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/Mai/2010

Card Room Crawl London - Teil 3

Von: davinadarr @ 10:46 (CEST) / 4 / Kommentar ( 9 )

Dies ist Teil 3 meines Card Room Crawls in London.
Hier geht es zu Prolog, Teil 1 und Teil 2.

23/05/2010


Um 11 Uhr kroch ich schon wieder aus den Federn. Und ich spürte die Hitze vor meinen Vorhängen. Es waren heute 29°C angesagt! Und das in einer Großstadt wie dieser. Bäh!
Egal, besser als Regen. Ich machte mich fertig, schnappte alles was ich für etwas Sightseeing und Poker brauchte und machte mich auf den Weg nach Westminster. Mein Ziel: Das London Eye! Ich hatte schon fast alles in Lodnon gesehen und gemacht. Aber auf dem berühmten Riesenrad schräg gegenüber des Big Ben am anderen Themse-Ufer, bin ich noch nciht gewesen.
Als ich die U-Bahn verließ, traf mich der Touristen-Schock. Menschenmassen ohne Ende strömten von der einen auf die andere Themse-Seite und das bei fast 30°C.
Ich war ganz kurz davor, umzudrehen und gleich ins Casino zu gehen. Aber der Gedanke an ein McDonald's-Eis am Themse-Ufer trieb mich weiter voran. Ich kämpfte mich durch die Masse und setzte mich dann einigermaßen zufrieden mit einem Oreo-McFlurry in die Sonne.
Dann wurde es mir doch etwas schnell zu heiß und ich begab mich zum Ticket-Kauf. Sage und Schreibe £18 wollen die dreisten Betreiber für so eine Fahrt haben. Miesepetrig zahlte ich und wurde direkt in eine 4D-Show geführt. 4D? Was soll das denn nu sein? Ich werde euch jetzt keine Einzelheiten erzählen, denn die Show ist überraschend gut und ich möchte, dass ihr denselben Überraschungseffekt habt, falls ihr euch mal dafür entscheiden solltet. Jedenfalls fand ich am Ende diese Show weit besser, als bei ner Mörderhitze in einer Glas-Kabine für 30 Minuten gut durchgebacken zu werden.
Trotzdem hier mal einer kleiner Rundblick von meinem "Flug" (so nennen sie die Fahrt dort nämlich) mit dem London Eye.


  Völlig durchgeschwitzt marschierte ich dann zurück zur U-Bahn und hatte das Gefühl eines Hitzeschocks. In den Underground-Schächten wurde ich aber wieder abgekühlt und freute mich auf das "Casino at the Empire", kurz Empire. Das Empire ist eigentlich das große Kino am Leicester Square. Eines von mehreren, wo sehr oft Kino-Premieren stattfinden mit rotem Teppich, großen Stars, kreischenden Fans und allem, was sonst noch dazu gehört.
Das Casino selbst ist seitlich in einer kleineren Straße zu finden.

 

