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Von: barer47
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/Nov/2008

Von Eseln und Fischen (3)

Von: barer47 @ 19:20 (CET) / 7 / Kommentar ( 83 )

Ich bin neugierig. Wieviel Zeit verbringst Du wöchentlich mit Pokern? Spielst du Live oder im Internet? Was ist dein Ziel?
Über ernstgemeinte Zuschriften würde ich mich freuen, wie es in den Kontaktanzeigen immer so schön heißt. Kann auch gar nicht schaden, das mal für sich selbst zu formulieren...

Ein Buchtipp: „Die Strasse“ von Cormac McCarthy, bestes Buch, das ich seit langer Zeit gelesen habe. Apropos „Lesen“, schon mal jemandem aufgefallen, dass „Lesen“ ein Anagramm bezeichnet für „Eseln“? Granaten Überleitung...

<h2>Von Fischen und Eseln (Teil 3)</h2> <h4>WIE SOLL ICH MEINE HAND SCHÜTZEN WENN DER ESEL ALLES CALLT?</h4>

Oft lassen auch gute Spieler gegen Esel lukrative Gelegenheiten vorüberziehen, eben WEIL der Esel alles callt und man lieber den Pot klein halten möchte. Das ist häufig ein Fehler.

  • Beispiel:
<blockquote>

$2/$5 NL, unser Stack $940, Eselstack $800

Wir sitzen am Button und finden . Alle folden zu uns und wir raisen auf $20, um den SB zum folden zu bringen und den Esel, der im Big Blind sitzt und von dem wir wissen, dass er häufig - gerade vor dem Flop - bezahlt,  zu isolieren. Der SB foldet, der Big Blind bezahlt sofort. $42 im Pot.

Flop:

Esel checkt. Wir sind ziemlich sicher, die beste Hand zu haben und setzen $30. Der Esel bezahlt sofort. $102 im Pot.

Der Turn bringt die

Der Esel checkt. Er könnte halten und uns mit seinem Check eine Falle stellen wollen, oder aber er hat einen Flushdraw, dann sind unsere Gewinnchancen irgendwo zwischen 66% und 80%, je nachdem, ob er zusätzlich auch noch einen Straightdraw oder Overcards hält oder/und auf dem Board getroffen hat.

</blockquote> <blockquote>

Die Strasse hat der Esel an dieser Stelle selten getroffen, denn die meisten Esel verteidigen ihre gute Hand, wenn zwei Karten der gleichen Farbe auf dem Board auftauchen (Egal, ob es in der jeweiligen Situation Sinn macht oder nicht…).

Wenn der Esel hier nur mit einer getroffenen 7 rumhängt, weil er uns die Dame nicht glaubt, hat er noch ca. 11% Chancen auf den Sieg. Am wahrscheinlichsten ist hier, dass er irgendeinen Draw hält. Wenn dem so ist, sind wir also im schlechtesten Fall, gegen einen Combodraw, 66%iger Favorit.

Aber trotzdem entscheiden wir uns dafür, auch zu checken, denn egal wie hoch wir setzen, wir können unser Toppair nicht schützen, denn der Esel callt sowieso und wenn dann eine Scarecard auf dem River kommt, z.B. ein Kreuz, stehen wir vor einem Pot, in den wir eine Menge Chips investiert haben und müssen eben deshalb womöglich NOCH eine Bet des Gegners bezahlen. Lieber den Pot klein halten und wenn der River keine Scarecard bringt sicheres Geld einstreichen…

</blockquote>

Falsch! Wenn wir das so spielen, verschenken wir hier bares Geld! Wir müssen den Turn an dieser Stelle „Value betten“. Wenn wir der Meinung sind, wir sind auf dem Turn 66%-80% Favorit, die Hand zu gewinnen, wenn sie zum Showdown kommt, dann beträgt unsere „Pot Equity“ ca. 75% (rechnet sich leichter, als mit 73%). Das heißt, wir können momentan aus unserem $102 Pot einen Gewinn von $77 erwarten. Wenn wir jetzt auf dem Turn $75 setzen und unser Esel callt, haben wir $252 im Pot bei einer Gewinnerwartung von $189. Wir haben dem Pot $75 zugeführt und damit unsere Gewinnerwartung um $112 erhöht, also hatte unser Bet „Value“. Ob jetzt eine Scarecard auf dem River kommt oder nicht, ist dafür völlig unerheblich. Denn egal wie viel Geld wir in den Pot investiert haben, in dem Moment, in dem wir es dem Pot zugeführt haben, gehört das Geld nicht mehr uns, sondern dem Pot.

