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/Nov/2007

Endlich !!! Das Wunder der Wiener Neustadt

Von: docpoker @ 15:29 (CET) / 28 / Kommentar ( 149 )

Manchmal sind es nur winzige Veränderungen im Zeitstrom, welche die Weichen für signifikant spürbare „Realitätsanpassungen“ in der persönlichen Erlebniswelt schaffen

Momentan bin ich in Wiener Neustadt zuhause. Das kleine, etwa 50 km südlich von Wien gelegene Städtchen ist der Standort des derzeit größten Cardrooms in Europa, dem Pokerroyale Casino. Im Januar werde ich hier Gastgeber und Turnierdirektor des 888 Pokerfestivals sein und natürlich wollte ich mich vorher intensiv persönlich davon überzeugen, dass die Rahmenbedingungen in dieser Location so stimmig sind, dass ich guten Gewissens hunderte von deutschen Pokerspielern hierher einladen kann. Um es ganz klar zu sagen: Das Casino ist absolute Spitze!!! Über 80 Pokertische stehen hier verteilt, ohne dass auch nur ein Hauch der gefürchteten „Turnhallenatmosphäre“ aufkommt. Die leitenden Mitarbeiter hier sind oft langjährige Bekannte aus den verschiedensten europäischen Casinos und verbreiten eine Kompetenz, die der Mannschaft im Concord um nichts nachsteht. Die Gastronomie ist hervorragend und der großzügige Barbereich mit herrlich bequemen und ruhigen Sitzecken schafft ein angenehm relaxtes Ambiente auch abseits der Pokertische. Wohlfühlfaktor: Genial!

Hier im Pokerroyale Casino findet derzeit eine kleine Turnierwoche statt, die am kommenden Wochenende mit dem € 2.000 Buy-in Nolimit Hold’em Event ihren Höhepunkt finden wird. Eine besondere Livepremiere wird auch am nächsten Sonntag ausgetragen. Es handelt sich um eine so genannte Megastep Challenge. Das Format ist Online schon lange bekannt. In insgesamt vier verschiedenen Sit and Go single Tables kann man sich für die letzte Stufe qualifizieren, in der um einen Preispool von 100.000 € gekämpft wird. Man kann sich dort natürlich auch direkt einkaufen, allerdings beträgt das Buy-in stolze 10.000 €. Ich hatte die Sache einmal für mich persönlich durchkalkuliert und kam zu dem Schluss, dass es wohl strategisch am Günstigsten sei, sich mit 1.200 € direkt in Stufe Drei einzukaufen. Der Gewinner des Tisches ist dann für den 100.000 €  Pool qualifiziert. Zwei Chancen wollte ich mir zugestehen.

Gestern Abend saß ich in einer lukrativen Potlimit Omaha Runde mit Blinds von 10/20 € und einem Mindest-Buy-in  von 1.000 €. Die Varianz meinte es gut mit mir und nach etwa zwei Stunden war ich weiter vorne, als selbst eine optimistische Gewinnerwartung für zwei Tage rechtfertigen würde. Gerade standen die beiden schwächsten Spieler auf und verließen den Tisch, nachdem sie mehrmals erfolglos all-in gegangen waren, als plötzlich Martin Pollak auftauchte und mich fragte, ob ich nicht Lust hätte, an einer Stufe Drei Challenge teilzunehmen. Vom Timing her konnte der Zeitpunkt nicht optimaler gewählt werden, also drückte ich ihm 1.200 € in die Hand und sagte, er solle mir schon mal eine Platzkarte ziehen. Der Tisch selbst erwies sich dann alles andere als leicht. Über die Hälfte der Teilnehmer hatte sich direkt eingekauft und unter den Teilnehmern erblickte ich dann unter anderem Tommi Linfors, einen jungen Finnen, den ich nur allzu gut von der EPT her kannte. Als wir noch zu Neunt waren, bin ich auch prompt mit Tommi aneinander geraten. In mittlerer Position raiste ich mit den 3 ½ fachen Big Blind auf 350 und er reraiste aus dem Small Blind auf 850. Bei ihm kann dieses Reraise alles mögliche bedeuten, die Bandbreite reicht von einem kompletten Resteal bis hin zu einer Monsterhand. Als callte ich mit ein klein wenig „Hollywood“, um ihm den Anschein zu geben, dass ich an dieser Stelle Heads Up eine Monsterhand slow spielen wollte. Der Flop brachte  und Tommi machte seine obligatorische Contiunation Bet in Höhe von 1.200. Ein kurzer Blick auf sein Table Stack zeigte mir, dass er noch mehr als die Hälfte seines ursprünglichen Chipcounts besaß, er also keinesfalls committed war. Also entschloss ich mich zu einem Semibluff und raiste All-in. Tommi überlegte keine Sekunde mit dem Call und drehte souverän um. Ich hatte ihn völlig falsch eingeschätzt und dementsprechend nur 34 Prozent, die Hand zu gewinnen. Doch diesmal packte ich die Luckbox aus. Am Turn kam die und er war drawing dead, ich hatte also Asse mit einer Straight geknackt.

Ich erzähle die Geschichte vor allem deshalb, weil ich öfters kritisiert werde, keine Hände zu posten, in denen ich auch mal ordentlich Glück hatte. Bitte, hier ist sie! Das erste Mal in den letzten drei Monaten habe ich während eines Turniers einen echten Suck-out fabriziert und irgendwie fühle ich mich auch noch gut dabei.

Natürlich hatte ich mit diesem Suck-out auch eine gewisse Verpflichtung übernommen, den Tisch zu gewinnen. Drei Stunden später war es dann vollbracht. Im Heads Up konnte ich mich schließlich gegen einen Schweizer mit serbokroatischer Abstammung (ohne weitere Suck-outs) durchsetzen und bin jetzt einer der Zehn, die um die 100.000 € zocken.

Euer Michael

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