidung wird.

Alle folden zurück zu mir, ich überlege nicht lange und pushe meine restlichen Chips in die Mitte. Auf der einen Seite habe ich vielleicht doch noch Fold-Equity (der Pot ist groß genug für mich), auf der anderen Seite denke ich, dass ich gegen seine Range an Händen vorne liege. 

Mein Nachbar überlegt kurz und callt dann mit .

Eine perfekte Situation, da ich mit 75% in Führung liege und mich in eine hervorragende Chipposition mit fast 3 x Average bringen kann. Und so wie ich mich an diesem Tag fühle, müsste ich es mit der erweiterten Utility locker ins Geld und vielleicht in die vorderen Ränge schaffen.

Na ja, der Flop kommt , ich bin also plötzlich hinten und brauche einen Jack oder einen King, um noch gewinnen zu können. Turn bringt eine und River eine weitere und damit raus.

</blockquote>

Ich hab mich zwar zunächst wirklich geärgert, als ich die Schlüsselhände der 10 Level aber noch mal Revue passieren habe lassen, konnte ich keinen Fehler in meinem Spiel entdecken und war daher mit dem Turnier in Summe sehr zufrieden. Ich scheine mein A-Game gefunden zu haben. 

Nun muss ich überlegen, ob ich noch mal ein/zwei Anläufe im Venitian wage oder doch lieber im Rio. Vorgenommen habe ich mir auf alle Fälle noch einen PLO- und einen NLTH-Event bei der WSOP.

Cashgame läuft mittlerweile auch recht stabil, bringe mein Geld mit Value in die Mitte und denke mal, dass ich gut über die Zeit kommen werde.

<h2>Golf mit George</h2>

Mit unserem Amigo-George habe ich mich gestern dann mal bei einer Runde Golf entspannt. Jan wollte eigentlich auch mit, hat aber Probleme mit seinem Knie. Vielleicht wirds ja noch was die Tage.

Zunächst ging es darum, die Vorgabe für George auszuhandeln. George ist ja formal Anfänger, aber wie bei allen Anfänger besteht die Gefahr darin, dass sie deutlich bessere Scores spielen können als das offizielle Handicap. Zunächst einigten wir uns darauf, dass George an jedem Loch 2 Schläge Vorgabe erhält. Das hat sich aber schnell als unfair erwiesen, so dass wir 30 Schläge für die 18 Löcher nachverhandelten.

George sucht seinen Ball.... hehe

Das sind natürlich Momente, in denen man sich eine gewisse Schadenfreude nicht verkneifen kann. Der Platz hatte nicht wirklich viele Hindernisse, aber George schafft es glatt, seinen Ball unspielbar in ein Schlangenloch zu spielen.

Na ja, die Freude währt kurz, als ich weiter Vorne meinen Ball entdecke.

Mein Ball ebenfalls unspielbar...

Ok, nicht unspielbar, aber zumindest keine Chance, Richtung Fahne zu spielen. Ich muss also auch einen Zusatzschlag in Kauf nehmen und am Ende der Partie kann ich George leider nur 26 Schläge abnehmen, obwohl ich eine passable 12 über gespielt habe. Respekt, George.

Revanche ist aber schon in Planung .

<h2>Casino ohne Ausgang?</h2>

Gerade in den ersten Tagen habe ich mich ständig in unserem Hotel verlaufen. Es ist auch schwer, einen Ausgang zu finden, wenn alles so verwinkelt aufgebaut ist, dass man keine 20 Meter weit sehen kann.

Automaten über Automaten, soweit das Auge reicht.

Die Casinos arbeiten ja bei dem Design ihrere Spielhallen mit allen möglichen psychologischen Tricks. Bewusst soll der Spieler nicht weit sehen können, um motiviert zu werden, die nächste Ecke zu erkunden und das ganze als spielerisches Labyrinth zu erfahren.

Selbst auf den Wegweisern fehlt eine Pfeil Richtung Ausgang:

Orientierung schwer gemacht...

Heute gehts dann mal wieder zum Grinden ins Rio. In den nächsten Tagen werde ich dann noch das ein oder andere Turnier spielen. Vielleicht mache ich auch wieder ein Hand by Hand-Coverage, allerdings nur bei Hold'em, denn Omaha hat einfach zuviele Informationen, um diese nebenbei zu Papier zu bringen...

Ich meld mich,
Roy

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