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docpoker blog

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Eigentlich bin ich in den Tag 2 der EPT ganz zuversichtlich gestartet. Ich fand mich zwar vom Chipcount her am unteren  Ende des 204 Spieler zählenden Teilnehmerfeldes wieder, aber noch war der Druck durch die Blinds nicht so groß, dass ich jedes Risiko eingehen musste. Dreimal konnte ich die Blinds einsammeln und gewinne dann auch noch einen Coinflip, als ich mit ein All-in Reraise mache. Der ursprüngliche Raiser covert mich leicht mit seinen Chips und callt mit . Ich treffe das As und als der Tisch schließlich aufgelöst wird, verlasse ich ihn mit knapp 40.000 an Chips.

Am nächsten Tisch kenne ich wieder mal keinen einzigen Spieler, dafür habe ich in meinem ganzen Leben noch niemals eine derartige Aggressivität preflop erlebt. Fast eine Stunde lang beobachte ich das bunte Treiben; es gibt kaum ein open raise, das nicht von irgendwem gereraist wird. Die Leute sterben wie die Fliegen und ich denke, dass ich mich schleunigst an die Tischaction anpassen muss, wenn ich nicht totgeblindet werden will. Schließlich stelle ich mich mit preflop all-in und gewinne wieder einen Coinflip, diesmal gegen .  Sollte das etwa mein Tag werden? Gegen 23:30 Uhr habe ich 90.000 Chips vor mir stehen. Es sind noch 65 Teilnehmer dabei, noch 9 weitere müssen raus, damit man wenigstens im Preisgeld ist. Wie üblich wird die Action in der Bubblephase etwas weniger, nur nicht an unserem Tisch. Dort versucht ein junger Heißsporn, das Turnier möglichst noch am heutigen Tage im Alleingang zu gewinnen. Die Blinds sind bei 1000/2000 mit 200 Ante, als der Cut off (37.000 an Chips) auf  7.000 raist. Ich finde im Big Blind und mache ein Reraise auf 21.000. Ich gebe ihm ein schwaches As, doch als er all-in geht weiß ich, dass ich der Underdog bin. Trotzdem calle ich die 16.000 mehr, ohne großartig zu zögern. Durch das Reraise auf 21.000 hatte ich mich selbst comitted. Er dreht ein Paar Könige um. Er gewinnt die Hand und ich bin runter auf 50.000. Im Nachhinein denke ich mir, dass ich meinen Fetzen ruhig auch etwas weniger aggressiv hätte spielen können. Ein Minraise auf 14.000 wäre auch ausreichend gewesen und dann hätte ich mich bei seinem All-in noch ohne Probleme aus dem Pot verabschieden können.

Exakt 2 Hände später finde ich am Button . Diesmal folden alle zu mir und ich raise auf  6.000. Der small Blind denkt eine Weile nach und macht 20.000. Wieder bin ich der Meinung, dass ich zumindest einen Coinflip habe und mit der zusätzlichen Fold Equity gehe ich all-in. Die prinzipielle Frage, die sich hier stellt, ist eher strategischer Natur: Will ich auf Platz spielen, kann ich immer noch folden und mich irgendwie so ins Preisgeld hangeln. Will ich jedoch um den Sieg ein ernstes Wörtchen mitnehmen, kann ich in dieser speziellen Situation eine Konfrontation nicht vermeiden. Freudig callt der Small Blind mein All-in und zeigt mir . Der Flop gibt mir noch mal etwas Hoffnung, als der Dealer drei Kreuz umdreht. Aber weder Turn, noch River bringen das ersehnte Kreuz zum Flush und für mich ist die Show zu Ende.

Bis Montag bleibe ich noch in Barcelona, für mich steht noch das Potlimit Omaha und das 1.000 € Nolimit Holdem Turnier auf dem Programm. Mit einem Tag Zwischenaufenthalt zuhause geht es dann nächsten Mittwoch weiter nach London zur WSOP Europe. Von dort melde ich mich selbstverständlich wieder.

Euer Michael

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