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davinadarr blog

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/Apr/2010

Insel-Hopping zu den Irish Open – Teil 2

Von: davinadarr @ 14:45 (CEST) / 1 / Kommentar ( 8 )

Am Morgen des zweiten April schaffte ich es (wie erwartet) nicht, auf das Laufband zu gehen.
Statt dessen ging es direkt in den Pokerraum.
Da heute das Main Event startete, war hier ordentlich was los. Dan Harrington gab Autogramme und machte Fotos mit seinen Lesern. Als ich am Cash Game Tisch saß, kam Dario Minieri mir Gefolgschaft und laut italienisch brabbelnd zur Tafel gelaufen. Er und seine Begleiter schauten sich weiter laut brabbelnd das Cash Game Angebot an und zogen dann immer noch laut brabbelnd wieder ab.
Ich sah Siggi Stockinger in der Lobby und auch Sandra Naujoks mit Freund Sebastian Deyle. Ich begrüßte Sandra freudig und sie sagte, dass es eine spontane Entscheidung gewesen war, nach Dublin zu fliegen. Schön, noch mer bekannte Gesichter!
Im Pokerraum traf ich außerdem Casey Kastle, den ich seit San Remo 2008 kenne. Katja hatte ihn mir damals vorgestellt und seit dem haben wir uns auf vielen Events getroffen. Casey hat mich damals auch dem ersten und einzigen World Champion vorgestellt, dem ich bisher die Hand geschüttelt habe: Tom McEvoy. Ich plauschte ein wenig mit Casey, als Micky Finn und Bobby G. dazu stießen. Ich liebe diese Poker-Events. Man trifft so viele Menschen, die man mehr oder weniger gut kennt und wundert sich über die ganzen Verbindungen und Bekanntschaften, die es dazwischen noch gibt.
Wir spielten weiter Cash Game gegen die verrückten Iren und ich stand mit €140 Gewinn wieder auf.
Heute Abend war der Plan, ein €65 Bounty-Turnier im Fitzwilliams zu spielen. Dort trafen wir auch einen weiteren Kollegen und Freunde von ihm. Auch bei diesem Turnier hielt ich es ein Weilchen aus, musste mich aber irgendwann mit meinen beugen und schied aus. Zum Abschluss spielte ich noch eine Runde €1/€2 PL Hold'em und bekam es ebenfalls wie erwartet nicht auf die Reihe, auszurechnen, wie viel ich nun setzen durfte. Ich weiß! Asche auf mein Haupt! Aber ich bin halt nun mal mies in Mathe! Ich ab andere Stärken am Tisch und anderen Lebensbereichen!

Am 3.April war Shoppen angesagt. Jedenfalls war das der Plan. Ich traf Freunde im Pizza Hut bei der Grafton Street und traf einen original Leprachaun (na, wenn das kein Glück bringt)....Wir flanierten die Haupteinkaufsstraße Grafton Street hinauf und ich merkte, dass ich gar keine Lust zum Shoppen hatte, wie so oft. Und dann sah man auch plötzlich dunkle Wolken aufziehen. Da ich ein Jahr in Dublin gelebt hatte, wusste ich, dass dies ein schlechtes Zeichen war und nicht mehr viel Zeit blieb, sich Schutz zu suchen. Ich feuerte meine Freunde an

, Gas zu geben und während wir schnellen Schrittes zu einem Pub gingen, in dem Bekannte angeblich waren, brach der Himmel los und wir wurden plitsch nass. Verdammtes Dublin.
Im Pub allerdings war es ur-gemütlich und bei einiem herrlichen Birnen-Cider räumte ich meine Handtasche auf und schaute Fußball.

Dann noch etwas Cash Game im Burlington und ich ging früh ins Bett, weil ich am nächsten Tag das Ladies Event spielen wollte.

Am 4.April schaffte ich es dann tatsächlich, in den Fitness-Raum zu gehen und mich etwas auf dem Laufband zu bewegen. Und siehe da, der einzige andere dort war Siggi Stockinger. Wir hielten ein Pläuschchen so von Stepper zu Laufband und beobachteten, wie sich der Raum weiter mit sportlichen Poker-Spielern füllte.
Nach einer Dusche, Make-Up etc. ging ich zum €330 Ladies Event. Wir starteten mit 7.000 Chips und 35 Minuten Blind-Leveln. Ich hatte die große Hoffnung, einen zweiten Cash in einem Ladies Event und somit auch den zweiten Handon Mob-Eintrag für ein Ladies Event zu bekommen. Das fände ich lustig.