  Ich muss ehrlich sagen, dass ich nicht so ganz sicher bin, ob man hier unbedingt einen Pass braucht, um hinein zu kommen, denn man kann theoretisch einfach an der Empfangsdame vorbei gehen. Ich gehe aber mal davon aus. Ich zeigte ihr meine Mitgliedskarte, die ich den Tag zuvor abgeholt hatte und brachte meine Einkäufe zur Garderobe. Wenn man sich hier im Empire registriert, bekommt man übrigens Gutscheine für die nächsten zwei Besuche. Außerdem kann die Mitgliedskarte auch im Golden Nugget genutzt werden.
Das Casino ist recht chic und auch hier gibt es chinesische Beschilderung, was einen gleich darauf vorberietet, was für ein Publikum einen erwartet. Dazu gesagt sei natürlich, dass China-Town praktisch um die Ecke ist. Es ist also kein Wunder, dass es viele Asiaten hier gibt. Der Eingangsbereich zum Poker-Raum hatte es mir besonder angetan. Ein schmaler dunkel gehaltener Gang führte zu den Pokertischen, zu denen man eine kleine Treppe hinauf steigen musste. Der schmale Gang hatte links eine Bar und rechts eine gemütliche Sitzecke. Ich bestellte ein Club-Sandwich aus dem sehr großen Spieler-Menü, goss mir noch etwas Wasser aus den Karaffen in mein Glas und ging zu den Tischen.
Kaum saß ich am Tisch mit ca. 80%iger Asiaten-Besetzung, kam auch schon mein Essen. Das Sandwich war klasse!
Was nicht klasse war, war auch hier die Hitze. London ist einfach nicht auf derartige Temperaturen vorbereitet. Die Klimaanlage und diverse Ventilatoren liefen, aber alle saßen immer noch lethargisch am Tisch und mochten sich kaum bewegen. Daher lief auf einen normale Hand ungefähr so ab: Blinds £1/£2, limp, limp, limp, limp, bet £12, fold, fold, fold, fold, fold, fold. Und das fast jede Hand.
Das Ganze war äußerst ermüdend und man fragte sich, warum man nicht draußen im Hyde Park im Gras lag und sich den ersten Sonnenbrand holte. Statt dessen abgenutzte Tische und verdreckter Teppich-Boden. Das war nämlich tatsächlich alles andere als chic.
Eine Aussicht gefiel mir allerdings. Und zwar die auf den Dealer - ein sehr attraktiver Franzose... Aber was soll ich sagen?! Franzose halt...
Als ich mein leckeres Sandwich aufgegessen und das zweite riesige Glas Cola Light geleert hatte, war ich auch etwas aufmerksamer am Tisch. Dabei fiel mir nicht nur mehr die Dynamik am Tisch auf, sondern auch die Tatsache, dass die Oberarme eines Durchschnitts-Asiaten scheinbar alle so breit sind, wie meine Unterarme. Ich fühlte mich furchtbar plump zwischen den zierlichen Personen am Tisch.
Poker-mäßig lief es wie gewohnt auf diesem Trip. Ich bekam einfach keine Karten. Hin uns wieder klaute ich mir einen Mini-Pott, dann hatte ich irgendwann die Nase voll und endete mit gegen All-in und verlor natürlich. Holte mir dann mit und getroffener einen großen Pott zurück und stand letzendlich mit einem halben Stack Verlust auf. Mäh!
Ich verließ das Casino, nahm die U-Bahn zurück nach Paddington zu meinem Hotel und schaute platt auf dem Bett Fernsehen.
    24/05/2010

