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Von: barer47
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/Mai/2009

WSOP-Vorbereitung: Kann man machen nix

Von: barer47 @ 20:46 (CEST) / 8373 / Kommentar ( 98 )

Heute hatte ich mir vorgenommen, mal wieder das Sunday warmup zu spielen. Da ich die letzte Woche in China und davor zwei Tage auf Malta war, hatte ich wenig Gelegenheit zum üben.

Gerade noch rechtzeitig angekommen also rein zur Tür, PC an, PS starten und um Punkt 19:00 Uhr die Late Registration genutzt. Puh, das war knapp. Eigentlich wollte ich dann noch mal auf Aussetzen klicken, um mich erst mal mit dem Nötigsten zu versorgen: Getränke, ein bisschen Schokolade usw.. Doch gleich in der ersten Hand ein Willkommensgeschenk: Pocket Aces, yiiiiihaaaa.

[replayer hand=122894]

  • Ein Spieler, der sich offensichtlich bereits verdoppelt hat, raist aus MidLate position. Mit Assen will ich in dieser Situation schon preflop mehr Geld in den Pot bringen, denn nur so kann ich einen großen Pot spielen. Gerade da es meine allerste gedealte Hand ist, kann meine Aktion auch durchaus als "sorry, ich bin etwas spät dran, muss gleich mal ein paar Chips sammeln"-Reraise interpretiert werden. Ich mache einen Standard-Reraise auf 3x Raise meines Gegners, der nach minimalem Zögern callt. Fein.
<blockquote>

Der Flop kommt nicht ungefährlich, da Straightdraws und Sets möglich sind, denn mein Gegner kann hier auch 77,88 oder TT spielen. Mein Gegner checkt. Das macht er vermutlich mit 95% seiner Hände. Hinterherchecken bringt mir hier keinen Vorteil, da mein Gegner von mir so oder so einen Contibet erwartet und ein Anspiel von mir daher nicht scary ist.

Als Raise-Größe wähle ich das obere Ende eines Contibets, um es wie eine schwache Hand (z.B. AK) aussehen zu lassen, die den Flop verpasst hat und nun den Pot einstreichen möchte. Ich wähle daher 3/4 Pot. Das wirkt in dieser Situation schwächer als 1/2 Pot und baut den Pot auf. Mein Gegner überlegt nicht lange und pusht.

Natürlich könnte er hier ein Set halten, ich denke aber, dass er dann eher nur gecallt oder eine andere Reraise-Größe gewählt hätte. Wahrscheinlicher ist 99 für Paar + OESD oder ein Overpair JJ, QQ, KK.

Ich gehe also davon aus, nach wie vor vorne zu sein und calle. Aufzudoppeln wäre ein perfekter Start. Mein Gegner dreht QQ um und ich habe ein Traumszenario. Na ja, am Turn kommt die Dame, am River der Jack und aus die Maus. Das waren schnell verblasene $215. Schade...

</blockquote>

Arnold Snyder schreibt wie viele andere Experten, dass man meist mit seinen guten Händen aus dem Turnier fliegt. Schlechte Hände kann man zum Bluffen bzw. Stehlen nutzen und in der Regel rechtzeitig aufgeben, sollte man nicht treffen. Die guten Hände aufzugeben fällt dagegen viel schwerer und ist auch in vielen Fällen nicht ratsam. 

Gerade auf der Bubble führt das zu recht eigenartigen Effekten. Denn mal ehrlich, was ist mit einem durchschnittlichen Stack das schönere Szenario?

<blockquote>

a.) Alle folden zu mir und ich finde 96o auf dem Button, oder 

b.) Ich sitze UTG und finde JJ

</blockquote>

Jacks OOP zu spielen ist wirklich hässlich und ich persönlich würde 96o auf dem Button bevorzugen, um einen typischen Stealraise zu spielen. Callt einer der Blinds, kann ich mich je nach Flop entscheiden, ob und wie ich die Hand weiterspielen möchte. Werde ich gereraist, kann ich die Hand je nach Stacksize und Gegnereinschätzung aufgeben oder in Position weiterspielen. Position schlägt Karten (Schere schlägt Papier).

