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docpoker blog

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/Jan/2008

878

Von: docpoker @ 20:37 (CET) / 122 / Kommentar ( 153 )

Der Ford Fiesta zieht gemächlich mit etwa 80 km/h vom Beschleunigungsstreifen auf die rechte Spur der Autobahn. Hinter ihm drängelt ein Audi, der es offenbar kaum erwarten kann, an dem Ford vorbei zu ziehen und er fährt deshalb mit ungefähr 85 km/h direkt vom Beschleunigungsstreifen auf die Überholspur. Währenddessen düse ich mit gemütlich 180 km/h auf der Autobahn entlang in Richtung Seefeld, als plötzlich diese Wand in Form von 2 Autos vor mir die Straße blockiert. Der Audifahrer hatte mich offensichtlich komplett übersehen und ein physikalisches Grundgesetz besagt, dass sich 2 Materieteilchen nicht zum gleichen Zeitpunkt an identischen Raumkoordinaten aufhalten können. Mit einem Geschwindigkeitsüberschuss von rund 100 Stundenkilometern rase ich also in diese Mauer hinein. Hier wurde mir wieder einmal bewusst, wie sehr doch Poker mein Leben bestimmt. In der kurzen Sekunde vor dem Aufprall, die sich aufgrund des Adrenalinstoßes scheinbar endlos auszudehnen scheint, geht mir noch ein Gedanke durch den Kopf: „Da hast du kein Out mehr. Du bist drawing dead.“

In einer mehr reflexartigen Bewegung versuche ich noch, auf den Standstreifen auszuweichen, aber auch das ist unmöglich. Stattdessen erwischt es den armen Fordfahrer. Aber die Sicherheitssysteme moderner Kraftfahrzeugtechnik greifen perfekt ineinander. Der Gurt strafft sich, der Airbag löst aus und die Knautschzonen der Fahrzeuge erfüllen voll ihren Zweck. Obwohl der Ford und auch mein Mercedes nach dem Unfall als Totalschaden deklariert wurden, blieben alle Beteiligten unverletzt. Und der Audifahrer hat glücklicherweise auch ein korrektes Verhalten an den Tag gelegt. Er hielt sofort an und gab unumwunden auch gegenüber der Polizei seine Alleinschuld an dem Unfall zu. Die Autobahn war für zwei Stunden gesperrt und eine weitere Stunde später setzte ich meine Reise nach Seefeld in einem Mietwagen (Toyota Corolla) vom ADAC fort.

Noch von der Autobahn aus rief ich Marcel Pipal, Pokermanager des Casinos Seefeld an und teilte ihm mit, dass ich mich für das Turnier aufgrund kleinerer technischer Schwierigkeiten wohl um eine halbe Stunde verspäten würde. Exakt 35 Minuten nach Turnierbeginn traf ich tatsächlich im Casino ein und nahm im Turnier Platz. 6 Stunden später saß ich immer noch da, allerdings war zu diesem Zeitpunkt das Feld von 112 Teilnehmern auf 9 reduziert und ich fand mich am Finaltisch wieder. Obwohl ich mit meinen Chips im Average lag, konnte ich dort nur einen einzigen Spieler überleben und schied schließlich als Achter aus.

Ich mag Seefeld als Turnierort ausgesprochen gerne. Gerade im Winter entwickelt das kleine Tiroler Städtchen ein ganz besonderes Flair und außerdem konnte ich mit einem hohen Spaßfaktor gekoppelt, einen meiner wichtigsten Vorsätze für das neue Jahr umsetzten: Die Zeit, die ich letztes Jahr in das Schreiben von Büchern gesteckt hatte, will ich dieses Jahr dazu nutzen, Sport zu treiben. Also stand ich jeden Mittag um 12 Uhr auf der Skipiste und machte die Pisten unsicher. Skifahren erlernte ich bereits im zarten Alter von sechs Jahren und konnte seit dieser Zeit unzählige Hänge umpflügen, aber auch heute hoch löst das Ganze bei mir echte Glücksgefühle aus, speziell, wenn ich ein paar Monate mal nicht auf den Brettern stand.

Vielleicht half auch das positive Ambiente, dass ich bei den Turnieren mein A-Game reproduzieren konnte. Von 4 gespielten Turnieren saß ich dreimal am Finaltisch. Allerdings machte sich hier wohl bemerkbar, dass mein Sponsor 888 vermutlich ein Bündnis mit der Varianz hinter meinem Rücken abgeschlossen hatte. An den jeweiligen Finaltischen endete ich als Achter, Siebter und Achter. Vielleicht sollte ich anregen, dass sich die Firma eine Namensänderung überlegt: Wie wäre es beispielsweise mit 121 anstelle von 888?

<font size="3">Den Main Event in Seefeld konnte ich dann leider nicht mitspielen, da meine Anwesenheit im Großraum Wien für das Wochenende benötigt wurde. Ich war Gastgeber und Turnierdirektor des 888. Pokerfestivals, das vom 18. bis zum 20. Januar im Pokerroyale Casino in Wiener Neustadt und Concord Card Casino in Wien stattfand. Mit 1008 Teilnehmern war es das zweitgrößte Liveturnier, das jemals in Europa ausgetragen wurde. Hatte ich im Vorfeld doch zumindest einen Riesenrespekt vor dieser Aufgabe, so stellte sich dann mit Beginn der Veranstaltung heraus, dass alles denkbar „glatt“ laufen würde. Sowohl die Floorleute im Pokerroyale, als auch die Mitarbeiter des Concord Card Casinos hatten die Organisation perfekt im Griff und die Dealer gaben wirklich ihr Bestes, waren teilweise 16 Stunden mit viel Enthusiasmus im Einsatz. Die Resonanz der Teilnehmer war überwältigend positiv. Am zweiten Turniertag kam dann auch noch Thomas Kremser zu einem Spontanbesuch vorbei und gab mir noch ein paar sehr hilfreiche Tipps für die Struktur des Finaltages. Mit so kompetenter Beratung von einem der besten Turnierdirektoren der Welt konnte dann eigentlich nichts mehr schief gehen und am Sonntagabend kurz vor Mitternacht stand auch der Gewinner des Festivals fest. Ziel- und Punktlandung! Wenngleich dieser Ausflug auf die „andere Seite“ des Pokertisches auf jeden Fall den beachtlichen Energieaufwand allemal wert war und ich die gemachten Erfahrungen keinesfalls missen möchte, werde ich dennoch in Zukunft weiterhin da bleiben, wo ich hingehöre: auf der Spielerseite! </font>

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<font size="3">Momentan bin ich noch in München, um die restlichen Folgen der UK Poker Open für „Das Vierte“ zu kommentieren und am Freitag geht es dann im nagelneuen CLS nach Bremen. Dort bin ich Studiogast beim NDR in der Fernsehtalkshow „III nach Neun“, die zwischen 22 Uhr und 24 Uhr live beim NDR und HR ausgestrahlt wird. Für alle, die keine Zeit zum Zuschauen haben, wird die Sendung nochmals am 4. Februar um 10:15 Uhr auf 3SAT wiederholt.</font>

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<font size="3">Euer Michael</font>

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