Heute war Arbeit angesagt. Am Morgen fuhr ich früh ins Büro, arbeitete den ganzen Tag und ging dann mit einem Kollegen in's International. Eigentlich wollte ich das Gala checken, aber die Pläne hatten sich geändert.
Das International liegt etwas weiter draußen in der Nähe der Station "Old Street". Man geht dann einfach etwas die Straße hoch und findet dann links eine unscheinbare Tür, wo "The International" darüber steht. So unspektakulär, dass ich nicht mal ein Foto gemacht habe.
Auch hier muss man sich registrieren und braucht 2 Personen, die die Registrierung für einen mit unterschrieben. Also am besten mit jemandem hingehen, der schon Mitglied ist.
Dieser Laden ist ein reiner Poker-Club und kein Casino, wie die anderen bisher. Man kann allerdings ein paar Brettspiele wie Backgammon oder Schach spielen.
Alles ist etwas abgeranzt aber zeugt von Leidenschaft für das Spiel. Insgesamt werden an 10 Tischen Cash Games und Turniere angeboten.
Das Paradoxe hier ist außerdem, dass im International am wenigsten internationales Publikum war, sondern meist Engländer.
Mein Kollege und ich entschieden uns für das £80-Turnier um 19 Uhr. Wir tauschten 10%.
Am Tisch (ich saß am "featured table", der mit Kameras ausgestattet ist) machte der Dealer mir das Angebot, 2000 zusätzliche Chips zu meinem Startstack von 6000 zu bekommen, wenn ich weitere £5 bezahlen würde. Netter Trick, dachte ich. Aber gut. Her mit 2000 Chips!
Gespielt wurde in 25-Minuten Leveln und mit 60 Spielern. Während das Freunschaftsspiel England-Mexiko auf den Leinwänden lief, waren die Karten in der Luft.
Nach den letzten unerfolgreichen Poker-Tagen, hielt ich es für nur gerecht, wenn sich das Blatt mal wenden würde. Ich schaute in meine ersten Holecards und fand... . Standard-Raise und alle foldeten. Na super...
Ich schaffte es aber auch ohne Asse, den Tisch etwas zu tyrannisieren und baute den Stack auf 10.000 aus. Ich bekam aber auch tatsächlich mal Hände, traf, bluffte. Es lief an sich so, wie es laufen sollte.
Die Dealer hier waren definitiv die besten in allen Card-Rooms bisher. Ich war begeistert. Die meisten waren Franzosen und schnell wie der Wind (aber leider nicht so süß, wie der im Empire ).
Und auf einmal fiel mir etwas auf: Ich war die einzige Frau im Turnier und es saß auch nur eine weitere im Cash Game. Wie unheimlich!
Dann kam mein erster Fehler. Ich verbluffte mich in einer Battle of the Blinds. Nicht wissend, dass mein Gegner eine notorische Calling-Station ist, wenn er auch nur ein Ass hält. Und genau das passierte. Er callte mich bis zum River runter mit und traf das auf dem River, was natürlich besser war als meine Luft.
Der halbe Stack war weg.
Dann kam die zweite miese Situation. Bei Blinds von 150/300 hatte ich noch ca. 4500 Chips. Ein Spieler vor mir hatte die letzten drei Hände einen Raise auf 800 gemacht und jedes Mal die Blinds eingesammelt. Er raiste auch jetzt auf 800. Ich sah in meine Karten und fand . Da ich davon ausging, dass er einfach Gefallen dran gefunden hatte, mit seinem Bet kleine Pötte einzusammeln, dachte ich, ich würde ihn mit einem Push rausbekommen.
Also rein mit den Chips. Er überlegte sehr lange, zahlte aber dann mit und floppte auch gleich das Set.
Das war's mal wieder.
Mein Kollege hielt etwas länger durch, flog dann aber mit gegen raus. Er ging Heim und ich spielte noch etwas Cash Game. £1/£1Blinds auch hier. Das Spiel machte Spaß und ich hatte das Gefühl, dass ich hier weiter kommen könnte.
Allerdings ging meine Pechsträhne auch hier weiter. Ich floppte Two Pair und  verlor meinen halben Stack gegen eine gefloppte Straight.
Der Rest meiner Chips ging dann mit rein und ich verlor gegen . Es sollte einfach nicht sein für mich in London.
Ich verabschiedete mich am Tisch und  ging Richtung U-Bahn.
Plötzlich kam ein junger Mann aus einer Seitengasse auf mich zu. Er zitterte und hatte ein Handy am Ohr. "Entschuldigung! Ich wurde überfallen! Wie heißt die Straße hier?". Ich bekam es mit der Angst zu tun, wollte aber nicht unhöflich sein, weil ich sah, wie sehr er unter Schock stand. Ich sagte ihm, dass die U-Bahnstation um die Ecke sei und fand dann auch ein Straßenschild, das ich ihm zeigte. Er gab diese Infos der Polizei am Telefon weiter und ich sah zu, dass ich mich aus dem Staub machte. Also hier als Tipp: Geht besser nicht allein zum International. Taxi aus der Innenstadt ist leider zu teuer, daher bietet sich die U-Bahn nun einmal an. Aber auf dem kurzen Weg kann man tatsächlich überfallen werden.

Am nächsten Tag war wieder Arbeit angesagt und abends wollten wir eigentlich ins Gala. Ich war allerdings so kaputt von den letzten Tagen, dass ich mich gegen Poker und für das Hotel-Bett entschied.

Zurück auf der Isle Of Man war ich froh, wieder Ruhe, Natur, Meer und freundliche Leute um mich zu haben. Dieser Stress und die Hektik in London würden mich auf Dauer fix und fertig machen. Man kann sogar sagen, während ich in London war, hatte ich ein wenig Heimweh nach meiner kleinen Insel.

Hier geht es nun los mit der Tourist Trophy (TT), dem berühmten Motorrad-Rennen. Ich werde mal schauen, ob ich euch da ein paar Bilder bringen kann. Wäre dann ein absoluter Offtopic-Blog. Sagt mir, ob euch das interessiert.

Und ansonsten geht es Ende Juni dann weiter mit der Fortsetzung meines Las Vegas Card Room Crawls.

Bis dann!

Christin aka Davina Darr


Heute Morgen beim Joggen...

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