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/Okt/2008

Austrian Classics Wien – 5. Platz im Main Event

Von: docpoker @ 20:25 (CEST) / 7597 / Kommentar ( 135 )

Wie ich bereits ausführlich in meinem letzten Artikel „Tableselection“ begründete, bin ich nicht nach London geflogen, sondern habe im Wiener Concord Card Casino die Austrian Classics, quasi als Prolog zur kommenden Woche stattfindenden Poker EM in Baden, mitgespielt.

Allerdings muss ich zugeben, dass meine Turnierauftritte auch hier nur sehr sporadisch waren. Der Grund dafür lag in den hervorragenden Omaha Cashgame Partien. Mit Blinds von € 10/20, aber einem Minimum Buy in von 2.000 € eher als deep stack Format konzipiert, spielte sich die Partie aufgrund der anwesenden Protagonisten eher wie ein € 20/40 Potlimit game. Jeder fünfte Pot war ungefähr so hoch wie der durchschnittliche zweite Preis der jeweiligen Turniere, so dass dieses Cashgame meine ungeteilte Aufmerksamkeit genoss und die Erfolgsbilanz ebenfalls durchaus zufrieden stellend ausfiel.

Der Main Event der Austrian Classics konnte mich dann doch noch aus der Reserve locken. Das Buy in lag bei 2.000 € und 83 Spieler hatten sich angemeldet, was immerhin ein Preisgeld für den Sieg von über 47.000 € generierte. Das zeitlich unmittelbar vor der Poker EM stattfindende Turnier hatte auch schon einige Pros aus der deutschsprachigen Szene angelockt, so dass die Charakterisierung „seichtes Wasser“ in Hinblick auf die Stärke des Teilnehmerfeldes kaum Gültigkeit haben konnte.

Ich erwischte einen hervorragenden Start ins Turnier. Ursache war die Begegnung mit einem Kontrahenten, der von Beginn an dazu neigte, seine Hände gnadenlos zu überspielen. Besagter Spieler limpt am Cut off bei Blinds von 50/100. Der Button bezahlt, der SB füllt auf und ich checke im BB . Ich traue meinen Augen nicht, als der Flop aufgeht . Wow, Vierling geflopt. Jetzt stellt sich nur die Frage, wie ich bei einer Potgröße von gerade mal 400 möglichst viel Chips in die Mitte schaufeln kann und trotzdem Action bekomme. Meine Hoffnungen ruhen auf dem ersten Limper, der schon verdächtig mit seinen Chips spielt. Also checke ich, er spielt erwartungsgemäß 300 an, die anderen Beiden folden und wir sind Heads Up. Am Turn kommt die und seine Hände wandern wieder zu den Chips. Ich checke erneut und er spielt 1.100 an. Diesmal raise ich ihn auf 2.300 und er bezahlt mit leichtem Zögern. Der River bringt die . Ein Check ist mir jetzt etwas zu gefährlich, da er möglicherweise ebenfalls checken wird oder nur ein kleines Bet anspielt. Also spiele ich 4.000 an, die er sofort bezahlt. Als er meinen geflopten Poker sieht, wirft er wütend seine Hand in den Muck und verschwindet erstmal vom Tisch.

Von da an lief es wie am Schnürchen. Mein Table-Image passte perfekt und ich konnte mich stets ohne wichtige Showdowns auf doppeltem Average halten. Einmal freute ich mich schon etwas verfrüht, als ein anderer Big Stack nach meinem Reraise All in ging und ich zum ersten Mal im Turnier Pocket Asse hielt. Aber er hatte ebenfalls die Asse und wir teilten den Pot. Die wichtigste Phase des Abends stand aber noch an: Die unvermeidlichen Showdowns  am Ende eines jeden Turniers. Bei 27 verbliebenen Spielern fand ich schließlich das zweite große Paar mit Pocket Königen und reraiste einen short Stack all in. Der konnte seine Freude kaum verbergen und drehte die Asse um. Die hielten und danach hatte ich nur noch den average Stack. Wenig später lächelten mich Pocket J-J an. Ich openraiste den dreifachen BB und wurde von Selbigem gecallt. Der Flop schien mir mit relativ unverdächtig und nach seinem Check spielte ich 7.000 in einen Pot von 8.000. Er ging daraufhin mit insgesamt 14.000 All in. Natürlich zahlte ich nach und durfte mir erneut Pocket Asse ansehen. Nice Hand Sir!

Schließlich wurden die restlichen 18 Spieler auf 2 Tische zusammengelegt und ich saß noch da mit kümmerlichen 9.500 Chips, bei Blinds von 1.000/2.000 und 200 Ante. Mehr oder weniger aus Verzweiflung pushte ich All in und wurde von gecallt. Aber diesmal hielt meine Hand und ich verdoppelte. Im Anschluss daran schaltete ich auf eine extrem aggressive Strategie um und mit zahlreichen Raises und Reraises, die bei einem normalen EPT Event wohl niemals erfolgreich gewesen wären, konnte ich den Tag 1 bei 12 verbliebenen Spielern ohne weiteren Showdown mit 59.000 Chips etwas unter Durchschnitt abschließen.

Am zweiten Tag war der Finaltisch relativ schnell gefunden. Mit knapp 70.000 Chips hatte ich noch genügend Optimismus in Reserve, um ebenfalls um den Sieg ein kleines Wörtchen mitreden zu können. Niki Jedlika war der Chipleader, spielte sein absolutes A-Game und rannte förmlich über den Tisch, so dass ich wieder ein paar Gänge zurückschalten musste. Meine Chance sah ich kommen, als ein short Stack All in ging und ich fand. Mein Gegner drehte um. Aber der Flop bescherte ihm gleich zwei Neunen und jetzt war ich der short Stack. Die alte Weisheit bestätigte sich wieder einmal: Wer ein Turnier gewinnen will, muss zumindest die Hände durchbringen, in denen er den Gegner dominiert!

Irgendwie mogelte ich mich die nächste Stunde so durch, gewann einmal einen Coinflip gegen Niki und beobachtete nicht ganz ohne Freude, wie sich vier weitere Mitspieler vom Finaltisch verabschiedeten. Zu Fünft fehlten mir dann mit 40.000 Chips knappe 100.000 zum Vorletzten, es musste also dringend was passieren. Ich ergreife meine Chance mit , pushe All in und werde von Niki im Big Blind gecallt. Er dreht um. Flop und Turn waren noch komplett harmlos, aber eine am River schickt mich als Fünftplatzierten an die Rail. Das Trostpflaster in Form des Preisgeldes beläuft sich auf 12.610 €.

Insgesamt war ich mit meinen Entscheidungen während des Turniers mehr als zufrieden und mit ein wenig mehr Kartenglück zum Schluss hätte es vielleicht auch wieder bis ganz nach Vorne gelangt.

Taktisch gute Entscheidungen in den wichtigen Situationen wünscht Euch

Euer Michael

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