Gegen Frauen zu spielen entspricht meist voll dem Klischee. Da ich selbst eine Frau bin, darf ich das ruhig sagen, ohne als sexistisch abgestempelt zu werden, denk ich.
Direkt links von mir saß eine toughe Kalifornierin, bei der ich schon merkte, dass ich etwas aufpassen musste. Ich hatte eh meinen Hass-Platz ausgelost bekommen und fühlte mich nicht besonders wohl auf Platz 1. Auf Platz 3 saß eine Französin, die einen sehr nervösen Eindruck machte, aber zumindest über Erfahrung zu verfügen schien. Platz 4 zierte eine ältere Dame, die von Kopf bis Fuß in Farben einies Poker-Anbieters gekleidet war, bei dem sie sich wohl qualifiziert hatte. Ihr Ehemann stand hinter ihr und machte am laufenden Band Fotos während auch andere in diesen Farben gekleidet ständig an den Tisch kamen. Die Frau vergaß ständig, die Blinds zu setzen, achtete nicht darauf, wann sie dran war und machte höchstens Minraises. Auf Platz 5 saß eine Irin mit tiiiiiiiief ausgeschnittenem Kleid, an dem selbst ich nicht vorbei gucken konnte. Immer, wenn sie die Karten ansah, nahm sie erst die erste Karte vom Tisch und hielt sie direkt vor ihre Nase und dann die zweite. Ich fragte mich, ob sie dies tat, weil sie besonders schlecht gucken konnte, oder ob sie sich nicht nach vorn beugte, da ihr sonst die Brüste aus dem Kleid hüpfen würden. War auf jeden Fall amüsant.
Auf Platz 6 saß ebenfalls eine Irin, die wahrscheinlich ein Mann werden sollte. Kurz geschnittene Haare, männnlich gekleidet und immer wenn sie in einer Hand war, zog sie die Mundwinkel so weit und aggressiv nach unten, dass man Angst hatte, sie schlägt gleich um sich. Neben ihr war eine alte Dame, der ich viel Erfahrung aber wenig theoretisch Verständnis zusprach. Sie kannte das halbe Teilnehmerfeld und war ständig in Unterhaltungen verwickelt. So auch mit der Dame zu ihrer Linken. Diese hatte blonde Locken und bis auf ständiges Gequatsche, bekam ich nicht viel von ihr mit. Die Plätze daneben blieben leer und die Stacks blindeten runter.
Grundsätzlich stimmt es, dass ein kleiner Raise schon alle Frauen verscheuchte. So tat ich dies auch vor allem, wenn die einsamen Stacks in den Blinds waren. Ich kam meistens damit durch, obwohl ich dann UTG war.
Ich gewann mehrere kleine Pötte durch Bluffs und gute Treffer und versuchte, Tells bei den Damen auszumachen. Langsam stieg ich auf 9.000 Chips und dachte: "Easy Game!"
Das sollte bald bestraft werden. Schon bald fand ich und dachte, dies wäre meine Chance, eine über-deutliche Führung zu erringen. Vor allem, als die alte Quasselstrippe auf Platz 5 pre-flop raiste. Juhuu, dachte ich und re-raiste. Sie bezahlte und der Flop kam . Ich setze an, sie ging All-in. Fuck! Könige? Wirklich Könige? Ich sah sie an und erkannte leichte Unsicherheit. Keine Könige...Ich habe eine Chance, und komme hier eh nicht mehr weg. Call!
Sie zeigte für den Nut-Flush-Draw. Erschüttert sah ich ein weiteres Kreuz auf dem Turn. Der River brachte keine Hilfe. Ich war runter auf 2.400 Chips. Die Blinds waren gerade mal 75/150. Also noch kein Grund zur Panik. Short-stacked spielen kann ich.
Die ältere Dame entschuldigte sich und sagte, dass sowas sonst nur online gelingt. Ich sagte: "Kein Problem! Die Chips hol ich mir wieder!". Alle Frauen am Tisch gackert herzlich über diesen Spruch.
Nach und nach baute ich meinen Stack wieder auf. Keine Verdopplungen, aber kleine Pötte. Kleinvieh macht auch Mist...
Ich sah seltsame Situationen am Tisch. Z.B. spielte die Französin zum zweiten mal überhaupt eine Hand und dies sehr aggressiv. Dies schien die zweite Labertasche in blond nicht bemerkt zu haben und nach Raise und Re-Raise ging sie mit All-in. Die Französin hatte gecallt und zeigte . Alle Damen sahen sich irritiert an. Die Blondine blieb noch am Tisch sitzen und quasselte weiter, obwohl sie sich schon längst selbst ins Aus geschossen hatte.
Dann wurde der Tisch leider aufgeöst. Wieder wurde ich an Platz 1 gelost. Mittlerweile hatte ich 5.000 Chips und wieder gute Chancen.
Allerdings kannte ich nun keine der Frauen hier. Und schon in der zweiten oder dritten Hand kam es dann auch schon zur Entscheidung. Blinds waren 200/400 und ich fand . Vor mir gab es einen kleinen Raise und ich überlegte, ob ich gleich drüber gehen sollte, oder erstmal den Flop ansehen. Ich entschied mich für einen Call. Würde der Flop eine Overcard bringen und meine Gegnerin wieder anspielen, käme ich leicht von den Zehnern weg. Der Flop brachte . Meine Gegnerin spielte leicht an, ich ging All-in und sie insta-fist-pump-snap-callte mit . Verdammt!
Das war's! Raus aus dem Ladies Event.