Mit Jacks UTG und einem oder mehreren Callern oder sogar einem Raiser nach mir fühle ich mich deutlich unwohler und die Hand wird nach dem Flop sehr unangenehm weiterzuspielen, wenn ich sie nicht gerade deshalb schon vor dem Flop aufgebe (wie gesagt, wir haben angenommen, dass wir in der Bubble-Phase sind).

Ganz interssant ist dazu die Statistik von Snyder, mit welchen Händen man seine Chips für den Final Table gewinnt:

  • 20% kommen von preflop-Angriffen auf Limper, Blinds und Antes
  • 40% kommen von den zum Zeitpunkt des Bettings starken Händen (preflop und postflop)
  • 40% kommen von Position-Steals nach dem Flop

Das gilt zwar vor allen Dingen für schnelle Turniere, in denen die Blinds schnell ansteigen, aber dennoch zeigt es auf, dass das Stehlen von Pötten wichtiger ist als das Warten auf gute Hände. Für meine Turniere der WSOP habe ich mir daher fest vorgenommen, preflop aggressiv zu sein und postflop mein Position-Spiel zu optimieren. Bevor ich abreise werde ich wie versprochen genauer auf meine Strategie eingehen.

<h2>Zwei kuriose Hände</h2>

Ohne die Hilfe der Pokergötter wird es sowieso schwer, die Geldränge gerade bei den schnelleren WSOP-Events ($1.000 und $1.500 Buyins) zu erreichen. Das verdeutlichen auch die beiden folgenden Hände:

  • Hand 2:

[replayer hand=122899]

<blockquote>

Wir sind im 10ten Level eines $22 NLTH Turniers. Ich hatte mich angemeldet ohne wirklich daran zu denken, dass es recht spät werden könnte.

Ich musste am nächsten Tag nach Malta fliegen und es war bereits 0:30, ich recht kartentod und daher froh, endlich eine spielbare Hand zu finden: JTs. Da ich unter Average war, galt das Motto: Entweder ich dopple auf oder kann schlafen gehen. 

Ein sehr aktiver Spieler auf dem Button raist wie viele Male zuvor auf 3BB. Ich habe 25BB. Eigentlich hätte ich gleich reinschieben können, raise aber (etwas zu wenig) und mein Gegner pusht. So wie ich den Spieler in den letzten Runden erlebt habe, traue ich ihm das mit jedem Paar und hohen Broadway-Karten zu. Ich denke, dass ich gegen diese Range nicht so schlecht laufe, hatte mich ja eh schon entschieden, diese Hand nicht aufzugeben und calle.

Vor dem Flop bin ich mit 20% Gewinnwahrscheinlichkeit klarer underdog. Auf dem Flop verbessert sich meine Wahrscheinlichkeit auf 44%, fällt am Turn wieder auf 31% und am Ende treffe ich mein Straightflush, während der River gleichzeitig meinem Gegner ein Fullhouse bringt.

</blockquote>
  • Hand 3:

 [replayer hand=122903]

<blockquote>

Selbes Turnier, 13ter Level. Wir sind nicht mehr weit vom Geld, ich sehr short und A6 ist gut genug, um im SB alles reinzuschieben.

Vor dem Flop gehe ich als 57%iger Favorit ins Rennen. Fair enough. Der Flop bringt mir Trips und nun gewinne ich in 99,4% der Fälle. Als ich die auf dem Turn sehe denke ich mir noch: "Jetzt bloß keine weitere Zehn" (ich bin immer noch 95,5%iger Favorit) und "Bämm oida" (wie wir so schön sagen), mal wieder ein Tritt in den Hintern von unseren Pokergöttern. Vermutlich die Strafe für die JT Hand, lol.

</blockquote>

Das wars auch schon für heute. Im nächsten Post gehts dann um meine konkrete WSOP-Strategie und einen "Spickzettel", in welchem ich noch mal ein paar Weisheiten aus den Büchern zitieren werde, die mir hoffentlich helfen, überdurchschnittlich viele gute Entscheidungen zu treffen. Freue mich schon darauf, mit Euch den Feinschliff anzugehen.

Bis denne

Roy

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