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/Dez/2007

Am Start für Deutschland

Von: docpoker @ 14:24 (CET) / 45 / Kommentar ( 210 )

„Es ist völlig unerheblich, ob man das Board getroffen hat oder nicht. Auch die Informationen, die man seinem Gegenüber gibt, spielen letztendlich keine Rolle. Ausschlaggebend ist einzig und allein die Tatsache, welche Informationen der Mitspieler aufnimmt und welche Schlüsse er daraus zieht“

Wenn man speziell beim Turnierpoker einen Showdown vermeiden will (was einen der wichtigsten Faktoren auf der Erfolgsstraße zum Sieg darstellt), erhält dieser Satz fundamentale Bedeutung.

Das dachte ich auch am Montag in meinem zweiten Match im Rahmen des Poker Nationen Cups im Casino Austria Bregenz. Wir hatten ein Team am Start, auf das ich unglaublich stolz bin. Andreas Krause in der Rolle des perfekten Captains, der seine Mannschaft motivierte, einen strategischen Plan für Teamplay aufstellte und souveräne Führungsqualitäten an den Tag legte. Katja Thater mit einem Heißhunger auf den Sieg, wie ich ihn selten erleben konnte. Thomas Bihl mit mehr als 50.000 (!!!) gespielten Sit’n Gos das Bollwerk an Erfahrung und Gelassenheit, Sebastian Ruthenberg als die perfekte Antwort auf Niki Jedlika, der EPT Sieger von 2006 Thang Doug Nguyen mit einer Routine und technischen Stärke in allen drei Disziplinen (7-Card Stud, Potlimit Omaha und Nolimit Holdem) als mächtiger Allrounder und meine Wenigkeit traten für Deutschland an.

Nachdem ich mein erstes Match im 7-Card Stud als Dritter hinter Thang und den für Österreich spielenden Ivo Donev beendete, wollte ich dann bei Potlimit Omaha natürlich noch ein paar Punkte mehr für Deutschland einfahren. Teamplay ist grundsätzlich völlig anders zu bewerten, als ein normales Individualturnier. Bei jeder Entscheidung, die ich am Tisch treffen muss, steht das Team im Vordergrund und nicht mein persönliches Resultat. Das macht es nicht gerade leichter, weil man plötzlich nicht mehr nur für sich allein verantwortlich ist. Im zweiten Match sitzt Anton Alleman, jener junge Schweizer Profi, der gerade erst vor zwei Monaten mit seinem Finaltisch in Baden bei der EPT für Aufsehen gesorgt hat, mit mir am Tisch. Ich hatte schon in Amsterdam Gelegenheit, mit ihm Omaha Cashgame zu spielen und wusste, dass er wirklich stark ist. Ausgestattet mit einem eher tighten Image, fährt er in Wirklichkeit jene Omaha-Strategie, die die skandinavischen Pros so gefährlich macht. In früher Position werden tendenziell eher niedrige Connectors als Eröffnung geraist und diese Hand gab ich ihm auch, als er bei noch sechs Spielern am Tisch UTG den dreifachen Big Blind auf 600 erhöhte. Ich fand am Button und callte sein Bet, so dass wir den Flop Heads Up sahen. Bei machte er sein erwartetes Continuation Bet in Höhe von 600.

Ich war bereits seit 4 Uhr morgens auf den Beinen, da ich direkt aus London von der Kommentierung der German Open anreiste und offen gestanden nicht mehr so sehr in Höchstform, als dass ich jede einzelne Information am Tisch so präzise wahrnahm, wie es eigentlich hätte der Fall sein müssen. Deshalb entging mir ein kleines Detail: Die Contibet  von Anton kam ein klein wenig zu demütig, fast unterwürfig und zögerlich. Dieser „Hollywood“ Tell hätte eigentlich meine Alarmsirenen in Gang setzen müssen, aber ich nahm die darin enthaltene Information nicht auf. Ich hielt zwar nur hoch, aber mit allen Straight- und Flushdraws zusammen hatte ich 2 x 19 Outs. Auch unter Berücksichtigung seiner Redraws war ich gegen zwei Paar massiver Favorit, selbst gegen einen gefloppten Drilling ergab sich noch eine Coinflip Situation. Ich entschloss mich als zu einem Semibluff und raiste „Pot“, was mit 2.700 Chips genau meinem All in entsprach. Aber meine Drohgebärden gingen ins Leere, Anton glaubte mir einfach die nicht, die ich mit meinem Raise zu repräsentieren versuchte. Er callte im Bruchteil einer Sekunde mit den Worten: „Das wird schwer für Dich“. Kein Wunder, denn er drehte zwei Damen um und hatte Quads gefloppt. Die 19 Outs schmolzen also sofort auf „Drawing Dead“ dahin und ich musste mich mit dem sechsten Platz und drei Punkten für Deutschland begnügen.

Dennoch muss ich sagen, dass mir der Teamevent unglaublich viel Spaß macht, obwohl wir momentan „nur“ Zweite hinter Österreich sind und im Finale am Donnerstag 18 Punkte aufholen müssen, ist die Stimmung in unserer Mannschaft phänomenal gut. Wie das Ganze zu Ende geht, könnt Ihr dann am Freitag bei <font size="3">www.hochgepokert.tv</font> als Video sehen.

Euer Michael

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