Ich ging erstmal an die frische Luft und sah dann etwas beim Main Event zu. Der prominenteste Spieler, der noch im Rennen war unter den letzen 30 oder 40 Spielern war Andy Black (vorne links in gestreiftem Oberteil).



  Abends ging es dann nochmal ins Fitz für ein €55-Turnier und Cash Game. Das Turnier war nix, aber beim Cash Game machte ich über 200€. Ein Spieler war die Impersonisierung eines ATM. Er saß mit 500€ da, während die meisten anderen 100€ vor sich hatten. Er bezahlte alles und jeden und verlor mehrere Stacks. Immer wieder griff er in die Tasche und zog erneut 500€ raus. Ich hatte auch die Ehre, meinen Stack gegen ihn reinzuschieben. Er ging All-In pre-flop und ich fand . Ich callte. Er zeigte . Ich hatte aber schon ein mulmiges Gefühl und verbuddelte meinen Kopf unter meinen Armen, damit ich nicht hingucken musste. Der Tisch johlte und machte "Aaaah, Ooooh", nur um mich zu ärgern. Ich floppte Top Two Pair, aber tatsächlich bekam der Idiot noch seinen Flush-Draw. Auf dem River machte er seinen Flush, aber ich ein Full House mit dem . Was für eine Aufregung!

Dann stand auch schon der letzte Tag an. Ostermontag.
Für heute hatte ich nur geplant, mir die Cash Game-Tische reinzuziehen. Und dies lief hervorragend. Ich machte Table-Hopping, wie sich das ja online auch hin und wieder schickt. Ich wartete, bis ich meinen Stack mindestens verdoppelt hatte und sobald ich das Gefühl hatte, dass das Tisch-Klima kippte, stand ich auf und setzte mich wieder mit Minimum-Buy-in an einen anderen Tisch. Zwischendurch kam mal Casey vorbei und gab mir eine kurze Massage, worauf hin der Tisch irritiert war und mir mehr Respekt zollte...haha

Die krasseste Cash Game Situation für mich war, als mein Gegner so furchtbar nervös wurde, dass er Schweißausbrüche bekommen hätte. Ich hielt und das Board war .Kx. mein Gegner hatte mich schon vorher geblufft und sehr seltsame Dinge gespielt. Ich war mir die ganze Zeit sicher, dass ich vorn war gegen ihn und der Pott war mittlerweile schon bei 120€. Er setzte 70€ auf dem River und ich fing an, zu überlegen. Sein gesamtes Verhalten in dieser Hand zeugte nicht davon, dass er etwas hatte. Und während ich so überlegte und die einzelnen Aktionen durchging, wurde er links von mir plötzlich furchtbar nervös und strich sich völlig hektisch über den Kopf, wieder und wieder und wieder und wieder.... "Danke!" dachte ich und callte. Im selben Moment sagte er "Good call!" und muckte die Karten. Selten konnte ich einen Mann so nervös machen...lol

Alles in allem holte ich mal wieder mit Cash Game meine Turnier-Verluste rein und machte sogar noch so viel Gewinn, dass ich den Flug davon bezahlen konnte.
Ich denke wirklich, dass mir Cash Game live mehr liegt, da ich mich wirklich nur auf diesen konzentriere und nicht durch Multitabling und Ablenkungen unkonzentriert spiele. Wenn ich live am Tisch sitze und nicht den Druck von steigenden Blinds habe, sehe ich mir die Leute genauer an und sehe Tells und Muster schneller als viele andere. Denn Menschen lesen kann ich zum Glück ganz gut. hehe

Als ich dann wieder auf der Isle Of Man ankam, war auch der Umzugswagen da und ich konnte endlich in meine Wohnung einziehen.

 
 
Mein nächster Poker-Trip wird voraussichtlich im Mai nach Nottingham gehen. Ist aber noch nciht sicher.
Auf jeden Fall kann ich es nicht mehr erwarten, nach Vegas zu fliegen. Dieser Trip ist gebucht: Vom 25.Juni bis 10.Juli.
See you there! :-D

Christin aka Davina Darr

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