Nach einer bekannten Regel im Poker gewinnen wir jedes Mal Geld, wenn wir eine richtige Entscheidung treffen und bei einer falschen Entscheidung verlieren wir, langfristig gesehen, entsprechend, unabhängig davon, ob wir letztendlich den Pot gewinnen oder nicht. Hätten wir hier den Turn gecheckt, hätten wir zu diesem Zeitpunkt eine falsche Entscheidung getroffen und somit Geld verloren.

Die Gesetzmäßigkeit, dass Fehler Geld kosten, gilt natürlich auch für den Gegner. Daher muss es unser Ziel sein, den Gegner zu animieren, möglichst häufig falsche Entscheidungen zu treffen.

<blockquote>

Fortsetzung Beispiel...

Also, wir setzen $75 und der Esel callt sofort.

Er bezahlt $75 um einen Pot von $177 zu gewinnen, er bekommt also Potodds von 2.3 : 1. Seine Chancen, einen Flush auf dem River zu machen (sollte er wirklich zwei Kreuz halten), stehen aber nur bei 4 : 1 bzw. knapp 3 : 1 wenn er zu seinem Flushdraw eine Overcard oder eine Karte zum Inside-straightdraw hält. Damit war der Call eine falsche Entscheidung seinerseits, gut für uns.

</blockquote>

Einige werden jetzt aufschreien, „Was falsche Entscheidung?! Die Stacks sind deep genug, Implied Odds, Call!“.

Ja, im Prinzip richtig. Es gibt einige Gegner, gegen die ich diesen Call sofort machen würde, weil die Implied Odds, oder die Chips, die ich bei einem günstigen River vom Gegner bekomme, den Call rechtfertigen.

Hier liegt der Fall aber etwas anders. Der Esel spielt gegen uns. Das heisst, wenn ein Kreuz oder eine Overcard auf dem River kommt und er anspielt, bekommt er meistens keinen Cent mehr. Der Esel hat also maximal 6 Outs, bei denen er auf dem River noch ein paar Chips von uns bekommt, nämlich wenn er seinen Straightdraw trifft. Und selbst dann wird so mancher Esel sich für sehr gerissen halten und seine fertige Straight zu uns checken, in der Hoffnung, wir spielen noch mal an. Daher, Implied Odds? Not really.

<blockquote>

Zurück zum Tatort.

Der Esel hat gecallt, $252 befinden sich im Pot.

River:

Der Esel checkt und jetzt können wir ziemlich sicher sein, dass er nicht hält. Wenn er seinen Flushdraw verpasst hat, wird er wahrscheinlich nicht mehr allzu viel bezahlen, aber wir haben höchstwahrscheinlich die beste Hand, also setzen wir. Wir setzen $50, geben ihm damit verlockende Pot Odds von 5 : 1 und wenn er irgendwas auf dem Flop getroffen hat, wird er wahrscheinlich bezahlen.

Der Esel callt und zeigt , also Nut-Flushdraw mit mittlerem Paar und wir gewinnen einen $352 Pot.

</blockquote>

Es gibt häufig Situationen in denen wir unsere Hand nicht schützen können, weil wir es mit Gegnern zu tun haben, die mit einem Flush- oder Strassendraw ohnehin alles bezahlen. Und natürlich wird der Esel hin und wieder seinen Draw komplettieren und die Hand gewinnen. Aber solange wir diese lukrativen Gelegenheiten erkennen und unseren Gegner für seine schlechten Entscheidungen bezahlen lassen, machen wir Profit.

joram

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